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Technik => Tech-Talk Design & Konzepte => Thema gestartet von: karsten21 am 28.12.2009 23:38

Titel: Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: karsten21 am 28.12.2009 23:38
Moin Moin!

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist ja eigentlich DIE Zeit um die 42 anstehenden Projekte zu Ende zu führen oder??  :bier:
Daher nun auch schon wieder eine Frage von mir ( sorry... )

Ich möchte gern einen Ton-Stack ( Fender Style ) um einen parametrischen mitten Einsteller ( nich Regler :-) ) "erweitern".  Ich ahne, dass der Ton-Stack dann hinfällig wird; Trotzdem würde mich brennend interessieren wie das mit Röhren grundsätzlich gelöst wird.
In der Siliziumwelt nimmt man zwei OP's, einer mimt die Spule, der andere verstärkt die Summe. Dafür gibt's beispiele genug..

Hat einer von euch vielleicht ein Link zu entsprechenden Schaltbildern/Beispielen oder gar Literatur???

Beste Grüße
Karsten
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: _peter am 29.12.2009 00:23
Hallo,

eine einfache Lösung: Den Slope-Widerstand regelbar machen, z.B. 10K fest und dann ein 50K-Poti in Reihe.
Allerdings musst du dann einen extra Kondensator vor das Tonestack schalten, um die Gleichspannung vom
Poti fern zu halten.

Gruß, Peter

Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: Fandango am 29.12.2009 01:35
Auch Moin,
ich hätte da eine Schaltung mit zwei ECC83.
Der Poti mit 500k verändert die Frequenz und der mit 10k ist für Anhebung oder Absenkung.
Aber je höher die Frequenz desto schlechter wird die Güte, d.h. dass Du die Höhen auf- oder zudrehen musst.
Die frequenzbestimmenden Bauteile sind die beiden 2.2n an der unteren Röhre, da kannst Du etwas experimentieren.
Wenn Du einen 1m Poti unten einsetzt geht die Frequenz noch tiefer.
Du brauchst dazu 150V + und 150V-, verwechsele das nicht mit Masse. Für die neg. Spannung reicht ein kleiner Trafo den man einfach an die Heizung klemmt, z.B. 12/230V. Das sind keine 10 mA.
Du kannst den unteren Teil auch zwei- oder drei Mal bauen mit anderen Kondensatoren, da musst Du nur dem 10K Poti jeweils noch ein weiteres parallelschalten.
(http://img17.imageshack.us/img17/7076/parametrischereq.th.gif) (http://img17.imageshack.us/i/parametrischereq.gif/)

Und hier die LTSpice-Datei: http://www.dateiupload.com/files/ZYhIEto7M2.asc (http://www.dateiupload.com/files/ZYhIEto7M2.asc)

Literatur? Schau einfach mal nach "Gyrator", denn das ist der untere Teil.

Viel Spass beim Basteln.
Georg
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: carlitz am 29.12.2009 11:24
Hallo,

schau Dir mal die Schaltung des Fender Super Twin an. Der hat eine Röhrenbetriebene Equalizersektion....
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: Fandango am 29.12.2009 11:30
Hallo,

schau Dir mal die Schaltung des Fender Super Twin an. Der hat eine Röhrenbetriebene Equalizersektion....
Hallo carlitz,
das ist aber etwas anderes als ein parametrischer EQ.
Es geht ja um das stufenlos Einstellen der Resonanzfrequenz.
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: earnst am 30.12.2009 12:29
Hallo,

ich hab die Para-EQ Schaltung mal mit den angegebenen Bauteilwerten simuliert (mit Duncan's 12AX7A Modell):

Ganz schön viel Aufwand (4 Triodensysteme, duale Spannungsversorgung) für ein bescheidenes Ergebnis:

Resonanzfrequenz liegt zwischen 100 und 500 Hz. Seltsam, eine Dekade tiefer, als auf dem Schaltplan angegeben. Eine Korrektur des frequenzbestimmenden C oder der Gyratorwerte (= L) brachte zwar eine Frequenzerhöhung, aber mit kathastrophalen Glockenkurven...
Bei diesem Röhrenaufwand könnte die Einfügedämpfung "vor und hinter der Glocke" ruhig 0 dB sein, sie liegt aber "unterhalb" bei ca. -3 dB und "oberhalb" - stark Fres-abhängig - bei -2 ... -9 dB.

Anhebung/Absenkung der Glocke liegt bei ±5...6 dB - auch nicht gerade viel.

Normalerweise belege ich meine Aussagen, aber das ist mir zuviel Aufwand im Verhältnis zum Ergebnis... :'(

mfg ernst
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: Kpt.Maritim am 30.12.2009 13:07
Hallo

nimm unten mal eine steile Pentode wie das System der ECF82 oder ECF80, dann sollte es schon etwas besser aussehen.

