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Technik => Tech-Talk Einsteiger => Thema gestartet von: mredge am 27.02.2011 22:47

Titel: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 27.02.2011 22:47
Hallo,

das Röhrenfieber hat mich jetzt (wieder) gepackt. Vor ca. 15 Jahren habe ich mal einen Anlauf mit einem Git-Amp unternommen und mich juckt es nun wieder in den Fingern. Allerdings bin ich extrem unschlüssig, was den Typ meines Amp betrifft. Das Netz gibt ja einiges her und als Anfänger ich verliere mich eher in den vielen Berichten und Umsetzungsmöglichkeiten, als dass ich zu einer Entscheidung finde. Daher poste ich hier - vielleicht kann mir jemand ein paar gute Tips geben?

Der Amp soll bei uns im Wohnzimmer laufen. Dort stehen auch ein paar 2-Wege Boxen älteren Datums: ASW Cantius ML2 MK2 (2-Wege, 89dB, Regalboxen). Wir haben Kinder im Haushalt, also wird der Amp Gehäusemäßig dementsprechend geschützt. Die bevorzugte Musik in unserem Haushalt ist: Jazz, Funk, Fusion, Rock und etwas Klassik.

Nun fangen die Probleme an: Ich habe keinen Ahnung, in welcher Leistungsklasse der zukünftige Amp spielen soll/muss. Im Netz findet man ja viel über glückliche Leute mit Eintaktendstufen <10W, wobei nicht ganz ersichtlich ist, ob z.B. eine KT88SE mit meinen Boxen anständig Power liefert. Also EL84PP oder EL34PP (evtl. ClassA) oder KT88SE oder?

Meine Wunschvorstellungen für den Amp wären folgende technischen Aspekte:
Vorderseite:
- Ein/Aus-Schalter
- Source-Schalter mit LED
- Volume (Ein Regler für L/R) mit LED
- Power-on LED
- Kopfhörerausgang

Rückseite:
- Cinch-in L/R für CD
- Cinch-in L/R für PC
- Digital-Eingang für PC (evtl. einen Bausatz DA-Wandler integrieren?)
- Boxenanschluss L/R
- Schalter für Boxenimpedanz (hinten), 4 und 8 Ohm

Funktionen:
- Einschaltverzögerung für Anodenspannung
- Geschlossenes Gehäuse, Berührungsschutz
- Wenn möglich kein Lüfter
- Lautsprecher werden abgeschaltet, wenn ein Kopfhörer eingesteckt wird

Ansonsten soll der Amp gut bis sehr gut klingen, es sollen also nicht die billigsten Bauteile sein... Das Ganze stehe eher unter dem Stern, meinen jetzigen Amp abzulösen und den Sound zu verbessern, als ein reines Bastelprojekt zu sein.

Also, es wäre super, wenn jemand von Euch ein paar Empfehlungen/Ratschläge und evtl. einen guten Schaltplan hätte.

Viele Grüße und Danke,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: Ron55555 am 28.02.2011 08:06
Hallo Jörg,

erst mal wilkommen hier im Forum, du hast konkrete Vorstellungen was schon mal sehr gut ist,
ich bin zwar im Hifi noch weniger bewandelt, finde deine Vorstellung jedoch durchaus interessant,
und könnte mir vorstellen auch sowas zu bauen, wobei ich die KT88SE Endstufe interessanter finde
als die EL84 PP, langen tut das alle male fürs Wohnzimmer, mit Kindern wird maximal Sylvester etwas auf gedreht  ;D

Gruß Ronald
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: dknia am 28.02.2011 10:20
Hallo Jörg,

schau dir mal mein KT 88 Projekt an http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,11158.0.html ein Großteil deiner Vorstellungen ist hier erfüllt.

bis denn

Herbert
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: mredge am 2.03.2011 00:12
Hallo,

Vielen Dank für die Willkommensgrüße! Den Thread habe ich mir durchgelesen, danke. Ich werde mir das die Tage durch den kopf gehen lassen. Es ist ja sicher nicht das Schlechteste, sich als Anfänger auf ein bekanntes Projekt zu stützen...

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: Ron55555 am 2.03.2011 07:55
Hallo Herbert,

ich hab den Michael mal ne Mail geschrieben bezüglich der Unterlagen zu diesem Amp,
mal sehen ob er sich meldet, Danke für den Tip, deiner ist sehr schön geworden


Gruß Ronald
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: mredge am 4.03.2011 21:00
Hallo,

danke für die Thread-Empfehlung. Der Amp ist ja attraktiv einfach aufgebaut. Einziges Manko scheint die evtl. nicht ausreichende Vorverstärkung zu sein. Könnte man dem nicht abhelfen, in dem man statt einer halben ECC83 eine ECC81-Stufe vorschaltet? Die 81er hat ja eine höhere Steilheit, könnte man damit nicht die KT88 besser aussteuern?

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: mredge am 7.03.2011 08:33
Hallo,

Es ist vollbracht ... Na ja zumindest mal der erste Schritt, denn gestern habe ich die noch fehlenden Bauteile bestellt und mit dem Bestückungsplan begonnen. Ich werde den Amp ohne Platine dafür mit Lötleisten aufbauen.

Viele Grüße,
 Jörg

 
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: mredge am 9.03.2011 23:36
Hallo,

es gibt erste Fortschritte: Hier der Schaltplan und der Bestückungsplan (von unten gesehen). Ich würde mich über Feedback, Verbesserungsvorschläge, etc freuen!

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: Athlord am 10.03.2011 06:29
Moin,
die Heizzuleitung für die Vorstufenröhren würde ich von den Endstufenröhren auf der linken Seite weiterführen.
Damit ersparst Du Dir den weiten Weg quer durch das Chassis.
Gruss
Jürgen
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: mredge am 13.03.2011 12:24
Hallo,

ich habe mir den Aufbau noch mal überlegt und plane momentan wie unten stehend. Zwei Fragen dazu:
1.) Wie führe ich die Masse bei der ummantelten NF-Zuleitung? Auf den Massepunkt verbinden und am Eingang der Chinchbuchsen (isoliert vom Gehäuse)? Dann wäre die Ummantelung der NF-Kabel (in der Zeichnung blau) auf beiden Seiten an Masse gelegt (Eine Seite im Amp, die andere im zuspielenden CD-Player). Oder soll ich die Zuleitung an einem Ende nicht verbinden, dann eine separate Masseverbindung an den Massepunkt legen?
2.) Das Chassis wir oben rechts an PE gelegt, muss dann noch ein extra Kabel von diesem Punkt an den zentralen Massepunkt gelegt werden? Momentan ist der zentrale Massepunkt auch an das Chassis gelegt. Oder den Massepunkt vom Chassis trennen und per (eingezeichneter) Verbindung an PE und Chassis legen?
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: mredge am 9.04.2011 21:55
Hallo,

ich habe das Netzteil nun verdrahtet und dieses ohne Verbaucher angeschlossen, so, wie im folgenden Schaltplan. Die Gleichspannung 280V und 320V stimmen in etwa, allerdings habe ich an den selben Messpunkten sehr hohe Wechselspannung von 500-600V. Weiß jemand, woher die kommen könnten? Ich vermute einen Messfehler (oder fehlendes Verständnis), da der Trafo selber ja nur 250V Wechselspannung liefert. Nach einer ersten Prüfung konnte ich auch keine Verdrahtungsfehler feststellen.
Ich benutze ein älteres Digitalmultimeter.

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: SvR am 10.04.2011 10:26
Salü,
Die Gleichspannung 280V und 320V stimmen in etwa, allerdings habe ich an den selben Messpunkten sehr hohe Wechselspannung von 500-600V.
An den Stellen sollte außer der Restwelligkeit (die wäre aber um einige Zehnerpotenzen niedriger als 600V) keine Wechselspannungen zumessen sein. Hast du einfach dein Multimeter auf AC geschaltet und dann gemessen? Wenn ja, würde ich auf einen Messfehler tippen. Ich vermute das Multimeter kommt nicht damit klar, wenn die Wechselspannung mit einer Gleichspannung überlagert ist.
Ansonsten könnte auch HF-Schwingungen so was verursachen. Das kann man aber bei dir denke ich ausschließen, da du noch keinen Röhren in der Schaltung hattest.
mfg sven
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker?
Beitrag von: mredge am 16.04.2011 22:04
Hallo,

ich konnte an meinem Amp weitermachen. Also die wundersame Wechselspannung kommt vom Messegerät, nicht vom Gerät. Ich habe separat einen anderen Brückengleichrichter gebaut und siehe da: Dieselbe Anzeige auf dem Multimeter, es kommt also nicht mit dem Wechselspannungsanteil klar.

