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Niedervolt-Experimente

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bea:
Nach langer langer Zeit mache ich mal hier weiter:

Ich habe die Stromversorgung dahingehend modifiziert, dass ich die Anodenspannung am Eingang des 7812 abnehme. Anders als früher wird ein Steckernetzteil mit 15V~ verwendet. Unter der Belastung durch die Heizung einer Röhre stellt sich am zusätzlichen Abgriff eine Spannung von 20,0V ein (im Leerlauf 21 V).

In einer einfachen Testschaltung - Ra=100 kOhm, Rk=4.7 kOhm, Rg=820 kOhm ergibt sich mit den beiden Röhren, die ich auch früher verwendet hatte:

ECC81 EH:

Ua=13.6 V
Ug=0.191 V

ECC82 JJ:

Ua=14 V
Ug=0.193 V

Verglichen mit den Werten für eine Betriebsspannung von 12,6 V sieht das doch schon sehr viel besser aus!
Für eine praktische Anwendung müsste jetzt wohl der Arbeitswiderstand so weit vergrößert werden, dass die Aussteuerbarkeit größer wird und auch ein größerer Katodenwiderstand vorgesehen werden. Also schnell nochmal den Lötkolben anwerfen...

Laurent:
Hallo Bea,

Schön, dass du mit den LoV-Schaltungen weitermachst.  :topjob:

In der Tat müssen die Anoden und Kathodenwiderlinge deutlich vergrößert werden, damit etwas rauskommt. Mit meinem 12K5 SE-Amp habe ich damit sehr gute Ergebnisse bekommen (ich hänge nochmal den Schaltplan zur Info). Die Spannung liegt bei mir aber bei ca. 25V.
Mit JJ's komischerweise habe ich keine sehr gute Ergebnisse gehabt. Mit EH hingegen lief das problemlos. Du könntest auch eine 12AY7 von EH ausprobieren. Diese ist in meinem Amp als V1 fest eingebaut. Sie liefert gute Ergebnisse bei so wenig Spannung, dennoch haben sie genug Gain und sind (bei gleicher Schaltung) nicht so basslastig wie die 12AU7.

Gruß,
Laurent

bea:
Hallo Laurent,

inzwischen habe ich noch ein wenig weitergemessen. Die Ergebnisse passen recht gut zu den Werten, die sich in Deinem Plan zeigen. Und natürlich komme ich auf die gleiche Schlussfolgerung: 25 V ist besser. Das zeigen auch die folgenden Daten deutlich:

diesmal nur für die ECC81 - die JJ ECC82 ist eine Idee schlechter:

Ra=220k, Rg=4.7k:

Ua=11.5 V
Ug=0.13 V

Ra=220k, Rg=39k:

Ua=15 V
Ug=0.52 V

Hier zeichnet sich wohl grob ab, wie der doch immer noch recht kleine erzielbare Katodenstrom limitierend wirkt. Die Aussteuerbarkeit im letzten Fall entspricht sowohl eingangs- als auch ausgangsseitig recht gut den Sollwerten, die Dirk im Banana-Booster mit "alten", "guten" Röhren für 12.6 V Betriebsspannung angegeben hatte. Mit aktuellen Röhren benötigt man dazu eben 20 V. Mehr ist natürlich besser.

Hattest Du eigentlich auch mal die 12AT7 von EH ausprobiert? Es wäre schon spannend, den Unterschied zur 12AY7 zu sehen. Aber lass mich mal spekulieren: limitierend dürfte hier wohl vor allem die Emissionsfähigkeit der Katode sein. Ob es da wesentliche Unterschiede zwischen den kleinen Doppeltrioden eines Herstellers gibt?


Was das für mich bedeutet: noch weiß ich ja nicht, wie sauber die Anodenspannung ist, die ich da vor dem 7812 abgezweigt habe. Wenn ich Glück habe, kann ich mit den vorhandenen Teilen einen kleinen Booster für meinen Bass aufbauen, den ich vors Mischpult klemme. Und wenn nicht, muss ich mir was ausdenken - ich würde dieses Frühjahr eigentlich gerne den G-2000 zum Laufen bringen und das LoV-Zeugs sinnvoll zusammenlöten.

Laurent:
Die 12AT7  hatte ich nicht ausprobiert.
Weswegen die EH's für LoV besser als die JJ's geeignet sind kann nur ans Material der Kathode liegen. Mit den Chinesischen, die ich hier habe, läuft es auch. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine 12AT7 von EH auch gut passt.

Falls du aber etwas tolles mit NOS-Röhren bauen möchtest, kannst du auch eine 12U7 oder gar eine ECC86 versuchen. Im Amp hatte ich 12U7 drin aber durch meine Schaltung empfand ich zuviele Bässe. Mein kleiner Treter (TubeKick) läuft mit einem 12V Schaltnetzteil und eine 12U7 als V1. Das passt sehr gut und liefert locker 6Vpp als Ausgangssignal!
Ist schon komisch, weil genau gestern habe ich die Schaltung vom TubeKick angepasst  :)

Gruß,
Laurent

bea:
Laurent: die meisten dieser Röhren, gerade die interessanteren (ECC86, aber auch die ECC88, die ja von Haus aus ebenfalls für nicht ganz so hohe Spannungen ausgelegt ist), sind ja leider nur für 6 V Heizspannung ausgelegt.

Gerade habe ich noch was anderes probiert: eine alte ECC81 von Telefunken, mit ziemlich vielen Betriebsstunden auf dem Buckel. Ich bilde mir ein, dass eine neue ECC81 von EH in meinem Mywatt besser klingt als dieses Exemplar.

Schaltung wie oben, Ra=220k, Ug=39k:

Ua=13.5 V
Ug=0.85 V

Sogar diese wohl schon deutlich gealterte Röhre emittiert offensichtlich deutlich besser als aktuelle Röhren.

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