Tube-Town Forum

Technik => Tech-Talk Design & Konzepte => Thema gestartet von: fiestared am 19.04.2012 11:34

Titel: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.04.2012 11:34
Hallo allerseits !

Bock es nochmal tun ? ...

Das war die Frage, die mir nach meinem Erstlingswerk ((noch) s.l.) immer mal wieder durch den Kopf ging. Die Antwort war kurz und einfach - NEIN. 
Nun ja, es sind seitdem gut eineinhalb Jahre vergangen - und ich muss sagen - ich bin mit dem Resultat erstaunlicher weise immer noch sehr zufrieden... 8)

Und dennoch - mit einem Mal beantwort mein innerer Schweinehund die Frage mit "JA, tue es" . Nun gut - here we go.

Ich werde diesmal versuchen, sofern es die Zeit zulässt, auch ein wenig vom Bau zu berichten, den Schaltplan ins forum posten, etc.
Allerdings werde ich dabei sicherlich nicht an die Qualität und Ausführlichkeit von (z.B.) Nils.H herankommen (@Nils - das ist wirklich klasse wie Du Dein Wissen & Erfahrung hier einbringst).

Ich hoffe ich kann diesem Forum dennoch die ein oder andere Anregung "zurückgeben" - ich habe hier viel gelernt...

Aber nun zum Amp:
Im Prinzip ein simpler einkanaliger - aber mit mehreren "Charakter"-Varianten (dazu später mehr). Inkl. die Möglichkeit auf Clean zu schalten. Diesmal kein Reverb - dafür zuschaltbarer FX-Loop.

Technische Ausführung:
Chassis: TT004 ungebohrt
Enstufe: 2x EL34 mit ca. 35W & 12AX7 als PI
Vorstufe: 3x12AX7 davon eine rein als alternativ schaltbarer CF
FX-Loop: Mal sehen
AÜ: Hammond 1650HA (Pri. 6k6, 40W)
NT: Sonderanfertigung 295-0-50-295, 2x250mA, 6,3V 7A, 6V 1A, liegend M102
Choke: Hammond 4H, 100mA, 103 Ohm

   
Ich war in der Wartezeit ( :-\) bzgl. der Lieferung des NT-Trafos schon fleißig und so gibt's als "warm up" ein paar Bilder vom Stand der Dinge..

Bald mehr
Axel


Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: kugelblitz am 19.04.2012 17:58
Hallo Axel,

Komet Anleihen im Avatarbild, 6k6 fuer den OT und "nur" 35 Watt, NT stark ueberdimensioniert, die Roehrenanzahl stimmt...

Aber nun zum Amp:
Im Prinzip ein simpler einkanaliger - aber mit mehreren "Charakter"-Varianten (dazu später mehr). Inkl. die Möglichkeit auf Clean zu schalten. Diesmal kein Reverb - dafür zuschaltbarer FX-Loop.

Ohne die Spannung zerstoeren zu wollen, so wie ich das sehe gibt es wieder Hochzeit bei den Fischers ;) Bei meiner "One Trick Pony Farm" bin ich noch immer nicht mangels Zeit zur Metallbearbeitung gekommen. Sollten meine Annahmen stimmen bin ich gespannt welche Flavours Du verheiratest.

Viel Spass dabei,
Sepp

Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.04.2012 22:38
hallo... und weiter geht's

Wie schon oben erwähnt hatte ich mich entschlossen mir einen NT anfertigen zu lassen - was natürlich deutlich länger dauert, als hier im Shop vormittags einen Hammond xy zu bestellen und ihn am nächsten Tag einbauen zu können. (Dirk's Lieferzeiten sind, dass sei mal erwähnt, wirklich nicht zu unterbieten).
Nun ja, da wie wir alle wissen, selberbauen viel viel günstiger ist, als einfach einen fertigen Amp zu kaufen, wollte ich es auf die Spitze treiben (:devil:) und habe mir einem Custom-Made NT anfertigen lassen.

Davon ab. Die Hammonds sind meines Erachtens qualitativ über jeden Zweifel erhaben. Leider habe ich keinen wirklich passenden
gefunden.
- Bei der Guitar-Serie waren mir die Spannungen zu hoch - oder der 6,3V zweig zu schwach
- bei der 300er Standard-Serie allein primärseitig schon zu viel "Optionsgewusel" (die nicht gebrauchten Litzen wollen ja schließlich auch irgendwo sicher aufgelegt werden), und falls die Sek. Spannung meinen Vorstellungen für diesen Amp entsprechen - zu schwach auf der Brust   

Also, wenn schon viel Geld ausgeben, dann kommt's auf die rund 50€ Mehrkosten m.M.n. auch nicht mehr an.

Außerdem hat die lange Wartezeit - mit 4-6Wochen muß mal wohl rechnen - zur Folge, dass man z.B. das Pferd auchmal von hinten aufzäumt und den Headshell bereits vor dem Amp fertigstellt.... ;)

Zum Headshell
- Anforderung: Möglichst kompakt
- Material Headshell - Buchen-Leimholz 18mm (ich liebe es, ...fast zu schade Tolex drüber zu kleben)
- Als Kleber für die Tolex-geschichten habe ich einfachen Standard Ponal & Ponal Express verwendet
  muß man richtig dick auftragen (ich habe so'n ca. 0,5-1,0mm Film aufgetragen & alles bestens)
  äßt sich super verarbeiten und man bekommt den Eindruck, dass das rückwärtige Tolexgewebe beim trocknen mit der Buche
  verwächst.
  (Beim letzten mal habe ich 'nen Sprühkleber verwendet und kam nicht so gut damit zurecht. Obwohl im Freien verwendet hat
  alles irgendwie geklebt nur der tolex nicht so richtig.. grrr)
- Wer übrigens den Innenraum (ob's was bringt?) mal mit Alufolie auskleiden will:
  1. Ist 'ne echte Plakerei  2. Im Testfeld waren auch Pattex, Uhu, etc. - aber das beste Resultat bzgl. Haltbarkeit (Alu auf Holz)
  lieferte für mich völlig überraschend: Ponal


So nun reichts - anbei ein paar Bilder

Ach, so @sepp: Ja, Deine Annahmen gehen in die richtige Richtung ;)
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.04.2012 22:43
... noch ein paar
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 25.04.2012 18:56
Hallo - es geht voran...

Nachdem ich das Headshell fertiggestellt hatte, habe ich mich, da der Schaltplan quasi steht, am Wochenende um die weiteren Alu-Bohrarbeiten gekümmert.
Das passte es gut ins Geschehen, dass der NT-Trafo Samstagmittag eintrudelte...  Naja, wie heißt's so schön - Wenn's mal läuft, dann läuft's ;D
Er ist wie erwartet ein echter Kerl . Kurz nochmal beim Lieferanten nach der Richtung des Streufelds erkundigt, und den entsprechenden Durchbruch in das Chassis "gesägt". Dies ging mit einer Stinknormalen Stichsäge & einem guten, frischen Sägeblatt für Metall deutlich besser als ich angenommen hatte.
Noch ein paar der üblichen Nacharbeiten (wie z.B. entgraten, etc.) und das Chassis ist fertig für die Kür... 8)

Dennoch: Diese Metall - Bohr, Fräs, Schleifarbeiten werden wohl nie mein Ding werden,
 - auch wenn ich diesmal offensichtlich so genau gebohrt habe, dass alle Potis etc. ohne Nacharbeiten durch das Chassis & Frontplatte passen...

Ich bin jetzt bereits bei der Montage und es stellt sich mal wieder die Frage:

Was machen mit den beiden AÜ UL-Anzapfungen (Hammond Trafo) ?
Ich werde sie NIE gebrauchen... Also:  kürzen & Schrumpfschlauch & gut?
Oder auf Lötstützpunkt aufsetzen ?

Wie mach Ihr das ?

Schaltplan folgt
Bis bald
Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 26.04.2012 20:19
... na, denn

Das Problem UL-Anzapfungen habe ich auf elegante Weise gelöst. Kurz Abdeckhauben vom AÜ montiert, UL-Leitungen sinnig gekürzt, jeweils Silikon & Schrumpfschlauch drüber und die Enden direkt unter den Abdeckhauben verschwinden lassen - fertig.
Wieder ein wenig "Kabel-Wirrwarr" im Chassis gespart.

Der NT-Trafo ist angeschlossen - und Heizung verlegt. Auch das NT-Board habe ich zum Test mal provisorisch angeschlossen (nur die HV-Gleichrichtung). Einfach mal um zu schauen, was so an den Elkos ankommt. 420V - Hm, ein bischen viel für 2x 295V AC & Zweiwege GR...
Auch die Heizspannung liegt bei voller Bestückung bei rund 6,65V allerdings mit 2x 6L6 Röhren. Im Leerlauf sind es ca. 7V !. Naja, später sollen ja EL34 rein - da wird's wohl nochmal etwas runter gehen. Mal sehen...

Etwas stolz bin ich auf die Idee, die Lötstütz-Ösen (ne, die heißen anders, oder ?) zu zweckentfremden (s. Bilder). So bleiben die Kabel da wo sie sind & hingehören 8).

Abschirmbleche hinsichtlich AÜ - Sekundärleitungen werde ich, obgleich V1 gegenüber liegt, wohl eher nicht brauchen. Ich werde den
"Kabelzopf" der Speaker-Leitungen an der Chassis-Kopfseite zu den Speakerbuchsen führen - eine echte Strecke ist das eh nicht.
Übrigens leg' ich alle Ausgangs-Impedanzen jeweils direkt auf eine Speakerbuchse.   Impedanz-Wahlschalter ... tss,tss, sss  ::)

Habe gestern abend mal Eagle bzgl. Schaltplan angeschmissen  - ehrlich gesagt ... dauert mir zu lange.
Papier & Bleistift, dann Foto und gut.

bis bald
axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 27.04.2012 16:53
So nun mal langsam die Schaltpläne

NT:
Es gibt einen "SAG" Mode. Realisiert mit einem 2Pol APEM "EIN-AUS-EIN" Schalter als Standby-Schalter. Hierbei möchte ich das Bias gleich ein Stück weit (und zwar automatisch) mit anpassen. Deswegen auch (s. zweites Bild) der nicht ganz übliche Bias-Versorgungszweig.

Mal sehen ob & wie gut das funktioniert.. 

Im Übrigen - feedback is welcome ! 
Also, über Kommentare, Kritik, Anregungen, Warnungen, etc. würd' ich mich freuen!

