Tube-Town Forum
Technik => Tube-Talk => Thema gestartet von: jimmy bondy am 10.09.2008 17:01
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Hallo!
Ist es schlimm, wenn eine Vorstufenröhre beim einschalten des Amp kurz hell aufleuchtet? Ist sie dann kurz vor dem ableben? ??? In meinem Fall handelt es sich um RFT ECC83 Röhren von 1965.
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Hallo
Ist normal bei RFT. Gruß --.-loco
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na dann bin ich ja beruhigt. 8)
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ja es versetzt einen immer in schrecken wenn die teilweise richtig aufblitzen, aber das scheint wirklich normal zu sein, nicht nur bei rft
woof
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Das sind sogar die Röhren mit dem hochwertigeren Heizfaden, denn das anfängliche Aufleuchten ist ein Indikator dafür, dass im Einschaltmoment der Widerstand des Heizfadens sehr hoch ist, was eine für dessen Lebensdauer positive, automatische Einschaltstrom-Begrenzung bewirkt.
Die guten alten Mullard ECC83 I61 von Ende der 50-er bis ca. 1962 machen das auch.
Larry
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Hi,
habe ebenfalls eine Röhre,die das macht.
Es ist eine Ecc83 von VALVO.
Als ich das zum ersten mal gesehen habe,da habe ich auch ganz schön Panik bekommen.In diesem Moment habe ich mich gefragt: Kam das jetzt von meinem Amp,oder war es die Röhre ???
Ein kurzer Austausch der Röhre brachte mir dann große Erleichterung :).
Tja,es sieht so aus,als ob das bei einigen Hersteller ab und zu mal passiert.
Gruß Micha
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Moin!
Komischerweise sind das oft genau die Röhren, die sehr gut klingen können. Ich mag das, wenn die so schön kurz aufleuchten, denn dann freu ich mich schon auf den kommenden Sound! ;D
"ACY"
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Das sind sogar die Röhren mit dem hochwertigeren Heizfaden, denn das anfängliche Aufleuchten ist ein Indikator dafür, dass im Einschaltmoment der Widerstand des Heizfadens sehr hoch ist, was eine für dessen Lebensdauer positive, automatische Einschaltstrom-Begrenzung bewirkt.
Das verstehe ich nicht ganz. Der Heizfaden hat doch im kalten Zustand einen kleinen Widerstand...dann steigt der Widerstand beim Glühen...daher der hohe Einschaltstrom, oder?!
Was und warum genau glüht da etwas nur für sehr kurze Zeit?
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Was und warum genau glüht da etwas nur für sehr kurze Zeit?
Hallo,
zu was:
- die Drähte der Heizung.
zu warum:
- die Antwort von Larry hast Du zitiert, also nochmals lesen.
Gruss
Jürgen
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Hallo,
zu was:
- die Drähte der Heizung.
zu warum:
- die Antwort von Larry hast Du zitiert, also nochmals lesen.
Gruss
Jürgen
Dann scheint es ja so zu sein, dass beim Einschalten der Widerstand, die Temperatur des Drahtes und somit die Helligkeit stark einem maximal Wert anstreben und dann aber auf einen Wert darunter zurückfallen, auf dem sie verharren. Ist das der Fall? Ist das zum Beispiel bei Glühbirnen auch der Fall? Wäre mir nicht bewusst.
Die Temperatur (somit auch die Leuchtstärke...genauer die Farbe des Leuchtens) korreliert doch direkt mit der Verlustleistung am Bauteil...also mit dem Strom...und dieser hängt doch bei konstanter Spannung direkt vom Widerstand des Bauteils ab. Deshalb kann ich mir ein Abfallen der Helligkeit nach dem Erreichen eines Maximalwertes nicht erklären. Ich glaube mein Denkfehler liegt irgendwo in dem eventuellen Vorhandensein einer zeitlichen Verzögerung im Zusammenwirken zwischen fließenden Strom, dem Widerstand und der Temperatur des Heizfadens.
Entschuldigt mein Nachhaken aber ich versuche mir diesen Vorgang elementar klarzumachen ???
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Hallo murray,
ich muss dir beipflichten. Die Heizungen haben im kalten Zustand einen deutlich geringeren Widerstand. Somit ergibt sich beim Einschalten eine deutlich höhere (Heiz-) Leistung, was zu einem schnelleren Erwärmen führt. Bei Glühbirnen ist das, wie du schon vermutet hast, derselbe Zusammenhang, deshalb gehn die auch meistens beim Einschalten übern Jordan.
Um letzte Zweifel auszuräumen: Eine ECC83 zieht pro Heizung (also zwischen den Pins 9 und 4, bzw. 9 und 5) im Nennbetrieb 150mA. R=U/I=6.3V/0.15A = 42 Ohm. Ich habe auch noch eine alte ECC83 von Telefunken, die beim Einschalten richtig strahlt, und die hat im kalten Zustand einen Widerstand von etwa 10 Ohm. Das ist gerade einmal ein Viertel des Nennwiderstands oder ergibt, anders ausgedrückt, einen Einschaltstrom von etwa 600mA, was dem vierfachen Nennstrom entspricht. Bei konstanter (Heiz-)Spannung bedeutet das eben auch die vierfache Heizleistung.
Die Korrelation zwischen Farbe und Temperatur kommt schon hin. Ich vermute mal, dass im Inneren der Röhre die Wärmekapazität der Kathodenbleche die Temperatur des Heizfadens erst langsam ansteigen lässt. In dem kurzen Freiraum, also zwischen den Pins und der unteren Glimmerplatte (?) wo der Heizfaden nur von Vakuum umgeben ist, ist eben keine umgebende Wärmekapazität da, d.h. die volle Wärmeleistung dieses Fadenstückes geht in seine eigene Erwärmung. Dieses hell leuchtende Teilstück ist dann natürlich hochohmiger als im Nennbetrieb, da deutlich heißer/heller. Da der Rest des Fadens aber durch die besagte Wärmekapazität des Kathodenbleche noch kühler ist, ist der gesamte Widerstand des Fadens eben auch noch geringer als im Nennbetrieb. Somit ist der Strom noch höher und eben auch die Wärmeleistung.
