Tube-Town Forum
Technik => Tech-Talk Lautsprecher => Thema gestartet von: Kpt.Maritim am 11.01.2007 22:35
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Hallo,
Ich habe was völlig verrücktes für euch. Wir haben aus Pappmaché und Pappelsperrholz ein Horn mit einem Mund von 65cm Duirchmesser gebaut. Das Horn wird mit einem Eminence Alpha6 geladen. Es ist von der unteren Grenzfrequenz her als reiner Gitarrenlautsprecher gedacht. Und es rockt ohne Ende, wie Tests gezeigt haben.
Was spricht eigentlich gegen ein Horn für Gitarre? Man kann durch die geometrie direkt auf den Frequenzgang einwirken. Es ist im gegensatz zuz allen anderen Lautsprecherkonzepten sehr Wirkungsgradstark und im Gegensatz zur Hifianwendung bleibt es auch recht klein. Wo sonst als für die Gitarre sollte ein Horn zum Einsatz kommen?
Damit ihr euch vorstellen könnt, was ich meine, hänge ich mal zwei Bilder an. Im Moment glänzt es so doll,w eil noch alles voller kleister ist, die überstehenden Fransen kommen auch noch ab. Hier und da etwas chleifen, dann lackieren und fertig.
Viele Grüße
Martin
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Hi Käpt'n,
das ist ja ein Hammerdesign, mal ganz unabhängig davon, wie es klingen mag.
Spontan vorstellen könnte ich mir sowas allerdings mit einem hochwertigen Coax- oder auch Breitbandspeaker zur Verstärkung einer E- Akustik-Gitarre (natürlich angetrieben von einem entsprechend guten Röhrenamp).
Gruß
Jacob
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:bier:
Stil hat die Kiste ;D
Mein Tipp: Weiterentwickeln und reich werden ;D
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Absolut geile Idee!,
Nur hätte ich ganz anders angefangen und hätte versucht ein gefaltetes expo-horn für nen 12" zu bauen (evtl. 10") Dass dürfte wirklich rocken! Hätte aber warscheinlich auch die größe eines Stacks.
GRüße
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Hallo
warum ein Expohorn und warum vor allem gefaltet? Das bringt dir doch nur mehr Bass, denn die Faltung verringert die obere Grenzfrequenz des Hornes. Selbst ein 12er in einer offen Kiste hat genuag Bass, wieso den dann noch mit einem Falthorn verstärken. Unser Horn ist auf den Grundtonbereich von 100-600Hz bestimmt, den es deutlich lauter kann, als z.B. meine 101 oder 1002dB offene Box. Der Klang ist für Blues und Jazz sehr gut, für das Metalbrett fehlt doch der Tiefbass, hier müsste dann vielleicht mit einem Falthorn oder einer bassreflexbox kombiniert werden. Was man wissen muss ist, dass der Lautsprecher im Horn weniger Hub macht, als ohne Horn, und der Impedanzbuckel bei der Resonanzfrequenz sehr flach wird. Der Lautsprecher nähert sich im Horn einem idealen lautsprecher an.
Zur Kontur ist noch zu sagen, dass sie Exponential beginnt, dann aber in eine Schleppkurve übergeht. Der Grund ist folgender. Ein exponential zunächst eher langsam ansteigender Honrverlauf verringert Verzerrungen und verbessert den Wirkungsgrad. Der Übergang in die Schleppkurve bewirkt, dass die Abgestrahlte Wellenkurve an der Fron eine beinahe perfekte Halbkugel bildet. Deswegen heißen Hörner mit Schleppkurve als Kontur, auch Kugelwellenhorn.
Ich hänge an den beitrag mal das Diagramm mit der Kontur an. Es gibt den Radius als Funktion des Abstandes vom Hornmund an. Alle Maße sind cm. Das ding links ist ein Spanten, die querbälkchen sind die Ringe. Ich denke man durchschaut das Prinzip des ganzen, wenn man oben auf das Photo der Rückseite sieht, wird es dann sicher klar.
Was mich riesig interessieren würde und weswegen ich den Beitrag schreibe, ist ob jemand schon mal ein gitarrenhorn gebaut hat, oder hat es gar kommerzielle Vorstöße in die Richtung gegeben?
Viele Grüße
Martin
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Der Klang ist für Blues und Jazz sehr gut,
Also auch für Psychobilly? *Lust bekomm*
für das Metalbrett fehlt doch der Tiefbass,
Will ich auch nicht machen ;D
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Was mich riesig interessieren würde und weswegen ich den Beitrag schreibe, ist ob jemand schon mal ein gitarrenhorn gebaut hat, oder hat es gar kommerzielle Vorstöße in die Richtung gegeben?