Gruß Axel

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 27.04.2012 17:50
Hi Axel,

wenn ich es richtig sehe, läuft die Achse des Streufeldes komplett längs durch das Chassis und damit direkt durch die Vorstufenröhren. Ich hätte den NT um 90° gedreht.

Die Heizverdrahtung hätte ich so gelöst, dass die Leitung zuerst an die Endstufenröhren geht, da fließt der meiste Strom. So wie bei dir fließt der hohe Strom ja quasi an den beiden ECC83 vorbei und damit hast du dort auch ein relativ großes Störfeld, was später eventuell zu Problemen führen kann.

Hast du mal ausgerechnet, wieviel Spannung an den beiden 15 Öhmern (es sind doch 15 Ohm, oder?) abfällt? Bei einer Stromaufnahme von 100mA sind das 1,5V pro Widerstand! Das wirst du nicht hören und die Bias-Anpassung ist da auch nicht nötig!
Der Bias-Zweig kommt mir auch unnötig kompliziert vor.

Den parallelen 32µF-Elko an B+ würde ich nicht machen. Meiner Erfahrung nach gibt es Probleme mit der gemeinsamen Masse für PI und B+.
Ich empfehle dir noch einen Bleeder für das Netzteil vor der Diode, nach der Diode besorgt das ja die Heizungshochlegung.

Grüße,
Mathias

Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 27.04.2012 18:20
Hallo Mathias,

Danke für die Hinweise !

Tja, das mit dem Trafo-Streufeld ist so'ne blöde Sache. Ich habe auch gedacht - und bin immernoch skeptisch - , daß der Trafo um 90° gedreht werden müsste. Alle liegend eingebauten Trafos (Marshall, Fender) die ich gesehen habe lagen meiner Meinung (Erinnerung) nach auch anders - auch zu erkennen am teilweise vorhandenen FLUX-Band, welches meines Wissens immer parallel zu den Wicklungen liegt. Allerdings sind dies wohl meist EI-Kerne.

Dieser hier ist ein M102 Kern.

Da ich mir nicht sicher war und der Ausschnitt im Chassis rechteckig sein muß - d.h. ich kann ihn eben nicht einfach mal so um 90° drehn - habe ich diesbezüglich nochmal den Hersteller bzw. Lieferant befragt. Der hat mir versichert, daß das Streufeld entlang der  Längsseiten  liegt und auf dieses (s.u.) Anschauungsbild verwiesen. Hm...


Gruß axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 27.04.2012 18:39
Den parallelen 32µF-Elko an B+ würde ich nicht machen. Meiner Erfahrung nach gibt es Probleme mit der gemeinsamen Masse für PI und B+.
Ich empfehle dir noch einen Bleeder für das Netzteil vor der Diode, nach der Diode besorgt das ja die Heizungshochlegung.

Grüße,
Mathias

Nee, das besorgt die Heizungshochlegung auch insgesamt, da die Diode in diese Richtung nicht sperrt und bis zur Entladung der Dicken Strom gezogen wird...

Gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 27.04.2012 18:40
Hi,

das Problem ist, dass der Trafo am stärksten in Richtung der Wicklungsachse streut. Dein Netztrafo "schießt" damit längs durch das Chassis.

Dein angehängtes Bild zeigt da leider nur die halbe Wahrheit.

Marshall hat den gleichen Fehler übrigens in den frühen Reissue JTM45 gemacht, die haben gebrummt wie Hölle weil der Trafo falsch eingebaut war.

Stell dir die Wicklungen des Trafos wie ein Kanonenrohr vor, in dieser Achse würde ich Vorstufenröhren vermeiden.

Grüße,
Mathias

EDIT: Mit der Diode hast du Recht, sorry...
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 27.04.2012 18:48
hallo mathias

Verdammt, das nächste mal verlass ich mich auf mein Bauchgefühl, denn damit hätte ich richtig gelegen.
Ich merk grad' wie mein Blutdruck steigt und meine linke Hand die Nummer des Lieferanten aus der Karteikiste wühlt... Grrr

axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Hans-Jörg am 1.05.2012 13:08
Hi,
na und wie ist das jetzt mit EI und M102 Kern?
Ich würde auf den erstmöglichen Probelauf warten. Das Schlimmste (außer noch mal Metallnacharbeit) wird wohl etwas Leitungslängen ändern sein. Laß mal ein bisschen Luft um den NT herum, falls ...

Ich habs vieleicht überlesen, aber welche Kometschaltung nimmst du?

Grüße

Hans-Jörg
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 1.05.2012 13:56
Hallo Hans-Jörg,

...tja, es ist wohl bzgl. Streufeld egal, ob man abwechselnd gegeüberliegende "M's" als Trafobleche ineinander geschoben hat, oder abwechsend "E's" + "I's" aneinander legt und zu einem Trafokern stapelt...
Das Resultat: Es ergibt sich von oben betrachtet eine innere Wicklungsachse in deren Richtung das Haupt-Streufeld liegt. Das Bild oben zeigt nur , - wie Beano schon angemerkt hat "leider nur die halbe Wahrheit". Was da gezeigt wird scheint nur das nähere "Brumfeld" des Trafos zu sein, was mit ein bischen Abstand nicht wirklich ein Problem ist. Wenn doch - dann halt ein sogenanntes "FLUX"-Band aus Kupfer (kennt man ja).

Ich hab's bereits ausprobiert. Endstufe in Betrieb genommen, eine Standard PI Testplatine hatte ich mir beim letzten Amp gebastelt (echt praktisch zum Testen), und eine Triode davor (100k / 1k5 || 22µF) mit 33k Gridstopper und 22nF - auch eine kleine Testplatine -
und volle Suppe auf den PI.

Strat dran - ich dachte alles super - ausser dem typischen Strat-Surren nix - kein brumm, kein zwitschern oder sonstiges...
aber richtig Wumms.
Strat zu gedreht - absolute Stille ! Glück gehabt dachte ich und dabei ganz vergessen, dass ich damit natürlich auch die einzig empfindliche Stufe am Eingang auf Masse lege...  ::)

Als ich meine Paula angeschlossen habe, hatte ich bei leicht aufgedrehtem Volumenpoti nämlich plötzlich auch das typische Strat-Surren auf den Ohren.... Toll. >:(

... Bin gerade dabei den Trafo zu drehen..

Zu den Komet (Anleihen) die ich geplant habe:  1x "Komet 60" + "Komet Concorde" (schaltbar : ich ersetzt die dritte Triode mit'ner Kathodenfolgerstufe)

Genaueres später
Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 6.05.2012 23:13
So liebe Leute,

ich hatte die ganze Woche viel zu tun und deshalb erst jetzt etwas zum Stand der Dinge - es gibt ja, wie ich sehe, einige interssierte Mitleser dieses Threads...

Also: Der Trafo beschäftigt mich immer noch oder besser gesagt immer wieder neu. Aber der Reihe nach.

- Das Einstreu-Problem hat sich, wie zu erwarten, durch drehen um 90° ins Nirvana verabschiedet.


Dennoch eine Sache weswegen ich im Grunde dreifach angesäuert war.
Erstens - ich hätte ihn einfach gleich so einbauen sollen (wie ich es mir gedacht hatte und nicht auf den Hersteller vertrauen sollen mit seinem "Streufeld" - Bildchen.
Zweitens - die Arbeit. Der Aufwand war nicht unerheblich, da ich wegen des anfallenden Alu-Staubes alles wieder ausgebaut (bzw. Röhrensockel abgeklebt) habe. Die Lötstellen sind nun auch nicht mehr "first-Take". Am Chassis mehr weggefräst ist als eigentlich nötig. >:(
Drittens - Die Heizungsverdrahtung verlängert oder erneuert werden muß. 

Hiermit bin ich allerdings quasi gleich ber nächsten "Custom"-Trafo Geschichte, das Leiden geht weiter

Ich hatte den Amp - ausgestattet mit meinen Testplatin'chen (PI + 1 Triodensystem) - die Woche gleichmal zum Stapellauf mit zur Bandprobe. Ich dachte mal sehn - ein paar cleane Sachen werden schon gehen....
Pustekuchen - zwei 12ax7 haben sich sang und klanglos verabschiedet. Zu hohe Heizspannung war wohl das Thema - was anderes war an deren Sockeln nämlich noch gar nicht verdrahtet. Toll !!! Nie wieder ein Trafo dieses Herstellers.

Gemessene Heizspannung bei zugegeben hohen 236V aus dem Netz: 6,85V !!! 

Hatte ja bereits weiter oben erwähnt, dass mir die Sekundärspannungen von Anfang an durch die Bank weg ein wenig hoch vorkamen.
Habe diesbezüglich auch schon Mailverkehr mit dem Hersteller gehabt.

Lapidare Antwort:

"... Habe den Wickler ans Telefon bekommen.
Datenüberprüfung

Der Trafo an sich ist richtig gewickelt.
Der Fehler liegt darin, dass er überdimensioniert ist.
Transformatoren liefern ihre Kennwerte erst dann, wenn er auch richtig
belastet wird. ...
"

Nun mit 2x EL34 ~ 3,2 A  + 5x ECC83 ~ 1,5A =  ~ 4,7A sollte eine Heizwicklung mit angegeben 6,3V / 6A auch nicht allzu unterbelastet sein... Oder ?

Wie seht ihr das ?

Nur gut, dass ich mir vorher noch nicht die Mühe gemacht habe die Heizungsverdrahtung zu erneuern. Habe jetzt einen 0,1 Ohm/25Watt Widerling mit reingehangen und nach Adam Riese bei 4,7A Heizstrom einen Spannungsabfall von 0,47V.
Ich lande jetzt bei rund 6,4V.

So weit so gut, aber was für ein Gefriemel!
Dabei wollte ich doch ursprünglich eigentlich einen einfachen und ganz sauber aufgebauten Amp an den Start schicken.

Übrigens - der "überdimensionierte" Trafo wird bereits im Leerlauf  (also ohne ein Signal am Eingang) - wer hätte jetzt auch noch etwas anderes erwartet  - ziemlich heiß...  >:(

Nun ist's wie's ist. Der Bau geht weiter...

Gruß Axel





Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: cca88 am 6.05.2012 23:22
So liebe Leute,

ich hatte die ganze Woche viel zu tun und deshalb erst jetzt etwas zum Stand der Dinge - es gibt ja, wie ich sehe, einige interssierte Mitleser dieses Threads...

