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Technik => Tech-Talk Marshall => Thema gestartet von: NOS am 8.12.2024 21:31

Titel: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: NOS am 8.12.2024 21:31
Hallo,
mein ehemaliger und wieder Bassist hatte seinerzeit (Mitte der 80-er) einen 100W Marshall. Schrottige 4x12-Box dran, das war OK, wir waren ja jung :-).
Nun kam raus, dass der Amp an die 35 Jahre bei ihm im Keller stand - aber noch existiert!
Ich kann mich dunkel erinnern, dass wir damals auch mal die Endröhren getauscht haben.
Er hat ihn heute vorbei gebracht, hab ihn (an meinem 40W Git-Speaker) kurz aufwärmen lassen, 'Input' kurz vor 9:00, HT an -> leichtes Rauschen, Gitarre kommt schön rüber!!
Wie's aussieht (Seriennummer), haben wir da einen Marshall Super Bass 100 W von 1979 vor uns.
Ich habe leider absolut Null Ahnung über Vintage-Marshalls, kann hier jemand anhand der Bilder sagen:
- Trafos sind original?
- Röhren sind original?
- ELKOs sind original?
- Board ist soweit original?

Kleiner Hinweis: Die Endröhren sehen seltsam aus, evtl. haben wir damals nur 2 ausgetauscht ;-).

Grüße Harry
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: stephan61 am 8.12.2024 21:56
Hallo Harry,
schaut soweit erstmal total original aus.
Die Trafos schauen zumindest aus wie die Dagnalls aus der Zeit. Und genauso angestaubt/matt wie der restliche Amp.
Die großen Elko-Eimer haben einen Datumscode aufgestempelt (Google hilft). Ich bin mir aber ziemlich sicher dass sie auch aus der Zeit sind. So schön blau waren eigentlich nur die originalen.
Das Board ist original, man sieht noch den ursprünglichen roten Lack auf den Lötpunkten.
Eine Input Buchse scheint gewechselt zu sein.
Vorstufenröhren von Brimar könnten auch aus der Zeit stammen, genau weiß ich nicht was damals verbaut wurde. Sicherlich überwiegend britische Produkte, es gab noch keine zollfreien Importe vom Kontinent oder aus USA zu der Zeit.
Deswegen vermute ich auch, daß die deutschen Siemens Röhren nachträglich eingesetzt wurden.
Gratulation. Ein Amp aus der Zeitkapsel.

Viele Grüße Stephan
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: cca88 am 8.12.2024 22:27
Servus Harry,
laut dem Q-Tag ist er wohl von 1970...

Bis auf das Poti hinten und einem der Schalter auf der Vorderseite sieht er recht original aus :)

Grüße
Jochen
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: NOS am 8.12.2024 23:06
Hi,
schön, wenn dann, wenn man wenn man's braucht, Hilfe bekommt!!
Die Input-Buchse sieht tatsächlich getauscht aus!
Das Poti hinten sieht so 'Conrad, wie ich's damals gemacht habe' aus. Habe dann wohl das Bias-Poti auf der Platine entdeckt, und dann aufgehört ;-).
Ursprünglich kamen Basser+ich auf das Thema, weil er inzwischen über einen 200W Transistor-Combo (ohne Eier :-)) spielt.
Er könnte für was Anderes auch den alten Marshall verscherbeln (wir dachten an 300..400 €).

Was ist der heutzutage tatsächlich in etwa Wert?

Grüße von Harry
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Helmholtz am 8.12.2024 23:38
Was ist der heutzutage tatsächlich in etwa Wert?

Kurze Recherche zeigt um 3k€. Je nach Zustand auch wesentlich mehr.
Das Modell soll der Vorzugs-Marshall von Jimmy Page gewesen sein.
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Stahlröhre am 9.12.2024 03:47
...
Er könnte für was Anderes auch den alten Marshall verscherbeln (wir dachten an 300..400 €).

