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PCB vs PTP
Stone:
Hallo
Zu dem Thema PCB versus PTP Aufbau gibt es ja nun einige Artikel im Englischen und auch im Deutschen, u.a in den verschiedensten Foren.
Doch in den meisten Fällen werden die Vor- und Nachteile hinsichtlich der mechanischen Konstruktion dargestellt, d.h mechanische Belastbarkeit, Verarbeitung etc.
Meine Frage ist eher praxisbezogen hinsichtlich Sound:
Bei meinen Aufbauten stoße ich in der Regel ab einem gewissen Gainlevel auf das Problem, daß ich mehr mit Nebengeräuschen und internem Feedback zu kämpfen habe, als mit Sound und ggf daraus resultierender Distortion.
Auch die Verwendung von geschirmten Leitungen, deren Schirm dann Masse gelegt ist, mindert das Problem zwar, aber verschiebt es eigentlich nur ein wenig.
Bsp: bei den typischen Marshall 2203/04 Mods (10k gegen 3k3 austauschen oder 4k7, ggf noch gebrückt mit C usw) stoße ich bei PTP-Aufbau eigentlich dann schon wieder auf internes Feedback.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Wie sieht es bei PCB Aufbau aus? Ist der Signalverlauf dann stabiler?
Gruß, Stone
ACY:
Hi Stone!
Hatte bei einem 1978er 2203er mal genau dieses Problem! 10k gegen 4,7k getauscht, Ergebnis: Unspielbar! Hatte aber noch einen 79er und zwei 80er da, mit dem selben Mod, und da funzte es ohne Probs! Habe dann mal verglichen: Bei dem 78er lief dieses eine Kabel mit (ich glaube) 68k noch üner die Platine, und war dort in einem großzügigen Boden nach einer Seite mit Silikonpapp auf der Platine fixiert! Bei dem 79er und den 80ern lief dieses Kabel nicht mehr über die Platine, sondern unter der Platine lang am Ende mit dem 68k und Schrumpfschlauch drüber! Hatte das dann bei dem 78er ebenso gemacht, und seitdem läuft das Teil tadellos! So sind sie halt, die Briten! Griiiiiiiiiiiiiiiiiiins!!!
Stabiler ist es also auch nicht unbedingt, ich denke da mußt du einfach probieren, und schon mal die Silikonspritze bereithalten! Griiiiiiiiiiiiiiins!!!
Nice day, "ACY"
MichaelH:
Hi,
bevor ich mich nun auf den Weg in Deutschlands Osten mache ( in der Hoffnung, dass die dort das Stoiber Geschwaffel nicht auf den ganzen Westen umlegen >:():
Kann ACY`s Aussage bestätigen:
Alte Marshall`s bis 78 - Kabel von 68 k auf Platine mit Bogen zum Gitter der Röhre V1 - mit ENGL-Masse befestigt 8)
Neuere Marshall`s kabel mit 68K direkt an Gitter vom Input.
Ausserdem unterschiedlich: der 47 pF bis 78 an den V3 Anodenwiderständen. Danach hinter den Koppel-C`s zur Endstufe.
Schöne Woche !
Bis denne
Michael - ich muss jetzt weg ....
Joachim:
Hi Stone!
Ich denke, bei dem Feedbackproblem ist weder eine Leiterplatte noch eine freie Verdrahtung mit Turret- oder Eyeletboards im Vorteil. Der Knackpunkt ist das Layout. Ich habe die gleichen Erfahrungen wie Du, ACY und die anderen mit den 2203ern gemacht. Irgendwann ist Schluß mit gaßgeben, dann macht das sehr großzügige und noch stark auf Low-Gain ausgelegte Design, das ja noch von den Non-Master-Modellen stammt, Probleme mit teilweise massivem Feedback.
Deutlich besser ist da das Layout, wie es z.B. Soldano oder auch Larry in seinen sehr inspirierenden Amps macht. Die Vorstufenröhren sind da zwischen Potis (Frontplatte) und dem Bauteileträger angeordnet. Dadurch erhält man sehr viel optimalere kurze Wege, während beim klassischen Marshall Layout das Signal hin- und hergeht zwischen Vorstufenröhren Leiterplatte und Frontplatte. Bei einem guten Layout (ist natürlich viel herumprobieren) braucht man auch bei High-Gain-Amps keine abgeschirmten Kabel oder zumindest nur sehr wenige.
Ein wenig optimaler wäre PCB vielleicht dann, wenn die Vorstufenröhrensockel auf der Leiterplatte befestigt sind (noch kürzere Wege), aber das hat ja auch wieder seine Nachteile, durch die mechanische Belastung der Platine und die schlechtere Modifizierbarkeit.
Grüße,
Joachim
Stone:
Hallo
Ja, ich muß sagen, daß ich auch schon über ein geändertes Design nachgedacht habe, wo ich ggf auch einiges direkt an den Sockel der Vorstufenröhren löte.
Den Fehler mit dem 68k grid stopper mache ich übrigens regelmäßig ... jede Wette im aktuellen Umbau auch wieder. Der 68k sorgt dafür, daß ab 10kHz alles gedämpft wird - und durch die freiliegende Leitung fange ich dann wieder alles an HF-Störungen ein ... super.
::)
Der Tip bzw Verweis auf die Soldano-Layouts ist gar nicht schlecht. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht, Röhren zwischen Poti und Leiterplatte.
Gruß, Stone
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