Also: Der Trafo beschäftigt mich immer noch oder besser gesagt immer wieder neu. Aber der Reihe nach.

[SNIP]

Lapidare Antwort:

"... Habe den Wickler ans Telefon bekommen.
Datenüberprüfung

Der Trafo an sich ist richtig gewickelt.
Der Fehler liegt darin, dass er überdimensioniert ist.
Transformatoren liefern ihre Kennwerte erst dann, wenn er auch richtig
belastet wird. ...
"

Nun mit 2x EL34 ~ 3,2 A  + 5x ECC83 ~ 1,5A =  ~ 4,7A sollte eine Heizwicklung mit angegeben 6,3V / 6A auch nicht allzu unterbelastet sein... Oder ?





Wie seht ihr das ?

Nur gut, dass ich mir vorher noch nicht die Mühe gemacht habe die Heizungsverdrahtung zu erneuern. Habe jetzt einen 0,1 Ohm/25Watt Widerling mit reingehangen und nach Adam Riese bei 4,7A Heizstrom einen Spannungsabfall von 0,47V.
Ich lande jetzt bei rund 6,4V.

So weit so gut, aber was für ein Gefriemel!
Dabei wollte ich doch ursprünglich eigentlich einen einfachen und ganz sauber aufgebauten Amp an den Start schicken.

Übrigens - der "überdimensionierte" Trafo wird bereits im Leerlauf  (also ohne ein Signal am Eingang) - wer hätte jetzt auch noch etwas anderes erwartet  - ziemlich heiß...  >:(

Nun ist's wie's ist. Der Bau geht weiter...

Gruß Axel



Hallo Axel,

ob 6,3 oder 6,8V interessiert eine "normale" 12AX7 nicht die Bohne. Das ist gerade mal ~+8%

Da Du 236V primär mißt, ist der Heizspannuingswert beinahe schon perfekt - ehrlich.
Ich würde mir diesbezüglich keinerlei Gedanken machen und auch nicht mit irgendwelchen "Perfektionswiderständen" anfangen.


Die Ursache muß wo anders liegen... woran sind die 12AX7 denn gestorben - oder andersrum - woher weißt Du, daß sie tot sind?



Grüße

Jochen
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 6.05.2012 23:32


Hallo Axel,

ob 6,3 oder 6,8V interessiert eine "normale" 12AX7 nicht die Bohne. Das ist gerade mal ~+8%

Da Du 236V primär mißt, ist der Heizspannuingswert beinahe schon perfekt - ehrlich.
Ich würde mir diesbezüglich keinerlei Gedanken machen und auch nicht mit irgendwelchen "Perfektionswiderständen" anfangen.


Die Ursache muß wo anders liegen... woran sind die 12AX7 denn gestorben - oder andersrum - woher weißt Du, daß sie tot sind?




Hallo Jochen


.. na, der Heizfaden glüht erst gar nicht mehr..
Hat er aber voher!

Nun gut es waren alte ausgelutschte (ich nehme an) China Dinger mit Fenderlabel mit bereits weißlichem Belag in Sockelnähe

Gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: cca88 am 6.05.2012 23:42

Hallo Jochen


.. na, der Heizfaden glüht erst gar nicht mehr..
Hat er aber voher!

Nun gut es waren alte ausgelutschte (ich nehme an) China Dinger mit Fenderlabel mit bereits weißlichem Belag in Sockelnähe

Gruß Axel

Hallo Axel,

Womit misst Du?

Bei 236V Primär sind 6,8V genz nah dran; +/-10% ist defintiv innerhalb der Röhrenspezifikation

Eine ECC83 dürfte sogar 5V-9V abkönnen; weniger als 6,3V  ist normalerweise schlechter als etwas mehr; früher wurde der optimale Bereich mit -10%/+20% angegeben

Grüße



Jochen


Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 7.05.2012 11:58
Hi Axel,

bezüglich der Heizspannung sehe ich das wie Jochen. 6,8V sollten eine Röhre nicht sofort killen...

Noch ein allgemeiner Hinweis: überprüfe nochmal deine Lötstellen, einige sehen auf den Fotos nicht gut aus - besonders der linke Anschluss des Presence-Potis, wo du Teile der Isolation mit "eingebacken" hast.

Grüße,
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Hans-Jörg am 7.05.2012 13:01
Hallo Axel,
deine Heizspannung ist in Ordnung. Die hat die Heizwedeln deiner Röhren sicher nicht gekillt.
Habe auch heute die Heizung einer EL84 bei 6,35 Volt verloren. Vieleicht hast du mit diesen Röhren schon zu viel getestet und sie einfach gestresst. Bei meiner würde ich das mal annehmen. War meine erste Röhre überhaupt  ;D

Aber was Anderes: hast du schon einen Plan für deine Komet60/Concorde Ehe?
Und würdest du die mit dem Fourum (mir) teilen.
Das ist nähmlich auch mein nächstes Projekt und deine Schaltvorhaben interessieren mich, weil ich mich nicht entscheiden kann zwischen diesen beiden Trainwrecks.

Hast du auch vor die Gleichrichtung umschaltbar zu machen, da ja beide je eine Andere haben (Diode/Röhre)?

Grüße

Hans-Jörg
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 7.05.2012 15:13
Hallo,

gut zu hören, dass 6,8V kein Problem sein sollten. Wurde hier im Forum auch schon öfters - und teilweise kritischer - diskutiert.
Meine gelesen zu haben, alles über 6,6V sei Käse
Naja, wie dem auch sei - die beiden Röhren hatten wohl eh schon das Gröbste hinter sich, und kamen als Teströhren direkt aus der Wühlkiste in die Sockel - von daher kein Verlust.


...
Womit misst Du?
...
Grüße
Jochen

Mit Krokoklemmen direkt am Sockel

@Hans-Jörg: a.) Ja, Plan landet auch im Forum   b.) Nein nur Dioden-Gleichrichtung, aber wahlweise direkt, oder mit jeweils  33Ohm in den HV-Leitungen.

@Mathias:  Bei den Lötstellen geb'ich mir eigentlich recht viel Mühe, allerdings habe ich momentan einen Lötdraht der relativ viel braun-schwarze Flussmittelrückstände hinterlässt - der den ich vorher hatte, war besser (wahrscheinlich war mehr Blei drin :devil:)
Die linke Lötstelle am PresencePoti habe ich überprüft - die ist in Ordnung. Das dort verwendete Kabel ist ein Reststück von der Drossel und keine Silikon-Litze die ich sonst so verwende. Der Isolation wurde es wohl ein wenig warm ;D

gruß
axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 7.05.2012 15:27
Hi Axel,

mit der erhöhten Heizspannung hast du wohl eine etwas verringerte Lebensdauer der Röhren, ob es sich wirklich bemerkbar macht weiß ich nicht.

@Hans-Jörg: a.) Ja, Plan landet auch im Forum   b.) Nein nur Dioden-Gleichrichtung, aber wahlweise direkt, oder mit jeweils  33Ohm in den HV-Leitungen.

Ich glaube auch die 33 Ohm wirst du kaum bis gar nicht hören, die würde ich mir sparen. Eine GZ34 hat IIRC einen seriellen Widerstand von 175 Ohm. Um eine Gleichrichterröhre zu simulieren, musst du also in diese Größenordnung gehen.


Die linke Lötstelle am PresencePoti habe ich überprüft - die ist in Ordnung. Das dort verwendete Kabel ist ein Reststück von der Drossel und keine Silikon-Litze die ich sonst so verwende. Der Isolation wurde es wohl ein wenig warm ;D

Wie hast du das denn überprüft? Man sieht doch eindeutig, dass du dort einen Teil der Isolation mit eingeschmolzen hast, die dir jetzt die Lötstelle verunreinigen kann - ich finde das sehr suboptimal und würde das Lot nochmal entfernen und neu löten.

Grüße,
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 7.05.2012 21:42

....
Ich glaube auch die 33 Ohm wirst du kaum bis gar nicht hören, die würde ich mir sparen. Eine GZ34 hat IIRC einen seriellen Widerstand von 175 Ohm. Um eine Gleichrichterröhre zu simulieren, musst du also in diese Größenordnung gehen.
...

Hallo Mathias

Ja, natürlich soll das ganze etwas in Richtung Röhrengleichrichtung gehen & tut es auch. Aber eine richtige Röhrengleichrichtung
ist mir definitiv zu viel des Guten. Ich hab's an meinen anderen Amp mal mit 2x 47 Öhmern im AC-Zweig getestet. Im übungsraum
 & volle Kanne - war mir schon zu extrem. Voltmeter dabei an der Anodenleitung gehabt und beim Saitendreschen einen Spannungsabfall von knapp 60V ausgemacht. (ohne die Dinger ~ 20V)  Ich kann nur sagen - das hört man deutlich.

Ich denke, du hast dies ja auch schon mal weiter oben geschrieben, dass du ganz übersiehst es geht hier um AC nicht DC.
Klar, bei DC gilt 100mA - 33Ohm -> 3,3 V  wird man nicht - und ich auch nicht - hören.
Bei AC - es geht hier um den Ladestrom der Elkos - ist der Stromfluss, dem Sinus sei dank, in den Spitzen höher und damit der Spannungsabfall größer. Außerdem muß man die beiden 33'er wohl addieren = 66 Ohm.

Lange Rede: Im Leerlauf habe ich bei momentan ca. 110mA  eine Spannungsdifferenz von rund 11 Volt gemessen. Bei einem Belastungsimpuls geht das noch deutlich weiter auseinander.
Das Verhalten hängt natürlich wohl auch vom Innenwiderstand des Trafos ab.

Auch schön mit dem PSU-Designer nachzuvollziehen.

Gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 8.05.2012 09:14
Hallo

anbei ein update des Netzteilschaltplans - ich habe hierbei insbesondere einen Hinweis von Mathias bzgl. PI & Masse beherzogt.
Die Siebung hat sich dadurch von

82µF -      drossel          - 50µF - 1K - 33µF - 1k5 - 22µF - 1k8 - 22µF....

auf

72µF - drossel + 47Ohm - 50µF - 1k - 33µF - 1k5 - 33µF - 1k8 - 22µF ...

geändert.
Und  zwei Massepunkte mehr. Der 47 Ohm Widerstand ist eher zur Gewissensberuhigung - bei den 6L6 lag die Spannung an den Screens 'nen knappes Volt über der der Anoden...  Bei den geplanten EL34 ist das sicher nicht so, aber wer weiß  schon was irgendwann mal drinsteckt.

