Tube-Town Forum
Technik => Tech-Talk Amps => Thema gestartet von: phosgen am 16.09.2009 21:26
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hi die gemeinde
seit geraumer zeit habe ich meinen badcat hotcat-30 clone im einsatz und habe mächtig freude daran. das einzige manko, das der verstärker hat, ist sein restbrummen, das zwar nicht sehr laut ist aber doch irgendwie mich nun stört. das will ich nun beseitigen.
anbei der plan: http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?action=dlattach;topic=7717.0;attach=7746
was ich gemacht habe:
1 alle vorstufenröhren raus, nur PI und endstufen --> kein brummen
2 V1 eingesetzt - clean kanal kaum brummen wahrnehmbar
3 V1 raus, V3 eingesetzt - kein brummen
4 V3 und V2 eingesetzt - sehr leises brummen
5 alle röhren drin, brummen nimmt nicht zu gegenüber (4)
dann mit gitarre vorne dran
a) clean kanal ohne gitarre einges töpselt, logisch wie (2)
gitarre eingestöpselt, brummt stärker; schalte ich den pickup-booster (seymor duncan) ein, brummen markant lauter
b) gain-kanal: verhältnismässig dasselbe bild - grundbrumm analog (4), mit pickup booster lauter
lötstellen habe habe ich alle nochmals nachgelötet und kontrolliert - röhren untereinander ausstauschen brachte natürlich auch nichts.
was könnte am ehesten die ursache sein
- rund um die eingangsbuchsen (nicht mehr sauber vom chassis isoliert?)
- oder doch eher im bereich V2
habt ihr da mir sachdienliche hinweise, wie ich am schnellsten den restbrumm beseitigen kann?
anbei eine sicht auf die eingeweide des amps. zu bemerken ist, dass ich mittlerweile die masse ab bass-poti (4. poti von rechts) nicht mehr an die masseschiene führe, sondern nach dem masseknoten an V2, was den bisherigen brumm schon einmal reduzierte. aber eben noch zu wenig.
herzliche grüsse und besten dank euch allen
/ martin
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Hallo Martin,
ich hatte genau bei diesem Trafo das Problem, dass er einen Brumm in die Masseleitungen eingestreut hat, die direkt neben dem Trafo verlaufen sind.
Da waren lediglich noch 3-4cm bis zum Erdungspunkt, hat aber trotzdem gebrummt.
Ein Verlegen so ca. 5cm vom Trafo weg brachte Ruhe.
Viele Grüße,
Marc
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grüss dich ! marc
ich mag mich erinnern, dass du mich schon mal darauf aufmerksam gemacht hast. um den trafo herum habe keine masseleitung gelegt, die gelben kabel rechts vom trafo sind nur für die krokoklemme, um die elkos zu entladen. ich habe die masseschiene mit dem chassis verbunden, und zwar gleich in der nähe der heizspannungsymmetrierung. der weg von dort zum massestern (nähe netzstecker) führt natürlich am korpus delikti vorbei.
aber ich bin mir nicht so sicher - ich hatte gerade die gitarre eingesteckt. regle ich an der gitarre volumen runter, verwschwindet das brummen praktisch vollständig - einen ähnlichen effekt wenn das tone poti an der g verändert wird. d.h. wenn eingang auf masse, dann kein brummen.
was meinst du dazu ?
herzliche grüsse aus ZRH
/ martin
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Hi Martin,
(ich bin zwar nicht Marc, aber ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich was dazu sage)
das hört sich für mich so an, als ob das Brummen hauptsächlich von der Gitarre kommt. Wenn der Eingang kurzgeschlossen ist und es brummt nicht, dann ist der Amp doch perfekt. Alles was zusätzlich brummt wenn man was einsteckt, kann dann eigentlich nur eingespeist worden sein, und wird dann halt (ordnungsgemäß) verstärkt. Oder es ensteht zusammen mit anderen Geräten eine Brummschleife über Masse und Schutzleiter oder so. Wenn du das "echte Brummen", dass der Amp selber liefert, bekämpfen willst, dann meiner Meinung nach nur mit kurzgeschlossenem Eingang, und dann ev. mit Leitungsführung/Masseführung experimentieren.
Liebe Grüße
mike
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hi
ich habe zur zeit ein kleines brummproblem, welches sich warscheinlich von der PI aus einschleicht....es ist master-unabhängig und verschwindet wenn ich die PI röhre ziehe. es wird um so lauter je höher ich den ruhestrom der endröhren einstelle. die endröhren an sich sind einwandfrei symetriert.
was kann man da versuchen? die PI auch mit DC heizen?