Hi Käptn!
Würd mal sagen eher nicht. Es ging den großen Firmen mehr darum ein Amps mit vielen Knöpfen (und für jedes Problem nochn Knopf mehr) zu designen um das, was die Schittstelle Strom/Luft (da wo der Ton rauskommt) nicht leistet, zu kaschieren. Deshalb meine ich es gibt da noch eine Menge zu erforschen.
Ich bin jedenfalls gespannt auf die Ergebnisse.
Bastlergruß
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Hallo
erstmal zum Psychobilly. Ich kann nicht mehr sagen, als dass ich gestern zum ersten mal von Psychobilly gehört habe und auch jetzt nicht mehr davon weiß, als in der Wikipedia steht.
@Feierabendklampfer, ich denke du hast völlig recht und unterschreibe das voll und ganz. Ich glaube Großserienhersteller können auch nicht anders, als viele Knöpfe zu verbauen. Ihre Produktionsweise ist nur rentabel, wenn sie viele Käufer haben.Viele Käufer heißt viele Bedürfnisse und unterschiedlichste Anforderungen. Deswegen bauen sie auch Vielseitigkeitsgeräte, mit eher zu vielen Knöpfen als zu wenig. Der Anwender braucht die dann nie alle, und wer stellt schon 10 mal pro Gig einen völlig anderesn Sound bei seinem verstärker ein. Würden die Hersteller Geräte mit sehr starkem Eigenklang produzieren, dann hätten sie für jedes gerät nur die Käufer, sie diesen Klang wollen, und damit im besten Fall noch Kleinserien. Verstärkerbeen wird da erst richtig spannend, wo die vorrangigen kommerziellen Interessen verschwinden. Alle anderen Geräte sind nur Kompromisse, da wo sich die Geschmäcker der Käufermassen beim kleinsten gemeinsamen Nenner treffen. Ich finde die Verstärker die heute raiuskommen, sind wie Tütensuppen. Man kann nicht sagen, sie schmecken nicht, und es gibt auch nur drei Grundgeschmacksrichtungen, Fender, Knorr, Marshall und Maggi. Aber genau meinen geschmack treffen sie nicht. Aber da ich als Esser solcher Suppen, ähm verstärker, keinen anderen Ton kenne, kenne ich auch meinen Ton nicht.
Den Frequenzgang des Hornes messe ich bei Gelegenheit mal, erstmal muss das Pappmaché richtig austrocknen. Dann ist es etwas so hart wie MDF, aber eben noch nicht wasserfest, dazu wird es mit dünnflüssigen Parkettlack versiegelt, der zieht da richtig ein. Oben drüber kommt dann der Schönheitsanstrich.
Viele Grüße
Martin
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hallo martin,
wollt mal anfragen was aus deinem projekt geworden ist? sind ja mittlerweile einige monate vergangen ... würde mich schon mal interessieren was du so zu berichten hast ^^ ein paar aktuelle fotos wäre auch interessant ..
greetz
carsten
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Hi,
gut,daß das nochmal jemand hochgeholt hat,sonst hätte ich den interessanten Beitrag
übersehen.
Ich hab in einer G&B neulich gelesen (und abgefahrene Bilder),daß der Gitarrist
von QMS (irgendwas bekanntes aus den 60ern) riesige Wurlitzer Hörner mit einem
Dual Showman Top betrieben hat.Das gesamte Stack von dem steht jetzt in einem Museum und sieht aus,wie ne Maschine aus nem SF-Film.
Zur Technik würde mich interessieren,was passiert denn,wenn ich einen 6" o.ä.,der
wenig Bässe hat,mit einem Röhrenamp betreibe,und es dann bei den Bässen (hohe Impedanz?) zu einer extremen Fehlanpassung kommt?
tschüß,Thomas
PS: konstruier doch so ne Art Ventilator davor,so daß die Schallwellen komplex reflektiert werden,und die wildesten Schwebungen enstehen.
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hallo!
wie meinstn das mit der fehlanpassung im bass? normalerweise ist ein lautsprecher im bassbereich am niederohmigsten ausgenommen im bereich der resonanzfrequenz. je höher die frequenz, desto mehr fällt die induktivität der schwingspule ins gewicht, was sich in einem allmählichen anstieg der impedanz bemerkbar macht. das ganze gilt für den uneingebauten zustand (bzw. einbau in offene schallwand) ebenso wie den einbau in eine geschlossene box die lediglich die resonanzfrequenz zu höheren frequenzen verschiebt. bei bassreflex kommt eine zweite impedanzspitze im bereich der abstimmfrequenz des gehäuses dazu. wie der impedanzverlauf unter verwendung eines horns verändert wird weiss ich nicht. prinzipiell ist die größe des lautsprechers aber nur ein wager anhaltspunkt für dessen bassqualitäten, die stark vom verwendeten gehäuseprinzip und den lautsprecherparametern (herr thiele und herr small lassen grüßen) abhängen.
hast du bilder von den würlitzer hörnern, die der typ von QMS verwendet hat? wäre mal interessant zu sehn ^^ vielleicht kannst du den artikel von G&B mal einscannen?
greetz
carsten
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Hallo Carsten,
www.johncipollina.com (http://www.johncipollina.com) ,klick dann Ampstack an.
