Technik > Tech-Talk Design & Konzepte
Eigenes Amp-Projekt - welche Endstufe(n) hättet ihr gerne?
Joachim:
Hallo, allerseits,
da bei einigen der Eindruck aufkam, dass mal ganz allgemein eine Diskussion notwendig - ohne dabei auf technische Details einzugehen - welche möglichen Endstufen überhaupt von Interesse sind. Dabei geht es um Themen wie Betriebsart (Single-Ended, Push-Pull, Class A, Class A/B), Ausgangsleistung, Features (z.B. Umschalter für Triodenbetrieb) und Röhrentypen.
Eure Meinung ist gefragt - und natürlich später auch Eure Beiträge, was die technische Umsetzung angeht. Jeder kann hier seine Vision einer Endstufe präsentieren und natürlich auch - in einem eigenen Thread - die Schaltung vorstellen.
Gruß,
Joachim
ACY:
Mooin! Ich hätte gerne 100 Watt (@Joachim: du kennst mich ja!) , sprich vier dicke Dinger, wobei ich mir nur die Frage stelle wie eine z.B. 4 x EL34 á la Marshall Endstufe mit einer Fender Vorstufe harmoniert. Viel von dem typischen Fendersound kommt ja auch durch die 6L6, weswegen ja auch Mesa ihren Roadking so monströs auf gerüstet haben, um alle Möglichkeiten zu haben. Wobei hier die 6CA7 ja auch eine Möglichkeit wäre. 50 Watt haben mir pers. ganz einfach zu wenig bumms, und es fehlt an einigem. Und gerade wenn es "richtig" clean sein soll, dann muß Leistung da sein. - Kleines Stichwort: "Röhrengleichrichtung"? Und was ich noch gerne hätte wäre "Class A", mit so einem dicken Brummer! Ansonsten bin ich wie immer der Meinung - weniger ist manchmal mehr, also nicht zuviel schaltgedöns, lieber alles sehr direkt, und gerade der Weg zum Boxenausgang möglichst großzügig ausgelegt ohne zuviele Schalter und was auch immer dazwischen. Du weißt ja, was ich meine! Mein Wunsch geht ganz einfach in Richtung eines Amps, der so direkt und lebendig klingt, daß dir die Guitar so richtig in´s Gesicht springt! - Bei diesen ganzen 3 und 4-Kanal (oder mehr) Teilen habe ich immer das Gefühl wie wenn sich der Ton erst überlegen muß, wann er endlich rauskommt. Wenn er dann endlich draussen ist muß er sich erst mal den Schweiß abwischen vom langen Weg den er hinter sich hat! Mit meinem eigenen Amp (bzw Setup, da ich das immer als ganzes sehe!) bin ich schon recht zufrieden, nur ein richtig schöner clean-Kanal wäre nicht schlecht! Und eben die ganzen kleinen Feinheiten, die immer noch verbesserbar sind bei einer Neukonstruktion!
Nice Sunday, Greets "ACY"
Eugen L.:
Moin, es wäre doch möglich mehrere Varianten anbiten zu können, so das man die endstufe wie ein Puzzle dran setzen kann.Ich meine dadurch sind alle am besten bedient.
Gruß
Eugen
Stephan G.:
Hi, Folks!
Ich hätte auch gern eine Endstufe, die so richtig Druck machen kann.
Wird wohl in Richtung 100 W mit4 x EL34 gehen. Manchmal würden aber 50W auch reichen, also 2 Röhren abschalten - und wenn ich dann auch noch die Endstufe in die SE-ttigung treiben kann - voila!
... Schaltungsgedöns iss ja immer ein wenig notwendig - wichtig ist, daß ich die Endstufe auch sicher aufbauen kann! Mit Schrott-Bauteilen ist das ja schlecht hinzubiegen! Mit vernünftigen Teilen merkt der "Player" mit Sicherheit nicht, ob im Signalweg nun 0 oder 5 Relais verbaut sind!!
Und mit 2-3 Relais bleibt der Aufwand (auch zum Fehlersuchen) ja im Rahmen...
PLAY LOUD!!
Joachim:
Hi, allerseits!
@ACY: Genau! Vier dicke Dinger, bisher hatte ich auch nix anderes - und das bei 3 Tops ;D. Ich überlege auch schon eine ganze Zeit lang, welche Endstufe ich nehme, wenn ich den Prototyp aufbaue. Auf jeden Fall etwas bewährtes, denn ich will nicht gleichzeitig Vor- und Endstufe debuggen. 1. Gedanke: kleckern mit eine 50W-Enstufe z.B. mit KT66. Aber nach etwas Nachdenken der 2. Gedanke. Warum kleckern, wenn klotzen kaum mehr kostet. Das Eisen (Trafo + AÜ) liegt in der gleichen Preisklasse, nur die zwei zusätzlichen Röhren und ein paar Elkos mehr werden gebraucht. Also vielleicht doch, wie gewohnt 100W, auch wegen der Vergleichbarkeit zu den bei Dir und mir rumstehenden Kisten.
Zur Röhrengleichrichtung: Für den richten Bumms würde ich Dioden bevorzugen. Marshalls klingen mit der höheren Spannung einfach besser - more tight. Wer lieber den komprimierten Ton einer Röhrengleichrichting will, kann die natürlich einbauen. Vielleicht sollte man schon mal die Sockel vorsehen (O Gott, das Chassis wird ein Lochblech ...)
Wegen den Röhrentypen: Das muß man probieren. Eines meiner Marshall-Topteile hat 4x6L6. Das klingt gut, mit den typischen Eigenschaften dieser Röhren (z.B. mehr Headroom) und trotzdem wie ein Marshall. Das kann man aber einfach ausprobieren, indem man andere Endstufenröhren hineinbaut. Allerdings vermute ich, das ein nicht zu unterschätzenden Anteil am Fender-Sound vom AÜ kommt. Das sollten die Fender-Experten was dazu sagen. Wie es am Ende klingt, wird die Praxis wieder zeigen.
Was das ganze Schaltgedöns angeht, ich hab ja schon versucht, die Vorstufe so einfach wie möglich zu halten. Also so, dass man keine keine Schaltmatrix-Logik braucht, sondern der Fußschalter direkt die Relais schaltet. Und mit den DR-Relais sollte man auch qualitätsmäßig auf dem richtigen Weg sein. In der Endstufe sehe ich momentan gar keinen Grund für Schalter, das ich keine Triodenschaltung mag (das klingt selbst mit EL34 weniger nach Marshall, als wenn 6L6 auf die übliche Weise verschaltet sind). Evtl. 2 Röhren abschaltbar, mehr nicht, aber das ist ja kein Problem.
Mit dem dicken Class-A-Brummer meinst Du sicher eine Endröhre, wie die KT-88 oder 6550?
@Eugen: Klar soll's mehere Varianten geben. Das wurde ja schon mehrfach gesagt. Das macht das Plattform-Konzept ja so interessant.
Gruß und schönen Sonntag,
Joachim
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln