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Pläne für JTM145 Klon mit MV & Präsenz hinzugefügt und neuem Output Transformer

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Helmholtz:
Ok, laut Datenblatt hat der AÜ eine Primärimpedanz (Raa oder Zaa) von 12,8kOhm.
(250 Ohm ist nur der DC-Widerstand).
Für 8W braucht man eine Signalspannung von 320Veff an der vollen Primärwicklung.
Diese Spannung muss der Trafo also mindestens vertragen.
Hat aber nichts mit der DC-Versorgungsspannung zu tun. Die sieht der Trafo nämlich gar nicht.

TrinidadMoruga:
Je länger ich mir die Schaltpläne ansehe, desto mehr frage ich mich, warum der C19-Kondensator die hohe positive Spannung mit einem relativ kleinen Kondensator an die Kathode anschließt? Außerdem frage ich mich, warum in der ersten Verstärker Stufe so viele elektronische Elemente zum Eingang, zum Kathodenwiderstand und beim Koppelkondensator hinzugefügt wurden. Kann mir jemand erklären, warum sich der jtm145 Schaltungsdesigner dafür entschieden hat, diese zusätzlichen elektronischen Elemente hinzuzufügen?

Stahlröhre:
Hallo, der C19 schließt die Röhre für hohe Frequenzen praktisch zunehmend kurz. Dadurch bekommst du immer weniger Verstärkung in diesem Frequenzbereich, wodurch der Verstärker höhenärmer und bei Übersteuerung weniger fizzelig klingt. Aufgrund der eher kleinen Kapazität ist der Effekt jedoch klanglich nicht so stark ausgeprägt. Zusätzlich dient dies auch als vorbeugender Schutz gegen ungewolltes hochfrequentes Schwingen. In vielen Verstärkern wird der Kondensator statt von der Anode zur Kathode parallel zum Anodenwiderstand geschaltet, der erzielte Effekt ist jedoch der gleiche.

R31 erzeugt die negative Gittervorspannung der Stufe und sorgt somit für den gewünschten Arbeitspunkt. C24 schließt R31 für Wechselspannungen kurz und verhindert eine Stromgegenkopplung die R31 bei fehlenden Bypass sonst erzugen würde. Dadurch wird die Verstärkung erhöht und die Ausgangsimpedanz verringert. Dies alles passiert jedoch frequenzabhängig, für immer tiefere Signale bildet C24 zunehmend einen merklichen Widerstand, wodurch der Effekt immer schwächer wird und die Verstärkung wieder abfällt.

Für C25 gilt im prinzip das Gleiche. Da er mit 220µF deutlich größer ist als C24 stellt er auch für sehr tieffrequente Wechselspannungen kaum einen nennenswerten Widerstand da. Dem wird jedoch durch R33 wieder stark entgegen gewirkt, da er mit C25 in Reihe liegt. R33 verhindert somit, dass C25 praktisch über das gesamte Audiospektrum einen Bypass bilden kann. Das Ergebnis dieser Kathodenbeschaltung ist letztendlich ein Shelf-Filter, der die Tiefen abschwächt. Bei verzerrten Sounds wird so einem untighten matschigen Sound entgegen gewirkt.


C18 ist der Koppelkondensator und dient dazu die Gleichspannung, die an der Anode von V1a von der folgenden Schaltung fernzuhalten. C21 ist 10x kleiner als C18 und bildet mit R32 und dem 1M Poti einen Hochpass, der die Bässe reduziert (C18 bildet auch einen Hochpass, dessen Grenzfrequenz aber im einstelligen Hz Bereich liegt).

Der Hintergedanke der Entwickler war sicherlich in etwa das verhalten eines JTM45 mit zusammengebrückten Kanälen nachzuahmen.

TrinidadMoruga:
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung! Das klingt alles sehr plausibel!

TrinidadMoruga:
Vor dem Grid von V1A sind auch viel mehr elektronische Elemente als sonst bei Verstärkern üblich. Kannst du erklären wofür die genutzt werden? Ich würde vermuten dass diese elektronischen Bauteile auch einen Hochpass bilden und somit Frequenzen rausfiltern, die nicht erst verstärkt werden müssen. Gleichzeitig frage ich mich aber auch, ob so viele Bauteile nicht auch das sehr schwache Signal der Gitarre noch mehr abschwächt?

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