Danach habe ich den Amp soweit fertig verkabelt. Allerdings habe ich auf beiden Kanälen nun ein starkes Brummen deutlich über 50Hz. Das 50Hz-Brummen konnte ich mittels Drehen des Netztrafos minimieren. Momentan ist es nicht hörbar, aber vielleicht wird es vom höheren Brummen überdeckt. Das jetzt noch vorhandene Brummen ist nicht vom Eingangspegel abhängig und reduziert sich (aber noch immer sehr deutlich hörbar), wenn man die Vorstufenröhre aus dem Amp entfernt. Morgen forsche ich mal weiter, ich tippe auf ein Masseproblem. Falls jemand von Euch einen Tipp hat, nur her damit!

Nachtrag: Die Masseführung eines Kanals habe ich jetzt über eine Masseschiene realisiert, leider ohne hörbare Verbesserung des Brummens. Die Schaltung habe ich ebenfalls noch mal kontrolliert. Heute Abend will ich ein anderes Netzteil zu Testzwecken aufbauen, vielleicht hilft das weiter...
Falls jemand von Euch eine Idee hat, bitte melden - mir gehen langsam die Ideen aus...

Viele Grüße,
 Jörg

Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Stone am 18.04.2011 11:49
Hallo Jörg

Wenn es deutlich über 50 bzw 60 Hz liegt, kann es durch ein unzureichend geglättete oder gesiebte Spannung entstehen; nach der Gleichrichtung hast Du ja je nach Gleichrichter einen hinsichtlich der Frequenz höheren Ripple.

Dann kommen kalte Lötstellen in Frage.

Masseschienen sind auch nicht gerade optimal - Grundprinzip, was man hier im Forum auch an mehreren Stellen diskutiert findet, ist, die Masse immer in kleinen Sternen und dann zum zentralen Massepunkt zu führen; Bsp: die Katode 1 und 2 der ersten Röhre zusammen an einen Massepunkt zusammen mit den Massen des Eingangs / der Eingänge und dann zum zentralen Massepunkt.

Mehr fällt mir aktuell nicht ein.

Gruß, Stone
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 18.04.2011 19:37
Wenn es deutlich über 50 bzw 60 Hz liegt, kann es durch ein unzureichend geglättete oder gesiebte Spannung entstehen; nach der Gleichrichtung hast Du ja je nach Gleichrichter einen hinsichtlich der Frequenz höheren Ripple.
Doppelt so hoch, das könnte hinkommen, ich habe es noch nicht aufgenommen und analysiert.

Mehr fällt mir aktuell nicht ein.

Mir mittlerweile auch nicht mehr  :-[
Ich habe heute ein alternatives Netzteil (selber Trafo, aber andere, klassische Schaltung) ausprobiert. Dasselbe Problem. Könnte es am überdimensionierten NT liegen, dort habe ich mehrere Wicklungen, die ich nicht nutze: Eine zusätzliche Heizwicklung, einmal 280V und einmal 50V. Ich habe diese Anschlüsse einfach leer gelassen und nur das verwendet, was ich für den Amp brauche (Einmal 245V und einmal 6,3V)?

Gruß,
Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: es345 (†) am 18.04.2011 20:17
Hallo Jörg,

bitte mach ein paar Fotos, dann läßt sich besser helfen

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 18.04.2011 22:45
Hallo,

anbei ein paar Eindrücke vom Projekt. Es sieht nach einiger Bastelei recht chaotisch aus...
- Also, ich habe ein zweites Netzteil probiert (Im Bild rechts unten), hat aber nicht funktioniert, das Brummen bleibt. Im Bild ist die Heizung von Netzteil 1 versorgt, Netzteil 2 ist für die Hochspannung angeschlossen.
- Gegenkopplung hatte ich auch schon eingebaut, bringt (erwartungsgemäß) keine Verbesserung beim Brummen.
- Den zweiten Kanal habe ich zu Testzwecken auf eine Masseschiene umgebaut, auch keine Verbesserung / Änderung.

Angeschlossen hatte ich einen iPod zu Testzwecken.

Zum Netztrafo: Der NT von Michael Dieckmann (ursprünglicher Bauplan) ist auf Sekundärseite wie folgt:
230...250V, 400mA (für Anodenspannungen)
6,3V, 6,0A (für Heizungen)

Mein Trafo ist leicht anders ausgeführt:
245V, 420mA (für Anodenspannungen)
280V, 50mA (ungenutzt)
25V, 50mA (ungenutzt)
6,3V, 2,0A (ungenutzt)
6,3V, 7,5A (für Heizung)

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 18.04.2011 22:49
Hi,

hier noch der Brum und ein paar Nahaufnahmen.
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: es345 (†) am 18.04.2011 23:19
Hallo Jörg,

die Bilder helfen. Wo soll ich anfangen?

- bei diesem Probeaufbau hast du keine definierten Verhältnisse, da Du kein Chassis hast
- ein Probeaufbau dieser Art wird in der Regel Störungen haben
- die Störungen, die du hörst sind Oberwellen der gleichgerichteten 50Hz. Ein nicht ausgelasteter Netztrafo ist kein  Problem
- es hat keinen Sinn, hier etwas zu verbessern zu wollen

Mein dringender Rat:

Laß diesem Probeaufbau, er ist meinens Erachtens lebensgefährlich. Du hast nach eigenem Bekunden wenig Erfahrung. Hast Du jemanden mit soliden Erfahrungen in Deinem Bekanntenkreis, der Dich bei dem Projekt begleiten kann?   
Lies Dir Bücher über den Röhrenverstärkerbau durch, um Grundsatzfehler zu vermeiden, z.B. durch sternförmige Masseverdrahtung. Bau das Ganze auf einem Chassis auf, Schritt für Schritt. Stelle den jeweiligen Schritt ins Forum, Du wirst konstruktiven Feedback bekommen.

Dies soll Dich nicht demotivieren, sondern den Weg zum Erfolg aufzeigen.

Gruß Hans- Georg

Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: TubeNewbie am 19.04.2011 14:28
Hallo,

solche Probeaufbauten hatte ich bei meinen Amps auch gemacht und funktionierte!
Natürlich fängt man sich leichter Störungen ein, aber man will ja wissen obs passt bevor man es ins Gehäuse verfrachtet.
Einen ähnlichen Amp wie der von Jörg hatte ich Stereo auf 2 Holzbretten genagelt und hörte sich besser an wie der müllige und ach so tolle Chinacord-Müll.
Also solche Aufbauten nicht verteufeln, man muß nur wissen was man macht!

gruß Michael
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: dknia am 19.04.2011 15:01
Hallo Jörg,


da du ja den Verstärker von Michael Dieckmann 1:1 übernommen hast, macht ein Probeaufbau eigentlich keinen Sinn mehr.  Somit wäre es das Beste du nimmst sein Platinenlayout und baust den Verstärker so auf, dann hast du ein bewährtes Konzept bei dem fast nichts schief gehen kann
Deine zusätzlichen Wünsche zur Ausstattung des Amps kannst dann immer noch hinzufügen.

bis denn

Herbert
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Ron55555 am 19.04.2011 16:01
Hallo Jörg,


da du ja den Verstärker von Michael Dieckmann 1:1 übernommen hast, macht ein Probeaufbau eigentlich keinen Sinn mehr.  Somit wäre es das Beste du nimmst sein Platinenlayout und baust den Verstärker so auf, dann hast du ein bewährtes Konzept bei dem fast nichts schief gehen kann
Deine zusätzlichen Wünsche zur Ausstattung des Amps kannst dann immer noch hinzufügen.

bis denn

Herbert


stimmt sehe ich auch so, zumal Michael ja auch die Target Datei weiter gibt um eigene Wünsche zu implantieren,
das mit dem Tonerbügerverfahren geht echt super, hab mir testweise mal nen PCB gebügelt  ;)

Gruß Ronald
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 21.04.2011 10:06
Hallo,

Vielen Dank für Euere Anregungen. Momentan habe ich wenig Zeit für den Amp, daher kann ich inhaltlich nichts neues einbringen. Der Testaufbau diente natürlich schon dazu, die Anordnung der Bauelemente zu prüfen (und sicherlich auch zur Selbstschulung). Das hatte also schon seinen Sinn. Mit der Platinenidee tue ich mich -ehrlich gesagt- schwer, denn ich wollte den Amp. schon selber aufbauen und nicht "nur" bestücken. Außerdem will ich mir die Möglichkeit nicht verbauen, an der Schaltung noch etwas zu ändern, was mit der Platine dann nur sehr eingeschränkt möglich ist. Dann kommt noch das Thema mit der Chemie hinzu.
Sobald etwas mehr Zeit ist, werde ich noch mal in mich gehen und Eure Antworten auch mal richtig überdenken.

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 28.04.2011 21:55
Hallo,

auch nach längerem Suchen und nach Euren Kommentaren, werde ich mit dem Amp nochmals beginnen und Euren Ratschlägen folgen. Hier erstmal das Spektrum vom Brumm des aktuellen Probeaufbaus.

