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Zweikanaler mit FX-Loop, Reverb und PP-SE-Umschaltung
SnailOS:
Hallo Forumsgemeinde!
Ich möchte gerne mein aktuelles Projekt vorstellen und bin auf Anmerkungen und Vorschläge gespannt.
Ein kurzes Wort noch zu mir selbst. Ich bin 44 Jahre und habe vor ein paar Jahren das Röhren-Amp-Basteln angefangen (und auch hier im Forum gute Tipps dazu erhalten), dieser Amp ist der 3 Eigenbau. Ich bin "ambitionierter Laie", habe aber bislang gute Erfolge feiern dürfen mit meinen bisherigen Projekten (ein AX84-Projekt, das ich selber fleißig verändert und erweitert habe. Diskussion war dazu hier: http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,20278.msg205927.html#msg205927 ; der zweite ist ein "Eigendesign" in Anlehnung an einen Fender-Blackface Preamp mit EL84 SE-Endstufe als kleinem Übungsamp).
Dieser Amp hier soll nun möglichst alle meine Anforderungen an einen Gitarrencombo in sich vereinen, um mich, wie mein anderer Selbstbau bislang, überall beim Spielen zu begleiten.
Preamp:
Der Clean-Kanal ist wieder ein Fender-Blackface-Derivat, das ich so schon einmal gebaut habe, und desse Klang mich nach wie vor überzeugt.
Der Drive-Kanal ist vom Marshall 2204 abgeleitet mit ein paar Ergänzungen und Ideen, die ich hier und da aufgeschnappt habe (auch hier im Forum!). Die Gestaltung des CF ist an Anmerkungen von Merlin Blencowes Buch orientiert, das mir überhaupt als wesentliche Informations- und Inspirationsquelle dient. Die vielen Bright-Caps im Marshall erschienen mir schon auf dem Papier als ziemlich furchteinflößend, von daher habe ich mal deutlich kleinere Werte gewählt und werde dann beim Aufbau entscheiden, was letztendlich reinkommen soll. Gleiches gilt für den Tonestack.
Da ich hauptsächlich Strat spiele, ist ein Boosterpedal oftmals eine sinnvolle Ergänzung im Setup gewesen. Da der Amp ja möglichst viel abdecken soll, habe ich ein Triodensystem für eine Boosterschaltung vorgesehen, die am Ende etwa ein Gain von 10 ermöglichen soll und im übrigen unsichtbar bleiben soll. Das Ganze ist mit Hardbyepass schaltbar.
FX-Loop:
Die FX-Loop orientiert sich wieder an Vorschlägen beim Valvewizzard, die 12AT7-Röhre soll einen Kompromiss aus Stromstärke für den Buffer und ausreichend Gain für die Aufholstufe bieten. Die Heizung wird im Übrigen auf +60V angehoben, um beim CF nicht die erlaubte Ukf zu überschreiten.
Reverb:
Bei meiner Reverbschaltung fällt sicher gleich die Treiberstufe ins Auge. Auch hier folge ich wieder einer Idee von Blencowe, da es mir einfach nicht in den Kopf will, warum ich mühsam einen OT für ein 8Ohm-Reverb brauche, wo da ja auch nur eine einfach Spule drinsteckt, die selber in einer für Röhren passenderer Impedanz gewählt werden kann (hier 1,4k). Der Reverbtank selber funktioniert super (habe ihn z.Zt. in einem anderen Amp verbaut) und er hat dazu viel Output. Daher hoffe ich mit nur einer Röhre in der Aufholstufe auskommen zu können (müsste zumindest nach meinen Berechnungen klappen)
Vor dem MV habe ich noch ein Poti mit Relais zum Brücken eingefügt, um einen Booster für Soloparts zu haben.
Poweramp:
Im Grunde ist der Poweramp von einem klassischen Marshall-18-Watter abgeguckt. Den PI habe ich etwas angepasst, damit er möglichst viel Headroom hat (z.B. dank 12AT7 Röhre), um eher Endstufen-Zerre als PI-Zerre zu erhalten (so der Plan ;) ) Die Koppel-Cs und Gridstopper sollen helfen evt. Blockingdistortion im Zaum zu halten.