Die Zeiten waren mal, heute kannst du da locker eine Null drannhängen. Grundsätzlich gilt bei den Marshalls, je älter desto wertvoller, insbesondere wenn es ein Plexi ist macht der Preis nochmals einen ordentlichen Satz nach oben. 1970 ist das zweite Metallpanel-Jahr gewesen, von den Specs her sind die noch nah an den Plexis drann, wesshalb auch diese Amps mittlerweile sehr gefragt sind, auch weil heutzutage mit Loadboxen+Ir-Loader, oder einer Powerstation die Möglichkeit besteht so einen 100watter ohne Master sinnvoll zu verwenden.

Auf den Fotos ist leider nicht das gesamte Innenleben drauf. Was man auf den Ausschnitten erkennen kann ist, dass an einer Endröhrenfassung ein zusätzlicher Kodensator angbracht wurde, eventuell als Vorbeugung gegen Schwingneigung (bei vielen Modellen fehlen Gridstopper für zwei der vier Endröhren, wesshalb es zu ungewollten Oszillationen kommen kann). Der Standbyschalter wurde auch mal ausgewechselt. Die Elkos sind von Daly und original. Bei den Trafos musst du mal schauen, ob du auf diesen eine Typennummer finden kannst.
In einen 1970er gehörenen original ein Dagnall T2562 Netztrafo, ein Dagnall C1998 Ausgangsübertrager und eine Dagnall C1999 Drossel (danach sehen deine Bilder auch aus).
Das ist das gleiche Eisen was auch im 1968 Plexi (für viele der Plexi schlechthin) drinn war, desshalb sind auch diese frühen Metalpanels mitterlweile so teuer geworden.

Voll funktionsfähig, frisch gereinigt und mit Service kannst du für den sicherlich 3000-4000€ aufrufen.
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: stephan61 am 9.12.2024 11:43
Das ist das gleiche Eisen was auch im 1968 Plexi (für viele der Plexi schlechthin) drinn war, desshalb sind auch diese frühen Metalpanels mitterlweile so teuer geworden.

Im Prinzip ja, Max, aber der "echte" Plexi hatte m.E. noch den liegenden Trafo, der stehende kam erst nach und nach in die metal-panel ab 69.
Aber das sind wohl Details auf die der vintage orientierte Gitarrero nicht so genau schaut... :)
Es ist sicherlich zu prüfen, ob die alten Dalys noch gut sind.
Brummt er schon oder ist noch Ruhe?

Viele Grüße Stephan
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Stahlröhre am 9.12.2024 13:26
Jain, den stehenden Trafo gab es auch noch mit Plexipanel in 69, bevor dann das Alupanel kam. Und um das ganze noch komplizierter zu machen gab es auch zeitgleich immernoch das ältere Chassis mit liegenden Trafo. Wenn man es ganz genau halten will müsste man diese Jahrgänge auch noch nach Monaten unterscheiden, den einen 68er gab es sogesehen auch nicht. Aber sei's drumm, wie du schon sagst wird es die nicht-Nerds kaum interessieren. Ab 71 gab es dann einen anderen AÜ später dann auch andere NT, was die Preise durchaus drückt, insbesondere das PCB ab 74 senkt den Wert nochmals merklich.

Der 1968er ist für viele halt der Heilige Gral insbesondere wegen EVH. Die 1969er stehen auch hoch im Kurs weil sie kaum Unterschiede zum 68er aufweisen aber etwas mehr Filterung haben was lästiges Ghosting vorbeugt.
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: NOS am 9.12.2024 19:04
Danke für die verschiedenen Einschätzungen! Ich hänge noch ein Bild von innen an...
Er rauscht leicht wie er das schon damals gemacht hat. Ausfahren zum Testen kann ich ihn unmöglich (dann fliegen die Haustiere von der Stange...)