Zuerst einmal das Chassis, da kommt später noch ein Deckel drauf. Was man hier auf dem Bildern sieht, ist der Teil, auf dem die Bauteile montiert werden sollen. NT und AÜs habe ich verdreht, das hat beim Laboraufbau schon hörbar geholfen.

Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Bierschinken am 28.04.2011 22:03
Hallo,

das schaut für mich so aus, als seien die Trafos "falsch" ausgerichtet.
Man kann halt so nicht die Wicklungslage sehen, aber es scheint als würde das Wicklungsrohr des Netztrafos in Richtung der AÜs zeigen.
Das wäre suboptimal.

Idealerweise verdrehst du auch die AÜs gegeneinander etwas, sonst läufts du Gefahr des Übersprechens. (Zumindest denke ich mir das theoretisch)

Grüße,
Swen
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 28.04.2011 22:59
Hallo Swen,
 
das schaut für mich so aus, als seien die Trafos "falsch" ausgerichtet.
Man kann halt so nicht die Wicklungslage sehen, aber es scheint als würde das Wicklungsrohr des Netztrafos in Richtung der AÜs zeigen.
Die Ausrichtung ist so, wie Du vermutest. Im Testaufbau war das auch die geräuschärmste Ausrichtung. Ich habe gerade noch mal die verschiedenen Ausrichtungen ausprobiert. Das hier habe ich dazu in den Weiten des Netzes gefunden: http://www.frihu.com/content/diy/allgemein/brumm-1.html (http://www.frihu.com/content/diy/allgemein/brumm-1.html).

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 1.05.2011 21:19
Hallo,

hier ein neuer Bestückungsplan. Falls jemandem von Euch eine Verbesserung o.ä. einfällt, wäre ich um Feedback sehr dankbar.
Ich habe nun eine verbesserte Masseführung (anhand von http://valvewizard2.webs.com/Grounding.pdf (http://valvewizard2.webs.com/Grounding.pdf)) eingebaut und auch die Versorgungszuleitung etwas geändert. Der ursprüngliche Schaltplan ist gleich geblieben.
Ein paar Anmerkungen:
- Netzteil: Der erste Kondensator liegt unter den Gleichrichterdioden, dies ist im Plan nicht so leicht ersichtlich.
- Netzteil: Am ersten Kondensator befindet sich auch der zentrale Massepunkt.
- Masseführung: Pro Kanal gibt es einen Massepunkt, alle Massen sind beim ersten Siebkondensator im Netzteil zusammengeführt.
- Wechselspannungsleitungen sind nicht verdrillt gezeichnet, werden aber verdrillt ausgeführt.
- Rot = Hochspannung, Schwarz = Masse, Grün = Heizung, Blau = geschirmtes Signal
 
Edit: Ein Fehler ist mir aufgefallen, das Eingangssignal ist fälschlicherweise an die Endstufenröhe geroutet, ich verbessere es, sobald ich wieder an meinen privaten Rechner komme.
Edit 2: Fehler Eingangsignal verbessert.

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Zweiter Prototyp
Beitrag von: mredge am 29.05.2011 15:30
Hallo,

so, 2ter Prototyp mit neuer Masseführung und in Chassis aufgebaut. Leider derselbe Effekt, wie beim ersten Prototyp  ???

1. Ich habe statt einer Vorstufenröhre zwei ECC83 verbaut, von der je nur eine Hälfte genutzt wird. Der Hintergrund ist, dass ich den Amp evtl erweitern wollte. Die zweite Hälfte der ECC83 ist einfach unbelegt, wir auch nicht geheizt.
2. Das Störgeräusch tritt auch auf, wenn die Vorstufenröhren nicht gesteckt sind.
3. Das Störgeräusch wird leiser, wenn Volume aufgedreht wird, ca. in der Mitte scheint es zu verschwinden, dann wird es wieder lauter. Ist das Poti voll aufgedreht, ist das Geräusch so laut wie bei zugedrehtem Poti.
4. Wie weiter oben erwähnt, ist der Netztrafo nicht voll belegt.
5. Die Gleichrichterdioden sind je 33nF parallel geschaltet (keine hörbare Verbesserung).
6. Störsignal ist unabhängig ob und welcher Zuspieler (iPod, CD-Player) genutzt wird.
7. Es ist noch keine Gegenkopplung eingebaut.

Hat jemand eine gute Idee, woher die Störung rührt? Ich kriege vor allem 2. und 3. nicht zusammen in Einklang.

Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: es345 (†) am 29.05.2011 17:10
Hallo Jörg,

Auf den Fotos finde ich C6= 330uF nicht, ist er auf der anderen Seite des Chassis?

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 29.05.2011 18:01
Hallo Hans-Georg,

ja, der Kondensator falsch herum durch das Chassis montiert. Auf IMG7002 kann man das erahnen, bei den 4 roten 33nF-Kondensatoren sieht man ein bisschen der Ausfräsung im Alu-Chassis. Die Dioden der Gleichrichterbrücke sind direkt an die Anschlüsse des Elkos gelötet.

Viele Grüße,
 Jörg 
Titel: Des Rätsels Lösung?
Beitrag von: mredge am 3.06.2011 06:57
Hallo,

Das Brummen habe ich gestern weitgehend eliminieren können. Allerdings ist mir noch nicht ganz klar, warum. Vielleicht hat hier jemand eine Idee?  ???
Der verwendete Netztrafo hat drei zusätzliche Wicklungen (280V, 25V und 6,3V), die ich in diesem Amp nicht nutze. Je nach dem, welcher Anschluss dieser Wicklungen auf Masse gelegt wird, verstärkt sich das Brummen etwas oder verringert sich deutlich. Windungsschlüsse konnte ich keine entdecken.
Warum dieser Effekt auftritt, ist mir allerdings etwas schleierhaft...

Viele Grüße,
 Jörg
Titel: Re:Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: _peter am 3.06.2011 09:00
Hallo,

nicht genutzte Sekundärwicklungen sollte man prinzipiell (einseitig natürlich) auf Masse legen.

Gruß, Peter
Titel: KT88SE Hifiverstärker - Brummen aus Sekundärwicklungen
Beitrag von: mredge am 28.06.2011 18:27
Hi,

ein bisschen Zeit ist ins Land gegangen, aber ich muss jetzt doch mal nachfragen. Ich bin mit meinem Problem nun zu mehreren Elektrotechnikern und zum Netztrafohersteller gelatscht und habe mir da mal Meinungen eingeholt. Erstens hat keiner eine Erklärung, die stichhaltig ist (im Sinne von: "Kenne ich, das dieser Effekt") und alle haben nur Vermutungen. Was Konsens ist, ist, dass es bei nicht angeschlossener Sekundärwicklung eigentlich keine Einstreuung geben darf. Was schon erlebt wurde, ist das nicht angeschlossene Leitungen als Antennen wirken und dass das Masselegen wirklich hilft.

Weiterhin hat außer dem Trafohersteller keiner die Vermutung, dass es ein reiner Kompensationseffekt ist. Also, dass das Masselegen der Sekundärwicklung eine Brummeinstreuung von außerhalb des NTs kompensiert.

Hat jemand von Euch noch eine Idee? Ich meine, der Amp funktioniert nun und muss jetzt in das endgültige Chassis, aber ich würde schon gerne wissen, woran es liegt...

Viele Grüße,
 Jörg


Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 13.08.2011 08:49
Hallo,
du solltest mit einem Ozi die Wechselspannung- Heizspannung auf Störungen untersuchen,
es scheint als wenn der Trafo in die Heizspannungswindung hinein strahlt, hervorrgerufen durch zu grossen Ladekondensator oder und falsche Trafoausslegung.

Auf dem Ozi muss  bei Verstärkerbetrieb mit Röhren eine saubere sinussförmige 6 V AC Spannung zu sehen sein.

Die Masseklemme vom Tastkopf an den Zentralmassepunkt des Verstärkes klemmen, mit dem Tastkopf eine Zuleitung der 6V AC überprüfen,
sind auf der AC Oberellen oder Spikes zu sehen kann dies die Ursache  sein.

Gruss Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 13.08.2011 09:31
Hallo Jörg,
wo liegen die Masseanschlüsse der Ausgangsüberetrager bzw. der Lautsprecheranschlussklemmen ?

Jeder AÜ  mit  einer Masseleitung mit der Zentralmasse verbinden, L.K. isoliert vom Gehäuse einbauen.

Gruss Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 2.01.2012 18:19
Hallo Jörg,

danke für die Tipps. Ich habe mit dem Projekt jetzt einige Zeit pausiert und bin die Tage wieder dran gegangen. Ich werde morgen mal Deine Kommentare checken (zumindest was den Masseanschluß betrifft, denn ich habe kein Ozi).
Zumindest geht es mit dem Gehäusebau voran, Bilder folgen morgen.

