Tube-Town Forum
Technik => Tech-Talk Einsteiger => Thema gestartet von: Sacratus am 14.01.2010 21:28
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Hallo Zusammen,
da dies mein erster Eintrag in diesem Forum ist, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin 23 Jahre alt, studiere Physik in Mainz und spiele auch noch in einer Band mit großer Begeisterung E-Gitarre. Vor einem halben Jahr habe ich eine Stelle an der Uni als "Lötsklave" angenommen und baue dort ziemlich komplizierte Geräte für physikalische Experimente zusammen. "Lötsklave" deshalb weil ein Elekroingenieur die Schaltpläne und Layouts entwirft und ich dann nur noch nach Bestückungsplan die Bauteile an die richtige Stelle löte und alles verkabel.
Ich kann also praktisch gesehen Löten, aber von komplexeren Schaltungen habe ich noch keine Ahnung. Da ich schon länger auf der Suche nach einem neuen Gitarrenversärker bin, kam mir die Idee, mir selber einen Röhrenamp zu bauen. Schnell wurde mir aber bewusst, dass ich nicht einfach so aus dem Stand einen 3 kanäligen Amp aufbauen kann, ohne wirklich zu wissen wie die Schaltung im Einzelnen funktioniert. Theoretisch könnte ich nach Schaltplan einen Amp nachbauen, aber wenn dann was nicht funktioniert, wäre ich ziemlich aufgeschmissen.
Daher habe ich beschlossen das Ganze etwas ruhiger angehen zu lassen. Ich werde mir also einen Gitarrenversärker kaufen und dann aus Interesse mich in die Theorie einarbeiten um dann in einigen Monaten vielleicht mal soetwas wie einen Marshall JCM 800 2204 zu bauen. Die Sache mit der Hochspannung ist mir bewusst, aber ich finde es trotzdem wichtig, dass man einen Einsteiger davor warnt. Soweit erstmal zu mir, jetzt zu meiner Frage:
Als ich mir das Bauprojekt: Müller Classic angeschaut habe, ist mir diese Signatur von "mac-alex_2003" aufgefallen, indem er kategorisch Metallfilmwiderstände ablehnt und auf die Kohlepresswiderstände verweist. Ich frage mich da als Unwissender, ob das nicht etwas übertrieben oder ironisch gemeint ist. Ich habe zwar schonmal gehört, dass die Kohlepresswiderstände gerade im Höhenbereich einen guten Klang machen sollen, aber dafür verursachen sie doch auch mehr Raschen als ein Metallschichtwiderstand.
Laut Aussage eines anderen Ampbauers lohnen sich die Kohlepresswiderstände in einigen Fällen, an anderen Stellen wiederum würden sie nur unötig rauschen... Quelle: http://www.felixer.com/FELIXERfaq-d.html
Sind MetallFILM- und MetallSCHICHTwiederstände eigendlich das Gleiche?
Aber erst einmal noch ein großes Lob an Herr Müller ( "mac-alex_2003") die Dokumentation des Bauprojektes ist wirklich super und die Bilder sind gestochen scharf! Wirklich sehr hilfreich um einen Eindruck zu bekommen, was da auf einen zukommt, wenn man selber einen Amp bauen möchte. Ich bin übrigens schonmal live in den Genuss eines Müller Verstärkers bei der Band Escapado gekommen, echt super Sound und geile Band! :guitar:
Gruß. Sacratus
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Salü,
Da fehlt nur noch die Frage nach dem am besten klingenden Kondensator :devil:
Du hast da ein Glaubensthema angeschnitten. Manche sagen mit Kohlewiderstände klingt der Verstärker wärmer. Böse Zungen behaupten, die "Klangveränderung" käme durch die höhere Toleranz der Widerstände. Auf jeden Fall rauschen Kohleschochtwiderstände mehr als Metallschichtwiderstände.
mfg sven (der WIMA-Kondensatoren und Metallschicht-Widerstände verbaut ;) )
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Hallo Sacratus,
die Signatur ist natürlich nicht ernst gemeint, was Du daran siehst, dass ich zu 99% Metallfilm-Widerstände verbaue. An einigen Stellen (und da kann man sich noch
trefflich drüber streiten) verbaue ich Kohlepress aus klanglichen Gründen. Bei einem Amp mit sehr wenig Gain kann man sich noch überlegen ob man Kohlepress auch an anderen Stellen einsetzt. Sobald es aber mehr Gain wird ist dann schluss mit lustig...