Defekt sind definitv:
- Pilot-light (ging noch nie)
- ein Endröhrensockel ist etwas locker

Die Endröhrensockel sollte man sicher tauschen (habe kurz hier im Forum geschaut), dann ein Satz EH-EL34 (hätte fast 84 geschrieben :-)?
ELKOs und Koppel-Cs etc. erst mal nach lautem Test?

Ich selbst komme aus der 18W-Ecke und mit meinem Selbstbau (Dr.Z Maserati GT / Trainwreck Rocket Vorstufe schaltbar, Pedalboard davor, 2x12 geschlossen) voll glücklich.
Habe aber auch Respekt vor den deutlich höheren Spannungen im Marshall -> jemand aus dem Forum aus dem Raum Nordbayern/Südhessen, der sich das mal anschauen kann?
Oder ein professioneller Tech?

Und noch ein Bild aus der Zeit..

Harry
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Stahlröhre am 9.12.2024 19:31
Rauschen kann mehrere Ursachen haben: Vorstufenröhren, Anodenwiderstände, Mischwiderstände etc. Die Endröhren würde ich erst dann tauschen, wenn die aktuellen auch wirklich schadhaft sind. Aufgrund des Alters grundsätzlich tauschen muss man nicht. Pilotlights gab es verschiedene, manche liefen mit 6.3V andere nutzen die 110V Wicklung des Netztafo. Eventuell ist die nicht durch und der Fehler liegt an der Verdrahtung.

Endröhrenfassung muss man schauen, teils kann man bei manchen Typen mit etwas Geschick den Metallhalter nachbiegen, dass sie wieder Halt bekommt.
Muss auch hier meine vorheringe Aussage revidieren, das Rohrförmige Bauteil an der Fassung ist kein Kodensator, sondern die Schirmgitterschutzwiderstände. Die wurden möglicherweise mal ausgetauscht.

Was mir sorgen macht ist, dass die ganzen Elkos alle sichtbare Dellen unten haben. Die sollten unbedingt getauscht werden. Bias Versorgung kann man auch drüber nachdenken, ob man hier vorsichtshalber tauscht um die Endröhren nicht zu gefährden. Beim Rest erstmal abwarten und checken ggf. dann tauschen.

Das Logo auf dem Headshell wurde auch mal nachträglich getauscht original wäre es ein kleineres. Die Netzleitung wurde auch nachträglich da reingefummelt.

Wenn sich kein anderer findet, würde ich mich anbieten, wohne jedoch in der Region Südniedersachsen (bin um Weihnachten rum auch in der Osthessen Region).
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Showitevent am 9.12.2024 22:46
Danke für die verschiedenen Einschätzungen! Ich hänge noch ein Bild von innen an...
Er rauscht leicht wie er das schon damals gemacht hat. Ausfahren zum Testen kann ich ihn unmöglich (dann fliegen die Haustiere von der Stange...)

Defekt sind definitv:
- Pilot-light (ging noch nie)
- ein Endröhrensockel ist etwas locker

Die Endröhrensockel sollte man sicher tauschen (habe kurz hier im Forum geschaut), dann ein Satz EH-EL34 (hätte fast 84 geschrieben :-)?
ELKOs und Koppel-Cs etc. erst mal nach lautem Test?

Ich selbst komme aus der 18W-Ecke und mit meinem Selbstbau (Dr.Z Maserati GT / Trainwreck Rocket Vorstufe schaltbar, Pedalboard davor, 2x12 geschlossen) voll glücklich.
Habe aber auch Respekt vor den deutlich höheren Spannungen im Marshall -> jemand aus dem Forum aus dem Raum Nordbayern/Südhessen, der sich das mal anschauen kann?
Oder ein professioneller Tech?

Und noch ein Bild aus der Zeit..

Harry

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass "selbsttausch" ohne Firma mit nennenswertem Namen immer ein Wertverlust einhergeht.
Du kannst Durchaus in das Problem laufen, dass ohne Rechnungen der Wert des Amps immens sinkt.