Mfg Marek
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ich habe zur zeit ein kleines brummproblem, welches sich warscheinlich von der PI aus einschleicht....es ist master-unabhängig und verschwindet wenn ich die PI röhre ziehe. es wird um so lauter je höher ich den ruhestrom der endröhren einstelle. die endröhren an sich sind einwandfrei symetriert.
was kann man da versuchen? die PI auch mit DC heizen?
Mfg Marek
Hallo Marek,
hast Du schon mal ne andere Röhre im PI getestet?
Die gleichen Symptome hatte ich mal in meinem TheTwin. Nach Röhrentausch war wieder alles OK.
Ciao
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hi
ich habe auch schon andere röhren versucht...ohne erfolg. eben habe ich die PI auch mal mit DC geheizt- auch kein erfolg. habe die gitter der PI röhre abgeklemmt, das brummen war nun ein klein wenig leiser, aber immernoch zu laut.
kann es was mit der masse zu tun haben? ich habe die masse des AÜ an die masse des PI gelegt und diese dann an die masse des 2. filters. ist es richtig so?
Mfg Marek
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Jede Masse einer jeden Stufe zur korrespondierenden Kathode. Man muss sich nur dran halten !
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der normale amp (preeamp) brummt garnicht.
nur eben der blöde PI. was ist nun mit den massen vom AÜ??
Mfg Marek
wisst ihr evtl noch andere ursachen?
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Hallo Marek,
die Common-Leitung vom AÜ sollte direkt an die Speakerbuchse (Masse) gehen. Von dort eine Referenzleitung zum Massepunkt des PI gehen.
Dort dann auch Presence etc. erden.
Diese Stufenmasse dann an die Zentralmasse führen.
@Martin:
Das liegt vermutlich nicht an der Gitarre. Hast Du mal getestet, wie sich der Brumm beim drehen am Volumepoti der Gitarre ändert?
1) Bleibt immer gleich
2) wird weniger beim runterdrehen
3) wird beim runterdrehen mehr und dann wieder weniger
Bei 3) fängst Du Dir mit ziemlicher Sicherheit was an der Gitterzuleitung zu den ersten Stufen ein.
Viele Grüße,
Marc
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hi marc!
ich habe es so gemacht: die AÜ masse an den speakerout. dann allerdings vom aü die masse auf die PI masse, dort sitzt der master-com und der pres.-com mit drauf und dass geht an die masse des zuständigen filter-elkos (is der 2. elko).
generell habe ich die massen von vorn nach hinten geführt: alle von der ersten stufe an den letzten elko, diese dann an den nächsten elko und dort wieder gesammelt, diese dann wieder zum nächsten elko, dort gesammelt (PI und AÜ) und von da auf den sternpunkt. wie sieht es mit den endrähren-massen aus? diese habe ich direkt an den sternpunkt gemacht. richtig oder falsch?
Mfg Marek
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Servus,
Endröhren würde ich direkt an den Sockeln auf Masse legen, das gab bis jetzt bei mir noch keine Probleme...
Gruß
bluesfreak 8)
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Endröhren würde ich direkt an den Sockeln auf Masse legen, das gab bis jetzt bei mir noch keine Probleme...
Servus,
was meinst du mit "Sockeln"? Direkt ans Chassi?
mfg
Chryz
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Das geht mMn bei bis zu 3 Gainstufen. Ab 4 wird auch das kritisch.
Ich mache 0 des OT an Speaker und die an die Endröhren und die isoliert zum Stern.
Bist Du sicher, dass die Endröhren ok sind? Wen die weit auseinander liegen, brummts auch.
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die endröhren habe ich nachgemessen, alles ok. den fehler habe ich gefunden......
die kleinen fiesen lemminge bei mir im keller müssen die masseverbindum vom AÜ zur masse getrennt haben. aus lauter dummheit habe ich eben nachgemessen und hui? keine masse-verdrahtung vorhanden, obwohl ich mir zu 10000000% sicher war diese gleich als aller erstes verlegt zu haben.....naja ich werde den keller warscheinlich zuschließen müssen :police:
aufjedenfall brummt der amp fast garnicht, wenn ich nicht spiele nur sehr sehr leise....
vielen dank trozdem!
bilder folgen bald in der gallerie....
