Tube-Town Forum
Technik => Tech-Talk Marshall => Thema gestartet von: White_Kidney am 4.05.2010 14:31
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Hallo an die Musiker draußen,
ich bin im Besitz eines Marshall Super Leads 100W. Es scheint laut bestimmter Interessenten ein 67/68 Super Lead zu sein. Der Zustand ist hervorragend. Die Siebelkos wurden bei Marshall im Jahr 93 ausgetauscht. Trafos sind alle Original. Die Plexipanels haben keine Brüche und sind auch im Top Zustand. Das Tolex hat auf der Unterseite Gebrauchsspuren, sonst auch so alles Top.
Nun meine Frage. Ich würde gerne diesen verkaufen und weiß nicht was man dafür verlangen kann. Auf dem Gebrauchtmarkt sowie ---- tauchen keine auf. Und in den Staaten schwanken die Preise für die verschiedensten Modelle so stark (Tremolo, Super Bass, PA, JTM), dass man keinen gescheiten Preis ansetzen kann.
Über eine neutrale Meinung der Marshall Kenner wäre ich sehr dankbar!
Viele Grüße aus Köln
Robert
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Hallo
Das ist immer schwer zu sagen; ich persönlich bin nicht so ein "Originalfetischist" und mir ist das Baujahr z.B auch relativ egal ... allerdings, meine ich, dass die Teile schon für rund 2 bis 2,5 Scheine bei ---- über den Tisch gegangen sind. Ob das immer noch so ist, keine Ahnung?
Die Preise in den USA erscheinen mir hier und da höher. Anhaltspunkt ist dort einfach ein entsprechender SuperLead, kein Tremolo Plexi, kein PA, kein SuperBass, sondern eben ... Baujahr kannst Du auf der Marshall Seite anhand der Seriennummer genau bestimmen.
Aber für eine genaue Spezifikation des Kurses sind wirklich die Experten der Szene gefragt.
Gruß, Stone
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Hallo Stone,
viele Dank für deine Info. Ich persönlich halte ja auch nichts von diesem "Originalfetisch" mancher Leute. Es wird dann auch eine Menge gehandelt deswegen, weil hier nicht mehr der Elko Original ist und die Röhren auch keine "-,YZX" sind. Das ist schon Schikane und kann schon mal die Nerven kosten, zumal da immer Diskussionen gestartet werden um den Preis noch ordentlich zu drücken. Andererseits ist es irgendwo auch eine Investition, die nicht gerade günstig ist in der Ampszene. Ein 67 Marshall darf auch nicht wie neu aussehen ;-). Sonst stand er ja sein Lebenlang im Wohnzimmer und durfte nie richtig brüllen. Und dies war sicherlich nicht im Sinne des Erfinders.
Ich will auch keine Diskussion entfachen und habe mich entschlossen meinen Super Lead zu verkaufen. Habe auch einen Interessenten. Doch weiß ich leider nicht, was ich wirklich verlangen kann. Deswegen halt meine Frage.
Ich hoffe hier findet sich der ein oder andere Marshall Spezialist, der mir helfen kann. Aber deine Antwort hat mir schon wenigstens einen Anhaltpunkt gegeben! Vielen Dank dafür.
Schönen Abend und viele Grüße!
Robert
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... allerdings, meine ich, dass die Teile schon für rund 2 bis 2,5 Scheine bei ---- über den Tisch gegangen sind.
200 bis 250 Euro? Dafür nehm ich ihn sofort :) ;D
Viele Grüße
Stephan
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Hallo Stephan,
ich glaube diese Angebot muss ich mir ernsthaft durch den kopf gehen lassen ::).
Hmmmmm, stimmt aber 2 b is 2,5 Scheine. Ich dachte er mein TAUSEND damit. Aber solche Scheine gibt es nicht. Also doch nur 1000€ bis 1250€? ??? Dann behalte ich ihn doch glatt lieber. Ich habe jetzt meine Marshall Sammlung verkleinert. Und das Schmuckstück wollte ich auch in gute Hände abgeben. Mal schauen, vielleicht kommen ja noch Spezialisten die mir da eine genaue Auskunft geben können. Denn verschenken will man ihn nicht und natürlich will jeder auch für seinen Amp einen fairen Preis erzielen.
Danke für die bisherige Beteiligung und für den ein oder anderen Joke :bier: So fixiert sich nicht das wohl langweilige Thema auf einen Brennpunkt.
