Hallo
Ich habe jetzt nur mal die ECC83 mit der ECC813 verglichen.
http://www.techtubevalves.com/valves/e813cc_datasheet.pdfsie hat mit Sicherheit Klangeinfluss, du darfst dich garantiert auf einen recht höhlenreichen Ton freuen. Man betrachte das Datenblatt und die Eingangskapazitäten. Die hohen Kapazitäten d r ECC83 waren aber mal mit Bedacht gewählt worden. Weswegen auch extra die kapazitätsärmere ECC81 und ECC85 konstruiert wurde. Die 83 war von Anfang an als NF-Kleinsignalverstärker geplant. Durch ihr hohes mu kann sie aber durch Schaltkapazitäten im Verstärker zu Barkhausenschwingungen angeregt werden. Davon können viele hier ein Lied pfeifen. Die hohe Eingangskapazität und der starke Millereffekt wirken unterdrückend auf diese Schwingungen. Das macht die ECC83 zu einer wenige gut geeigneten Röhren für HF und insbesondere UKW.
Zu hohen Spannungen und kleinen Strömen hin nimmt die Steilheit der 813 sehr viel stärker ab, als bei der ECC83. D.h. die Steilheit ist über den Arbeitsbereich bei der 813 nicht so konstant wie bei der originalen ECC83. Das wird sich in einem größeren Anteil geradzahlig harmonischen Klirrs bei großen Aussteuerungen und bei relativ großen Werten für Rk äußern. Der Konstruktionstechnische Grund für dieses Verhalten könnte eine größere Inselbildung bedingt durch den kleinen Abstand zwischen Gitter und Kathode sein. Man nennt das auch Durchgriffsverzerrungen.
http://www.springerlink.com/content/p236627g5613626h/Ich würde die Röhre Hifiisten darum nicht empfehlen, wenigstens denjenigen nicht, denen an kleinen Klirrfaktoren gelegen ist. Bei Gitarrenverstärkern, die andere Optimierungskriterien haben, mag das anders sein.
Was mich an der Röhre aber sehr skeptisch macht ist der mechanische Aufbau des Systems. Positiv ist die Kürze des Systems, die gegen Mikrofonie spricht. Wennn, ja wenn die Röhre wie üblich aufgebaut wäre. Man sieht deutlich, dass nur oben eine Glimmerscheibe zum Einsatz kommt und der untere Teil des System praktisch frei auf den Anschlussdrähtchen steht. Damit kann es sich bei Vibration in der Röhre bewegen. Ich vermute die Röhre könnte recht mikrofonisch sein.
Ein ganz ähnliches Konzept verfolgt übrigens die russische 6N2P, die ebenfalls die ECC83 elektrisch ersetzen kann. Die Leute bei Blackburn haben die Idee nicht erfunden. Die 6N2P auch kein sehr kurzes und ebenfalls Kastenförmiges System. Dort hat man aus gutem Grund zwei Glimmerscheiben eingesetzt. das Problem mit der Inselbildung umgeht man mit einem sehr eng gewickelten Gitter, dass die Raumladung um die Kathode herum konstanter hält. Gleichzeitig gewinnt man dadurch etwas mehr mu und Steilheit.
Viele Grüße
Martin