Grüße
axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 8.05.2012 09:50
Hi,

warum machst du den Bias-Zweig so kompliziert?? R12,13,14 und D7 kannst du doch weglassen....

Die Bias-Spannung solltest du nicht am Schleifer abgreifen, sondern direkt am 2. Bias-Elko und das Poti als regelbaren Widerstand verschalten.

Den Widerstand nach der Drossel würde ich mir sparen.

Hast du mal im Datenblatt gecheckt, ob der 7805 2200µF ab kann? Scheint mir unnötig hoch, ich würde da etwas runtergehen und dafür noch einen 100n parallel setzen.

Die HT-Sicherung finde ich mit 1,6A viel zu hoch, 500mA sollten reichen. Optimalerweise setzt man die auch AC-mäßig direkt an die Wicklung.

Grüße,
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Nils H. am 8.05.2012 10:38
Moin,

Die Bias-Spannung solltest du nicht am Schleifer abgreifen, sondern direkt am 2. Bias-Elko und das Poti als regelbaren Widerstand verschalten.

als Alternative: Ich greife die Bias-Spannung am Schleifer ab, Brücke den Schleifer des Potis aber mit einem 220k zum oberen Anschluss des Potis. Wenn der Schleifer abhebt, liegt dann über den 220k die maximale negative Vorspannung am Gitter der Röhren. Die Spannung am Schleifer abzunehmen finde ich "berechenbarer".

Gruß, Nils
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 8.05.2012 10:41
Hi Nils,

was meinst du denn mit "berechenbarer"? Ich bin mit der Variante à la Marshall immer gut gefahren.

Der 220k am Poti wäre mir schon ein Bauteil zuviel  :devil:  - keep it simple

Grüße,
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Nils H. am 8.05.2012 11:14
Moin Mathias,

Hi Nils,

was meinst du denn mit "berechenbarer"? Ich bin mit der Variante à la Marshall immer gut gefahren.

Der 220k am Poti wäre mir schon ein Bauteil zuviel  :devil:  - keep it simple

Grüße,
Mathias

ich gebe zu, das ist meine Variante von "Flöhe husten hören" - nennen wir es "Bias Voodoo". Ich verbaue ja - wie viele andere - auch immer die einfachen liegenden Trimmer, damit ist das Ruhestrom einstellen ja eh immer Fummelkram. Erschwerend kommt dazu, dass ich den BIAS-Kreis immer recht großzügig auslege, so dass ich nach oben und unten genug Spiel habe für zickende Röhren oder andere Typen.

Wenn man das Biaspoti als veränderlichen Widerstand verschaltet, bekommt man einen veränderlichen Spannungsteiler, und das Teilerverhältnis ändert sich mit der Potiposition. Das Resultat ist, dass die gleiche Drehung des Potis im weniger negativen (heißeren) Bereich eine größere Änderung der Spannung zur Folge hat als im negativeren (kälteren) Bereich. Der Effekt ist je nach Verhältnis der Widerstände und des Potis zwar subtil, aber vorhanden - je größer das Poti gegenüber den anderen Widerständen ist, umso stärker ist dieser Effekt.

Der Widerstand über dem Poti ändert zwar auch die Regelcharakteristik, ist aber mit 220k gegenüber dem (von mir verbauten) 10k-Poti ausreichend groß, dass das nicht so auffällt.

Die ganze Problematik kann man aber natürlich umgehen, indem man einen Spindeltrimmer verbaut - dann ist's auch kein Fummelkram mehr  ;D .

Gruß, Nils
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 8.05.2012 11:25
hallo allerseits

also die von Nils propagierte Variante ist sicherlich der Königsweg. Aus mehreren Gründen. Dies habe ich auch in meinem Erstlingswerk so gemacht.
a. ) hebt der schleifer ab -> kriegen die Endröhren automatisch den kältest einstellbaren Arbeitspunkt verpasst und sind in Sicherheit ;D
b.) Die Regelweg-CHarakteristik ändert sich quasi nicht.
c.) nicht zu vergessen, auch wenn es nicht so drauf ankommt, die Last am Biaszweig (und damit die Restwelligkeit) ändert sich ebenfalls nicht.

Hier vertraue ich ersteinmal den Vishay 10-Gang Präzisionspoti  :devil:

Den Biaszweig finde ich auch nicht kompliziert. Dann wäre auch jede Zweiwege-Gleichrichtung kompliziert. Das hatte auch seine Gründe, auch wenn ich einen kleinen Denkfehler gemacht habe.

DIE IDEE:
Ich habe im Leerlauf einen Spannungsabfall von 10-12Volt hinter den beiden 33'gern, also  ~  1/40 der B+ Spannung.
Die Hoffnung war, dass sich dadurch auch die Biasspannung um 1/40 reduziert (immerhin bei -40V auf -39V steigt), um ungefähr bei einer Verlustleistung von sagen wir 60%  zu bleiben.
Beim Belastungsimpuls (aufgedreht - voll in die Saiten) sollte die Biasspannung möglichst schnell drauf reagieren - quasi ein Hauch von Auto-Bias (Kathoden-Bias) mitbringen. Deswegen auch die relativ kleinen 10µF C's aber mit 100Hz.

Da die Bias versorgung bereits so in Betrieb ist & funktioniert, ändere ich sie auch nicht mehr - denn das wäre kompliziert.  ;)

Vielleicht kommt doch noch ein "Sicherheits"- Widerstand vom Eingang an den Schleifer - mal sehen.


Übrigens: Wer mal so ein Vishay verbauen möchte - ein Tip:
a.) unbedingt Vishay Potiknopf verwenden - ich habe dummerweise einen günstigeren mit änlicher Optik gekauft und feststellen müssen, daß die Madenschraube nicht die Potiachse zu fassen kriegt.
b.) der Schleifer - ein kleiner Stoplerstein - NICHT der mittlere Pin ist.

Grüsse
Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 8.05.2012 11:34
Hi,

die Sicherheit ist bei "meiner" Variante ebenso gegeben, beim Abheben des Schleifers liegt automatisch die negativste Bias-Spannung an.

Über den Regelweg des Bias-Potis habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht, beim einem 10-Gang-Poti erst recht nicht!
Wie oft dreht man denn schon an dem Poti?

Die Überlegungen zur Bias-Spannung halte ich für etwas abwegig. Die volle Zweiweggleichrichtung ist hier unnötig, da nur sehr wenig Strom gebraucht wird und die Restwelligkeit nicht so entscheidend ist - das meinte ich mit kompliziert, deine Schaltung bringt dir trotz mehr Bauteilen keinen Vorteil.
Ich sehe aus Erfahrung mehr Bauteile auch immer als mehr Fehlerquellen.

Grüße,
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 8.05.2012 11:42

... etwas abwegig.
...

Ja, ich verlass' gerne mal aus getrampelte Pfade... ;D

grüße
axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Nils H. am 8.05.2012 11:49
Moin,

Über den Regelweg des Bias-Potis habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht, beim einem 10-Gang-Poti erst recht nicht!
Wie oft dreht man denn schon an dem Poti?

meine Ausführung bezog sich eigentlich nur darauf, dass es mir persönlich bei den von mir geschilderten vorliegenden Verhältnissen angenehmer ist. Noch angenehmer wäre das Verbauen eines vernüftigen Spindeltrimmers.

Unterm Strich bleibt: Wenn man das Poti als Spannungsteiler einbaut, unbedingt den Schleifer brücken.

Gruß, Nils
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 8.05.2012 22:05
Hallo allerseits - weiter geht's

Nun mal was zur Schaltung - wie schon weiter oben mehrfach angesprochen, angefragt worden ist - ja ich habe vor zwei "Kometen"
(einmal den "60'er" & einmal den "Concorde") in meinem Amp zu verstecken.
Plus meinen "BigNote" (mein Erstlingswerk) Leadkanal.
Dieser war & ist bereits in eine Art Komet 60-Modus umschaltbar - quasi mit Boost (V1a) davor und Master dahinter (V2b).
Witzig daran war, dass ich dort per Ohr beim entwickeln, ändern, tweaken, etc. gelandet bin ohne es zu wissen... 
Jedenfalls klang das Ding für meinen Geschmack nach diesem langen Prozess so gut, dass ich gedacht habe  - so, jetzt bloß nix mehr ändern - ein tolles Gefühl.

Selbst mit V1a ist von Clean - Lead per Vol.Pot der Gitarre alles drin & klingt.

Irgendwann später habe ich realisiert, dass ich im "Rock"-Modus (dazu später mehr) & wenn ich die erste Triode weglassen würde, mit V1b + V2a + V2b - bis auf ein paar Abweichungen - die "Komet 60" Vorstufe evaluiert habe.

Allerdings kommt danach noch ein "Fender-Hall" mit typischer Aufholstufe. Was den ganzen Charakter des Amps deutlich beeinflusst - ihn einfach nicht so "direkt ins Gesicht" klingen läßt.

Daraus entwickelte sich auch die Grundidee für dieses Projekt. Ein Kanal (mehrere Modi) + kein Hall + (FX-Loop, - ungern, aus selbigen Gründen wie beim Hall).