Zu Lautsprechern muß ich zugeben,daß ich noch nicht alles gerafft habe,wahrscheinlich
muß ich bei meinem Gedankengang noch weiter ausholen:
-auch große Hörner machen keine Bässe,stimmt das überhaupt?
-aber wenn jetzt wirklich nur Hochtöner,womöglich mit Frequenzweiche (was würde
ohne passieren,Durchbrennen?) am Amp hängen,und ich spiel ne Bassnote,-
wo geht dann die Enegie hin? und wie findet das der Amp?
tschüß,Thomas
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oh cooler amp das, wenn ich auch deiner vorherigen beschreibung nach eher dachte daß auch der bassbereich horngeladen ist (: eine ähnliche sache will ich demnächst ausprobieren: habe nen nagelneuen druckkammerlautsprecher aus ddr-restbeständen in die hand bekommen und will mal versuchen selbigen mit einem pa-bass-speaker zu paaren und für gitarre zu nutzen.... sicher mal interessant wie das klingt (: bin da nicht der erste der das probiert hat, auf nem live-bild von john5 (marilyn manson) habe ich mal solche multicell-hörner gesehn die er auf seiner gitarrenbox hatte
okay nun zu deiner lautsprecherfrage (man mag mich korrigieren wenn ich falsch liege aber meines erachtens ist das folgendermaßen):
- die untere grenzfrequenz eines horns ist tiefer je höher die mündungsfläche des horns. prinzipiell kann auch ein 8cm-breitbänder mit entsprechendem hornvorsatz 20hz oder sogar weniger mit ordnungsgemäßem pegel wiedergeben (was er auch ohne horn tut nur aufgrund fehlender membranfläche nicht genug luft bewegen kann) ... der große hornmund fungiert dabei als virtuelle große membran .... belies dich da mal ein bisschen im internet, falls dich das interessiert ... u.a. bei hifi-forum.de sind solche dinge schon diskutiert worden aber bei google findest du auch massenweise erklärungen zu dem thema
- ein hochtöner ist, sofern es sich um einen kalottenhochtöner handelt, im prinzip baugleich mit einem "normalen" lautsprecher: magnet, schwingspule im magnetspalt, membran, sicke ... dementsprechend ist sein grundlegendes impedanzverhalten identisch: peak bei fs und tendenziell zu höheren frequenzen ansteigende impedanz... sprich wenn du einen hochtöner hast der thermisch 15W verträgt (wobei man leistungsangaben sowieso mit vorsicht genießen sollte) dann wird er das auch bei bass-frequenzen tun, nur daß er eben aufgrund fehlender membranfläche bei diesen frequenzen nur sehr wenig schalldruck erzeugen kann. dem amp jedenfalls ist das bummi, und wenn du den hochtöner nicht mechanisch überlastest (was durchaus weit vor erreichen der thermischen belastungsgrenze eintreten kann) werden ihn die bassfreqenzen auch nicht killen .... für magnetostatische hochtöner oder bändchenhochtöner verhält sich das etwas anders, da dort aufgrund der hohen mechanischen beanspruchung im bassbereich das material ausleiern kann ... vor allem bei bändchenhochtönern habe ich mir sagen lassen, daß manche die frequenzgangmessung mittels eines sweep-tons nicht überleben da sich das bändchen aufgrund der hohen amplitude irreversibel ausdehnt und dann nicht mehr straff genug ist. aber auch hier müsste das impedanzverhalten ähnlich dem eines normalen lautsprechers sein, was ja deine ursprüngliche frage war. die einzige mir bekannte ausnahme ist ein piezo-hochtöner. dieser hat tatsächlich zu tieferen frequenzen hin einen ansteigenden impedanzverlauf, da es sich dabei um nichts weiter als einen kondensator handelt und bekanntlich ist der wechselstromwiderstand Xc eines (idealen) kondensators 1/(2pi*f*C)
ich hoffe das war halbwegs verständlich?
zur unterstützung meiner aussagen hier exemplarisch ein hochtöner von visaton. an diesem beispiel siehst du daß der impedanzverlauf (grüne kurve) zu tiefen frequenzen hin nicht ansteigt, lediglich im bereich von fs einen peak hat. im bereich zwischen 4..20khz ist dann bereits ein leichtes ansteigen der impedanz zu verzeichnen, was sich noch fortsetzen würde, wäre das diagramm nicht zuende:
http://www.visaton.de/bilder/frequenz/gross/dsm25ffl_8_fs.gif
greetz
carsten
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Hi,
ja,vielen Dank,hilft schon mal weiter.
