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6V6 Standalone Poweramp

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Mentalo:
Man liest häufig von Problemen mit der Endstufe und das Design und die Auslegung hat sicherlich einige Schwächen, aber zumindest ich habe den Eindruck dass sie deutlich besser ist als ihr Ruf. Mit fast 20 Jahren Einsatz hatte ich bei 4h Proben pro Woche am Stück und ein paar Gigs noch nie Probleme. Meistens gehts was Schief wenn die Leute daran Rumbasteln. Vom Entfern des Deckels oder Lüftungsschlitzen rate ich ab, da der Lüfter von der Vorderseite über die Röhren saugt und hinten links Ausbläst. Mit offenem Deckel geht quasi keine Luft mehr über die Röhren weil der Luftweg dann einen Kurzschluss hat.

Stahlröhre:
Neben der Hitzeabfuhr werden die Trafos einer der limitierenden Faktoren sein.
Der im Plan angegebene Aü ist für eine HE zu groß.

Bei dem Eingangssignal wäre zu klären, ob es sich um ein Pedal oder Linelevel handelt.

Eine Resonance Schaltung wirkt auf zwei Arten: Zum einen wird durch die frequenzabhängige Gegenkopplung die Vestärkung im Bassbereich erhöht, zum anderen steigt der Innenwiderstand des Verstärkers im Bassbereich stark an.

Bei einer typischen Pentodenendstufe verhält sich diese dann praktisch mehr wie eine konstant Stromquelle, statt einer konstant Spannungsquelle.

In Kombination mit dem typischen Impedanzverlauf eines Lautsprecher, ergibt sich eine Leistungsmaximierung um die Resonanzfrequenz des Lautsprechers herum.

Am einfachsten lässt sich eine derartige Schaltung durch das Einfügen eines Kondensator in die GK Schleife erreichen. Wenn man dem Kondensatoren dann noch ein Poti parallel schaltet kann man die Stärke variieren.

Alternativ kann man parallel zum Presencepoti einen RLC Saugkreis schalten. Vorteil dieser Schaltung ist, dass sie punktueller wirkt und die Tiefmitten nicht so sehr beeinflusst. Jedoch muss der Saugkreis dann auch etwa auf die Resonanzfrequenz der verwendeten Box abgestimmt werden. Nachteil ist außerdem, dass man eine Spule benötigt die nicht immer leicht zu beschaffen ist. Statt einer Spule kann man auch einen Gyrator nehmen um die Induktivität nachzubilden.

Mentalo:

--- Zitat von: Stahlröhre am  4.08.2023 23:51 ---Hallo, in deinem Link sind mehrere Projekte aufgeführt, ich gehe davon aus, dass du den 20W PP Verstärker meinst.
Erste Frage wäre, mit was für einem Signalpegel du die Endstufe anfahren willst. Je nach Signalstärke und Gegenkopplungsgrad brauchst du noch eine Stufe vor dem Master (z.B. eine ECC82).
Ich würde aufjedenfall auch noch eine Art Resonance schaltung verbauen, denn gerade zu Hause, oder bei geringer Lautstärke kann man so wunderbar etwas den Sound "andicken".
Die Marshall 20/20 hat eine derartige Schaltung ja auch verbaut.

Was ich ändern würde ist der Spannungsteiler für das Hochlegen der Heizung. Aktuell läge die Heizung auf rund 72V, ich würde eher 30-40V anstreben. Wohlmöglich kann man auch komplett auf das Hochlegen verzichten. Die Anoden und Schirmgitter Spannungen für die 6V6 sind auch schon grenzwertig. Laut dem Plan sollen am AÜ grün und schwarz/gelb zusammen gebrückt werden, was zumindest laut Zeichnung einen Teil der Wicklung kurzschließen würde. Ich denke nicht, dass dies so korrekt ist.

Mit der Wahl das ganze in eine einzelne HE reinzuquetschen tust du dir meiner Meinung nach keinen Gefallen: Eine HE ist etwa 44mm hoch, dann kommst du im Gehäuse vielleicht auf maximal 40mm verfügbare Bauhöhe. Der Durchmesser der 6V6 beträgt aber schon 30mm, dann hast du auf jeder Seite also noch etwa 5mm Luft bis zum Blech. Ich würde hier lieber ein Gehäuse mit zwei HE nehmen um mehr Platz zu bekommen. Auch werden die meisten standard Trafos nicht in eine HE passen.

--- Ende Zitat ---

Noch eine Frage zur Heizung: mit den 72V wäre die Auslegung doch noch voll in den Spezifiaktionen, warum würdest du so weit runtergehen?

Stahlröhre:
Weil die maximale Ufk für die 6V6 meist mit 100V aber teils auch mit nur 50V angegeben wird. Ich würde halt eher eine Spannung wählen, die sogesehen für beide Röhren "in der Mitte" liegt.

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