Als Anekdote kann ich vorbringen, dass ich versucht habe einen 1967er Plexi zu verkaufen.
Damaliger Wert geschätzt (angeblich nach Verkäufen) war 8500 Euro.
Bekommen habe ich am Ende 2200 und zwar nach Monaten online auf allen Plattformen inkl. USA. (Craigslist, ----).

Es gab diverse ernstzunehmende Nachfragen aus Holland, USA, Spanien, Deutschland und England. Von den Anfragen waren 80 Prozent gefühlt "Originalheit?" denen war es nicht wichtig, dass der Amp läuft. Denen war es wichtig dass der nicht für einen Verkauf repariert wurde.

Schau dir die Lötstellen an! Da ist nicht ohne Grund Farbe drauf.

Das Netzkabel kann man viell. noch rechtfertigen...

Nur als Tip! Es gibt Dinge, die muss man nicht zum laufen bringen.
"As is"
Hier lohnt sich das schon!
LG Geronimo
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: NOS am 9.12.2024 23:16
Hallo Max,
einige Elkos sind unten mittels Klebeband zusätzlich abgesichert worden. Das sieht vieleicht komisch aus, aber: Keiner von denen macht auch nur das winzigste Bäckchen.
Viele Grüße Harry
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Showitevent am 9.12.2024 23:27
Zitat:

Hallo Max,
einige Elkos sind unten mittels Klebeband zusätzlich abgesichert worden. Das sieht vieleicht komisch aus, aber: Keiner von denen macht auch nur das winzigste Bäckchen.
Viele Grüße Harry

Zitat Ende:

Mit verlaub.... Falls ich jetzt nicht irgendwas vepasst habe aber die Becherelkos sind durch!
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: stephan61 am 9.12.2024 23:38
Hallo Max,
einige Elkos sind unten mittels Klebeband zusätzlich abgesichert worden. Das sieht vieleicht komisch aus, aber: Keiner von denen macht auch nur das winzigste Bäckchen.
Viele Grüße Harry
Meinst du mit dem Klebeband das was man auf dem Chassis zwischen Elko Befestigung und Elkogehäuse sieht?
Die angesprochene Blasenbildung sieht man auf dem Foto innen, zwischen den Anschlusspins der Elkos.
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Stahlröhre am 9.12.2024 23:41
Die Elkos schreien förmlich danach ihr Elektrolyt in naher Zukunft in die Umgebung abzusondern. Original wäre dieser Bereich komplett flach, da kann man auch nichts mehr formieren.
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: cca88 am 10.12.2024 00:23
Hallo Max,
einige Elkos sind unten mittels Klebeband zusätzlich abgesichert worden. Das sieht vieleicht komisch aus, aber: Keiner von denen macht auch nur das winzigste Bäckchen.
Viele Grüße Harry

bei denen liegt das Gehäuse auch auf 1/2 B+ ... das mit der zsätzlichen Isolation sollte auch nach dem Austausch genauso sein... Daß die keine Beulen haben ist total egal...

RAUS mit ihnen - mit allen.....

Grüße
Jochen
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: bluesfreak am 10.12.2024 10:18
Moin,

der sieht wirklich zu 99% original aus, und ebenso braucht er zu 100% einen Cap Job.
Auch die sagenumwobenen Daly Elkos (egal ob blau- oder grünmetallic) haben ein Ablaufdatum und das ist schon weit überschritten, vor allem wenn der Kasten 35+ Jahre im Keller stand.
Den Trafos und der restlichen originalen Teile zuliebe sollte der Amp so nicht mehr betrieben werden sondern von einem fachkundigen Techniker überholt werden.
Den Bias Poti sollte man auch überprüfen, diese offenen Piher verdrecken gerne und auch wird der Schleifer müde was zu einem sich selbst verändernden Bias führen kann mit mehr oder weniger gravierenden Folgen. In den Siemens EL34 könnte noch Leben sein, die sehen auf den ersten Block aktuell nicht zu gestresst aus, aber das muss man ausmessen.
So unrestauriert ist er die oben kolportierten 3k€ nicht wert, eher im Bereich 1.7-2.2k, aber wenn der Kollege ihn für 400€ loswerden will dann nehm ich ihn sofort ;)