Also haben Hochtöner,weil man ja die hohen Frequenzen besser hört und/oder nicht
so viel Energie,wie die Bässe brauchen,wahrscheinlich weniger Leistung/Belastbarkeit
wie die normalen,großen Gitarrenlautsprecher,aber sonst alles normal,solange sie
nicht über einen KOndensator/Frequenzweiche angesteuert werden.
Bleibt nur noch offen,wo die Energie der (nicht hörbaren) Bässe bleibt.
Ich habe heite außerdem zufällig viele Diagrammen von Gitarrenspeakern verglichen.
Sie haben alle einen Impedanzpeak zwischen 90 und 80 Hz.Die Gitarre macht ja nicht
direkt solche Töne.Aber als ich mal einen Moog an einem Gitarrenamp antesten wollte,
sind bei einem Basston fast die Speaker explodiert.Dann war das wohl der Resonanzfall.
Jetzt ist mit beim Vergleich folgendes Phänomen aufgefallen:
-ein C10Q der Bässe sehr schlecht und brazzig rüberbringt,hatte einen schwachen Peak
-der 12" Neo,der sehr sauber und voll klingt hat einen sehr hohen Peak .
Jetzt grübel ich,beim Neo müßte doch mit viel weniger Energie im Resonanzfall ein lauter
Ton entstehen und ihn mechanisch überlasten(flatter-flatter),und den Amp elektrisch,wegen der Fehlanpassung.Das ist aber der Speaker,der viel besser,klarer klingt.
Wie muß ich das jetzt verstehen?
tschüß,Thomas
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Hallo
Ich weiß, dieser Thread braucht mal wieder Futter mit Bilder von mir, ich mache das morgen, komme jetzt nicht dazu.
Viele Grüße
Martin
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@martin: bin schon gespannt, auch auf berichterstattung wie's klingt und so (:
@thomas: ich glaub du hast da nen grundlegenden denkfehler. daß du nicht viel hörst wenn nen hochtöner bassfrequenzen wiedergeben soll heisst nicht daß der amp keine leistung abgibt. grundsätzlich ist der wirkungsgrad von lautsprechern beschissen!! irgendwas zwischen 2 und 4 % der vom amp abgegebenen leistung wird tatsächlich in schallenergie umgewandelt und ist somit nutzbar, der rest heizt lediglich die schwingspule und die zuleitungskabel auf und trägt somit im winter zu einem angenehmeren raumklima bei! mit hörnern lässt sich zwar noch einiges an wirkungsgrad gewinnen aber das ist jetzt erst einmal ein anderes thema, aber es sei erst einmal festgehalten: wenn ein lautsprecher unter sonst gleichen bedingungen leiser ist als ein anderer dann hat das nichts mit der leistung zu tun die er verbrät, sondern lediglich mit dem wirkungsgrad. das leuchtet auch ein wenn man an die impedanzkurve z.b. des hochtöners den ich dir gelinkt habe denkt. er hat im bassbereich irgendwas um die 4 ohm (hab jetzt nicht genau geschaut), daher fließt durch seine schwingspule laut ohmschem gesetz die selbe stromstärke wie durch einen basslautsprecher der bei gegebener frequenz die selbe impedanz hat. welcher von beiden lauter ist sollte klar sein, aber trotzdem: P = U*I und I = U/R .... also P=U²/R ... bei gleichem R (also gleicher impedanz Z bei einer frequenz) und gleichem U (also gleicher stellung des lautstärkereglers am amp) wird bei beiden lautsprechern die selbe leistung in wärme umgewandelt. immer schön auseinander halten! denn wenn das nicht so wäre würde es ja bedeuten daß man hochtöner ohne frequenzweiche betreiben kann .. verbrauchen doch eh keine leistung und werden somit auch nicht warm, man hört ja nichts ... *lach*
diese aussagen kannst du jetzt analog auf deinen 2. absatz anwenden. daß der C10Q eine niedrigere impedanz bei fs hat als der neo bedeutet wahrscheinlich, daß der neo im resonanzfall eine höhere membranauslenkung hat und somit eine höhere gegenspannung induziert (was sich in eben jener impedanzerhöhung wiederspiegelt) oder optional daß die schwingspulen-magnet-einheit im resonanzfall beim neo halt mehr spannung induziert .. wie auch immer. das was aber einen lautsprecher ausmacht ist seine fähigkeit luft in schwingung zu versetzen. das kann er entweder durch hub oder membranfläche (da für niedrige frequenzen mehr luft bewegt werden muss hat hier der hochtöner prinzipbedingt ein problem, wie bereits erwähnt). wenn ein lautsprecher bei gegebener eingangsspannung mehr luft bewegen kann als ein anderer dann wird er lauter sein und somit sein wirkungsgrad höher. ab welcher leistung dann der speaker anfängt unsauber zu klingen (also das eingangssignal nicht mehr linear in luftschwingungen umsetzen kann weil sich z.b. die schwingspule aus dem magnetspalt bewegt und somit kein konstantes magnetfeld mehr vorfindet) ist eine andere geschichte und jetzt zu schwer zu pauschalisieren. solltest du dich dahingehend bilden wollen verweise ich wieder auf das hifi-forum oder google, da wirst du garantiert fündig.