Freut mich, wenn Dir der Beitrag zum Classic gefallen hat.
In Bälde wird es einen ähnlichen (wenn auch nicht ganz so umfangreichen) Beitrag zum Nachfolgemodell/Weiterentwicklung des Classic geben. Nur ein paar Einzelteile muss ich noch bestellen.
Viele Grüße,
Marc
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Watt? Noch ein Physiker?
Welcome ;D
All metal here :-* :o ;D ;)
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Du hast da ein Glaubensthema angeschnitten.
Hallo Sacratus,
sven hat das Richtige gesagt, ein Glaubensthema.
Ich verwende in den Vorstufen grundsätzlich Metallschichtwiderstände, und zwar nicht wegen deren geringeren Toleranzen sonder nur wegen dem Rauschen.
Metallschichtwiderstände sind auch bei gleicher Baugröße höher belastbar.
Dann treten bei Kohleschichtwiderständen Änderungen des Widerstandswertes durch die Temperatur der Widerstandsschicht auf.
Vielleicht klingen auch dadurch viele Gitarrenamps erst nach zwei Stunden Heizen gut...
Außerdem klingen Widerstände nicht, wenn, dann sind sie kaputt.
Und wenn man eine Schaltung symmetrisch aufbauen will sind Metallschichtwiderstände eigentlich Pflicht.
Und sie sind unempfindlicher gegen Vibrationen, was gerade einem Gitarremamp gut tut.
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Den nächsten Text habe ich bei http://www.elektronikinfo.de/strom/widerstand.htm kopiert:
Metallschichtwiderstand
Nach dem gleichen Prinzip wie Kohleschichtwiderstände aufgebaut sind Metallschichtwiderstände. Bei ihnen wurde lediglich die Kohleschicht durch eine Metallschicht ersetzt. Die Metallschicht rauscht deutlich weniger als eine Kohleschicht, hat einen deutlich geringeren Temperaturgang und hält höhere Temperaturen aus, was bei gleicher Baugröße eine höhere Belastbarkeit ergibt. Gleichzeitig kann man solche Widerstände mit einer größeren Präzision fertigen, wobei eine Genauigkeit von 1% absoluter Standard ist (vgl. Kohleschichtwiderstände: 5% bzw. 10%). Metallschichtwiderstände mit einer Genauigkeit von 0,5%, 0,25% oder 0,1% sind zwar für den Elektronikbastler etwas schwierig zu bekommen aber in der Industrie absolut handelsüblich. Die höhere Genauigkeit hat zur Folge, daß man in elektronischen Schaltungen im Vergleich zu Kohleschichtwiderständen oft auf Abgleichpunkte und damit teure und empfindliche Potentiometer bzw. auf das teure Ausmessen/Selektieren von Widerständen verzichten kann. Metallschichtwiderstände sind wegen der sehr guten Eigenschaften der in der Industrie am häufigsten verwendete Widerstandstyp, was sich durch die hohen Poduktionsmengen auch in positiver Weise auf den Preis auswirkt.
Metalloxidwiderstand
Sie sind sehr ähnlich wie Metallschichtwiderstände aufgebaut, wobei ihre Widerstandsschicht jedoch aus Metalloxid besteht. Vorzugsweise wird hierfür Zinnoxid, seltener Titanoxid verwendet. Üblicherweise wird der Trägerkörper vollständig beschichtet , wodurch sich eine sehr geringe Induktivität ergibt. Durch den vollflächigen Überzug des Trägermaterials kann man den sich ergebenden Widerstand bei der Herstellung weniger genau steuern als bei Metallschichtwiderständen, weshalb sie mit einer etwas größeren Toleranz verkauft werden (meist 2%). Man stellt so gern Widerstände her, die bei etwas größerer Bauform eine etwas höhere Belastung besitzen als Metallschichtwiderstände. Sie sind somit ein qualitativ hochwertiger Ersatz für die unsäglichen Kohlemassewiderstände.