Viele Grüße aus Köln
Robert
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Hi Robert,
verlange doch einfach den Preis, der Listenpreis- mäßig für das HW Reissue- Modell dieses Amps aufgerufen wird.
So habe ich es auch immer gehalten, wenn ich mal einen meiner originalen Vox- Celestion Silverbell Alnicos vertickert habe.
Gruß
Jacob
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Oh oh Jacob ... wenn ich das jetzt mal im Oldtimerbereich vergleiche, so ist die Replika niemals so viel wert, wie das Original im Zustand 5 ;)
Generell gilt, so ein Modell muss einen Käufer finden, der eben genau nach so einem Teil sucht. Angeblich hat Ed van Halen einen SLP der Baujahre 67 oder 68 gespielt ggf auch früher (den er auch heute noch für alle Aufnahmen benutzt, wie er auch nie irgendwelche Effekte benutzt hat) - es gibt durchaus Gitarristen, die also aus diesem Grund so ein Teil suchen.
Ich habe schon in Tausendern gerechnet / veranschlagt, wenn ich daran denke, dass ein großer Musikladen in Köln vor einigen Jahren mehrfach einen Major im Zustand 7- für satte 2000.- € inseriert hatte und der auch schließlich für den Kurs wegging, wird das bei Deinem Modell auch realistisch sein.
Klar, u.U rechnet Dir jemand für die neuen Elkos gleich mal 'nen satten Abschlag runter.
Gruß, Stone
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Klar, u.U rechnet Dir jemand für die neuen Elkos gleich mal 'nen satten Abschlag runter.
Gruß, Stone
Hallo Stone,
ja, wenn es ein Sammler ist. Einem Spieler ist das eher egal. Gegenargument gegen den Sammler: als der Amp die Fabrik verlassen hat, hatte er neue und funktionierende Original-Elkos. Wenn der Amp jetzt verbrauchte Original-Elkos hat, ist er auch nicht mehr im Originalzustand.
Ansonsten denke ich auch, dass beim Preis die Anknüpfung an die Reissue-Modelle nicht verkehrt ist.
Viele Grüße
Stephan
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Moin,
ich habe das bei ---- mal ein bisschen beobachtet.
Realistisch wird ein Preis von 1.800,- bis 2.000,-€ sein.
Ein Musiker, der den AMP nutzen will, zahlt weniger weil zu befürchten ist das mit der Zeit einige Bauteile ausfallen können und dann Folgekosten entstehen.
Generell bestehen bei alten AMP Vorbehalte bezüglich der Zuverlässigkeit.
Ein Sammler bezahlt mehr, der spielt den AMP nicht/selten, den interessiert obiges nicht.
Gruss
Jürgen
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Hallo zusammen!
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
Ich wollte mich nicht an eine Faustregel halten, wie es beispielsweise mit dem Tipp der HW Versionen ging. Den spätestens sollte man beim JTM 45 doch beim original wesentlich mehr rausholen als vom Reissue. Da geht nämlich die Rechnung nicht ganz auf. Trotzdem ist es letzten Endes beim besagten Amp wohl doch der Fall. Immerhin ein guter Anhaltspunkt. Werde mich mal mit dem Interessenten absprechen. Vielleicht kommt man zu einer Einigung.
@Jürgen: Die Ansichtsweise haben ich mir nie so vor Augen gehalten. Da mag natürlich was dran sein, dass alte Amps gerne mal anfällig bezüglich ältere Komponenten sind und somit ausfallen. Ist wohl kein billiges Hobby ;). Aus eigener Erfahrung muss ich aber leider oder sogar zum Glück (je nach Ansichtweise des Lesers) feststellen, dass gerade neue Verstärker öfters bei mir ausfallen. Wegen irgendeinem blöden elektrischen Bauteil, welches plötzlich nicht mehr schaltet oder oder oder. Wenn ich mir schon die Platinen anschaue, die schon in modernen Verstärkern aussehen wie Computer Bauteile, da könnte ich schon fast weinen. Da werden keine Widerstände oder Kondesatoren ausgetauscht. NEIN! Da tauscht man direkt mal das ganze Board. Natürlich auf Garantie. Und was macht man, wenn diese irgendwann zu enden ist? ??? ??? ???