Mfg Marek
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n'abend zusammen
die masseführung - unser aller feind!
wenn ich die gitarre angeschlossen habe, volume poti an gitarre voll auf, ist das brummen am deutlichsten, lauter als wenn gitarrre nich eingesteckt ist. drehe ich das volume poti zu, so vermindert sich das brummen auch, bis nichts mehr davon zu hören ist.
das brummen verändert sich zudem hinsichtlich "sound", wenn ich mich mit angeschlossener klampfe dem amp nähere und/oder entferne. mmmhhh. ich habe gestern abend auch nochmals nachgeprüft, ob die eingangsbuchsen korrekt vom chassis isoliert sind, was zweifellos zutrifft.
@marc: an der gitarre sollte es nicht liegen, war mir schon klar. die von dir genannten symptomvarianten 1 und 3 treffen nicht zu - lediglich 2, wie oben von mir bezeichnet.
auf dem oben dargestellten bild ist die masse der lautsprecherausgänge nicht mehr an den knoten bei V3 geführt, sondern direkt mit zentralen massestern verbunden. das noch als ergänzung/nachtrag.
was mir aber noch zusätzlich aufgefallen ist: wenn ich den bass-regler voll aufdrehe, dann brummt's nicht mehr - und wenn ich mir die masse des bass-potis ansehe, dann ist jene masse mit der masse des mid-potis verbunden, und diese führt zu masseknoten bei V3A. - aber das kann's auch nicht wirklich sein, denn im clean kanal, der den tonestack gar nicht benutzt, brummt's ja auch ein wenig, wenn nicht so stark. also irgendwo am eingang klemmt's meiner meinung nach, aber wo?
ich guck nochmals die lötstellen nach; vielleicht habe ich schlicht was übersehen.
besten dank für eure feedback und weitere hinweise.
cheers
/ martin
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Servus,
du hast aber schon ne (geerdete) Bodenplatte unterm Chassi, wenn du das Brummen untersuchst?
mfg
Chryz
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hi chryz
geerdete bodenplatte: habe ich noch nicht versucht, werde ich aber tun! möchte eine etwas festere alu-folie auf den boden des headshells kleben, die ich dann mit dem chassis in verbindung bringe. eine platte liegt zu sehr auf. würdest du die gesamte fläche des chassis' abdecken oder nur den bereich der vorstufen?
ich werde heute abend den amp mal im studio betrieb haben. ich habe den eindruck, dass mein bastelkeller (ein alter luftschutzkeller aus den 50ern) alles mögliche an elektromagnetischen einflüssen reflektiert und deshalb ungünstig ist.
mal kicken!
herzliche grüsse
/ martin
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Servus,
na eine geerdete Bodenplatte kann einem viel Ärger ersparen, wenn man Brumm sucht. Ich spreche aus Erfahrung. Bei mir hat es damals Klick gemacht, als ich die gleiche Beobachtung wie machte: das Brummen wird lauter, wenn man sich mit der Gitarre dem offenen Amp nähert. Eine Veränderung/ Verbesserung hat sich schon gezeigt, als ich provisorisch den Deckel von einem 19" Gerät draufgelegt habe.
Im Normalfalls steht man ja selten so dicht vor seinem Amp, aber gerade wenn er offen vor einem liegt... Ich würde das Chassi auf jeden Fall komplett abdecken. Weder Aufwand noch Kosten rechtfertigen hier eine Sparmaßnahme.
mfg
Chryz
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Moin,
also ich hab nen Hot Cat 30 in einen Alten Kitty Hawk gebaut der Grausam klang :-),
Aber irgendwie brummt es bei mir nur um V1 am eingang rum. (Nur Lead!!!) Wenn ich nämlich gain am koppel c abhänge brummt nix mehr. Auch wenn ich V1 ne Kathoden R und nen Standart "Marshall" eingang spendier brummt nix mehr., Aber dann klingt er nich wie er soll....
was kann groß Falsch sein an der Eingangsstufe??? Soviel is da ja nich. Die Eingangsbuchse, die 4M7, 100nF, 68k, 1M un dann ab in die röhre (Welche ja ohne Kathoden R läuft!)
Bitte um Hilfe. Haben morgen einen GIG un ich muss das ding bis um 15 uhr wieder am laufen habn das wir es Transportieren können. :-[ :'(
Danke an euch.