Metallfilmwiderstände
Metallfilmwiderstände bestehen nicht aus einer dünnen Schicht wie die Metallschichtwiderstände sondern aus einer vergleichsweise dicken Metallfolie. Sie werden fast immer als Planarwiderstände hergestellt, d.h. die Widerstandsschicht bildet eine ebene Fläche. Die Eigenschaften (Rauschen, Linearität, Toleranz) von Metallfilmwiderständen sind verglichen mit Metallschichtwiderständen nochmals etwas besser. Aufgrund der doch recht dicken Folie sind nicht ganz so hochohmige Widerstände möglich. Bei genügend dicker Metallfolie kann man jedoch Hochlastwiderstände bis zu einigen hundert Watt Verlustleistung herstellen, und dies bei extrem kleinen Toleranzen und auch sonst besten Eigenschaften. Leider ist der Preis aufgrund der relativ geringen Produktionsmengen recht hoch, so daß man sie nur dort einsetzt, wo ihre besonderen Eigenschaften auch wirklich benötigt weden.
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Wenn Du eine Schaltung machst mit Kohleschichtwiderständen und der Klang gefällt Dir, dann miss diese Widerstände genau aus und ersetze sie durch Metallschichtwiderstände.
Am Besten machst Du das dann umschaltbar und bittest einen Freund mit Dir den berühmten Blindtest durchzuführen.
Außer weniger Rauschen tut sich nichts.
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Ich würde mir an Deiner Stelle keinen Amp kaufen wenn Du schon mal hier im Forum bist.
Für das Geld das Du dafür ausgibst kannst Du Dir zwei von der gleichen Sorte zusammenbauen und ein kleiner Übungsamp springt auch noch dabei heraus. Und learning by doing...
Und mit dem Kleinen würde ich anfangen, erstmal ein paar Fragen gestellt, also was Du Dir vorstellst, klein, vielleicht Eintakt Class-A mit einer EL84, reicht durchaus um die Nachbarn zu ärgern, 10" Lautsprecher usw.
Ein Gehäuse und ein Chassis zu bauen ist auch nicht gerade das Schwierigste, vielleicht kannst Du die Arbeit fotografieren und hier einstellen dass man die (hoffentlich nicht) vorhandenen Fehler findet usw.
Wenn Du Dich dranhältst ist der in zwei Wochen nebenher fertig.
Ganz einfach wäre es wenn Du ein altes Röhrenradio schlachten könntest, da hättest Du schon die meisten Teile dafür.
Unterstützung bekommst Du von hier sicher.
Gruß,
Georg
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Hi Sacratus,
welcome to the Tube-Zirkus!
Vorab: hier gehts manchmal ganz schön ab was spezielle Teile wie Widerstände, Kondensatoren etc betrifft... da hilft nur selber bauen und dann auch selber hören.
Ich setze, so wie Marc das macht, auch an einigen Stellen im Amp CCRs ein, und gebe dem Georg (bis auf die Sache mit den CCRs/Kohlepress und dem Röhrenradio - wir schlachten doch heutzutage keine Radios mehr aus) Recht: kauf einen Bausatz und lass dich beim Aufbau und beim evtl. späteren Ausbau/Erweitern der Schaltung vom Forum begleiten.
In diesem Sinne... heiz den Kolben an!
Volka
äh... übrigens...Spaßvögel gipps hier auch...also bei deinem Namen fehlt nich zufällich ein K und ein T? hätt' ja sein könn'... hatte kein Latein... nur Franz ;D
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- wir schlachten doch heutzutage keine Radios mehr aus
Hi Volka,
hab Du mal so viel Geld wie ich dann schlachtste alles!