Gruß Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Fandango am 2.01.2012 23:13
Hallo Jörg,
wer hat Dir empfohlen die KT88 ohne Schirmgitterwiderstand zu betreiben?
Mach da mal mindestens 100 Ohm /2Watt rein.
Dann solltest Du den 100µF C5 dort wegmachen und in anstelle des 47µF C14 einsetzen, den nimmst Du dann und baust ihn ans Gate des IRF. Der C5 wird dort wo er ist nicht benötigt.
Vor den 22k R35 noch eine 1N4007 und der Brumm hat keine Chance mehr.
Wenn dann noch etwas brummt ist Deine Masse falsch verdrahtet, (ist sie auch).
Ich würde auch die Spannungsstabilisierung ändern, das mit den drei Z-Dioden ist nicht schön, aber wenn schon dann baue noch eine weitere Z22 dazu, Deine Spannung sollte dafür ausreichend sein um unter dem Brumm zu bleiben.
Die nicht benötigten Anschlüsse der ECC83, da gehört auf alle Fälle die Heizung mit einem 22n an Masse gelegt, das solltest Du dann ausprobieren wenn der Rest stimmt, Anode mit Gitter verbunden und evtl. an Masse, kann weniger brummen, muss aber nicht.
Die Überbrückungskondensatoren an den Netzdioden braucht man im Radio, hier nicht.
Die Kühlkörper für die Fets sind etwas klein geraten, aber vielleicht hälts ja doch.
Die schönen Lüsterklemmen solltest Du auch raustun, zusammenlöten, Isoband und einen Kabelbinder drum.
Hast Du die Abschirmung als Masseleitung  benutzt? Sieht fast so aus, wenn ja, auf alle Fälle einseitig abklemmen und ein extra Massedraht verlegen, Brummquelle Class-A.
Der Heizungsmittelpunkt, 2x100Ohm, am Minus vom 330µ anschließen, ebenso alles andere was Masse ist, den Erd-Anschluss auch, keine Leitung zweimal benutzen, auch wenn sie dick ist.
Die Kathodenmasse der Endröhren jeweils separat an Masse führen (Minus vom 330µ), freie Kontakte hast Du ja noch.
R12 51Ohm ist überflüssig, raus mit.
Miss auch mal genau die Spannungen, also vorm IRF und danach.
Die Lautsprecherausgänge auf jeden Fall jetzt schon einseitig erden, auch am 330µ, welcher Anschluss der richtige ist siehst Du dann wenn Du die Gegenkopplung anschließt, das solltest Du auf alle Fälle tun, dem Frequenzgang zuliebe.
Du hast schöne Ausgangstrafos, warum schließt Du die nicht so an wie sie gedacht sind? Also das Schirmgitter auf einen UL-Anschluss 14? Dann brauchst Du auch keinen Schirmgitterwiderstand und prinzipell auch keine weitere Gegenkopplung.
 
Naja, ich gebs zu, ein bischen Arbeit ists noch, aber es wird.

Viele Grüße,
Georg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 4.01.2012 20:44
Hi,

oh mein Gott. Jetzt prasseln die Ratschläge hier rein! Vielen Dank erst mal. Ich hoffe, am Wochenende wieder zum Schrauben und Löten zu kommen.

Hier ein paar Bilder vom Gehäusebau:
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 4.01.2012 21:06
Hallo Georg,

ein paar Fragen zu Deinen Anmerkungen:
Zitat
wer hat Dir empfohlen die KT88 ohne Schirmgitterwiderstand zu betreiben?
Mach da mal mindestens 100 Ohm /2Watt rein.
Ist so im Schaltplan drin. Aber ich werde eher die UL-Variante (siehe unten ausprobieren).

Zitat
Dann solltest Du den 100µF C5 dort wegmachen und in anstelle des 47µF C14 einsetzen, den nimmst Du dann und baust ihn ans Gate des IRF. Der C5 wird dort wo er ist nicht benötigt.
Das verstehe ich nicht. Warum wird der C5 nicht benötigt? Der glättet doch für Versorgung für die Endstufenspannung.


Zitat
Vor den 22k R35 noch eine 1N4007 und der Brumm hat keine Chance mehr.
Ich nehme an, Du meinst zwischen C13 (330µF) und R35?

Zitat
Wenn dann noch etwas brummt ist Deine Masse falsch verdrahtet, (ist sie auch).
Ich würde auch die Spannungsstabilisierung ändern, das mit den drei Z-Dioden ist nicht schön, aber wenn schon dann baue noch eine weitere Z22 dazu, Deine Spannung sollte dafür ausreichend sein um unter dem Brumm zu bleiben.
Den letzten Satz habe ich nicht verstanden. Kannst du das näher erklären. Die Z22 käme wohin und welchen Effekt hätte das?


Zitat
Die nicht benötigten Anschlüsse der ECC83, da gehört auf alle Fälle die Heizung mit einem 22n an Masse gelegt, das solltest Du dann ausprobieren wenn der Rest stimmt, Anode mit Gitter verbunden und evtl. an Masse, kann weniger brummen, muss aber nicht.
Probiere ich aus.

Zitat
Hast Du die Abschirmung als Masseleitung  benutzt? Sieht fast so aus, wenn ja, auf alle Fälle einseitig abklemmen und ein extra Massedraht verlegen, Brummquelle Class-A.
Der Heizungsmittelpunkt, 2x100Ohm, am Minus vom 330µ anschließen, ebenso alles andere was Masse ist, den Erd-Anschluss auch, keine Leitung zweimal benutzen, auch wenn sie dick ist.
Habe ich bereits so gemacht.

Zitat
Die Kathodenmasse der Endröhren jeweils separat an Masse führen (Minus vom 330µ), freie Kontakte hast Du ja noch.
Bisher gehen die an Minus von C5 (100µF), dann an den zentralen Massepunkt.

Zitat
R12 51Ohm ist überflüssig, raus mit.
Warum wird der nicht benötigt?

Zitat
Die Lautsprecherausgänge auf jeden Fall jetzt schon einseitig erden, auch am 330µ, welcher Anschluss der richtige ist siehst Du dann wenn Du die Gegenkopplung anschließt, das solltest Du auf alle Fälle tun, dem Frequenzgang zuliebe.
Du hast schöne Ausgangstrafos, warum schließt Du die nicht so an wie sie gedacht sind? Also das Schirmgitter auf einen UL-Anschluss 14? Dann brauchst Du auch keinen Schirmgitterwiderstand und prinzipell auch keine weitere Gegenkopplung.
Also Gegenkopplung mittels des UL-Anschlusses. Probiere ich mal aus. Allerdings sollte das am Brummproblem ja nichts ändern, oder?
Die Ausgangsseite der AUs muss ich noch an Masse führen. Das habe ich ich nicht gemacht.


Zitat
Naja, ich gebs zu, ein bischen Arbeit ists noch, aber es wird.
Danke fürs Mut machen!

Grüße,
 Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Fandango am 4.01.2012 23:03
Hallo Jörg,

Zitat von: mredge

Zitat
den 100µF C5 dort wegmachen

Das verstehe ich nicht. Warum wird der C5 nicht benötigt? Der glättet doch für Versorgung für die Endstufenspannung.
Die Spannung wird vom IRF geglättet, und zwar macht der das so gut dass der Elko nur noch Platz verbraucht.
Jedenfalls dann wenn der richtig eingestellt ist.

Zitat von: mredge
Zitat
22k R35 noch eine 1N4007
Ich nehme an, Du meinst zwischen C13 (330µF) und R35?
Ja, genau dort, aus folgendem Grund: C14 wird über R35 geladen, gleichzeitig aber entläd R35 auch C14 wenn C6 Strom haben will, ist zwar nicht viel, aber mit der Diode dazwischen passiert das gar nicht, der Brumm wird viel weniger.

Zitat von: mredge
Zitat
Deine Spannung sollte dafür ausreichend sein um unter dem Brumm zu bleiben.
Den letzten Satz habe ich nicht verstanden. Kannst du das näher erklären. Die Z22 käme wohin und welchen Effekt hätte das?
Du hast hier bei etwa 295V eine Brummspannung von etwa 5-6V die über diesen 295 liegt, also ein Schwanken von 100Hz zwischen 295 und 300, alles nur in etwa und zum erklären.
Mit der Ausgangsspannung hinter dem IRF musst Du unter diesen 295V bleiben, ansonsten kann der IRF auch den Brumm nicht wegregeln, ist ja keine Spannung mehr da die man glätten könnte.

Eigentlich brauchst Du überhaupt keine Z-Dioden, und am IRF wirklich keine 100 und 47µF, R11 mit 100K ersetzt und zwei 1µF Elkos haben den gleichen Effekt, nach dem 47K noch ein 1meg an Masse, und natürlich vor das Ganze die 4007, so hast Du dann noch vier schöne Elkos für andere Projekte übrig.
Die Anodenspannung ist in etwa vier Sek. voll da mit einem Restbrumm unter 1mV...