Leider spreche ich da aus aktuellem Anlass. Hersteller und Modell werden aber nicht genannt ;).
Ich bin wohl noch ein Verehrer der alten Amps weil sie für mich einfach und unkompliziert ausschauen und sich die Reperaturkosten in Grenzen halten. Vom Sound ganz zu schweigen.
Viele viele viele Grüße und besten Dank aus Köln
Robert
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Ich bin wohl noch ein Verehrer der alten Amps weil sie für mich einfach und unkompliziert ausschauen und sich die Reperaturkosten in Grenzen halten. Vom Sound ganz zu schweigen.
Hallo Robert,
das kommt aber auch auf das Modell und den Techniker an. Mir wollte einmal ein Techniker (dessen Name hier ungenannt bleiben soll) einen Ausgangsübertrager in einem Fender Bandmaster für 225 € wechseln - ohne Materialkosten selbstverständlich! Das ist ein stattlicher Preis dafür, dass der Techniker nur
- 5 Schrauben (4 für die Befestigungen und 1 für die Zugentlastung des Netzkabels) lösen muss, um den Amp aus dem Chassis zu holen,
- 5 Kabel ablöten (oder abknipsen) und 2 weitere Schrauben lösen muss, um den alten AÜ zu entfernen,
- 5 Kabel auf Länge schneiden und abisolieren muss,
- den neuen AÜ mit 2 Schrauben befestigen muss,
- die 5 Kabel anlöten muss,
- und mit den ganz oben angsprochenen 5 Schrauben das Chassis wieder befestigen muss,
- und (hoffentlich) anschließend einen Probedurchlauf macht.
Alles in allem eine Arbeit, die in einer halben Stunde zu machen ist, wenn keine Löcher gebohrt werden müssen. So lange habe ich jedenfalls gebraucht, um den AÜ selbst auszutauschen.
Bei einem Marshall wird ein solcher Wechsel etwas komplizierter, weil u.U. das Board abgelötet werden muss. Da kann dann schon mal ein Vormittag draufgehen.
Aber ansonsten gebe ich Dir Recht - die Fehlersuche bei den modernen Geräten sowie der Austausch einzelner Bauteile ist auf jeden Fall mühsamer als bei den Vintagekisten.
Sound ist reine Geschmackssache.
Viele Grüße
Stephan
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Hallo
Dann scheinen 2000.- Euro ja ein guter Anhaltspunkt. Letztlich muss bei einem solchen Geschäft aber auch ein guter Handel für beide Seiten entstehen, finde ich, was nicht unbedingt mit dem maximal erzielbaren Preis einhergeht.
Alte Amps können u.U eher zum Ausfallen neigen, wenn man bedenkt, dass Kondensatoren im Laufe ihrer Lebenszeit nicht besser werden, erst recht nicht, wenn sie "ungespielt" also ungeladen bleiben und das über längere Zeit hinweg, wie z.B in einer Sammlung.
Dadurch können Folgekosten entstehen, wie auch Frust über plötzlichen Ausfall oder Nebengeräusche die plötzlich zunehmen.
Einen Sammler wird das, wie Stephan schon sagte, aber wenig interessieren - einen "Spieler" aber eben schon, dem dann wahrscheinlich auch der absolute Originalzustand egal ist.
Ich wünsche euch auf jeden Fall einen guten und zufriedenen Abschluss beiderseits - und entgegen dem Skat: mit offenen Karten spielt es sich am besten ;-)
Gruß, Stone
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Ich muss ja ehrlich sagen, dass dieses Forum echt eine Sahnestück ist, unter den Foren im Web! So viele nette und vorallem Ausführliche Beiträge habe ich selten in einem anderen Forum gelesen. Vielen Dank an euch!