Gruß,
Georg
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;D ;D ;D
Hey Georg,
kein Geld hab ich auch jede Menge :'( is halt so ...als Mucker...
Musste nur an meine uralte Musiktruhe (so Ende 50er/Anfang 60er Jahre) denken, die mit mir die letzten Jahrzehnte immer umgezogen ist und nur als TV-Stativ diente... um es kurz zu machen: zu fortgeschrittener Stunde :bier: kommt das Gespräch auf Früher (bin Bj. 61), man redet über die ersten Platten die man so gehört hat und auf einmal hat man die Musiktruhe aufgeklappt, findet uralte Märchenplatten (!) und ballert voller Übermut den Netzstecker (ohne Schutz-Erde, 2-Pol) inne Wand... Es brummt etwas....das magische Auge fängt an zu leuchten...die Nadel schrubbt durch die verstaubte Rille...Aber das Ding läuft und klingt!!!
Man müsste echt mehr Zeit haben um solche Teile RICHTIG aufzuarbeiten, was die damals gebaut haben und welchen Wohlklang die mit ihren Mitteln hinbekommen haben ist immer wieder umwerfend! Aber Zeit ist Geld und....hamma nich...
Guts Nächtle,
Volka
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...was die damals gebaut haben und welchen Wohlklang die mit ihren Mitteln hinbekommen haben ist immer wieder umwerfend!...
Hallo.
"Was die damals gebaut haben" stammt aus einer Zeit, als es bei den Herstellern noch kompetente Entwicklungsabteilungen gab, besetzt mit hochkarätigen Ingenieuren die nicht nur ihr Fach beherrschten, sondern ihr Wissen auch zum Wohle des Produktes einsetzen durften. Ausserdem stellten diese Firmen ihre Erzeugnisse (seien es nun Lautsprecher, Röhren, oder sonstwas) komplett selbst her, hatten also eine hohe Fertigungstiefe. Damit hatten sie auch das Wissen und die Kontrolle über sämtliche Fertigungsschritte, was zu einer beispielhaft hohen Qualität führte.
Heute rangiert bei den Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft die Qualität ganz weit hinten. Die berühmten Hersteller sind schon längst im Billig-Schnäppchen-Strudel untergegangen. Heutige Entwicklungsabteilungen beschäftigen sich in erster Linie mit Herstellkostenreduzierung, Folgekostengenerierung (z.B. Druckerpatronen), gezielter Lebensdauerbegrenzung (z.B. Versprödung und Brechen funktionswichtiger Plastikteile) etc. Das ist zwar nicht weniger aufwendig, folgt aber einer ganz anderen Zielsetzung.
Die Ingenieure von damals haben ihr Wissen mit ins Grab genommen, weil es einfach niemanden mehr interessierte.
Gruß, Bernd
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Hallo Sacratus,
und willkommen im Forum.
Es ist in der Tat so wie SvR schreibt:
Salü,
Da fehlt nur noch die Frage nach dem am besten klingenden Kondensator :devil:
Du hast da ein Glaubensthema angeschnitten. Manche sagen mit Kohlewiderstände klingt der Verstärker wärmer. Böse Zungen behaupten, die "Klangveränderung" käme durch die höhere Toleranz der Widerstände. Auf jeden Fall rauschen Kohleschochtwiderstände mehr als Metallschichtwiderstände.
mfg sven (der WIMA-Kondensatoren und Metallschicht-Widerstände verbaut ;) )
Wenn man um die positiven und negativen Auswirkungen weiß, kann man damit seinen Sound im gewissen Rahmen formen oder verbessern.
In diesem Sinne
Cheers
Jürgen
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[...]gezielter Lebensdauerbegrenzung (z.B. Versprödung und Brechen funktionswichtiger Plastikteile)[...]
Hallo,
ich stimme Dir ja grundsätzlich zu, aber ich denke mal bei dem zitierten Kommentar traust du den Firmen zuviel zu.