Weil Du eine Klasse-A Endstufe betreibst hast Du einen Strommittelwert von etwa 150mA pro Kanal, oder auch weniger, je nach Einstellung. Und die Belastung durch das Musiksignal verändert diesen Wert nur äußerst geringfügig, deswegen bleibt auch das Spannungsverhältnis vor und nach dem IRF immer gleich wenn Du keine Z-Dioden nehmen würdest, somit funktioniert dieser Entbrummer immer, der Spannungsabfall innerhalb dieser Regelung bleibt gleich, und Du bist immer unter dieser Brummspannung.
Dafür hast Du aber dann fast 30V mehr an den Endröhren, etwa 10% mehr Leistung, und da kommts ja drauf an.
Diese Z-Dioden sind wahrscheinlich für eine A-B-Konstruktion gedacht, hier steigt ja der Strom je nach Belastung und der Entbrummer würde irgendwann nicht mehr funktionieren.

Viele DIY-Entwickler übernehmen Schaltungen ohne zu wissen warum das so oder so gemacht wurde, wenns funktioniert geben sie sich damit zufrieden und gebens auch weiter.

Zitat von: mredge
Zitat
R12 51Ohm ist überflüssig, raus mit.
Warum wird der nicht benötigt?
Weil Dein IRF 8A aushält, und die treten dort vielleicht nur auf wenn Dein Haus abbrennt und Dein eingeschalteter Amp mit  8)

Zitat von: mredge
Also Gegenkopplung mittels des UL-Anschlusses. Probiere ich mal aus. Allerdings sollte das am Brummproblem ja nichts ändern, oder?
Wenn Du die IRF-Beschaltung so machst wie ich es Dir vorgeschlagen habe brummt sowieso nichts hier, eine Gegenkopplung macht man auch nicht wegen dem Brummen sondern wegen der verbesserten Linearität etc..
Aber eine Gegenkopplung mit R-C-Glied wird der Einganswiderstand geringer, also muss die ECC83 mehr liefern, und die kann sowieso nicht gerade viel.
Mit einer UL-Schaltung wird die Kennline der Pentode Triodenähnlich und der Klirr sinkt.
Dein Trafo hat drei UL-Anschlüsse, baue zum Ausprobieren einen Stufenschalter dazu und teste welche Einstellung Dir am Besten gefällt.

Zitat von: mredge
Danke fürs Mut machen!
Aber immer gerne,
viel Spass noch mit Deiner Konstruktion, das Gehäuse sieht ja schon mal ganz toll aus.
Ich bin da eher der "Pressspan-und-schwarzer-Mattlack-Typ"...

Viele Grüße,
Georg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 9.01.2012 20:09
Hallo Georg,
Eigentlich brauchst Du überhaupt keine Z-Dioden, und am IRF wirklich keine 100 und 47µF, R11 mit 100K ersetzt und zwei 1µF Elkos haben den gleichen Effekt, nach dem 47K noch ein 1meg an Masse, und natürlich vor das Ganze die 4007, so hast Du dann noch vier schöne Elkos für andere Projekte übrig.
Die Anodenspannung ist in etwa vier Sek. voll da mit einem Restbrumm unter 1mV...
Ich habe Deinen Vorschlag mal gezeichnet, soweit ich ihn verstanden habe. Aber beim den 1µF, dem 47k und dem 1meg bin ich nicht zum Ziel gelangt. Wie soll ich das verschalten?

Gruß,
 Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Fandango am 10.01.2012 22:16
Hallo Jörg,
Ich hab mal alles eingezeichnet.
Wenn Du das schon ändern willst dann solltest Du das so machen.


(http://img844.imageshack.us/img844/706/schaltplan10012011.th.gif) (http://imageshack.us/photo/my-images/844/schaltplan10012011.gif/)

Die KT88 hat 35W Anodenverlustleistung, und die stellt man auch in Klasse-A ein.
Es ist natürlich auch von Deinem AÜ abhängig und dessem Gleichstromwiderstand, ich habe da mal 230 Ohm angenommen.
So wie hier hast Du nun 35,07W Anodenverlustleistung, das wären 128mA an der Anode, knapp 2Watt am Schirmgitter und 135mA Kathodenstrom.

Die Restwelligkeit bei den 274V beträgt 1mV (!). Größere Kondensatoren brauchst Du also nicht.

Die Widerstände R35 68k und der 1Meg bilden einen Spannungsteiler, dort liegen dann 278V an, wie auch am Gate vom IRF.
Wenn Du den R35 verkleinerst steigt die Spannung, dann stimmt der Ruhestrom der Endröhre nicht mehr.
Den Innenwiderstand Deines Netztrafos habe ich mit 30 Ohm angenommen, das kommt ungefähr hin.
Du solltest also diese 274V nicht überschreiten, oder Du vergrößerst dann den Kathodenwiderstand.
Sollte die Spannung zu hoch sein machst Du den R35 größer, so wie es gezeichnet ist braucht die Steuerung pro Kanal etwa 0,3mA und die Anodenspannung ist nach ca. 4Sek. auf 274V.
Wenn Du anstelle des ersten 1µf Elkos jetzt einen 100µF einbauen würdest dauert das etwa eine Minute, der Restbrumm wird dadurch keineswegs weniger.

Die Steuerung (Blau) liegt gut 20V unter dem Brumm, wie das dann auf dem Oszi aussehen wird kannst Du hier sehen:

(http://img17.imageshack.us/img17/6546/os1.gif)


Auf diesem Bild kannst Du sehen was geschieht wenn die Steuerspannung zu hoch wird, die grüne Welle ist die Eingansspannung vorm IRF, die Rote die Ausgangsspannung.
Wenns also brummt ist das wohl die Ursache.

(http://img683.imageshack.us/img683/5990/os2.gif)


Wenn Dir 1mV Restbrumm noch zuviel sind  8) kannst Du einen zweiten IRF dahinterschalten, dann brauchst Du schon ein besonderes Messgerät um dann noch etwas Restbrumm festzustellen.

Viel Erfolg und viele Grüße,
Georg




Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 10.02.2013 10:18
Hallo,
ich habe erste ein anderes Projekt zu Ende gebracht und werde mich die nächste Zeit jetzt wieder diesem Thema hier widmen. Kann ich das ganze Netzteil in Georgs Vorschlag für beide Kanäle nutzen, also erst einen Spannungsregler und ab dort in beide Kanäle splitten? Oder spricht da etwas dagegen?   
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: SvR am 10.02.2013 10:27
Salü,
Kann ich das ganze Netzteil in Georgs Vorschlag für beide Kanäle nutzen, also erst einen Spannungsregler und ab dort in beide Kanäle splitten? Oder spricht da etwas dagegen?
Georges Schaltung ist kein Spannungsregler, sondern "nur" ein Spannungsstabilisierer. Das reicht aber auch für eine ordentliche Siebung aus. Was mir an Georges Schaltung nicht gefällt, ist der Spannungsteiler für die Gatespannung. Da würde ich eher eine Z-Diode (bzw. mehrere Z-Dioden in Serie) mit Vorwiderstand nehmen. Dann bleibt die Ausgangsspannung auch bei Schwankung der Eingangsspannung stabil. Der Sinn von D3 erschliesst sich mir nicht. Mit einer Z-Diode kann dann auch das RC-Glied aus R11 und dem 1µF wegfallen.
mfg sven
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: SvR am 10.02.2013 12:16
Salü,
...für beide Kanäle nutzen, also erst einen Spannungsregler und ab dort in beide Kanäle splitten? Oder spricht da etwas dagegen?
Ich hab zu deiner eigentlichen Frage gar nix geschrieben, fällt mir gerade auf ;D
Bei nem gemeinsamen Netzteil kann es zu Übersprechen zwischen den beiden Kanälen kommen.
Ich glaube aber nicht, dass das mit der Schaltung ein Problem werden könnte.
mfg sven
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 12.02.2013 00:22
Hallo Sven,

das würde dann so aussehen? Ich habe Deine Kommentare soweit eingebaut, Sven. Allerdings die Diode D6 drin gelassen. Die kann ich ja testhalber einfach überbrücken, um zu sehen ob sie einen Einfluss hat. Weiterhin habe ich 4,7µF statt 1µF verwendet, weil es 1µF bei TT nicht gibt. Sollte aber gehen, soweit ich das verstanden habe.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: SvR am 12.02.2013 18:00
Salü,
Das sollte so weit passen. Wieviel Verlustleistung haben deine Z-Dioden?
mfg sven
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Bierschinken am 12.02.2013 19:51
Hi Jungs,

wenn ich meinen Senf dazugeben darf.
Den Ladeelko ruhig nochn Stück größer und C4 darf ruhig auch größer sein.