Viele Grüße
Martin

Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: Fandango am 30.12.2009 15:03

Ganz schön viel Aufwand für ein bescheidenes Ergebnis...

Resonanzfrequenz liegt zwischen 100 und 500 Hz.
Hallo Ernst,
im Gegenteil, eigentlich schon fast ein Wunder dass das überhaupt funktioniert!
Wenn Du mal den Verstärkungsfaktor von einem OP und dieser Röhre miteinander vergleichst...

Kann es sein dass Du bei der Simulation 22n statt 2.2n eingetragen hast?
Da bekomme ich dieses Ergebnis auch heraus.
Oder diese Simulationsprogramme unterscheiden sich dann doch etwas...

Ich werde diese Schaltung unbedingt einmal ausprobieren, mal sehen ob und was man damit anfangen kann.


Gruß,
Georg
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: earnst am 30.12.2009 15:56
Hallo,

hast recht Georg, ich hab mich beim Nullen-Zählen der angloamerikanischen Kapazitätsbezeichnungen (mal wieder) verzählt. Mit jweils 2,2 nF stimmts genau: 1... 5 kHz.
Hab zur Kompensation dann doch mal den simulierten Frequenzgang dokumentiert.

@ Käpt'n Martin: Klar gibts bessere Gyratorschaltungen, ich wollte aber genau die veröffentlichte Schaltung simulieren...

mfg ernst
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: torus am 30.12.2009 17:32
Hm. Und die Schaltung bringt nur so um die 12db.. viel ist das ja nicht..

 
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: Ingo_G am 30.12.2009 17:39
Hallo

habe mal die Beschreibung sowie den Schaltplan des Studio EQ von Klein und Hummel angehängt. Mehr als +/. 12 dB sollte man dennoch nicht von Röhrengeräten erwarten. Den Aufwand, den man betreiben muss, ist enorm, wenn man anständige Signale haben möchte. Wie bereits erwähnt sind ECC83 aufgrund ihres hohen Innenwiderstandes eine sehr schlechte Alternative.

http://www.ig-transformatoren.com/KH_UE100_equalizer.pdf (http://www.ig-transformatoren.com/KH_UE100_equalizer.pdf)

Ein guten Rutsch ins Jahr 2010

Gruß
Ingo

Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: cca88 am 30.12.2009 21:34
Hallo

habe mal die Beschreibung sowie den Schaltplan des Studio EQ von Klein und Hummel angehängt. Mehr als +/. 12 dB sollte man dennoch nicht von Röhrengeräten erwarten. Den Aufwand, den man betreiben muss, ist enorm, wenn man anständige Signale haben möchte. Wie bereits erwähnt sind ECC83 aufgrund ihres hohen Innenwiderstandes eine sehr schlechte Alternative.

http://www.ig-transformatoren.com/KH_UE100_equalizer.pdf (http://www.ig-transformatoren.com/KH_UE100_equalizer.pdf)

Ein guten Rutsch ins Jahr 2010

Gruß
Ingo





Hi Ingo,

WOWW

der Aufwand ist in der Tat immens. Die Jungs von K+H hatten es wirklich drauf.

Ich hatte kürzilch einen VS56/60 auf dem Tisch und ich war von der kleinen Kiste mehr als begeistert. Sowohl was die Verarbeitung, als auch was den Klang betrifft.

Wie klingt den der Entzerrer?

Grüße

Jochen
Titel: Re:Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: Ingo_G am 1.01.2010 11:17
Hallo

ich habe mal zwei Stück vor vier Jahren in einem Englischen Tonstudio gehört. Um es auf den Punkt zu bringen, sie klingen nicht neutral aber saugeil ;D

Gruß
Ingo
Titel: Re: Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: rotekroete2008 am 24.09.2015 12:18
Hey Jungs,
bin auf der suche nach einem Schaltplan für nen Parametrischen EQ auf euer Forum gestoßen. Würde mich arg interessieren, den Schaltplan von Klein & Hummel mal anzuschauen. Leider ist der Link nicht mehr aktiv! Hat den noch jemand rumfliegen und könnte ihn mir hochladen / schicken?  :topjob:
Titel: Re: Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: Athlord am 24.09.2015 15:06
Hallo Unbekannter No. 23.09.2015 alias rotekroete2008,
ein kleine Vorstellung Deinerseits kann Wunder wirken!
Insbesondere der Anzahl an Antworten könnte das durchaus zuträglich sein.
Warum sollte man jemanden helfen, der hier mal eben so mit der Tür ins Haus fällt?
Gruss
Jürgen
Titel: Re: Parametrischer EQ mit röhren??
Beitrag von: sev am 24.09.2015 16:09
...und manchmal Hilft auch Onkel Google:  ;)
https://www.google.de/#q=KH_UE100_equalizer.pdf
 :bier:
Grüße
Stefan