Diese ganze Entwicklung muss man sich übrigens auch selbst als Kunden anlasten, die sich häufig von Preisen und technischen Daten blenden lassen.
Grüße
Henning
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Moin!
Ich finde es lobenswert, dass immer noch junge unverbildete Menschen den dornigen Weg auf sich nehmen, Füssik zu studieren. Mit dem Diplom -und noch mehr mit dem Doktorgrad- gelangst Du automatisch in den Vollbesitz der ungeteilten Wahrheit und das Mandat, zu allem und jedem was sagen zu können. Herrlich... :devil:
Und hinterher kann man versuchen, dem Arbeitsamt zu erklären, was man so als Physiker alles machen könnte, obwohl in den ausgeschriebenen Stellen gar kein Physiker gefordert wird. Frag' nicht, woher ich das weiss...
Ich würds wieder machen... ;D ;D ;D
Leider sehen das mit der ungeteilten Wahrheit hier einige Forumser ebbes anders. ::)
Verblendete. Beratungsresistent. ;) 8)
Willkommen im Club!
Es wird schnell zur Besessenheit. Es kostet Geld&Zeit. Du kannst Verstärker fürs doppelte Geld selber bauen und sammelst Elektronikteile für zukünftige Projekte, daran merkst Du die Sucht. Es hört nicht mehr auf. Oft.
Ciao
St. Martin (auch son Phy.)
PS: als zweiten Fred empfehle ich irgendwas über Vorzugsrichtungen von Gitarrenkabeln. Mit einem klaren Statement beginnen. :angel:
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Wenn Du eine Schaltung machst mit Kohleschichtwiderständen und der Klang gefällt Dir, dann miss diese Widerstände genau aus und ersetze sie durch Metallschichtwiderstände.
Am Besten machst Du das dann umschaltbar und bittest einen Freund mit Dir den berühmten Blindtest durchzuführen.
Außer weniger Rauschen tut sich nichts.
Hallo Georg,
dem ist leider nicht so. Kohlepresswiderstände verändern ihren Widerstand abhängig von der anliegenden Spannung und erzeugen somit Verzerrungen des Signals.
Bevor ich im Detail das alles schreibe ein Link, der vor einigen Jahren hier mal gepostet wurde und sehr schön die technischen Hintergründe erläutert:
http://www.geofex.com/Article_Folders/carbon_comp/carboncomp.htm
Kohlepresswiderstände "klingen" also, auch wenn sie nicht defekt sind.
Mann muss dann nur schauen, wo man Kohlepress einsetzt. Ein hemmungsloses Zuschütten eines Amps mit Kohlepresswiderständen wird mit an Sicherheit grenzender
Warscheinlichkeit mehr Rauschen produzieren. v.a. wenn mehr Gain im Spiel ist.
@Sacratus: Sehr gerne gesehen sind auch Freds über den Klang von Kondensatoren. Kommt gleich nach der Laufrichtung der Kabel.
Was wir glaube ich noch nicht so oft hatten ist der Einfluss von Elkos auf den Klang. Hier gilt aber Vorsicht, da viele Firmen Teile mit eigenem Label zukaufen
(Mundorf kauft z.T. z.B. bei F&T ein ...).
Viele Grüße,
Marc
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hi,
schau doch einfach mal bei: http://aikenamps.com/ rein.
unter tech info ==> advanced ==> resistor type - does it matter
wird der unterschied sehr schön beschrieben.
gruß
ralph
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Hallo Ralph,
das wird leider nur der Unterschied in Bezug auf das Rauschen beschrieben und keineswegs der Einfluss auf das Signal. Lies Dir doch mal das pdf hinter dem Link von mir durch.