Grüße,
Swen
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 12.02.2013 23:54
Salü,
Das sollte so weit passen. Wieviel Verlustleistung haben deine Z-Dioden?
mfg sven
Ähm... 320V-273V=47V, die an an 22k abfallen. Ergibt 2mA, die fließen. Selbst wenn die komplett durch die Z-Dioden fließen ergibt sich 91V*0,002A=0,2W pro Diode. War das mit der Verlustleistung gemeint?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 13.02.2013 00:01
Hi Jungs,

wenn ich meinen Senf dazugeben darf.
Den Ladeelko ruhig nochn Stück größer und C4 darf ruhig auch größer sein.

Grüße,
Swen
Warum meinst Du? Georgs Vorschlag und Simulation erschien mir (als Anfänger) nachvollziehbar. (Bis auf den Austausch der Z-Dioden durch einen Widerstand mit 1M)
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Bierschinken am 13.02.2013 07:05
Hi,

über den Ladeelko können wir noch streiten, aber was es an Ripple nicht gibt, muss auch nichtmehr gefiltert werden ;-)

Zu C4; mach das Ding größer und der Siebfaktor wird besser, das kostet kaum was und macht dann doch was aus.

Grüße,
Swen
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 13.02.2013 08:25
Hi Swen,
je grösser der Lade Elko desto grösser werden auch die Ladestromspitzen,
die führen je nach Bauart des Trafos die Transformatorwindung kurzfristig in Sättigung,
dieser Verzerrungsmüll strahlt in alle Windungen hinein und findet sich
zB. auf der Heizleitung wieder  und der User wundert sich über Brumm .
330 uF ? finde ich hier schon reichlich hoch, wenn das nicht genügt stimmt etwas nicht am gesamten Netzteil Design,
natürlich hast du recht je mehr der L-Elko glättet desto höher der Siebfaktor, aber das kann auch nach hinten losgehen.

Gruss Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Bierschinken am 13.02.2013 09:58
Hi Jörg,

wenn der Kern bei 470µF Sättigt, ist der Kern einfach schlecht dimensioniert.
So groß ist die Kapazität nun nicht  ;)

Wir sollten uns mal nicht von den Mini-Kapazitäten aus Großvaters Zeiten täuschen lassen.

Grüße,
Swen
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 13.02.2013 10:58
Hi,
die Elkos waren zu Opas Zeiten sehr teuer,
aber  doof waren die früher nicht, das Problem der Ladestromspitzen der Elkos ist nichts neues,
die HV Wickelung geht scheller in Sättigung als mancher denkt, den Ladeelko macht man deshalb so klein wie möglich und lässt sich
zur Siebung intelligentere Dinge einfallen .

Gruß Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Holzdruide am 13.02.2013 11:41
Hallo

Nach dem Fet sieben ? wozu ? wenn hinter dem Fet Ripple ist dann stimmt was nicht.

2x 330 µF funzt z.B. bestens, dafür braucht man ja auch keinen weiteren C im Netzteil - es gibt nix zu sieben.

Gruß Franz
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: SvR am 13.02.2013 17:59
Salü,
Ähm... 320V-273V=47V, die an an 22k abfallen. Ergibt 2mA, die fließen. Selbst wenn die komplett durch die Z-Dioden fließen ergibt sich 91V*0,002A=0,2W pro Diode. War das mit der Verlustleistung gemeint?
Wenn du mal nach Z-Dioden im Katalog blätterst, findest du dort normalerweise auch Angaben zur maximalen Verlustleistung.
Aus der maximalen Verlustleistung lässt sich der maximale Strom berechnen. Denn braucht man um den Betriebsstrom richtig zu wählen. Der Betriebspunkt sollte unter dem maximalen Strom und über 10% des maximalen Stroms liegen. Dann bist du im linearen Kennlinienbereich und auch bei Spannungs- und daraus folgenden Stromschwankungen bleibt dein Betriebspunkt im sicheren Bereich.
mfg sven
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 13.02.2013 20:07
Salü,Wenn du mal nach Z-Dioden im Katalog blätterst, findest du dort normalerweise auch Angaben zur maximalen Verlustleistung.
Aus der maximalen Verlustleistung lässt sich der maximale Strom berechnen. Denn braucht man um den Betriebsstrom richtig zu wählen. Der Betriebspunkt sollte unter dem maximalen Strom und über 10% des maximalen Stroms liegen. Dann bist du im linearen Kennlinienbereich und auch bei Spannungs- und daraus folgenden Stromschwankungen bleibt dein Betriebspunkt im sicheren Bereich.
mfg sven
Salü,Wenn du mal nach Z-Dioden im Katalog blätterst, findest du dort normalerweise auch Angaben zur maximalen Verlustleistung.
Aus der maximalen Verlustleistung lässt sich der maximale Strom berechnen. Denn braucht man um den Betriebsstrom richtig zu wählen. Der Betriebspunkt sollte unter dem maximalen Strom und über 10% des maximalen Stroms liegen. Dann bist du im linearen Kennlinienbereich und auch bei Spannungs- und daraus folgenden Stromschwankungen bleibt dein Betriebspunkt im sicheren Bereich.
mfg sven
Hi, die Dioden haben 1,3W Ptot und 91V Durchbruchspannung, also Imax=14,3mA. Dann müsste ich den Arbeitspunkt bei (14,3-1,4)/2+1,4=7,8mA hinlegen. D.h, der Vorwiderstand R6 müsste dann bei 47V/7,8mA=6k liegen? Erscheint mir niedrig. Im Original wurden für den Widerstand 22K, bei Georgs Entwurf mit dem klassischen Spannungsteiler 68k eingeplant. Was mache ich für einen Fehler?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: SvR am 13.02.2013 20:29
Salü,
Was mache ich für einen Fehler?
Keinen, ich komm beim Nachrechnen auf das selbe Ergebnis. Evtl. wurden im Schaltplan Z-Dioden mit einer niedrigeren Ptot verwendet -> niedrigerer Maximalstrom -> niedrigerer Widerstand.
mfg sven
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 17.02.2013 16:26
So, es geht weiter. Hier mein Entwurf für die Bestückung. Ist jetzt streng mit zentralem Massepunkt ausgeführt. Was meint ihr?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 25.02.2013 09:32
Hallo,

so, der Amp ist wieder aufgebaut. Allerdings brummt er jetzt wie Hölle. Mal sehen, was das ist. Beim Schaltung durchschauen und dem Lesen der letzten Posts sind mir aber noch ein paar Dinge grundsätzlich unklar. Vielleicht kann mir einer von Euch Aufschluß geben...
Wozu dient R2 (470k parallel zum Ladekondensator)?
Warum benötige ich überhaupt einen Kondensator nach den Z-Dioden? Diese müssten doch den Ripple entfernen. 
Wozu dient die D6 (ZD15) am Gate/Drain des Spannungsreglers?
Grüße & Danke, Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: _peter am 25.02.2013 11:16
Hallo,

1) das ist ein Bleeder - such mal danach.
2) neben der Glättung sorgt die Zeitkonstange des R-C-Glieds dafür, dass
    die Spannung langsam hochfährt.
3) du meinst Z9? Das ist eine Schutzdiode für den FET, falls die Spannung
    zwischen den beiden Elektroden zu groß wird.

Gruß, Peter
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 25.02.2013 11:43
Danke! Bleeder ist klar, das war eher einfach ;-)
Das RC-Glied ist hier der 8,2k und der 4,7µF? D.h. die Spannung wäre innerhalb von 5x40ms=0,2s oben.
Gruß, Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 28.02.2013 22:29
So einfach wie sich mein erstes Projekt gestaltet hat, so unwilliger ist diese zweite Kiste ;-(
Ich kriege für das Brummen bisher keine sinnvolle Erklärung hin. Das Brummen tritt auf beiden Kanälen auf und zwar unabhängig davon ob ich:
- R6 und die D6-D8 gegen einen Spannungsteiler aus 68k (oder 150k) und 1M tausche.
- C4 von 4,7¨F auf 22+4,7µF erhöhe
- C1 erhöhen (Parallelschaltung eines weiteren Cs)
- D5 überbrücke

Was Änderung bringt:
- Gitter der Vorstufe vom Vol-Poti, Input-Select und Eingangbuchsen trennen. Das Brummen ist dann immer noch stark, aber nicht mehr Ohrenbetäubend.
- Gitter der KT88 auf Masse legen -> Brummen verschwindet.
- An das Gitter Musiksignal anlegen -> Musik ist leise hörbar.
- Verbindung von C4 an IRF840(Gate)/D9 trennen. Dann brummt der Amp ein kleines bisschen (ich würde sagen, das ist normal) und man kann den Amp normal nutzen. Die Musik ist dann etwas zu leise, bzw ich hätte erwartet, dass der Amp lauter ist.