Zum Super Lead muss ich sagen, dass ich diesen vor etwa 7 Jahren gekauft habe. Der Vorbesitzer war selber ein Spieler und hat dem Amp zum neuem Leben verholfen. 1993 wurde dieser bei Marshall gewartet, wo dann Komponenten ausgetauscht worden sind. Seither spiele ich ihn ab und zu. Durchschnittliche eine Stunde in der Woche. Habe ja noch andere Verstärker die ich nutze und gespielt werden wollen. ::) Trotzdem denke ich das wahre Marshall Liebhaber dieses Teil zu schätzen wissen werden. Ich spiele ihn halt zu selten damit er rumsteht und das Zimmer dekoriert. Ihr merkt schon. Irgendwie muss ich einen plausiblen Grund nenne für den Verkauf, bevor mich hier Leute steinigen für die wohlmögliche "Sünde". :angel:
Zum AÜ muss ich ja sagen, dass ich selbst ein wenig Ahnung von der Materie habe. Jedoch bei weitem nicht soviel wie einige Mitglieder dieses Forums. Und der AÜ bei eines Marshall hat nur 7 Kabel. Sowas würde ich mir persönlich auch noch zutraue zu wechseln. Doch wenn es schon der Netztrafo sein soll, dann lasse ich die Finger davon. Da könnte ich schnell die Übersicht verlieren. Zumal ich Schaltpläne solange verstehe wenn 3 Widerstände, ein Kondensator, Netzteil und andere kleine Bauteile sehe. Bei den verschiedensten Amp Shematics setze ich aber komplett aus. Aber 225€ für ein Ausgangsübertrager Austausch ist in der Tat ziemlich happig! Vielleicht ist es ja wie bei den Automobilherstellern. Der Ölwechsel an einem Porsche 911 wird sicherlich auch wesentlich teuerer sein als beim Opel Corsa.
Und wenn man mit einem Bandmaster zum Techniker geht ist es wohl auch was anderes als wenn man seinen alten Peavey hinschleppt. Aber mit den Jungs hier im Forum findet man auch sicherlich eine Menge Hilfe. Zumal hier einige Mitglieder ihre Amps selbst zusammenbauen, was ich sehr bewundere.
Viele Grüße aus Köln und einen erfolgreichen Tag wünscht,
Robert
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Aber 225€ für ein Ausgangsübertrager Austausch ist in der Tat ziemlich happig!
Find ich nicht! Was kostet ein 100er OT zur Zeit? 120 Euro? Bleiben 100 Euro für den Techniker, der damit seine Arbeitszeit finanzieren muss, Garantieren auf seine Arbeit gewähren muss, die Werkstatt unterhalten muss, Versicherungen bezahlen muss u.s.w.. Sicherlich sind 225 Euro kein Schnäppchen und es wird sich vielleicht jemand günstigeres finden lassen, aber ich denke, dass das für 'ne professionelle Leistung schon halbwegs angemessen ist.
;)
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Find ich nicht! Was kostet ein 100er OT zur Zeit? 120 Euro? Bleiben 100 Euro für den Techniker, der damit seine Arbeitszeit finanzieren muss, Garantieren auf seine Arbeit gewähren muss, die Werkstatt unterhalten muss, Versicherungen bezahlen muss u.s.w.. Sicherlich sind 225 Euro kein Schnäppchen und es wird sich vielleicht jemand günstigeres finden lassen, aber ich denke, dass das für 'ne professionelle Leistung schon halbwegs angemessen ist.
;)
Hallo Didi,
ich hatte in meinem Post geschrieben, dass das ohne Materialkosten war. Sonst hätte ich mich nicht beschwert.
Viele Grüße
Stephan
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Ups! ;D (Ohne weiter Worte...)
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Autor: darkbluemurder
Mir wollte einmal ein Techniker (dessen Name hier ungenannt bleiben soll) einen Ausgangsübertrager in einem Fender Bandmaster für 225 € wechseln - ohne Materialkosten selbstverständlich!
Darauf bezoge sich auch meine Aussage. 225€ für die Arbeit von Schätzen wir mal 1 Stunde damit wir Stephans Zeit auf tägliche Gegebenheiten anpassen können. Naja, 225€ die Stunde. Das ist der Lohn für Kupplungswechsel bei BMW Haus ohne Materialkosten. Hmmmmm, jetzt mal die beiden Arbeiten vergleichen. (Ich weiß ja nicht wer von euch eine Kupplung im Auto schonmal gewechselt hat). Ich bleib dabei. Happig ;)
Aber wahrscheinlich hast du auch den Beitrag von Stephan durchflogen. Wollte es aber trotzdem klarstellen. Übrigens kostet der OT für eine Bandmaster $40. Mit Zoll und Versand sind wir da etwa bei 50€. Man kann aber auch 80€ beim TAD dafür zahlen. Kommt wie immer auf Hersteller an.
Viele Grüße aus Köln
Robert
P.S.: Hat sich wie ich sehe geklärt ;).