Optionen:
1. Clean:                    V1a:  (off) - V1b (on) - Tonestack, Vol1   - V2a (on) - V2b (off), V3ab (off) -       Master (off) - PI
2. Komet 60:               V1a: (off) - V1b (on) - Tonestack, Drive  - V2a (on) - V2b (on), V3ab (off)  -        Master (off) - PI
   Concorde:               V1a:  (off) - V1b (on) - Tonestack, Drive  - V2a (on) -  V2b (off), V3ab (on)  -      Master (off) - PI     
3.BigNote-Lead:          V1a: Gain (ON) - V1b (on) - Tonestack, Drive  - V2a (on) -  V2b (on), V3ab (off)  - Master (ON) - PI     

Darüber hinaus gibt es - wie bei meinem *BigNote" - noch zwei prinzipielle "Charakter"-Modi, via Umschaltung der Vorstufenarbeitspunkte von V1b & V2b:
a.)   moderat Warm   V1b:  100k / (1k5 || 0.68µF)     -    V2b:  100k / (1k5 || -)
b.)   "Rock"  (Komet) V2b:  100k / (2k7 || 0.68µF)     -    V2b:  100K / (10k || -)

Grüße
Axel

anbei Schaltplan der Vorstufe
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 8.05.2012 22:15
... vielleicht besser zu erkennen

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 10.05.2012 23:23
Hi,

zur Abwechslung mal ein Soundschnipsel von meinem Erstlingswerk - ein kleiner Komet steckt schon drin ;D
(Ist ein einfacher Ü-Raum Mitschnitt, gestern)
2. Kanal - kein Hall - Gitarre (Tokai LS, Anfangs Vol. 4-5  - dann immer weiter auf...)   + Volumen Pedal

viel spaß
... hat Euch der Schaltplan eigentlich verschreckt ? Da gibt's doch bestimmt etwas in der Richtung - "also, ich würde... "

Gruß Axel

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Robinrockt am 11.05.2012 07:40
Hallo Axel,

göttlicher "Crunch"Ton, verpackt in einen göttlichen Song :guitar:

Grüße,
Robin
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 11.05.2012 13:33
Hallo Robin

.... danke, ich nehm dein Lob jetzt einfach mal an... ;D
Allerdings muß ich - mit ein wenig Selbstkritik - sagen, dass es doch etwas schnoderich gespielt ist.
...Weiß noch nicht ob wir es in unsere set-list aufnehmen, beherbergt auch so seine Schwierigkeitsgrade.
Insbesondere dann, wenn man die ganze Chose auch noch gleichzeitig singen muß.

grüße
axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 31.05.2012 13:15
Hi,

was ist denn aus dem Amp geworden?

Grüße,
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 4.06.2012 01:10
hi mathias, hi @all


mathias...danke für den Anstubser .

tja, der amp steht bereits seit rund zwei wochen im Proberaum.
Ich war heute mal da - und was soll ich sagen - es geht ihm gut  ;D

Spaß beiseite - ich hab' momentan kaum zeit ihn fertigzustellen.
Der Stand der Dinge das Board ist gemäß obigen Schaltplan bis auf die Schaltlogik & FX soweit fertig.
Ich hab' ihn zu Testzwecken momentan erstmal in der "Komet 60" Anleihe via Kabelbrücken "gejumpert" in Betrieb genommen.
Die anderen Varianten (z.b. "Komet Concorde") habe ich auch mal ausprobiert.... Allerdings gefällt der mir bis dato (noch) nicht - einfach zu brutal. Mal sehen...

Ein kleines "Schwing"-Problemchen hatte ich Anfangs bei Rechtsanschlag aller Regler & geschlossenem Eingang.
Ist aber bereits durch Änderung der Kabelführung der CUT-Regelung aus der Welt geräumt :) (Bilder hierzu liefer ich nach)

Jetzt läuft er vollkommen stabil, was sich aber durch die noch zu integrierende Schaltlogik nochmal ändern könnte.

Ein Paar Dinge lassen sich aus meiner Sicht allerdings jetzt schon sagen:
- der kippt ab Vol. > 13:00 in die Obertöne, dass man fast schon schwierigkeiten hat die Gitarre zu kontrollieren. Eine Diva.
- den FX überdenke ich nochmal komplett.
  Wahrscheinlich gehe ich, um eventuelle Effekte anzusteuern, über die als FX geplante Röhre einfach aus dem Amp raus und dann mit dem WET-Signal vom Effektgerät in einen "Mini"-Combo und gut ist.
- Diese KenFischer-orientierten Amps - diejenigen die schonmal einen gebaut und oder gespielt haben, werden mir möglicherweise beipflichten - sind, obwohl ganz eigentlich ganz simple Amps, im "FAST-Mode" doch schwer zu spielen. Oder vieleicht besser gesagt "zu beherrschen".


Bei einem (Sommer-Strand) Song habe ich ihn schon mal gespielt (Vol. ca. 11:30, also noch halbwegs moderat)  les paul- NPU - Vol 7 - 10   & Mein ErnieBall Vol.Pedal

grüße
Axel

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 5.06.2012 09:27
Hi,

Danke für die Rückmeldung!
Es ist immer schade, wenn ein Thread ohne Feedback im Sande verläuft.
Ich hoffe, dass du auch berichtet wie es weitergeht - wenn du wieder etwas mehr Zeit hast.

Grüße,
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 12.12.2012 22:42
hi @all,

Ich will doch nochmal mit Staubwedel & (wieder mehr) Zeit diesen etwas liegen gebliebenen Thread ans Tageslicht hieven...

Also - das Wichtigste:
- Der Amp läuft  (ein paar Auftritte, Proben, etc. hat er bereits hinter sich...)
- Setup & Feintuning ist für mich und meine Spielweise in einem arriviertem Zustand
- Er klingt insbesondere mit'ner LP grandios ^-^

Was ist noch passiert:
Im wesentlichen habe ich mich von vielen der ursprünglich geplanten (schaltbaren) Varianten verabschiedet...
- Allen voran die Komet Concord Variante mit Kathodenfolger - war mir viel zu aggressiv & brutal - nicht mein Ding -
  Clean ist z.b. in Bandlautstärke einfach nicht drin gewesen.
- Den FX-Loop hatte ich ja schon damals über Bord geworfen.
  Was ich zwischenzeitlich zwischen der letzten Triode und PI mit angehängt hatte, war ein Kathodenfolger als Impedanzwandler für 
  einen FX-Send.
  Hat funktioniert aber bringen tut es eine Signalauskopplung an dieser Stelle auch nicht. :-\
  (Endstufe treibt es nämlich z.B. schon in den "Cutoff", während das Signal für das Effekt+weiterer Amp - so war der Plan - noch
  recht clean daher kommt. Zusammen klingt das "irgendwie" - aber nicht gut.)

Im grunde ist es letztlich ein einfaches Komet-Derivat geworden. Ich finde den Grundsound einfach unglaublich gut.... und irgendwie besonders.
Er hat allerdings deutlich weniger Leistung (~28W) - die Enstufe (und nicht der PI) zerrt tatsächlich als Erstes - und ist immernoch brachial laut...

Den aktuellen & endgültigen Schaltplan stelle ich noch rein - denn es gibt im Vergleich zum Komet60 doch einige Abweichungen,
welche den ein oder anderen vielleicht interessieren könnten.

Anbei der noch aktuelle Stand bzgl. des Boards mit einigen gar nicht verwendeten Bauteilen drauf, welche noch von der "Testphase"
her stammen. Auch der provisorische FX-Send Kathodenfolger ist sogar noch zu sehen. Und deswegen auch ein bischen unnötiges Kabelwirrwarr.
Board wird mit der engültigen Fassung demnächst komplett ausgetauscht...

also - so long


Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 12.12.2012 22:48
...und noch eins
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: jacob am 13.12.2012 09:35
Moin,

klasse, das hört sich ja schon mal sehr interessant an.
Bin mal gespannt!  :topjob:

BTW:
ich finde (mittlerweile!) auch, dass simple, "geradlinige" Amps  ohne Schnickschnack (z.B. der Marshall 18 Watter) einfach besser klingen als die allermeisten "eierlegenden Wollmilchsäue"  :guitar:

Gruß

Jacob
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 17.12.2012 11:37
hi @all

So ich hab' das "final release" - Board fertiggestellt (siehe Anhang). Zwingend notwendig ist das zwar nicht gewesen, aber dafür sind jetzt
a.) Nur noch die Sachen drauf, die ich brauche
b.) Die Lage der Bauteile ist nun fast optimal
c.) Einige Kabel können dadurch noch kürzer ausfallen
d.) Die "Oberleitungen" für die Schalterei entfallen.. 8)

gruß axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Martino am 17.12.2012 13:12
ich finde (mittlerweile!) auch, dass simple, "geradlinige" Amps  ohne Schnickschnack (z.B. der Marshall 18 Watter) einfach besser klingen als die allermeisten "eierlegenden Wollmilchsäue"  :guitar:

find ich auch. an diesem aufbau find ich vor allem die designarbeit gut. headshell/frontplatte sowie layout sind kreativarbeit u nicht nur abkupfer. gefällt mir  :topjob:
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 21.12.2012 11:31
.... ja, - ohne diesen ganzen "Schnickschnack" - ist auch nach meinem Geschmack!!! :topjob:

Im Grunde ist's bei mir schon immer so gewesen - habe zuvor fast nur einfache Fender gespielt, davon knapp 20 Jahre ein und denselben Twin.
Freunde kamen Ende 80'er Anfang 90'er mit blinkenden Racks und Stereoendstufen um die Ecke und hatten letztlich bei Gigs auch nicht mehr Zuhörer.... ;).
Dafür haben die beim Aufbau immer 'ne halbe Stunde länger gebraucht - wegen der ganzen Drehknöppe die bedient werden wollten. ;D
Einige hatten so viel 19" Zeugs im Signalweg,dass es a.) fast egal war welche Gitarre am Eingang hing - klang alles gleich -
und b.) wegen der vielen Nebengeräusche & Rauschen zu guterletzt noch ein Noisegate eingebaut wurde... :devil:

Nun, aber zum Schaltplan von meinem Amp, der abgesehen von der Schaltbaren Boost-Stufe (dann mit Volume 2 als "Master")
ein einfaches Komet-Derivat ist. Die Fast/Moderate Umschalterei gibt es nicht. Ich bin mit vielen Tests für  mich bei einem 68k/33k Teiler gelandet.
Ferner hau' ich Ihm - so ab 7-8KHz - an ein paar Stellen mit ~ -2db eins auf den Deckel.
Damit dass mit der Enstufenzerre auch klappt, muß man außerdem mit den Preamp-Spannungen und insbesondere PI höllisch aufpassen.

gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 21.12.2012 11:36
Oh, seh' ich gerade der OT ist nicht hammond 1650NA sondern der 1650HA

gruß axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 21.12.2012 12:12
...und noch ein paar Bilder
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.02.2013 18:58
hallo allerseits

...da es ja hier einige Ken F. -Amp Fans gibt - will mal ein paar Beobachtungen,Entdeckungen,Überlegungen, etc. hier reinstellen.
Zunächst möchte ich an dieser Stelle nocheinmal ausdrücklich erwähnen - ich bin immernoch hin- und weg von diesem Amp. Spiele
quasi nichts anderes mehr.... :angel:

Allerdings habe ich mit der reinen "Endstufenzerre" auch die leidige Erfahrung  gemacht, dass die Endtöpfe nicht allzu lange frisch bleiben. Habe jetzt das dritte Paar SED EL34 drin (in 10 Monaten)

Dabei habe ich wiederholt folgendes beobachtet:
Frischer Satz Röhren SED EL34 von Dirk's Shop (top gematcht muß ich sagen) reingesetzt- beide bis auf' nen halbes mA identisch.!
~ 43mA bei 385V anden Anoden (~ -33V Bias), also knapp 70% verlustleistung. So weit so gut & top Sound.
Anfangs immer nochmal überprüft - alles top.
Nach so ca. zwei Monaten (einige Proben, Auftritte und sonstiges Gedudel) nochmal gemessen - und siehe da beide Röhren bei etwas über 50mA mit differenten Ruheströmen (gut 4mA) Abweichung.  ???
Wieder auf gut 40mA eingestellt - und zwei Monate gedudelt...  Und irgendwie gedacht - Der Sound war schon mal besser...
Wieder Ruhestrom gemessen:  Eine Röhre bei knapp 49mA und die andere bei 59mA !!!
Biasspannung musste ich jetzt mittlerweile auf ~ 37V einstellen.