Falls jemand eine gute Idee hat, jede Hilfe ist herzlichst willkommen!
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: kugelblitz am 28.02.2013 23:02
Hallo Jörg,

- Verbindung von C4 an IRF840(Gate)/D9 trennen. Dann brummt der Amp ein kleines bisschen (ich würde sagen, das ist normal) und man kann den Amp normal nutzen. Die Musik ist dann etwas zu leise, bzw ich hätte erwartet, dass der Amp lauter ist.

Irgendwie sieht die Schaltung um die beiden Cs (C1 und C5) im Netzteil bzw D5 auf dem Bild etwas komisch vielleicht ist auch unter dem Board alles richtig verbunden und ich bin nur zu müde um es zu durchschauen.

Falls Du ein Oszi hast kannst Du ja einmal nachsehen ob der IRF arbeitet wie gewünscht und ob die Spannungen wirklich stabil sind. Nach deiner Beschreibung würde ich erwarten daß er schwingt. Hat ich auch in meinem alten VVR Netzteil, habs neugebaut und alle Leitungen verkürzt seitem ist Ruhe, bzw könnten, sollte es der IRF sein, auch gatestopper (analog zu den Gridstoppern) helfen.

HTH,
Sepp
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 1.03.2013 08:50
Hallo Jörg,
ich würde es mal so versuchen, siehe Skizze,
es kann an mehreren Ursachen liegen, mit dem Elko nach dem IRF und dem R würde ich anfangen  ,ich weiß nicht was du an Widerständen da hast,


Gruß Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Holzdruide am 1.03.2013 09:39
Hallo

Irgendwie sehe ich keinen C1, der blaue Elko links neben dem IRF hängt ja an der Diodengeschichte, den gibts im Schaltplan nicht.

Gruß Franz
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: kugelblitz am 1.03.2013 11:48
Auch im ausgeschlafenen Zustand drübergesehen, sieht es so aus als sei IMO irgendwo der Hund im Netzteil begraben. der 330u und die 3 Z-Dioden fehlen mir auf den ersten Blick und ein paar Verbindungen fehlen (vielleicht sind sie unter dem Board) bzw ist eine IMO zuviel (die beiden R nach D5 auf Masse). Für mich entspricht der NT am Bild nicht dem Schaltplan. BTW auch einige Löstellen schauen mir dort ziemlich mau aus und das Masseschema ist überarbeitungswürdig, ein strikter Stern ist IMO nicht das Optimum.

@Grounding: Neben der Forumsuche, gibt es auch einen ausführlichen Artikel vom Zauberer http://www.valvewizard.co.uk/Grounding.pdf

Gruß,
Sepp
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Holzdruide am 1.03.2013 12:16
Hallo

Ok C1 ist auf dem Chassis, die Zenerdioden sehe ich auch nicht, das Netzteil von mredge in Antwort 27 ist samt Fet doppelt ausgeführt.

Hast Du den gleichen Plan ? auf dem Schaltplan steht nirgends dass da ein 2. Kanal am Netzteil hängt und bei einem Stereoamp habe ich wenn dann immer einen Fet pro Kanal gesehen.

Wie bei dem z.B. http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?action=dlattach;topic=11158.0;attach=32942;image

Gruß Franz
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 1.03.2013 12:48
Hi,

aarrrrgh! Falsches Foto. Auf dem Foto ist ein Versuch zu sehen, wo ich den 4,7µF erweitert habe um ein RC-Glied (war ein Vorschlag weiter vorne im Thread). Ich stell gleich noch eine kommentierte Grafik ein.
Das Netzteil ist einfach ausgeführt, d.h. es gibt einen Spannungsregler für alle Röhren (also gemeinsam für linker und rechter Kanal), eine Empfehlung auch dem Thread weiter vorne.
Die RC-Glieder aus R12 und C5 sind pro Kanal ausgeführt und befinden sich auf der anderen Platine (rechts im Bild).
C1 befindet sich unter dem Board und ist von unten an den Gleichrichter angelötet.   
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 1.03.2013 13:10
So, Foto hab ich grade kein aktuelles, aber ich habe in das alte mal die Änderungen eingetragen. Anbei noch der Verdrahtungsplan mit dem aktuellem Netzteil.
Buchsen sind isoliert, Zuleitungen der Buchsen sind abgeschirmt, einseitig an Masse gelegt.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 1.03.2013 14:35
Hi,
ich schliesse aus deiner Antwort dass du keine Brummschleife eingebaut hast,
dann würde ich die Versorgungsspannung überprüfen ,
den Eingang mal auf Masse legen und alles was vor dem 100K Poti ist, abklemmen,
wie hoch ist der AC Anteil nach dem IRF, gemessen  mit einem Multimeter ?,
hast du ein Ozi ?

Jörg




Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 1.03.2013 15:01
Hi,
Oszi habe ich (noch) nicht. Merke aber schon, dass das notwendig ist. Ein paar Nachrichten vorher meinte Sepp, dass der IRF evtl. schwingt. Ich hab auch die Schaltung des IRF im Verdacht. Müsste nicht die Source-Spannung unter der Gate-Spannung liegen? Bei mir ist diese höher. 
Ich werde am Wochenende einen gatestopper und die Schirmwiderstände probieren.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Holzdruide am 1.03.2013 15:37
Hallo

stimmt die Spannung über den Zenerdioden die im Schaltplan eingetragen ist ?   ::)

Gruß Franz
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 1.03.2013 15:41
Hi,
würde ich  auch sagen dass die GV über der SV liegen sollte,in der Regel um die 5 V
kann aber auch ein Messfehler sein,
überprüfe die Spannung zwischen D und G, vielleicht ist da gar nichts zu regeln, Stichwort Spannung an den Z-Dioden ,
was ich nicht so ganz verstehe, du baust doch einen Verstärker nach einem erprobten ,vorhandenen Schaltplan auf ?


Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 1.03.2013 17:41
Das wundert mich auch. Die Spannung am Gate muss maßgeblich durch die Z-Dioden bestimmt werden. Also nicht unter 273V, aber auch nicht so viel darüber. In den Schaltplänen, die ich dazu kenne, z.B. http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?action=dlattach;topic=11158.0;attach=16159;image (http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?action=dlattach;topic=11158.0;attach=16159;image) oder http://imageshack.us/photo/my-images/844/schaltplan10012011.gif/ (http://imageshack.us/photo/my-images/844/schaltplan10012011.gif/) ist das auch konsistenter.

Der Schaltplan ist nicht erprobt, sondern ein Vorschlag von fandango und SvR, der in diesem Thread weiter vorne diskutiert wurde. Siehe dazu http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,14034.msg155168.html#msg155168 (http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,14034.msg155168.html#msg155168) und die folgenden Antworten.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 1.03.2013 18:02
Dann baue vor den Gate des IRF den R ein,  100k ist ein  guter Wert,
dannach sollte im Leerlauf des amp die Spannung am G etwas höher sein als am S,
als erster Schritt in der Fehlersuche  ;)

 
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Holzdruide am 1.03.2013 18:15
Hallo

In dem Plan den Du selber gepostet hast steht 293 Volt über den Zenerdioden, deshalb fragte ich, 273 passt.

Gruß Franz
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 1.03.2013 18:46
Hallo Franz,
die 273 V sind gemessen, theoretisch, weiss ich nicht ,
dazu kommen die Toleranzen der Dioden und der Arbeitsbereich,  so abwegig sind die 291 nicht,
das kann man aber umgehen mit einem nachgeschalteten Spannungsteiler (Poti),der die ganze Mimik einstellbar macht,


Gruß Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 1.03.2013 19:23
Hi, die 273 sind theoretisch. Gemessen habe ich 293.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 1.03.2013 20:33
Yeah, das war es wohl! Habe gerade auf die Schnelle 100k vor das Gate gelötet und der Amp benimmt sich jetzt! Die Tage füge ich noch 47µF noch an den Vorstufenkathoden dazu, teste die verschiedenen Gitterabgriffe am AÜ und poste mal die Messwerte.
1000 Dank für Eure bisherige Hilfe!!!
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 3.03.2013 18:49
So, erster Test erfolgreich. Klingt richtig gut, allerdings ein Tick zu wenig im Bass. Vielleicht ist das aber auch die Kombi mit den Boxen (20 Jahre alte ASW Cantius ML II MK2, 80W, 2 Wege Bassreflex, Regalboxen, 89dB). Im Vergleich zu meinem alten Transenverstärker klingt der Röhrenamp als ob man einen Vorhang weggezogen hat. Sehr direkt und klar.
Was mir allerdings passiert ist, ist nach einer halben Stunde plötzlich ein Brummgeräusch auf einem Kanal. Die beiden in Serie geschalteten Kathodenwiderstände sind heiß geworden und haben sich an ihrer Verbindung ausgelötet. Ursache scheint ein defekter Koppelkondensator C3 gewesen zu sein. Nachdem der ins Nirvana ging, stieg die Kathodenspannung auf 40V statt 15V an.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 9.03.2013 23:01
So, hier die Messungen und ein Foto vom Innenaufbau. Amp tut bisher ohne Klagen und ich bin glücklich! Und wenn er nicht mehr will, nutz ich das Ding als Heizung.
Es fehlen noch die Potiknöpfe, die sind aber schon in der Mache.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: kugelblitz am 9.03.2013 23:13
Amp tut bisher ohne Klagen und ich bin glücklich!