Viele Grüße,
Marc
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Muss Marc zustimmen - Kohlenpress in bestimmte Stellen, wo sie was bringen, normallerweise load-resistors (incl. Kathoden-R fuer CFs und Cathodynes). Sonst bringen sie nur rauschen.
stevo
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Hallo
der Beitrag von ElMartin ist toll :bier:
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Es wird schnell zur Besessenheit. Es kostet Geld&Zeit. Du kannst Verstärker fürs doppelte Geld selber bauen und sammelst Elektronikteile für zukünftige Projekte, daran merkst Du die Sucht. Es hört nicht mehr auf. Oft.
Ich gerade dabei zu versuchen loszukommen. Ich versuche es seit über einem Jahr. Es klappt nicht immer richtig. Als Geisteswissenschaftler arbeite ich 10...16h am Tag mit dem Kopf. Da braucht man mal ein Werkzeug in den Fingern. Als Substituate für die Röhrensucht habe ich mir das Fahrradbauen und einen Garten zugelegt. Das hat mich halbwegs über den Sommer gebracht. Aber jetzt liegt Schnee. Ich hoffe mit dem Klampfo II eine Art Abschiedsprojekt hinzubekommen und langsam clean zu werden. Um mich dazu zu zwingen, habe ich letztes Jahr 3/4 meiner Sammlung an Elektrozeug verkauft. Es ist aber immer noch genug da, um einige Verstärker aus Bordmitteln zu bauen, das muss jetzt auch noch weg.
Leute, fangt also gar nicht erst an, sonst endet ihr so wie ich. Früher hatte ich eine Ständerbohramschine im Schlafzimmer und unter dem Bett lagen kistenweise Trafos herum.
Viele Grüße
Martin
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Kohlepresswiderstände "klingen" also
Hallo Marc,
ich bin trotz meines Alters immer noch lernfähig und auch gerne bereit meine Meinung zu ändern.
Deshalb werde ich nachher mal eine Stunde lang Widerstände testen.
Ich habe viele Typen vorrätig von NOS bis Neu.
So wie ich es aus dem Link lese kann da ja auch erst etwas in den Stufen hörbar geschehen wo eine höhere Wechselspannung anliegt, also am Meisten in der Phasenumkehr und nicht im Eingang.
Mal sehen...
Gruß,
Georg
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Hallo Marc,
ich habe meine Hausaufgaben gemacht und ein eindeutiges Ergebnis gefunden.
Dazu habe ich Widerstände aller Altersklassen benutzt die ich gefunden habe, NOS, gebrauchte Alte und Neue.
Metallschicht und Kohlepress.
Aber keine Abweichung von mehr als 0,1%, darunter konnte ich nicht messen, dazu würde ich Messgeräte benötigen die mehr Stellen nach dem Komma haben als ich sie habe.
Also verschiebe ich diese Geschichte in den Voodoo-Bereich.
In dem Link den Du gepostet hast ist von 7 - 12% die Rede.
Das wäre mir aber ganz sicher aufgefallen.
Ich habe Messungen durchgeführt mit 100V, 150 und 250V.
Mit dem gleichen Lastwiderstand.
Das müssen also ganz besondere und ausgewählte Widerstände sein die man nirgends kaufen kann wenn das also wahr sein sollte.
Ich hätte mich echt gefreut wenn ich zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre und das auch sicher nicht verheimlicht.
Aber nichts, nada, null.
Das Einzige was ich an Änderung festgestellt habe ist dass ich alte Widerstände gefunden habe die erheblich von ihrem aufgedruckten Wert abwichen, also statt 220k waren das dann 250 - 300k, vielleich ist es ja das...
Vielleicht probierst Du das auch mal aus und wenn Du eine Änderung im 7 - 12%igen Bereich feststellen kannst dann kannst Du mir erklären wie Du das gemacht hast.
Gruß,
Georg
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Whatever you do, don't actually try it in a real amp and measure with your ears! ::)
steven
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Hallo!