Auf nahezu identische Weise hatte sich auch das erste EL34 Päärchen verhalten & verabschiedet.

Dann fiel mir ein, dass auch ein Anfangs top gematchtes Quartett 6V6GT (Tung Sol) in meinem ersten Amp ein sehr ähnliches Verhalten vor dem Tode gezeigt hatte. Ansteigender + auseinander driftender Ruhestrom. Bis eines Tages "Kruschel" Geräusche aus den Speakern kam und ein Blick hinter den Amp die Misere offensichtlich machte. Blitz-artige Lichtspiele am oberen Ende einer oder zwei der 6V6.
Ich dachte nur - ah, dass müssen wohl die Schirmgitter gewesen sein :devil:

Nun, dass die Schirmgitter (im Röhren-Volksmund wohl auch Bremsgitter genannt) bei den 6V6 Röhren besonders empfindlich seien sollen, habe ich irgendwo mal gelesen, aufgeschnappt.

Generell ist es wohl so, dass bei Übersteuerung der Endröhren bzgl. Schirmgitter Vorsicht geboten ist.
Weiß man.
Ignoriert man.
Gerade aber KF-Amps leben von der Endstufenzerre. Röhrenverschleiß im Nu scheint (ist) vorprogrammiert.
Erste Idee meinerseits dazu:
Die G2 (bremsgitter) werden überbeansprucht und verabschieden sich langsam -> Ruhestrom steigt...da nicht mehr "gebremst"..
Das scheint nicht nur logisch, sondern deckt sich auch mit meinen Beobachtungen.

Was passiert da eigentlich bei Endstufenzerre - haben die ganzen Telefunken, Phillips, etc. Leute sich bei Ihren Datenblättern wohl etwas mehr (nach)gedacht als die Gitarrenampbauer  ;)
Dort sind in Beispielschaltungen für UG2 des öfteren deutlich deutlich niedrigere Werte zulesen (z.b. 250V). Auch interessant die Schirmgitter sind selten entkoppelt und haben einen gemeinsamen Vorwiderstand....

Nun gut, lange Rede...
Eine Erkältung hat auch sein gutes - ich habe mal etwas Zeit mir solche Unwichtigkeiten durch den Kopf gehen zu lassen & mich mal mit LTSpice auseinanderzusetzen.

Schnell mal meinen Amp "eingepflegt" und der Übersteuerung virtuell hinter die Kulisse geschaut. UND :o
Verwendet hab' nur diese generischen Röhrentypen (andere hab' ich nicht gefunden). Die liegen aber so erstaunlich nah an meinen Amp-Messerergebnissen, dass ich mich damit zufrieden bin. Beim ÄÜ habe leider keine Ahnung was ich da für 'nen Hammond 1650H
eingeben muß. Zumindest - soviel ist sicher - etwas anderes, da der virtuelle LTSpice Amp mehr Power hat als mein echter.

anbei ein paar Bilder (alles noch clean, der  :o kommt später)



gruß axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.02.2013 20:35
pic-4:
Ich kitzel jetzt mit 50mV am Eingang die 0V Marke. (die beiden grünen sind die PI Ausgänge). Man sieht den Ausgang (blau) bereits abgeflacht. Die rote Linie ist die Bias-Spannung.

pic-5:
Mit 250mV am Eingang (das schafft auch'ne Strat) dreht der Amp so langsam durch. Die EL34 sind jetzt satt übersteuert & der Ausgang zeigt dies deutlich.
Aber Achtung: Hier geschieht bereits interessantes. Die Schnittpunkte der PI-Ausgänge liegen nicht mehr auf der BIAS-Geraden sondern ca. 10V drunter
Diese Verschiebung hat auch am Ausgang Folgen...   (

pic-8:
Übernahmeverzerrungen (klingen echt sch...)

Das bekommt man - "dem Sand sei Dank" - mit zwei Zener-Dioden (82V) wieder in den Griff. Kann ich jedem empfehlen der Enstufen-Zerre fährt.
Aber seht selbst (pic-10):

Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.02.2013 20:37
....
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 19.02.2013 20:51
Hey,

deine Simulationen sind ja schön, mich würde aber interessieren ob du das simulierte Verhalten auch so per Oszi am Amp beobachten kannst...

Die Endstufe des Express ist ja im Wesentlichen die eines 50W Marshalls JMP. Die sind genauso im auf Zerre aus der Endstufe angewiesen und trotzdem halten die Röhren dort wesentlich länger. Wenn ein JMP in 10 Monaten 3!!! Paare SED EL34 verschlissen hätte, würde ich den mal durchchecken - normal ist das IMO nicht.
Ich habe selbst schon ein paar Express und Komet 60 gebaut und keine Auffälligkeit in Sachen Röhrenverschleiß festgestellt.

Hast du den Amp mal mittels Oszi durchgecheckt? Vielleicht schwingt er unhörbar o.ä.

BTW: das Bremsgitter ist ein separates Gitter (G3) und nicht mit dem Schirmgitter (G2) zu verwechseln.

Grüße
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: _peter am 19.02.2013 21:01
Hallo,

wie so vieles hatten wir auch das schon mal  ;D

http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,4776.0.html (http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,4776.0.html)

und der dort verlinkte Artikel mit echten Oszi-Bildern:

http://www.paulamps.com/18watterbuzz.html (http://www.paulamps.com/18watterbuzz.html)

Gruß, Peter
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 19.02.2013 21:11
Hab mir gerade nochmal den 18watterbuzz-Artikel durchgelesen...

@fiestared: Die Sache mit den Zener-Dioden hast du doch falsch umgesetzt, oder? Da fehlen dir doch die beiden normalen 1N4007 Dioden.

Grüße
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.02.2013 21:25
Hallo mathias

Also, der Amp schwingt nicht die Bohne. Auch jenseits der 10KHz nicht.
Mit dem Oszi hatte ich im wesentlichen die gleichen Bilder - halt nur abweichende niedrigere  Ausgangsleistung. Da ist bei ~28W Schluss.
Habe damals auch schon bei extrem Austeuerung diese dann entstehenden Übernahmeverzerrungen ausgemacht und anschließend zwei Zener + 1k eingebaut... (siehe auch meinen handschriftlichen Schaltplan w.o.)

Wenn Du genau gelesen hättest: es sind bis jetzt 2 Paare in 10 Monaten - das dritte habe ich gerade erst reingesteckt.
Nein, im Ernst ich spiele sehr sehr laut. Vor allem, wenn ich mal alleine im proberaum bin sind 2 Stunden - Volume dreiviertel auf - keine Seltenheit.

Wenn die Simulationen stimmen - und die absoluten max. Werte der Datenblätter auch - dann wundert es mich viel eher, das die Endröhren überhaupt solange halten.

Siehe selbst:
I=77mA bei 280V macht gut 21W verlustleistung an dem Schirmgitter !!!    Erlaubt sind bei 'ner EL34 glaube ich max. 8W !!!
Zugegebenermaßen mit Sinus am Eingang, aber immerhin. Dieses Verhalten tritt auch erst ein wenn der Amp übersteuert wird. dann aber gnadenlos.  Einziges Gegenmittel G2 runter oder Schirmgitterwiderstände auf mindestens > 3k hochsetzen. Bei den größen Widerstandswerten muß man allerdings (laut Simulation) schon wieder mit deren maximalen Belastbarkeit aufpassen (5 Watt werden dann eng)

Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.02.2013 21:36
@peter:
ja, daher hab' ich es auch....

@mathias:

@fiestared: Die Sache mit den Zener-Dioden hast du doch falsch umgesetzt, oder?....

NEIN.
Dort wird nämlich nicht nur der "endlos" negativ werdende Teil abgesenst, sondern auch kurz vor 0 Volt (Abfallspannung 1N4007) abgeschnitten.
Find ich aber nicht glücklich, da dies an dieser Stelle auf Diodenzerre rausläuft !
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 19.02.2013 21:46
Wenn Du genau gelesen hättest: es sind bis jetzt 2 Paare in 10 Monaten - das dritte habe ich gerade erst reingesteckt.
Nein, im Ernst ich spiele sehr sehr laut. Vor allem, wenn ich mal alleine im proberaum bin sind 2 Stunden - Volume dreiviertel auf - keine Seltenheit.

Auch das wäre mir zu viel Verschleiß. Im Schnitt hast du ein Paar also 5 Monate gespielt. Selbst wenn du täglich 2h spielst sind das in 5 Monaten nur rund 300 Betriebsstunden - das sollten EL34 locker mitmachen und in meinen ähnlichen Amps machen sie es auch ohne hörbaren Verschleiß.

Ich glaube, die Sachen mit den Zener-Dioden habe ich noch nicht ganz geschnallt, das muss ich mir nochmal anschauen, aber nicht mehr heute.

Grüße
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: _peter am 19.02.2013 21:48
Dort wird nämlich nicht nur der "endlos" negativ werdende Teil abgesenst, sondern auch kurz vor 0 Volt (Abfallspannung 1N4007) abgeschnitten.
Find ich aber nicht glücklich, da dies an dieser Stelle auf Diodenzerre rausläuft !

Wie jetzt? Die Dioden sind doch entgegengesetzt gepolt und eine ist 'ne Zener.
In der einen Richtung sperrt der Diodenzweig komplett (1N4007 in Sperrichtung),
in der anderen Richtung wird bei (Ufwd der 1N4007 + Uzener) abgeschnitten.
Hängt also doch nur davon ab, wie welche Zenerdiode(n) man nimmt. Oder?