Schön zu hören, daß er jetzt tut was er soll.

Gruß,
Sepp
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 10.03.2013 09:05
Hi mredge,
deine Regal  Box hat keine 89 dB bei 1 W, dafür ist die zu klein,hier ein link, um die 84 - 85dB für die Grösse sind völlig normal,
http://www.hifi-forum.de/bild/frequenzgang-asw-catinus-ii-mk2_202218.html
spielt im Grunde auch keine Rolle wenn die erzielbare Lautstärke dir reicht,
mit dem zu wenig Bass könnte auch an dem geringen Dämpfungsfaktor des Amp liegen, da hilft hier nur eine GK,
oder dein 10 W amp ist etwas zu klein für die Boxenempfindlichkeit

Gruß Jörg
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 10.03.2013 16:50
Lautstärke reicht dicke! Ich habe momentan das Schirmgitter auf 30% der Wicklung, also recht nahe an am Anodenpotential. Deine Idee wäre, eher im Pentodenbetrieb zu arbeiten und eine Gegenkopplung von Lautsprechersignal zu Eingangstriode einzubauen? Das wäre wieder nahe am ursprünglichen Plan. 
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 10.03.2013 17:00
Mit der 30% Ultralinear Anzapfung des AÜ  ist schon ok,
es gibt noch eine andere Möglichkeit ohne GK,
die ASW hat 4 Ohm ?,welchen AÜ hast du eingebaut ?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 10.03.2013 17:14
Ja, die ASW hat 4 Ohm Nennimpedanz. Die AÜs sind von Ritter, Typ RTS020.30/4/8/H2, Ra = 3.0k, Bleche sind M102. Frequenzbereich liegt laut Hersteller bei <10Hz-62kHz/1W, 20W: 14Hz-52k(-2dB), 19Hz->25k(-0.1dB). An dessen Qualität sollte es primär erst mal nicht liegen.
An welche andere Möglichkeit denkst du?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 10.03.2013 18:09
die Röhre mit höherer Last laufen lassen, es hilft manchmal die 8 ohm Box an der 4 Ohm Klemme des AÜ an zu schliessen,
da du aber eine 4 Ohm Box hast und eine 4, 8, Ohm Anzapfung vorhanden ist, funktioniert das hier nicht, dann müsste die 4 Ohm an eine 2 Ohm Anzapfung .
Da bleibt nur noch die GK, würde es mit 3 dB versuchen .
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 10.03.2013 18:17
Von GK und deren Berechnung hab ich (noch) keine Ahnung. Da muss ich mich erst mal schlau lesen... In meinen R. zur Linde-Büchern habe ich auf Anhieb nichts verwertbares gefunden. Hast du da eine gute Einführung, die nicht bei Google auf Anhieb erscheint?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 10.03.2013 18:52
nicht wirklich, da muss man quer lesen zB Dicol oder e Technik Bücher,kurze Anleitung :
du gehst vom Ausgang des AÜ, Punkt 4 mit einem R auf die Kathode der ECC83, am Punkt 3 in deinem Schaltplan,
den C7 entfällt erst mal .
Der R bestimmt die Höhe der GK, den R machst du so groß, das bei einem sinuston zB 1 KHz die Spannung um den Faktor 1,4 am AÜ abfällt,
den AÜ dabei mit 4Ohm Lastwiderstand abschliessen .
Jetzt brauchst du noch die richtige Phasenlage, bei richtiger Phasenlage wird das Ausgangssignal kleiner, ist die falsch steigt die Ausgangsspannung,
um die Phasenlage zu drehen, falls notwendig, drehst du die Sek. Wickelung des AÜ, soll heissen P1 ist oben, 4 an Masse ,
nimm erstmal einen 10 K R und probiere es aus, stimmt die Phasenlage änders du den Wert vom R so lange bis du ca. den Faktor 1,4 erreicht hast .
alles klar ?  ;)


Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 10.03.2013 19:54
Okay, grundsätzlich klar. Der Faktor 1,4 bezieht sich auf die Spannung ohne/mit Gegenkopplung, nehme ich an.
Was ich noch nicht verstanden habe, ist folgendes: Die GK, wenn sie am AÜ abgezapft wird, wird durch dem Amp aber auch durch den angeschlossen Lautsprecher gesteuert, oder? D.h. je nach Frequenzgang des LS wird weniger oder mehr gegengekoppelt. Eine Änderung des Frequenzgangs erhalte ich also schon mit einem Gegenkopplungswiderstand ohne einen parallel geschalteten Kondensator?

Wie spielt hier die Impedanzlinearisierung, die für Röhrenverstärker oft angeraten wird, mit hinein? Macht diese die GK (wenn sie nur zur Frequenzgangkorrektur genutzt wird) überflüssig?

Zum Hintergrund: Da ich jetzt einen schönen Amp habe, will ich die alten Boxen tauschen. Momentaner Stand der Überlegung, ist, die Aurum-Box aus der Klang und Ton-Zeitschrift nachzubauen. Und für diese gibt es auch eine Impedanzlinearisierung.
 Oder muss ich die beiden gegeneinander abstimmen?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 13.03.2013 09:00
Hi mredge,
eigentlich wird der Amp auch ohne GK am AÜ gesteuert, die Impedanz und deren Schwankungen werden mit dem festen Übersetzungsverhältnis am AÜ auf die KT88 übertragen, bei einem 3  k AÜ für 8ohm sieht die Endröhre 3000 Ohm, schwankt die Impedanz was bei Lautsprechern völlig normal ist , arbeitet die Röhre mit einem schwankenden Arbeitswiderstand,mit entsprechend mehr oder weniger Verzerrungen und möglicher Leistungsabgabe .
Die Änderung des Frequenzgangs bei schwankender Impedanz kommt durch den relativ hohen Innenwiderstand des Röhrenverstärkers zustande,darum ist es einem Transistoramp mit sehr kleinem Innenwiderstand egal ob die Impedanz schwankt, der Frequenzgang bleibt linear .
Die I-Linearisierung bei Boxen glättet  normalerweise  nur die Schwankungen der Impedanz im Mitteltonbereich, im Bassbereich bleibt das Problem bestehen, es sei denn du linearisiertest den Bereich auch, theoretisch berechenbar, stimmt meistens aber nicht, dafür brauchst du ein Messystem welches die Impedanz kurve aufnehmen kann.
Also die angebotene I-Linearisierung bei dem Bauvorschlag auf jedem Fall einbauen, auch wenn es nur den Mitteltonbereich der I-Kurve glättet .
Die 2 in Reihe geschalteten Spulen für den BG20 machst du möglichst niederohmig,zB.
LU62/068/140 0,24 Ohm,  für die 2,2 mH COT62/2,2/14 0,29 Ohm (Intertechnik),
bei den Hochtonkondensatoren würde ich die Audyn CAP Plus nehmen, die sind noch bezahlbar und vergleichbar mit Mundorf Supreme .
Sollte der Bass ohne GK zu brabbelig sein, nimmst du eine Matte SONOFIL und legst die unten ins Gehäuse, über die Reflexöffnung.

Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 24.03.2013 12:49
So, hab gestern mal ein paar Sachen mit dem Amp durchgespielt und bzgl der Gegenkopplung letztendlich bei folgendem gelandet: 33k, parallel dazu 820pF Gesamtgegenkoppplung, die KT100 laufen jetzt im Pentodenbetrieb, nicht mehr Ultralinear. Gegenüber der Schaltung ohne GK und mit Ultralinear-Betrieb klingt der Amp subjektiv etwas besser (vor allem scheint der Frequenzgang gleichmäßiger), verliert aber auch einiges an Lautstärke und etwas Lebendigkeit.
Ich lasse das jetzt erst mal so laufen, bis ich die neuen Boxen dran habe. Mal sehen wie die Kombi dann klingt und ob ich dann noch weiter optimiere.
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: Hardcorebastler am 24.03.2013 17:08
Wie viel dB GK hast du jetzt eingebaut ?
Titel: Re: Womit starten? Was wird mein erster Verstärker? - KT88SE Hifiverstärker
Beitrag von: mredge am 24.03.2013 17:49
Keine Ahnung, das muss ich noch messen. Es gibt für die GK ja eine gute Vorlage (den ursprünglichen Dieckmann-Schaltplan). Ich hab mein Oszi erst letze Woche ersteigert und muss erst mal lernen, damit umzugehen...