Danke für die vielen Antworten. Da habe ich wohl eine Diskussion in gang gestoßen. Gut zu wissen, dass man auf jeden Fall Metallschichtwiderstände ohne Bedenken einsetzten kann. In einer fertigen Ampschaltung sollte man dann mal an ein Paar Stellen Kohlepresswiderstände einsetzen, um einen klanglichen (abgesehen vom Rauschen) Einfluss zu merken. Ich denke nicht, dass man das so einfach mit einem Messgerät prüfen kann. Fandango. Da müsste man schon eine Spektralanalyse der einzelnen Frequenzbereiche eines Signals überprüfen... oder man benutzt einfach das Gott gegebene Messgerät Ohr. Wenn man dann keinen Unterschied hört, dann ist es echt Quatsch, aber da ist bestimmt einer, sonst würden nicht so viele Ampbauer die Kohlepresswiderstände bewusst einsetzen.
@FandangoIch würde mir an Deiner Stelle keinen Amp kaufen wenn Du schon mal hier im Forum bist.
Für das Geld das Du dafür ausgibst kannst Du Dir zwei von der gleichen Sorte zusammenbauen und ein kleiner Übungsamp springt auch noch dabei heraus. Und learning by doing...
Also ich bräuchte für meine Band mindestens einen 3 Kanaler und das traue ich mir echt noch nicht zu. Ich habe schon ofter gelesen, dass man eigentlich garnicht so viel Geld spart, beim Selberbauen. Bis ich dann soweit bin, dass ich mir einen Amp bauen kann, mit dem ich voll zufrieden bin, könnte glaube ich noch einige Zeit in Anspruch nehmen und solange will ich nicht mehr auf meiner alten Combo spielen. Wie gesagt, ich bin Physiker, aber kein Elektroniker.
Ganz einfach wäre es wenn Du ein altes Röhrenradio schlachten könntest, da hättest Du schon die meisten Teile dafür.
Ich habe einen uralten Dynacord MV 46 von 1962. Scheint sowas wie ein Karaokeverstärker zu sein. Er benutzt 4xECC83 und 2xEL34 Röhren. Damit könnte man fast schon einen einfachen Marshall bauen, oder? Vielleicht ist das aber auch zu schade zum Ausschlachten, was meint ihr?
Wieviel würde denn so ein einfacher Einsteigeramp im Selbstbau kosten?
Vielen Dank!
Gruß. Matthias
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Salü,
Ich habe einen uralten Dynacord MV 46 von 1962. Scheint sowas wie ein Karaokeverstärker zu sein. Er benutzt 4xECC83 und 2xEL34 Röhren. Damit könnte man fast schon einen einfachen Marshall bauen, oder? Vielleicht ist das aber auch zu schade zum Ausschlachten, was meint ihr?
Wieviel würde denn so ein einfacher Einsteigeramp im Selbstbau kosten?
Wenn ich dich richtig verstanden hab, willst du für den Anfang ein Projekt mit "ausführlicher" Anleitung?!
Hast du dir schonmal im TT-Shop die Bausätze an gesehen? Die Teile von einem alten Röhrenradio zu verwenden halte ich nicht für sinnvoll. Was kann man da noch verwenden? Bei den Röhren weiß man nicht wie viele Betriebsstunden sie schon hinter sich haben (oft noch die Erstbestückung), der AÜ hat meist einen recht kleinen Kern => wenig Bass (dazu gabs bei Musikding letzt mal ne Frage), Elkos sind eingetrocknet und Kondensatoren leck (also ab in die Tonne). Was bleibt sind die Fassungen und der Netztrafo. Dafür en Radio bei ---- zu ersteigern lohnt sich kaum.
mfg sven
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Hallo,
ich habe meine Hausaufgaben gemacht und ein eindeutiges Ergebnis gefunden.
[...]
Aber keine Abweichung von mehr als 0,1%, darunter konnte ich nicht messen, dazu würde ich Messgeräte benötigen die mehr Stellen nach dem Komma haben als ich sie habe.
Wie war denn Dein Messaufbau hierzu?
Ich hab mich dann mal schnell hingesetzt um das zu Messen, was meine Ohren hören...