Gruß
blues
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Helmholtz am 10.12.2024 15:54
Ein potenzieller Kunde aus dem Vintage-Sammler-Milieu könnte auch an den getauschten Originalbauteilen (Elkos etc.) interessiert sein.
Also am besten nicht wegwerfen.
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: stephan61 am 10.12.2024 18:00
bei denen liegt das Gehäuse auch auf 1/2 B+

Hallo Jochen,
das ist jetzt aber ein Scherz, oder?  :o
Da wären außerhalb des Chassis über 200V DC ohne jeden Schutz zum anfassen??
Mein 71er Super Lead hatte übrigens kein Isolierband zwischen Elkohülle und Schelle...

Gruß Stephan
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Helmholtz am 10.12.2024 18:38
Bei einem Becherelko ist der Becher oft nicht vom Minuspol isoliert (bei einem Axialelko ist der Becher immer mit dem Minuspol direkt verbunden).
Der Minuspol des oberen Elkos beim Stack liegt auf B+/2.
Gegen Berührung sollte der gesamte Becher isolierend umhüllt sein.
Eine Befestigungsschelle mit Graten kann die Isolierhülle durchstoßen. Dann knallt's.
Zusätzliches Isolierband kann helfen, die Schelle auf Abstand zu halten, aber richtig zuverlässig scheint das auch nicht.   
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: NOS am 10.12.2024 20:09
...unter euch Veteranen bin ich offensichtlich der Einzige, der noch keinen gestorbenen Elko gesehen/erlebt/gerochen/.. hat ;D.
Raus mit den Dingern! F+T oder JJ? Tendiere zu den F+T..
Im Shop finde ich EH-EL34 und TungSol. Tendiere zu EH, die wurden hier mal positiv erwähnt, habe aber in meinem 18W TungSol und bin auch zufrieden.

Am Amp selbst mache ich erst mal gar nix mehr. Ich frag' den Besitzer mal, wie's weitergehen soll....

Harry
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: MichaelH am 10.12.2024 22:09
Hallo NOS,

hier mein Senf dazu ...

Die beiden hinteren EL34 auf dem Bild sind 80-er Jahre EL34 bei EI produziert (Die mit der Nase am Kolben). Siemens hatte damals noch richtige Wareneingangskontrollen, trotzdem haben die Dinger keinen guten Ruf.
Die beiden vorderen EL34 sind vermutlich RSD EL34, produziert in Mühlhausen in der damaligen DDR auf Telefunken Maschinen. Daher auch die vier Löcher auf jeder Seite der Bleche. Die waren qualitativ erstaunlich gut!
Für beide Röhrentypen spricht übrigens auch die Stempelungsart der Beschriftung. Siemens selbst hat niemals EL34 produziert, das waren immer Mullard oder Philipps.

Defintiv zu tauschen sind die BIAS Elkos und die Siebung. Ich hab bei meinem 75-MV, der übrigens auch noch einen Dagnall C1998 verbaut hat, JJ Elkos reingebaut, nachdem einer der Daly hochgegangen ist und es noch eine GR Diode zerrissen hat. Ich hab mich wegen des zu guten ESR !!! gegen F&T entschieden. Fakt ist, das Ding klang hinterher wesentlich besser, runder. Das Klebeband diente wohl manchmal auch zum Befestigen der Elkos, da die Schellen wohl größere Toleranzen hatten. Engländer halt  ;D Das war bei meinem ab Werk auch so. Drei hatten Klebeband ... .

