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Grundsätze: Was ist Röhrentechnik?

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Stephan G.:
Hi, Folks!
Ich denke das ist die richtige Ecke, um über Halbleiter in Ampdesigns zu reden:
Inwieweit können z. B. OP´s oder Transen in Röhrenamps "toleriert" werden - und muß man dann von "Hybrid"-Amps sprechen?
Vollröhre heißt bei mir z. B. ohne Halbleiter im Signalweg bzw. als aktive Elemente. Was ist dann aber mit Gyratoren, wenn ich eine Spule emulieren will?
Ich hoffe auf eine rege Diskussion mit gewichtigen Argumenten - bitte kein Voodoo oder "kaum hörbare Nuancen".
Gehen wir mal davon aus, daß wir einen geil klingenden Amp mit 2-3 OP´s und Röhrenendstufe haben - isses dann grundsätzlich eine "verröhrte Transe" oder eine "vertranste Röhre"?

PLAY LOUD!!

Killigrew:
Nen geil klingender Amp ist nen geil klingender Amp ;)
Ich denke sobald aktive Halbleiterelemente im Signalweg sind, LDRs zählen bei sowas natürlich nicht, sollte man von Hybrid Amp reden.
Die beiden von dir genannten Begriffe klingen mir aber zu negativ deshalb isses nix von beiden ;)
Wenn man aber OPAmps oder der gelichen in nen Röhren Amp einbaut sollte man sich immer fragen obs nicht besser ist sie drausen zu lassen, denn um beide Technologiern zu integrieren muss man immer etwas Schaltungsaufwand betreiben und da manche schon meckern wenn nen Amp zwei Kanäle hat, sollte man den Bauteil aufwand im Signalweg immer so klein wie möglich halten.
Da fällt mir aber grad noch ein, der Powerball hat ja auch Halbleiter im Signalweg, wegen dem Noisegate, trotzdem sagt niemand das es ein Hybrid Amp ist.
Vieleicht solllte etweilige eingebaute Effekte die nicht auf Röhrenbasis sind bei so einer betrachtung rausnehmen, da es super kompliziert und aufwendig ist Effekte auf Röhrenbasis zu bauen.

mfg :D

MichaelH:
Hi gefällt mir der Thread -

Mesa Boogie ist dann mit Grafischem EQ (IQ ?) ein Hybrid Amp - GEIL  ;D.

Im Ernst:
Solange es gut klingt, spielt die Technologie keine Rolle. Ausserdem ist das auch von der Musikrichtung abhängig - man denke an die Polytone Amps für JAZZ oder den Roland Jazz Chorus ...

Gruß

Michael

bäri:
Hi Michael,

abgesehen davon, dass es auch Boogie-Gitarrenamps mit einigen Halbleitern direkt im Signalweg (Reverb, Einschleifweg) gibt, die trotzdem gut klingen: meiner Meinung nach ist das alles doch eine mehr "emotionale" Sache.
Es wird oft einfach verdrängt, dass es auch genug reinrassige und trotzdem grottenschlecht klingende Röhrenamps gibt- auch heute noch!
Als leidenschaftlichem "Gitarrenröhrenampbastler" würde es mir halt einfach nur den  Spass verderben, Halbleiter im Signalweg zu wissen.
Obwohl ja mit einer guten FET-Stufe am Eingang des Amps bestimmt ein noch besserer Signal/ Rauschabstand machbar wäre etc.
Genau so verhält es sich auch mit dem PTP- Aufbau (mit Turrets machts den meisten Spass). Das hat doch auch wirklich was wunderbar nostalgisches. Obwohl das schlechter klingen kann als ein PCB! Alles ist auch eine Frage des Layouts der Schaltung.
Würde ich Oldtimer nachbauen, dann auch bestimmt ohne Servolenkung und ABS drin.

Mit voodoofreien Grüßen

Günter

Joachim:
Hi, Stephan,

Solange Halbleiter an den Stellen sitzen, wo sie Sinn machen, habe ich grundsätzlich kein Problem damit. Ein gutes Beispiel ist der bereits erwähnte graphische EQ der Boogies aber auch die Fx-Loop. Dort macht ein OP mit niederohmigem Ausgang sogar sehr viel Sinn, denn das Fx-Send-Signal muß u.U. über ein längeres Kabel zu den Effekte geführt werden. Da ist eine hochohmige Röhrenausgangsstufe eher im Nachteil. Genauso bei Preamp-Ausgängen, egal, ob in reinen Preamps oder in Vollverstärkern. Deswegen würde ich nie von Hybridverstärkern sprechen.

Ein Hybridverstärker ist auf jeden Fall ein Amp, bei dem die ganze Vorstufe oder die ganze Endstufe in Halbleitertechnik aufgebaut sind oder bei dem z.B. der Clean-Kanal mit OPs aufgebaut ist (auch wenn das zur Erreichung eines bestimmten Sounds durchaus Sinn machen kann). Auch wenn in der Zerr-Stufe mit OPs und Dioden gearbeitet wird, würde ich von einem Hybridamp sprechen.

Vielleicht ganz grob gesagt, meine - rein subjektive und persönliche - Definition wäre folgende:

Wenn der Amp-Sound oder ein Teil davon der am Lautsprecher ankommt in Halbleiterstufen "geformt" wird, ist es ein Hybrid-Amp (einen EQ zähle ich da nicht dazu, da der "neutral" eingestellt werden kann).

Eine besonders sinnlose Form des Hybridamps sind "Alibi-Röhrenamps" wie die Marshall 9100-Vorstufen, bei denen die Röhren nur drin sind, um das Ding Röhrenamp nennen zu können oder Transen-Amps, die eine 12AX7 für die "typischen warmen Röhrensound" haben. Schwachsinn3

Verhalten sich Halbleiterstufen ausschließlich praktisch neutral (FX, Reverb, Pre-Amp-Out) bzw. erreicht das "geformte" Signal nicht den Lautsprecher (Speaker-Emulator), dann ist es kein Hybridamp.

Viele Grüße,
Joachim

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