Das Ergebnis in Kürze: Bei einem 100k Kohlepresswiderstand neuerer Produktion habe ich innerhalb des zulässigen Belastbarkeits-Bereichs bis zu 7% Abweichung.
Der Messaufbau war dabei einfach: Spannungsquelle (+) - Widerstand - Amperemeter - Spannungsquelle (-)
Anbei die Grafik der Messung.
blaue Linie: 0,5 Watt Widerstand
rote Linie: 1 Watt widerstand
Nun zur Abweichung:
0,5 Watt Typ
niedrigster Wert ist 112,6k
höchster Wert ist 116,9k
Die Abweichung liegt damit bei rund 4%
1,0 Watt Typ
niedrigster Wert ist 87,94k
höchster Wert ist 94,44k
Die Abweichung liegt damit bei rund 7%
Aus Spaß an der Freude habe ich den Widerstand mal ein wenig außerhalb der zulässigen Dauerbelastung (in der Grafik rechts der senkrechten Striche) gemessen.
Hierdurch erwärmen sich die Widerstände und der Wert driftet nochmals weg.
Die maximalen Abweichungen waren dabei:
0,5 Watt Typ: 24%
1,0 Watt Typ: 14%
Also verschiebe ich diese Geschichte in den Voodoo-Bereich.
Sollte damit wohl widerlegt sein.
Das Einzige was ich an Änderung festgestellt habe ist dass ich alte Widerstände gefunden habe die erheblich von ihrem aufgedruckten Wert abwichen, also statt 220k waren das dann 250 - 300k, vielleich ist es ja das...
Das ist leider normal. Beide Widerstände von oben haben nominal 100k.
Viele Grüße,
Marc
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Salü,
Die Änderung des Widerstandswerts bei einem Stromfluss/Spannungsabfall hat nichts mit Vodoo zu tun, sonder lässt sich wahrscheinlich sehr gut mit dem Temperaturkoeffizienten (P=U*I > Thermische Verlustleistung erwärmt den R) erklären. Bleibt die Frage ob die Änderung von 20ohm den AP der Röhre stark genug beeinflusst, dass man es hört? Wobei das wohl jeder für sich selbst aus testen sollte.
mfg sven
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Kilo-Ohm!
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Salü,
Is doch auch nur um Faktor 1000 größer ;)
Entschuldigung, das k ist mir engangen :danke:
mfg sven
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...und das t auch...
SCNR
Lahnriver Delta Bluesboy Elmore Martin
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Mal eine ganz blöde Idee:
Wenn man die nichtlinearität der Kohlepress-Widerstände haben möchte, kann man das nicht heutzutage auch ein bischen moderner realisieren?
Ich dachte daran die typischen 100K Anoden-Widerstand durch 80k und 20k in Serie zu ersetzten. Parallel zu den 20k kommt dann ein Varistor.. Dessen Widerstand ist ja abhängig zur Spannung.
Ist das eine gute oder blöde Idee? Ich kenn mich leider mit Varistoren *null* aus.. Kann ja sein, das sie insgesammt zu langsam reagieren oder rauschen wie ein Wasserfall...
Gruß,
Nils
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Ha, genau diese Idee hatte ich gestern auch schon, fing gleich an zu schreiben und hab's dann doch wieder gelöscht, weil ich mich lieber erst mal informieren wollte, was für VDRs von ihren Daten her überhaupt infrage kämen, habe nämlich noch nie welche eingesetzt. Aber im Moment gibt es anderes zu tun ...
Grüße,
Rolf
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Hallo,
die Varistoren die ich kenne haben alle eher Diodencharakteristik, ich glaube aufgrund der physikalisch/technischen Gegebenheiten nicht, dass es da lineare Varistoren gibt. Die Widerstandsänderung scheint bei den CC Widerständen ja sehr linear zu sein (abgesehen von der Erwärmung). Das müsste man vielleicht etwas aufwendiger mit Fets machen - aber da kriegen die Röhrenpuristen wieder feuchte Augen :'( ;D.
Grüße
Henning