Lg Timo :guitar:
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hi timo
die schaltung ist bestimmt anfälliger auf brummen als andere, eine hotcat spezialität eben. wie führst du denn die masseleitungen in deinem amp [bilder]? die hotcat ist ein wenig heikel, was die masseführung anbelangt. aber ich würde mal den ansatz von chryz mit der bodenplatte verfolgen - das scheint mir gegenwärtig eine naheliegende massnahme zu sein.
hat denn der amp bisher noch nicht gebrummt?
cheers
/ martin
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Moin,
also ich hab nen Hot Cat 30 in einen Alten Kitty Hawk gebaut der Grausam klang :-),
Aber irgendwie brummt es bei mir nur um V1 am eingang rum. (Nur Lead!!!) Wenn ich nämlich gain am koppel c abhänge brummt nix mehr. Auch wenn ich V1 ne Kathoden R und nen Standart "Marshall" eingang spendier brummt nix mehr., Aber dann klingt er nich wie er soll....
was kann groß Falsch sein an der Eingangsstufe??? Soviel is da ja nich. Die Eingangsbuchse, die 4M7, 100nF, 68k, 1M un dann ab in die röhre (Welche ja ohne Kathoden R läuft!)
Bitte um Hilfe. Haben morgen einen GIG un ich muss das ding bis um 15 uhr wieder am laufen habn das wir es Transportieren können. :-[ :'(
Danke an euch.
Lg Timo :guitar:
Hallo Timo,
das ist wirklich seltsam. Jedenfalls sollten für eine gute Masseführung die Input-Buchsenmasse, der 4M7, der 1M und die Erde der Kathode der ersten Stufe alle zum selben Massepunkt geführt werden. Dieser sollte in der Nähe der Inputbuchse liegen. Bei meinem Club Deluxe Klon und bei meinem Chieftain Clone habe ich die Masse an den nächstliegenden Befestigungsposten für das Turretboard geführt. Funktioniert.
Es ist immer eine schlechte Situation, einen Amp unter Zeitdruck zu bauen oder zu debuggen. Da passieren leicht Fehler. Ich hoffe, Du hast noch einen anderen Amp zum Spielen (?).
Viele Grüße
Stephan
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hi timo
die schaltung ist bestimmt anfälliger auf brummen als andere, eine hotcat spezialität eben. wie führst du denn die masseleitungen in deinem amp [bilder]? die hotcat ist ein wenig heikel, was die masseführung anbelangt. aber ich würde mal den ansatz von chryz mit der bodenplatte verfolgen - das scheint mir gegenwärtig eine naheliegende massnahme zu sein.
hat denn der amp bisher noch nicht gebrummt?
cheers
/ martin
Moin,
Also ich hab leider keine bilder und der Amp is im Proberaum. Aber ich hänge mal eine Skizze an! Das Ampgehäuse hat ne Alupfolie oder so zur Abschirmung und es Brummt dennoch! Und JA ^^ Der Amp brummt seit fast nem halben jahr nur ich kam nie dazu die Ursache zu finden. Nun hab ich die Eingangstufe rausge " FILTERT" ^^.
Hallo Timo,
das ist wirklich seltsam. Jedenfalls sollten für eine gute Masseführung die Input-Buchsenmasse, der 4M7, der 1M und die Erde der Kathode der ersten Stufe alle zum selben Massepunkt geführt werden. Dieser sollte in der Nähe der Inputbuchse liegen. Bei meinem Club Deluxe Klon und bei meinem Chieftain Clone habe ich die Masse an den nächstliegenden Befestigungsposten für das Turretboard geführt. Funktioniert.
Es ist immer eine schlechte Situation, einen Amp unter Zeitdruck zu bauen oder zu debuggen. Da passieren leicht Fehler. Ich hoffe, Du hast noch einen anderen Amp zum Spielen (?).
Viele Grüße
Stephan
Also Input-Buchsenmasse, 4M7, 1M + Kathode haben ihren Massepunkt an V1 welche nicht direkt am eingang liegt. ca 3,5cm weg!! und ist NICHT mit den anderen massen verbunden außer über das Chassie!!! (Anders Brummts auch!)