Ich hoffe, ich geh mit dieser theoretischen Betrachtung keinem auf die Nerven, aber solche Gedanken hatte ich mir auch schonmal gemacht. Wers nicht wissen will, solls eben nicht lesen. :)
LG
Frederik
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Hallo zusammen,
ich habe hier eine Telefunken ECL86, die sicher schon 30 Jahre alt ist und beim Einschalten auch schön aufblitzt - aber laut Vorbesitzer bereits um die 3000 Stunden lebt.
Der hell aufleuchtende Teil des Fadens hat einfach noch keine Isolationspaste abbekommen - daher ist die Wärmeträgheit des Heizers hier geringer und er leuchtet.
Je weißer das Leuchten, desto heißer - je roter, desto niedriger die Temperatur. Das ist das Plancksche Strahlungsgesetz (http://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Strahlungsgesetz).
Über den Faden liegt eine (halbwegs) konstante Spannung an, der Strom ist an jedem Ort des Fadens zum jeweiligen Zeitpunkt gleich. Beim Einschalten ist der Faden noch kalt, hat also einen deutlich kleineren Widerstand, als im spezifizierten warmen Zustand (bei ECC83 also 300mA und 6,3V, entspricht 21 Ohm). Da die Spannung konstant ist, muss im Einschaltmoment ein höherer Strom fließen und damit eine höhere Leistung im Faden umgesetzt werden. Mit steigender Temperatur des Fadens steigt auch der Widerstand, was einen sinkenden Strom zur Folge hat.
Grüße,
Hannes
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In dem kurzen Freiraum, also zwischen den Pins und der unteren Glimmerplatte (?) wo der Heizfaden nur von Vakuum umgeben ist, ist eben keine umgebende Wärmekapazität da, d.h. die volle Wärmeleistung dieses Fadenstückes geht in seine eigene Erwärmung. Dieses hell leuchtende Teilstück ist dann natürlich hochohmiger als im Nennbetrieb, da deutlich heißer/heller. Da der Rest des Fadens aber durch die besagte Wärmekapazität des Kathodenbleche noch kühler ist, ist der gesamte Widerstand des Fadens eben auch noch geringer als im Nennbetrieb. Somit ist der Strom noch höher und eben auch die Wärmeleistung.
:bier: Eine wirklich sehr schlüssige Erklärung, die auch experimentell Sinn macht, denn das helle Aufleuchten kommt immer aus der Nähe der unteren Glimmerplatte. Sehr schön!
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Ich muß leider den alten verstaubten Thread wieder rausholen....
Überall ließt man das es nicht schlimm ist wenn eine Röhre beim einschalten kurz heller aufleuchtet.
Das gilt aber nicht gundsätzlich oder?
Hab in meinem Amp eine halbwegs neue ECC803 im PI. Die leuchtet jetzt auch heller auf.
Hab mir aber nicht viel Gedanken darüber gemacht, weil es immer heißt das es nichts ausmacht.
In letzter Zeit hört sich mein Amp aber nicht mehr so gut an. Dachte es liegt einfach nur an meiner Stimmung, jeder hat mal Phasen wo einem der Ampsound nicht mehr so gefällt. Jetzt hab ich mal auf Verdacht die Röhre gewechselt.
Tja, Amp Sound stimmt jetzt wieder, also war es doch die Röhre.
Heißt also das aufleuchten kann doch auf eine defekte Röhre hindeuten...?
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Das ist jetzt eventuell eine blöde Antwort, aber prinzipiell deutet ein helles Aufleuchten beim Einschalten nicht auf eine defekte Röhre hin. Kein helles Aufleuchten deutet aber auch nicht auf eine intakte Röhre hin; vor allem, wenn sie gar nicht leuchtet ...
Oder anders formuliert: sein kann alles.
Cheers
John
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Klar, möglich ist viel.
Mein ja nur, weil immer alle sagen das sowas normal ist und keine Probleme macht, aber anscheinend ist es doch nicht immer so.
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Hi
Wenn eine Röhre beim einschalten kurz aufleuchtet dann weisst Du dass der Heizfaden noch ganz ist.
sonst nix. :devil:
Gruß Franz
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Hi,
na ja, ist halt wie immer: "Die einen sagen so, und die anderen sagen so" :devil:
Das helle Aufleuchten im Einschaltmoment ist normal (meist auch Fabrikat- abhängig) und hat nichts zu sagen.
Wahrscheinlich hast Du einfach nur eine minderwertige, "halbwegs fertige" Röhre ausgegraben (Zitat: "...halbwegs neue Röhre...")
BTW:
wie hoch ist denn Deine Heizspannung im a) Leerlauf und b) im Betrieb, und um welchen Amp handelt es sich denn?
Vielleicht hast Du ja einen dicken, überdimensionierten Ringkerntrafo drin und den Spannungswahlschalter auf 220V stehen... mer waases halt net ???
Gruß
Jacob
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Mit halbwegs neu meinte ich das sie ein Jahr alt ist, aber davon ein halbes Jahr fast gar nicht genutzt wurde. ;D
Am Amp liegts sicher nicht.
Ist ja kein "normales" aufleuchten, sondern ein viel helleres.
Die Röhre ist definitiv hinüber, mit der neuen ist wieder alles super.