ein wort noch dazu warum hochtöner meist weniger leistung haben als die tieftöner mit denen sie zusammen in einer box verbaut sind: das liegt daran wie die energie im musiksignal statistisch verteilt ist. hat man z.b. sprache dann wird der schwerpunkt der leistungsverteilung in dem bereich liegen, wo der mitteltöner tönt. hat man techno-musik dann muss in erster linie der tieftöner schwitzen. ich weiss jetzt nicht die genauen zahlen aber glaube ein hochtöner muss mindestens 20..30% der leistung haben wie die gesamtbox. das ist abhängig von der trennfrequenz, der güte der weiche und dem wirkungsgrad des hochtöners. aber eins sei gesagt: wenn du eine box hast, die z.b. 100watt aushält und du lässt sie einen sinus-ton von 20khz und 50watt abspielen dann wird dein hochtöner sehr bald rauchsignale von sich geben ^^ bzw etwas praxisnaher formuliert: manche lieder beinhalten extreme signale im hochtonbereich, z.b. laute pfeiftöne oder sowas .... da kann es passieren daß, auch wenn die box stundenlang unbeschadet laut musik wiedergegeben hat, ein solches lied dann die hochtöner entschärft weil einfach die energie im frequenzbereich für den der hochtöner zuständig ist zu hoch war, denn immerhin ist ein hochtöner meist weniger belastbar als die gesamtbox.
greetz
carsten
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@ Carsten:
vielen Dank nochmal für die ausführlichen Erklärungen.
Ich nehme mal jetzt an,daß der C10Q (in einem 2xEL84 Amp ausprobiert) aus mechanischen Gründen so viel brazziger klingt als der 12" Neo,und nicht wegen der unterschiedlichen Kurvenverläufe.Sonst habe ich die Erfahrung gemacht,daß Lautsprecher,je mehr sie überdimensioniert sind, lauter und klarer klingen.Und bes.
bei den Bässen scheint ein größerer Schwingspulendurchmesser von Vorteil zu sein.
Aber wahrscheinlich kann auch andererseits wieder jemand,der bei dem Thema Spezialist ist,meine empirischen Erfahrungen widerlegen,wenn x-Bedingungen (Gehäuse usw.) erfüllt sind,und jeden LS gut klingen lassen.Nur so weit bin ich noch nicht.
@ Martin:
Du hattest geschrieben,der Horntrichter simuliert eine größere Membranfläche o.s.ä..
Heißt das denn ,daß das Material des Horns muß auch Eigenschaften wie die Ls-membranen haben,und dürfte jetzt z.B. nicht aus Glas,Beton,Gips sein?
tschüß,Thomas
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Hi Duke!+
Bin zwar nicht der gemeinte Martin, aber dennoch:
HornGEHÄUSE sollen nicht schwingen, und sind deshalb eher steif. Es gab wohl Bauvorschläge mit Gipskartonplatten u.ä.
Irgendwo habe ich noch Baupläne für eine kompakte horngeladene PA Box. War es ne Version von der Voice of the theater?
Vielleicht wäre auch eine Hornresonator nen Test wert?
Ciao
Martin
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Hallo
Boxen sollen auch nicht schwingen und tunes trotzdem und klingen gut. Gitarrenboxen dürfen ruhig schwingen ganz egal von welcher Art Konstruktion sie sind.