Als Ersatz für die EL34 würde ich vermutlich zu den EH tendieren, mit den JJ gibts immer wieder das Thema mit den dünnen Stiften und den alten Fassungen. Ich hab zum Glück noch drei Satz Svetlana Winged =C=  ;)

Der Rest ist denke ich gesagt.

Viele Grüße

Michael
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: mac-alex_2003 am 29.12.2024 21:52
Hallo Jochen,
das ist jetzt aber ein Scherz, oder?  :o
Da wären außerhalb des Chassis über 200V DC ohne jeden Schutz zum anfassen??
Mein 71er Super Lead hatte übrigens kein Isolierband zwischen Elkohülle und Schelle...

Gruß Stephan

Bei den verbauten Elkos ist das Gehäuse nicht mit dem Minuspol verbunden. Das Klebeband ist, so wie MichaelH geschrieben hat, unten drumrum gewickelt, damit der Elko in der Schelle besser hält, da er etwas dünner als die Schelle ist.

Bei einem gerade von mir restaurierten Plexi aus den 70ern sind die Elkos noch völlig in Ordnung, was schon enorm ist. Die hier würde ich aber sofort tauschen, die Beulen unten sind nicht in ok. Hier greife ich immer auf die F&T aus dem Shop zurück, habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

VG Marc
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: cca88 am 30.12.2024 00:17
Hallo Jochen,
das ist jetzt aber ein Scherz, oder?  :o
Da wären außerhalb des Chassis über 200V DC ohne jeden Schutz zum anfassen??
Mein 71er Super Lead hatte übrigens kein Isolierband zwischen Elkohülle und Schelle...

Gruß Stephan

Upps - Hallo Stephan,

sorry - erst jetzt gesehen, daß Du auf meinen Kommentar geantwortet hast.

"Normalerweise" sind die alten Elkos ja mit Schlumpfschlauch und Isoscheibe  gegen den Rest der Welt "isoliert" - seitlich und auch oben.
Ob aber das eigentliche Aluminiumgehäuse auch Verbindung mit "minus" hat - das müßte ich mal mit einem geshclachteten überprüfen.

Von meiner Seite her - ich geh im Übrigen immer sicher, um zu verhindern, daß die Umhüllung des Elkos gar nie nicht vonder Schelle, oder ähnlichem verletzt werden kann und hab da immer zusätzlich einen Schutz drüber...

Mag klaustrophisch klingen - tut aber nicht weh...

Das aber nur bei dem/den "oberen"

Grüße
Jochen

Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: cca88 am 30.12.2024 00:22
OK - bei einem LCR und einem Daly "gemessen" - keine Verbindung zwischen "Neg" und Aluminium...

Ich gestehe, daß ich diese "Gefahr" vor zig Jahren mal irgendwo gelesen hab. Ich glaub, es war beim Lemme. Und ab da eher vorsichtig unterwegswar. Egal ob auf dem Elko Can=minus draufgestanden ist, oder nicht.

Ich glaub, ich werd das auch weiter so tun. Gürtel mit Hosenträger

Grüße
Jochen
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: Helmholtz am 30.12.2024 01:23
Wenn im Datenblatt des Becherelkos keine Isolationsspannung zwischen Becher und Minuspol spezifiziert ist, würde ich mich nicht auf eine sichere Isolierung verlassen.
Titel: Re: 'Kellerfund': Marshall Super Bass 100 W (1969)
Beitrag von: cca88 am 30.12.2024 10:07
Wenn im Datenblatt des Becherelkos keine Isolationsspannung zwischen Becher und Minuspol spezifiziert ist, würde ich mich nicht auf eine sichere Isolierung verlassen.

Geht mir ähnlich - allerdings deshalb mit "Gürtel und Hosenträger", weil der Elko ja schon eine Isolierung hat.
Ich trau den dünnen Schlumpschläuchen nicht besonders - manche Schellen haben keine sonderlilch schöne Oberfläche - also ne zweite Schicht Schrumpfschlauch an der Kontaktfläche drauf.

Tut nicht weh


Grüße
Jochen