Gruß, Peter
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 19.02.2013 21:52
So hab ich es auch verstanden, Peter.
Wenn man jetzt die 1N4007 in Sperrrichtung weglässt, wird in der einen Richtung doch immer abgeschnitten, weil die Zener (bei positivem Signal) in Durchlassrichtung ist.
Was übersehe ich da?

Grüße
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.02.2013 21:58
... nun mal die erforderliche LTSpice Dateien zum selbst ausprobieren

Wie gesagt, ab Schirmgitter 3.3k ist die Welt auch im Overdrive halbwegs in Ordnung.

die "_.txt" elimieren und gut ist.

gruß
axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 19.02.2013 22:09
@Peter & Martin:

bevor ich mich jetzt gleich selber verwirre...

... ja, da ist die Situation auch die, das es Kathoden-Bias ist - bei mir fixt ->  Auch die 'positive' Halbwelle des PI Ausgang ist deswegen spannungsmäßig betrachtet immer negativ.

gruß axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: _peter am 19.02.2013 22:36
Hallo,

überbrücke doch einfach mal den 1k Vorwiderstand. Dann müsste das Signal einseitig
auf die Durchlassspannung (nicht Zenerspannung) der Zenerdiode schrumpfen, oder?
Damit hast du praktisch einen phasenabhängigen Spannungsteiler gebaut - eine vom
PI kommende Halbwelle sieht einen niedrigeren Lastwiderstand, weil die Zener
wechselstrommäßig zum Gitterableitwiderstand parallel liegt. Der 1k schwächt den
Effekt leicht ab, so als hättest du (für eine Halbwelle) 1k Gitterableit-Rs.
Wenn ich das richtig gesehen habe. Liege nämlich auch erkältet im Bett.  :angel:

Gruß, Peter
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 20.02.2013 08:24
Moin,

je mehr ich darüber nachdenke desto konfuser erscheint mir die ganze Sache.

Warum gehst du mit der Zener-Sache nicht auf die Bias-Spannung sondern auf Masse?
Meinem Verständnis nach müsste die Zener-Diode samt 1N4007 parallel zu den Gitterableitwiderständen liegen.
Mich würden in diesem Zusammenhang Simulation des Gittersignals bei den verschiedenen Konstellationen interessieren.

BTW: mal hast du 1k in Serie zur Zener, mal 100M, im handschriftlichen Plan sogar keinen R - was stimmt?

Grüße
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 20.02.2013 10:10
Also erstmal Morgen allerseits..

 + ein sorry, ich hab' gerade gesehen: In meinem handschriftlichen Schaltplan weiter oben sind die Zener falsch gepolt eingezeichnet. Falls dies verwirrt hat - nochmals Entschuldigung. Die beiden 1k in Widerstände in Serie zu den Zener Dioden fehlen da noch.

Hallo,

...weil die Zenerwechselstrommäßig zum Gitterableitwiderstand parallel liegt.
...

Gruß, Peter

Nein, genau das tun sie doch gerade nicht.
Die Zener liegen vom Gitter über 1k auf Masse (0V). Die Gitterableitwiderstände (220k) liegen vom Gitter auf der Bias Versorgung (-33V).

Moin,

je mehr ich darüber nachdenke desto konfuser erscheint mir die ganze Sache.

Warum gehst du mit der Zener-Sache nicht auf die Bias-Spannung sondern auf Masse?
Meinem Verständnis nach müsste die Zener-Diode samt 1N4007 parallel zu den Gitterableitwiderständen liegen.
Mich würden in diesem Zusammenhang Simulation des Gittersignals bei den verschiedenen Konstellationen interessieren.

BTW: mal hast du 1k in Serie zur Zener, mal 100M, im handschriftlichen Plan sogar keinen R - was stimmt?

Grüße
Mathias


Weil ich bei den Zenern (82V - Typen) hier, also gut die doppelte Bias-Spannung habe - viele Wege führen bekanntlich nach Rom.
Außerdem ist es mir vom Gefühl her lieber etwas nach Masse abzuleiten, als auf ein anderes Potential, wie z.B. die Bias-versorgung.


"...BTW: mal hast du 1k in Serie zur Zener, mal 100M,..."

Das ist doch der Gag.
Ich wollte (und habe gezeigt) zeigen wie die Ausgänge des PI's ohne und mit den Zenern aussehen. Wir sind uns denke ich einig, dass sich die Schaltung mit den 100M wohl ziemlich genauso verhält, als wären die Zener gar nicht vorhanden.
Man sieht doch auch, dass die unteren Halbwellen der PI-Ausgänge jenseits der -100V hauen.
mit den 1k (quasi mit Zenern) ist das dann nicht mehr so - bei ~ -80V ist dann Schluß. Der 1k rundet die entstehenden Ecken etwas ab und ist mehr oder weniger für's Gewissen...

anbei nochmal die relevanten Bilder:
pic-5 (quasi ohne Zener - 100M)   Pi-Ausgänge (beide grün),  Ausgang (blau) - mit Übergangsverzerrungen

pic-10 (mit Zenern über 1k)     PI-Ausgänge (grün & blau), Ausgang (rot) - ohne jegliche Übergangsverzerrung   

gruß axel

PS: Habe doch w.o. die benötigten LTSpice Dateien - zum selber ausprobieren - hochgeladen...
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: _peter am 20.02.2013 10:59
Hallo,

Nein, genau das tun sie doch gerade nicht.
Die Zener liegen vom Gitter über 1k auf Masse (0V). Die Gitterableitwiderstände (220k) liegen vom Gitter auf der Bias Versorgung (-33V).

Deswegen schrieb ich "wechselstrommäßig". Für Wechselstrom ist die Biasversorgnung Masse,
wie auch die Anoden oder SG-Spannung. Die Gleichspannungen sind ja alle mit Kondensatoren
wechselstrommäßig nach Masse kurzgeschlossen.

Gruß, Peter
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 21.02.2013 10:13
Hallo @all

Hallo,

Deswegen schrieb ich "wechselstrommäßig". Für Wechselstrom ist die Biasversorgnung Masse,
wie auch die Anoden oder SG-Spannung. Die Gleichspannungen sind ja alle mit Kondensatoren
wechselstrommäßig nach Masse kurzgeschlossen.

Gruß, Peter

...ok, verstehe. Hatte ich an der Stelle so noch garnicht betrachtet und deswegen auch übersehen.
Habe zu dem Thema gestern nochmal das Netz durchsucht und bin bei "http://www.aikenamps.com/BlockingDistortion.html" fündig geworden.

Der schlägt als Lösung u.a. übrigens den von mir eingeschlagenen Weg vor.  ;D

Zitat
"... If you can prevent the output stage from going too far into grid clamp, you can minimize the problem.  This can also be accomplished by adding a negative-clipping zener circuit to limit the maximum negative swing of the output tube grid drive.  If you limit the peak negative signal drive to a level equal to twice the bias voltage, the clipped waveform will not be "pushed down" into the class B region, because the signal is much more symmetrical, and the average level is centered around the bias voltage.
..."

Also Zener mit ~ zweifacher Bias-Vorspannung & und eine weitere Diode wird auch nicht erwähnt.
Nun gut, ich denke Thema erledigt...

Diese Thematik war auch nicht der Grund warum ich den Thread wieder aufgenommen habe. Mir ging es eigentlich in erster Linie um die - für mich vollkommen überraschend hohen - Verlustleistungen, die die Schirmgitter bei Endstufenübersteuerung aushalten müssen.
Gut, die Belastungsspitzen liegen auch bei noch nach Sinus aussehendem Ausgang deutlich über den max. 8W (bei EL34). Aber das ist auf eine Periode betrachtet nur ein kleiner Bruchteil der Periodendauer.
Bei hoher Übersteuerung, wenn es gegen "Rechteck"-Spannung tendiert, geht es gegen 50% der Periodendauer. Das heißt doch:
Volle Übersteuerung (mit z.b. stehendem Ton) -> ungefähr die Hälfte der Zeit werden die Screens mit deutlich mehr als dem doppeltem der max. G2 verlustleistung konfrontiert...   

(siehe Post #54 screen-pic)

Was sagt ihr dazu ???
Würde gerne auch mal ein anderes EL34 - Modell in LTSpice ausprobieren. Hat jemand was ?
+ Hat jemand ein LTSpice Modell für Hammond OT's (1650-Serie)  ?

gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: jacob am 21.02.2013 12:27
Hi,

ich hatte diese "Zener-/ 1N4007- Anti- Buzz"- Methode mal bei einem 18Watter ausprobiert.
Kam auch absolut prima auf dem Scope, aber: "auf'm Platz" waren da auf einmal bei sehr niedrigen Pegeln im Hintergrund Geräusche zu hören, die mich sehr stark an eine leicht schleifende Lautsprecher- Schwingspule erinnerten.
Habe die Sache dann allerdings nicht mehr weiter verfolgt, da ich Dioden im Siglanweg sowieso generell ziemlich skeptisch gegenüber stehe (alter Sack  :devil: )

Gruß

Jacob
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: Beano am 21.02.2013 13:02
Hey,

ich glaube, ich habe die Sache mit den Zener-Dioden jetzt kapiert. Allerdings funktioniert das ohne die zusätzliche 1N4007 nur in dieser Konstellation, also Fixed Bias und Zener nach Masse.
Ich war in Gedanken immer bei einem Kathodenbias-Amp, dort ist die zusätzliche 1N4007 zwingend.

In Zusammenhang mit dem Problem der SG-Verlustleistung würden mich echte Scope-Bilder mehr interessieren. Simulationen stoßen ja irgendwann an ihre Grenzen, erst recht wenn man kein genaues Modell hat, z.B. für den AÜ...

Grüße
Mathias
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: es345 (†) am 21.02.2013 17:48
Zitat
Volle Übersteuerung (mit z.b. stehendem Ton) -> ungefähr die Hälfte der Zeit werden die Screens mit deutlich mehr als dem doppeltem der max. G2 verlustleistung konfrontiert...   