Und jepp wir haben noch nen andern amp aber den willer nich spielen ^^. Ihm gefällt der sound des Hot Cats auch mit Brumm! ^^
Liebe Grüße Timo
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timo,
buchsen: ausser über chassis? wie meinst du das?
eingangsbuchsen sollten vom chassis isoliert montiert werden - heisst: jack-ring hat KEINEN kontakt zum chassis. die inputmasse über's chassis zu führen, resultiert oftmals mit erhöhtem brummen (muss nicht zwingend so sein, aber i.d.r). über's chassis geht die masse wege, die nicht zu kontrollieren sind.
wenn du die eingangsmasse ans chassis führst, dann versuch mal die buchsen vom chassis zu isolieren und seine masse an den masseknoten V1 zu führen.
cheers
/ martin
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Hallo Martin. Genauso meine ich das. Die Masse von input und deren bauteile geht an V1masse, welche an der befestigungsschraube des V1 sockel ist!!!
Die Buchse ist komplett vom Chassie isoliert!!!!
Grüße
Timo
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Diese Schaltung (PreAmp) kann sicher etwas heikel sein bezüglich gutem Geräuschabstand (geringes Brummen und Rauschen).
Um dich besser beim verbessern des Layouts behilflich zu sein wäre es sehr hilfreich wenn du mit einen Oscilloskop (KO) feststellen könntest wie das Restgeräusch (Brummen) ausschaut. Eine Soundkarte mit Software (scope, Spectrumanalyzer) könnte dir dabei auch hilfreich sein. Dabei geht es primär darum festzustellen ob es sich dabei um 50 Hz oder eher einen 100 Hz Brumm handelt.
Bei einem 50Hz Brumm liegt das Problem an elektromagnetischen Einstreuungen - bei 100Hz Brumm liegt das Problem eher
bei den Masseleitungen und Grounding des Netzteils.
Da du schon einwenig geschildert hast wie du den Brumm sowohl mit dem Gitarrenpot wie auch mit einem Tonepot beeinflussen und sogar einwenig auslöschen kannst (canceling) tippe ich eher auf ein 50Hz Problem.
Aus dem Foto des Verstärkers kann ich nicht alles im Detail beurteilen.
Als 50Hz Störquellen kommt folgendes in Betracht:
- Netzrafo (Primär und Sekundär)
- Heaterleitungen
Als Störempfänger kommt folgendes in Betracht:
- Gridleak Biased Vorstufe (1. Triode)
- Hochohmige Eingangssektionen im Preamp (Tonecontrol, Volume, ...)
Um herauszufinden ob das Problem eher beim Netztrafo oder bei den Heatherleitungen liegt kannst du die Röhrenheizungen versuchsweise einmal mit einem DC Speisegerät, Batterien oder einer gleichgerichteten Versorgung
(Gleichrichter ohne Filterkapazität) betreiben. Liegt der Brumm in dieser Richtung geht er entweder weg (Speisegerät oder Batterien) oder geht auf 100Hz (Gleichrichtung). In beiden Fällen liegt das Problem an den Heatherleitungen.
Um festzustellen ob das Problem eher vom Netztrafo selbst herkommt kannst du diesen vom Chassis lösen, schauen dass er vom Chassis isoliert ist und ihn in seiner Lage drehen. Der Restbrumm müsste sich dann beim drehen verändern.
Nun zu den Detailierten Verbesserungsvorschlägen soweit ich dies aus dem Foto beurteilen kann.
1. Gridleak biased Vorstufe
Diese Vorstufenschaltung ist aus folgenden Gründen heikler auf Störspannungen als eine "normale" Verstärkerstufe.
a) neben den üblichen Masseproblemen (meist 100Hz) kannst du innerhalb der Schaltung eine (Erd)-Schlaufe kriegen.
Dabei musst du beim Layout darauf achten dass der Schaltungskreis mit den hochohmigen Widerständen auf das Gitter und retour von der "widerstandsfreien" Kathode eine möglichst kleine Fläche bilden. Innerhalb dieses Kreises hast du eine Fläche in welcher elektromagnetische Felder (50Hz) einstreuen können (induziert werden)
b) ohne Eingangssignal (gitarre eingesteckt jedoch ohne Saitenschwingung) verschiebt sich der Arbeitspunkt der Röhre zu einem höheren Anodenstrom und die Verstärkerstufe hat mehr Verstärkung (Gain). Die Geräusche (Hum and Noise) werden dadurch angehoben. Beim spielen verschiebt sich der Arbeitspunkt (grössere negative Vorspannung) und der Gain fällt leicht zusammen (Kompression) - dadurch gehen die Nebengeräusche beim Spielen auch leicht zurück. Dieser Effekt unterscheidet diese Verstärkerschaltung von einer "normalen" Eingangsstufe. Das dynamische Verhalten wird am meisten durch die Dimensionierung des seriellen Widerstandes (Gridstoper) bestimmt. Mit einem Tongenerator am Eingang und einer hohen Frequenz z.B. 100kHz kannst du diesen Effekt am Ausgang des Amps beobachten.