Besonderer Clou ist die Umschaltung von PP auf SE-Betrieb, die ich von einem Mesa-Schaltungskonzept abgekupfert habe, wie es hier: https://www.ampbooks.com/mobile/amp-technology/amp-patent-7173488/ beschrieben wird. Größte Herausforderung hier ist m.M. nach die Impedanzanpassung des OT. Vorgesehen ist ein OT mit 8k Impedanz, d.h. im A-Betrieb PP sieht die Röhre 4k, im B-Betrieb 2k. Wenn ich das Konzept richtig begriffen habe, liegt an der Röhre bei der Umschaltung auf SE nur noch 2k an, was natürlich viel zu wenig ist. Ich schalte dann meinen 8R Speaker auf die 4R-Wicklung. Das sollte dann darin münden, dass die Röhre wieder 4k sieht und nicht überfordert wird.
Ich hoffe, dass ich mit meinen Annahmen und Überlegungen richtig liege, bin aber, wie gesagt auch gespannt auf Anmerkungen und Tipps eurerseits! Mir ist bewusst, dass bei diesem Amp ein sauberes Layout essentiell ist, vor allem sollen die Relais mit schön kurzen Leitungswegen schalten und die Stromversorgung/Grounding wird ebenfalls im Sinne kurzer Leitungswege in Multiple-Star-Gestalt aufgebaut.
Ich habe auch noch ein paar ganz konkrete Fragen und würde mich freuen, wenn ich eure Meinung dazu haben kann:
1. Sind meine Ideen und die Umsetzung der PP-SE-Umschaltung so richtig? Hat jemand hier schon Erfahrungen damit machen können?
2. Bei der Auswahl des OT schwanke ich zwischen dem tt-ma18-ot und dem TT-5E3-OT beide hier aus dem Shop. An sich ist man mit dem 18-Watt-OT bei 2 EL84 sicher gut beraten (die UL-Anzapfungen brauche ich aber nicht). Der 5E3-OT hat ebenso 8k Impedanz und ist für 25 Watt ausgelegt. Ich möchte ungern einen zu kleinen OT haben, um auch Bässe gut abbilden zu können. Habe da mal eine Fehlkauf gemacht, den ich nicht wiederholen möchte (zu kleinen OT). Gibt es da eine Empfehlung?
Da meine freie Zeit sehr begrenzt ist, werden sicher noch einige Monate ins Land gehen, bevor das Projekt abgeschlossen ist, aber eine gute Planung ist sicher die wichtigste Voraussetzung.
So long, Timo
berwin:
Hallo Timo,
So was ähnliches schwebt mir auch vor, allerdings eher mit 2 x 6L6GT in der Endstufe und ca. 50W.
Bin gespannt auf die weitere Diskussion.
Selbst kann ich leider erst mal nichts Konstruktives beitragen.
Grüsse, Bernd
carlitz:
Schau nochmal genau beid er Treiberstufe des Effekt Loops.
Du solltest das Gitter mit Symetrierwiderstaenden (2M2) zur Versorgungsspannung und gegen Masse anbinden.
Vergleiche hierzu z.B. die Schaltplaene vom Mesa Boogie Rectifier.
Gruss
SnailOS:
Hallo carlitz!
Du schlägst also ein Fixed Bias für den CF im Loop vor. Das ist natürlich eine Möglichkeit. Ich habe mich zunächst bewusst für den Cathode Bias entschieden, weil dieser als mehr selbst-justierend beschrieben wird (bei Blencowe). Erfahrungen habe ich weder mit der einen noch der anderen Variante. Gibt es besondere Gründe, die für ein Fixed Bias sprechen?
Wenn ich den Spannungsteiler tatsächlich mit 2 mal 2M2 mache, komme ich ja auf 1/2 HT, das erscheint mir doch sehr hoch, würde dann die Cathode nicht in ähnliche Regionen gezogen werden? Wenn ich mich nicht ganz verrechnet habe wären das rd. 160V (genau 162,5... ;) ) und bei 33k Rk ca 4,8 mA, mit einer Gitterspannung von ca -1,5V. Ich habe aber -2,5V geplant, um mehr Headroom zu haben, wobei der beim CF ja nicht so eng ist, die Cathode folgt ja dem Gitter.
Fazit, wenn mit Fixed Bias würde ich doch eher die 100V anpeilen, also einen Spannungsteiler 2M2 / 1M. Korrekt?
Gruß, Timo
carlitz:
Ja klar, das geht auch.
Mir ging es um die generelle Nutzung dieses Bias.
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