(siehe Post #54 screen-pic)

Was sagt ihr dazu

Hallo Axel,

Der Mittelwert - aufgrund der thermischen Trägheit - ist entscheidend. Wenn ich mir Deine Simulationsgrafik aus post#54 anschaue, schätze ich ein Tastverhältnis von 0,45. Das führt zu 21W*0,45= ~9,5W In der Tat höher als die maximale G2 Verlustleistung laut Datenblatt. Wie schon von Mathias angesprochen: jede Simulation hat ihre Grenzen.

Befrag mal die Natur: Miss am besten mit dem Scope den Spannungsabfall über dem Schirmwiderstand (Overdrive mit Sinusgeneratoransteuerung)  und bestimme daraus den G2 Strom.  Daneben ein altbewährtes Mittel ohne Hightech für die Abendstunde: Overdrive mit Sinusgenerator, Licht aus und G2 in der Röhre beobachten: es sollte dunkel bleiben, auch nach einer Minute. Ist das nicht der Fall, verdopple den Schirmgitterwiderstand und wiederhole den Test.

Gruß Hans- Georg
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 21.02.2013 21:42
Hallo

Hi,

ich hatte diese "Zener-/ 1N4007- Anti- Buzz"- Methode mal bei einem 18Watter ausprobiert.
Kam auch absolut prima auf dem Scope, aber: "auf'm Platz" waren da auf einmal bei sehr niedrigen Pegeln im Hintergrund Geräusche zu hören, die mich sehr stark an eine leicht schleifende Lautsprecher- Schwingspule erinnerten.
Habe die Sache dann allerdings nicht mehr weiter verfolgt, da ich Dioden im Siglanweg sowieso generell ziemlich skeptisch gegenüber stehe (alter Sack  :devil: )

Gruß

Jacob

... hab' die Zener seit geraumer Zeit drin - bei mir gibt es keine Geräusche - und das noch ohne 1k Vorwiderstände, welche ich allerdings noch nachrüsten werde.
Die Kurven sehen damit - zumindest in der Simulation - an den abgeschnittenen Halbwellen etwas gemütlicher aus. (Unterdrückung möglicher Transienten wenn die Dioden schalten oder sowas, keine Ahnung - schaden tun sie auf keinen Fall.)
Vielleicht kommen die Geräusche bei Dir auch aus den 1N4007 -> klemm doch nochmal 1k-10k zwischen Grid und Dioden könnte mir vorstellen, daß dies hilft.

... und, naja - es gibt ganz nettklingende Bodentreter die die Zerre aus Dioden bereitstellen...

...
Ich war in Gedanken immer bei einem Kathodenbias-Amp, dort ist die zusätzliche 1N4007 zwingend...

Das habe ich gemerkt - und eigentlich entsprechend darauf hingewiesen...   + Ja, bei Kathodenbias ist diese wohl angezeigt...

Hallo Axel,

Der Mittelwert - aufgrund der thermischen Trägheit - ist entscheidend. ...

Gruß Hans- Georg

Hallo Hans-Georg
Danke.  "Mittelwert" - "thermischen Trägheit"   - Ja, das klingt sehr sehr plausibel. Das sind die begriffe die ich gebraucht habe, um zu verstehen und mir vorstellen zu können, das die Röhren unter diesem "Overdrive"- Stress überhaupt so lange überleben. :danke:

Ich werd am Wochenende mal mit dem Oszi in den Proberaum fahren und die Natur befragen... ;D


Ganz generell muß ich allerdings sagen: Ich bin von den Möglichkeiten der Simulation doch wider Erwartens sehr angetan. Klar ist auch, daß wenn man dort in die Grenzbereiche und darüberhinaus geht  auch unvorhergesehene Dinge passieren können...
...wie im echten Leben. ;D

Gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: jacob am 22.02.2013 11:43
Hi,

na ja, dann werde es demnächst wohl nochmal mit High-Speed / Soft- Recovery- Dioden anstatt der 1N4007 probieren.
Dieses leichte Hintergrund- Zerren bei ausklingendem Ton hatte mich seinerzeit doch sehr genervt  :guitar:

Gruß

Jacob
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 28.02.2013 14:49
Hallo @all

Also - ich habe die "Natur" befragt und gemessen...

Tja, und wie fast immer gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die Schlechte zuerst:     
Die Simulation kommt von der Sache her gut hin.
Das heißt: Die Belastungsgrenze der Schirmgitter wird definitiv überschritten...
Mit Sinus am Eingang wohlgemerkt. Mit Gitarre kriegen die natürlich mehr Pausen, und der w.o. ins Spiel gebrachte Faktor von 0,45 wird dort dann deutlich kleiner ausfallen.

Die Gute:
Die Simulation kommt von der Sache her gut hin.   ;D
Das heißt: LTSpice ist ein absolut brauchbares Werkzeug, um wie z.B. hier voraussehen zu können, daß die Endröhren sich relativ kurzfristig verabschieden werden... :devil:

Im Einzelnen:
R-Screen: zunächst 1k
Im Leerlauf: (HT1: 392V - Anoden:388,5  & HT2: 389V  - G2: 383,5)

Den Amp eingestellt wie in obiger Simulation -  Alle Regler (Tre,Mid,Ba,Vol,Pres) auf 12:00  und Cut auf 7:00
Am Eingang: 1KHz, 200mV

Getestet habe ich Schirmgitterwiderstände  1k, 1k5  & 1k8  - jeweils 5W 10% Typen & wegen der 10% nach Wert selektiert..

Die Spannung sackt unter der Belastung natürlich deutlich ab. HT2 (Elko Screen) auf ca. 345V - 339V . Wobei ich die 345V bei dem 1k8 an G2 und  339V bei 1K gemessen habe.

Eine "nahezu" Rechteckspannung and Schirmgittern hatte ich bei alle allen eingesetzten R's.

Bei 1k:
~100Vpp über  1k: -> 100mA  bei 239V  (= 339V - 100V) an den Schirmgittern.
Das macht - die  "thermische Trägheit" berücksichtigt:   0,45 * 0,1A * 239V = 10,755 W  :o
Der Schirmgitterwiderstand selbst ist demnach mit:               0,45 * 0,1A * 100V = 4,5W   dabei. 

Bei 1.5k:
~130Vpp über  1.5k: -> 86mA  bei 213V  (= 343V - 130V) an den Schirmgittern.
Das macht - die  "thermische Trägheit" berücksichtigt:   0,45 * 0,086A * 213V = 8,2431 W    ::)
Der Schirmgitterwiderstand selbst ist demnach mit:               0,45 * 0,086A * 130V = 5,031 W   dabei.

Bei 1.8k:
~146Vpp über  1.8k: -> 81mA  bei 199V  (= 345V - 146V) an den Schirmgittern.
Das macht - die  "thermische Trägheit" berücksichtigt:   0,45 * 0,081A * 199V = 7,2635 W   8)
Der Schirmgitterwiderstand selbst ist demnach mit:               0,45 * 0,081A * 146V = 5,329 W   dabei.


Letztlich habe ich jetzt  die 1k5 'er drin.
Bei den 1k8 'ern habe ich - im Vergleich zu den 1k Widerständen - beim Spielen bereits deutlich einen zusätzlichen Kompressionseffekt feststellen können. Den wollte ich nicht.

Anbei noch ein Pic von der Messung bei 1k als Schirmgitter R  (Signal am G2 über 22nf ausgekoppelt und über hochohmigen Spannungsteiler  4M7 & 1M2  (~ 1/5) ans Oszi). Jede Scaleneinheit entspricht in etwa 25V -> sprich ~100Vpp. Mein TrueRMS
Messgerät hat vergleichsweise das Selbe gesagt.

Gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: es345 (†) am 28.02.2013 17:34
Hallo Axel,

das hat sich doch gelohnt! Gut zu wissen, daß Modell und Realität nah beieinander liegen. Hast Du mal in die Röhre reingeschaut, ob bei 1K das G2 leuchtet?

Gruß Hans- Georg
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 1.03.2013 08:47
Hallo Hans- Georg

Nein, hab' ich nicht mehr gemacht. Wollte die Röhren nicht mehr so lange stressen bis etwas glüht & leuchtet, was nicht glühen sollte  ;D.

gruß Axel
Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 13.05.2013 18:49
hallo allerseits

Abschließend möchte ich noch erwähnen, das sich die Röhren jetzt - mit 1k5'ern an den Screens - wohl deutlich wohler fühlen.
Jetzt nach etwas über 2 Monaten und intensiven Gedudel habe ich nochmal den BIAS kontrolliert und festgestellt, das er in etwa da geblieben ist, wo er war. (rund 45mA pro EL34)  8)

Ursprünglich hatte ich ja sogar 'mal einen FX-Loop im Visier, und dies dann zum Glück verworfen. Allerdings waren die Bohrungen, Potis und Klinkenbuchsen natürlich schon im Chassis. Letztlich ohne Funktion.
Nun, dies konnte allein schon aus kosmetischen Gründen nicht so bleiben.

Ein Loch war schnell mit einem Kippschalter gestopft. Über den kann ich die implemntierte Booststufe jetzt auch direkt am Amp aktivieren. Die besteht aus einer zusätzlichen Triode vor der "Komet-Anleihe" + dann Mastervol vor PI.

Ganz praktisch, falls ich mein hierfür "recyceltes" Fußboard aus den wilden Zeiten nicht dabei habe.
Es ist zwar etwas abgerockt, tut aber seine Dienste tadellos. Das Ding ist so robust, das es mich wahrscheinlich deutlich überleben wird.
Der Riesenvorteil: Ich habe es damals so designt, dass es genau, aber auch ganz genau in den 120Grad-Winkel eines Mikrofonständers passt + daneben noch - ganz ergonomisch - leicht schräg mein Lieblingseffekt, das Ernie Ball Volumenpedal.

Bei den anderen drei Löchern mußte ich mir noch was einfallen lassen.....
Nun, die Idee dem Amp einen Frauennamen zu geben alá Ken F., fand ich dann naheliegend & ganz charmant...

Titel: Re: fancy doin' it again ? - (Neues Amp Projekt)
Beitrag von: fiestared am 24.06.2013 21:45
hallo allerseits

... der Amp im Einsatz.... neulich bei ca. 38°.
Kommt etwas dumpfer daher, als es im Original bzw. Wirklichkeit ist (vermutl. Powersoak & Youtube flv-Konvertierung ?!?)
..dafür zischen auf Youtube die Becken mehr ::)


http://www.youtube.com/watch?v=lIb5HGoUWVI
http://www.youtube.com/watch?v=4LgcNVmAAPc

gruß axel