2. Netztrafo
So wie ich aus dem Foto erkennen kannst solltest du den Netztrafo um 90 Grad drehen damit der Spulenkern in der Wicklung nicht quer übers Chassis läuft und dir dabei in die Schaltung wie auch ins Chassis (Metallgehäuse) einstreut.
Die Lage der Drossel und des Ausgangstrafos kann ich gemäss dem Foto nich genau beurteilen.
3. Layout Heater Power
Die Leitungen solltest du nicht vorne im Chassis verlegen. Auch bei verdrillten Leitungen (kleine Fläche, symmetrische Kompensation) können sie dir in die hochohmigen Schaltungsteile (PreAmp, TonePots, ..) einstreuen.
Am besten beginnst du in der Mitte des Chassis mit dem PhaseInverter und gehst dann von V4 zurück bis auf V1.
Bei V1 kommst du so dann nur von einer Seite und kannst die hochohmigen Komponenten der Eingangstufe auf die andere Seite legen.
Eine ander Layoutmöglichkeit sieht so aus dass du die Komponenten der Eingansstufen von den Röhren nach vorne verlegst und die Anodenteile gegen hinten. Die Röhrenheizung kommt dann von der Mitte des Chassis zu jeder Röhre separat nach vorne. Die Leitungen kreuzen dann nie die die Komponenten und liegen in der gleichen Richtung. Dadurch erreichst du eine sehr geringe Kopplung. Eine andere Variante besteht darin dass du die Heizleitungen von den Röhren nach oben wegführst so dass sie schlussendlich auf die Bodenplatte zu liegen kommen.
Ja, ja klingt alles gut aber ohne Bilder auch ein bischen schwierig ...... daher gehen wir hier lieber zu den einfacheren "Tricks"...
4. Hochlegen der Röhrenheizungen. (siehe elevated heater)
Lege das DC-Potential der Röhrenheizung (Mitte der beiden 100 Ohm) mithilfe eines kapazitiv entkoppelten Spannungsteilers auf +20 volt. Die Vorstufenröhren werden es dir danken und am Layout brauchst du auch nicht rumzuschrauben.
nicht vergessen: alle Vorschläge gehen davon aus, dass du einen 50 Hz Brumm hast und dich vorerst wenig um das "grounding" kümmern musst.
Viel Erfolg beim "debugging" oder wie wir hier sagen research and development wünscht dir
Hucky
tuneup tubeamps in switzerland
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Moin Moin,
also wie es ausschaut habe ich das Brummen behoben. Ich habe gestern abend vorm auftritt Einfach die Komplette masse von den 4M7, dem 1M und der Kathode von V1 einmal ganz durch den amp gelegt zum zentralen Massepunkt! Und komischerweise hats dann nicht mehr gebrummt und der Sound war super. Einziges manko: Irgendwie konnten wir auf dem Auftritt kein Feedback mehr machen ^^ (Was bei Van Halen etc. nich toll is ^^)!
Am Donnerstag wird er in der Probe noch einmal komplett in großer lautstärke getestet und wenns dann ok ist ist der Amp Fertig!!! :guitar: >:D
Lg
Timo
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danke hucky
für deine hilfreichen erläuterungen.
es ist schwierig zu beurteilen, ob ich nun 100Hz oder 50Hz brummen habe. muss mal den spektralanalyzer angucken, aber ich vermute eher 100Hz.
die vorstufenschaltung ist nun mal heikel, aber daran möchte ich, wenn möglich, nicht schrauben. (siehe timo - seine modifikation beeinflusst den charakter des amps) den trafo jetzt noch anders auszurichten, ist im gegebenen zustand etwas schwierig.
was ich aber auf alle fälle mal ansehe, und daran habe ich gar nicht mehr gedacht, die heizspannungsleitungen anders zu legen und gegebenenfalls höher zu legen (heater elevation). ich habe in meinem pultec mic pre heater elevation angewendet und das funktioniert exzellent.
heute abend, so hoffe ich, sollte ich dazu kommen, mich der sache anzunehmen.
herzliche grüsse und besten dank nochmals
/ martin
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Hallo,
wollte einmal nachfragen, ob ihr eure Brummprobleme (auch das mit dem fehlenden Feedback) in den Griff bekommen habt?
lg
Michael