Mein Horn schwingt auch ein bisschen, das es sich dabei aber um die Frequenzen von 100...160Hz handelt macht das den Klang warm. Und das hat das Horn auch nötig. Es klingt nämlich sehr direkt in den Mitten. Nicht bervig, nur direkt. Und es ist LAUT sehr laut. Ich würde mich trauen mit dem Teil und einem kleinen EL84 SE selbst im Triodenmodus (1...2) Watt gegen ein Schlagzeug anzuspielen.
die untere grenzfrequenz eines horns ist tiefer je höher die mündungsfläche des horns. prinzipiell kann auch ein 8cm-breitbänder mit entsprechendem hornvorsatz 20hz oder sogar weniger mit ordnungsgemäßem pegel wiedergeben (was er auch ohne horn tut nur aufgrund fehlender membranfläche nicht genug luft bewegen kann) ... der große hornmund fungiert dabei als virtuelle große membran .... belies dich da mal ein bisschen im internet, falls dich das interessiert ... u.a. bei hifi-forum.de sind solche dinge schon diskutiert worden aber bei google findest du auch massenweise erklärungen zu dem thema
Genau so ist das. Mein Horn ist auf etwa 160Hz abgestimmt. Und der kleine 6"er rumort ordentlich darinnen. Wesentlich mehr als z.B. ein 12"er. Durch das Horn wird er besser an den Raum angepasst. Da der kleine 6"er schon von allleine Laut ist, wird es nun noch wesentlich lauter.
Mein Horn hat eine Tractrix (Schleppkurve) als Kontur. Die von meinem Lieblingsphilosophen G.W. Leibniz entdeckte Kurve bewirkt bei Hörnern, dass der Schall in einer Halbkreisförmigen Front vom Hornmund abgestrahlt wird. Da der 6"er wegen der kleinen membran ohnehin kaum Bündelt kommt es zu einer sehr gleichmäßiegn Abstrahlung, das es an einer Stelle im Ohr piekt und woanders dumpf klingt. Es hängt jetzt in der Ecke meines Dachzimmers. Dort kommen die Wände als weitere Hormnflächen hinzu, wodurch das Teil nochmal mehr schiebt.
Durch die Pappmachekonstruktion wiegt das ganze trotzdem so gut wie nichts. Das Horn ist ungelogen leichter als der Treiber. Dennoch ist es stabild wie Sperrholz. Durch Lackieren ist es auch nicht mehr feuchtigkeitsanfällig.
Jetzt zu den nachteilen des ganzen. Wenn ich es nochmal bauen sollte würde ich es auf 120Hz und nicht auf 160Hz abstimmen. Der klang ist zwar gut, aber nicht vielseitig, Sehr bauchige Sounds sind jetzt nicht gut möglich. Alles andere ist kein Problem. Dieser Nachteil liegt aber nicht im Horm selbst, sondern am meiner mangelnden Erfahrung und darum ncht ganz 100% optimalen Abstimmmung. Das Haupproblem ist die größe des ganzen. Mit jetzt 80x80x80xcm ist das Teil schon groß. Auch wenn es leicht ist, ist es unhandlich. Zweitens müßte man es in eine Kiste einbauen, um es für Liveanwendungen transportieren zu können. Spätestens dann wird es auch scher. Und wer schleppt schon gerne 80x80x80cm Kuben umher.
Um es Livevfähig zu machen, müsse man es in zwei Teile zerlegen können, was Baumäßig kaum ein Problem wäre. Es ist ja eh in segmenten aufgebaut. Davon zwei mit Geflügelmuttern zu verbinden sollte leicht sein. Das kleinere Teil kommt dann ins größere und dann alles in einen Koffer. Zweitens müßte es noch irgendein Gestell bekommen um es aufstellen zu können. Sei es auf dem Boden oder auf einem Stativ. Dieses Gestellt will auch transportiert werden.
Viele Grüße
Martin
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krasse sache martin (: sieht irgendwie cool aus wie das teil da oben hängt ... frag mich nur als was du es, dort hängenderweise, benutzt? zum üben? oder nur damits nicht auf dem boden rumsteht?
was das transport-problem betrifft, vielleicht kann man das horn ja falten so daß es am ende ähnliche dimensionen wie eine normale 4x12" gitarrenbox hat? wird dann zwar kein ideales tractrix-horn mehr sein aber vielleicht ist das auch nicht unbedingt nötig ... mir schwebt da ein fullstack vor: unten eine 2x15" mit wirkungsgradstarken tieftönern und oben das horn (: glaub das würde mir gefallen ...
frage: wie klingt das horn wenn du es über einen normalen gitarrenamp im high-gain-mode spielst? ein ordentlicher zerrsound hängt sehr stark vom verwendeten lautsprecher ab ... vielleicht kannst du ja mal eine aufnahme machen oder so?
greetz
carsten
p.s.: achso, was isn das fürn graues gerät da auf deinem röhrenradio?
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Hallo
Falten ist nicht, weil es dann keine Höhen und Mitten mehr forne rausbringt. Dann muss es ein Rückgeladenes Horn werden, und das wollte ich nicht haben. Ich wollte ja, dass dem gesamten Frequenzbereich der Horneffekt zu Gute kommt und nicht zur Unterstützung der Bässe. Sowas kann man auch bauen und dazu habe ich auch eine Zechnung in der Schieblade, aber das ist was für ganz andere Tage.
Ich besitze keinen High Gain Verstärker und habe auch das Horn nicht für diese Art Musik gebaut. Erstens weil ich diese Sounds selbst im heavy Metal, dem ich meine musikalische Sozialisation verdanke, selten sehr gut finde. Zweitens glaube ich nicht, dass diese Art von Musik vom doch relativ stark verfärbten Klang eines Hornes profitieren würde. Das Horn ist gut für Jazz, Blues und Rock, alles andere habe ich damit nicht getestet.
Schon wenn man das Horn halbieren würde, so dass zwei gleich tiefe Segmente entstünden, die sich wie Matroschkas ineinander stecken liefen hätte das ganze nur noch 80x80x40cm Außenmaß. Das ist schon vom Transport her kein größeres Problem mehr als eine 4x12"er zumal das Teil nur einen kleinen Bruchteil davon wiegt. Aber aufgebaut auf der Bühne schluckt es viel Platz und das ist gerade für uns, die wir meist in Kneipen spielen ein Problem. Das Teil in den Probberaum zu stellen ist kein Problem, da stehen noch ganz andere Trümmer, aber es auf eine kleine Bühne, auf der der Trommler schon China-Verbot hat, zu stellen, ist kaum möglich.
So gut wie das Teil klingt so unpraktisch ist es auch und es klingt wirklich spitze.
Viele Grüße
Martin
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hallo nochmal!
was deinen einwand die hochtonwiedergabe betrifft gebe ich dir natürlich recht, allerdings bricht fast jeder gitarrenlautsprecher oberhalb 5..6khz im pegel ein und ich denke diese frequenzen sollte bei einer einmaligen faltung noch kein problem sein. ich hab mal was gemalt wie ich mir das vorstelle, ist vom prinzip her die selbe faltung wie bei flüstertüten. der durchmesser wird dadurch etwas größer aber ich denke daß man das horn noch auf dimensionen einer standart 4x12" à la marshall 1960 u.s.w. bekommt:
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Hallo
allerdings bricht fast jeder gitarrenlautsprecher oberhalb 5..6khz im pegel ein und ich denke diese frequenzen sollte bei einer einmaligen faltung noch kein problem sein.
Da kannst du denken soviel du willst, auf die Relatität wirkt sich das nicht aus.
Erstens fehlen schon gewaltig Höhen, wie du das gezeichnet hast. Zweitens hast du du eine zweimalige Faltung, da der schall im Winkel von 0° abgestrahlt wird, dann um 180° zurückgebäugt wird und dann um weitere 180° auf 360° d.h. wieder 0° gebracht wird.
Selbst das oben angehängte Euronir mit gerade mal einer hlaben Faltung von 90° braucht Hochton und Mittenhörner als Zusatz, was man oben drauf auch schon sieht. Übrigends ist das Teil gut drei Meter groß. Als Faustregel kann man sagen, dass bei je 90° von 20kHz an eine Halbierung der oberen Grenzfrequenz stattfindet. Wieviel es genau ist hängt ein bisschen davon ab wo die Faltung ist und wie sie ausgeführt ist, aber die Regel kommt schon gut hin.
Da du viuermal um 90° faltest muss man 20000Hz viermal halbieren. Macht 1,25kHz nach oben hin. Das ist viel zu wenig für eine Gitarre.
Ich sehe auch den echten Vorteil deiner Konstruktion nicht. Sie wird zwar sehr viel flac her als meine KOnstruktion aber etwa anderthalb mal so breit. Denn der Mund ist bei dir geteilt. Und in der Mitte kommt etwas hinzu. Damit ist das Teil noch größer, rechne mal durch, mit der Größe einer 4x12" kommst du sicher nicht hin.
Viele Grüße
Martin
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hallo martin!
man man bleib mal locker, ich wollte mich nur konstruktiv einbringen! ... theorie hin oder her, daß selbst gerade hörner ne obere grenzfrequenz haben, darüber brauchen wir uns nicht streiten, ebensowenig darüber, daß druckkammerlautsprecher mit ihrer 360°-faltung trotzdem noch gut über die von dir postulierten 1.25khz hinaus kommen, im allgemeinen ist bei denen irgendwo bei 4..6khz schluss was sie für gitarre eben nicht grundsätzlich unbrauchbar macht, man müsste sich den f-gang halt mal genauer anschaun. ich denke (und ja ich denke so viel ich will!) probiern geht über studiern.
desweiteren macht der kern von geschätzten 20..25cm durchmesser keinen zuwachs von 20..25cm in den außenmaßen, da die fläche wie du sicher weisst quadratisch vom radius abhängt. im endeffekt kommt, jetzt mal nur die vordere schnittebene betrachtet (für jede andere schnittebene orthogonal zur tiefenrichtung [z] analog), nur ein relativ schmaler ring des selben flächeninhalts der in der mitte fehlt hinzu. könnte sein daß das die außenkontur des horns etwas unförmiger macht, da das verhältnis zwischen kern-fläche und öffnungsfläche für weiter hinten liegende schnittebenen ungünstiger wird, aber das müsste man simulieren und optimieren. was den größten radius der hornkontur betrifft liegt dieser weiterhin in der vordersten schnittebene (= frontfläche) und dort wird der radius nur ein paar cm größer sein als in deiner konstruktion.
nichts für ungut, wenn dir meine idee so zuwider ist dann zersäg halt dein horn oder, um mal wirklich ne schwachsinnige idee anzubringen: bau halt viele kleine lol
mfg
carsten
p.s.: der alpha 6 geht sowieso nur bis etwa 7..8khz lt. kurve im datenblatt (-3dB des wertes zwischen 150hz..1khz, ich will ja mal nicht so sein und den buckel oberhalb 1.5khz ignorieren)
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Hallo
ebensowenig darüber, daß druckkammerlautsprecher mit ihrer 360°-faltung trotzdem noch gut über die von dir postulierten 1.25khz hinaus kommen, im allgemeinen ist bei denen irgendwo bei 4..6khz
Der name sgt es "Druckkammer" Die haben diese Kammer um eine besser Impedanzanpassung zu erreichen. Zudem ist die Druckkkammer kleiner als die Wellenlänge der oberen Grenzfrequenz, das ist bei dir nicht der Fall.
desweiteren macht der kern von geschätzten 20..25cm durchmesser keinen zuwachs von 20..25cm in den außenmaßen, da die fläche wie du sicher weisst quadratisch vom radius abhängt. im endeffekt kommt, jetzt mal nur die vordere schnittebene betrachtet (für jede andere schnittebene orthogonal zur tiefenrichtung [z] analog), nur ein relativ schmaler ring des selben flächeninhalts der in der mitte fehlt hinzu. könnte sein daß das die außenkontur des horns etwas unförmiger macht, da das verhältnis zwischen kern-fläche und öffnungsfläche für weiter hinten liegende schnittebenen ungünstiger wird, aber das müsste man simulieren und optimieren. was den größten radius der hornkontur betrifft liegt dieser weiterhin in der vordersten schnittebene (= frontfläche) und dort wird der radius nur ein paar cm größer sein als in deiner konstruktion.
Das ist natürlich schlau gedacht. Deiner zeichnung war nicht zu entnehmen, dass das Teil rund werden soll. Ich dachte, das sollte der Querschnitt eines von forne Rechteckigen Körpers sein. Da war ich sehr voreilig.
nichts für ungut, wenn dir meine idee so zuwider ist dann zersäg halt dein horn oder, um mal wirklich ne schwachsinnige idee anzubringen: bau halt viele kleine lol
Ich will mein Horn nicht zersägen. Ich würde beim nächsten Mal nur zwei Teile bauen und de mit nem Flansch verbinden, der schon eingearbeitet ist.
Das Hauptproblem bleibt aber, nämlich die Aufstellung des ganzen. Da scheint mir dieses Tischhorn eine gute Variante zu sein. Eventuell könnte man es gleich rückgeladen bauen und den Lautsprecher leicht nach oben strahlen lassen. Dann hatt man in in jedem Fall alle Höhen. Ich würde wohl beim Neubau zu dieser Variante "Schlumpfhut" greifen. Erstmal hgat aber ein anderes Projekt vorrang.
Ich behaupte nach wie for, dass die fo deines Hornes nicht ausreichend ist. Aber bau es von mir aus. Vielleicht irre ich mich ja. Das würde mir jedenfalls weniger ausmachen, als mich nicht zu irren und das du ziemlichen Mumpitz baust. Worauf ich in diesem Absatz hinauswill, ist: Wenn du es dann bauen wirst (natürlich mit etwas korrigierter Kontur) welches Material willst du nehmen.
Viele Grüße
Martin