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Technik => Tech-Talk Design & Konzepte => Thema gestartet von: 12stringbassman am 22.04.2011 19:04

Titel: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 22.04.2011 19:04
Nachdem die Idee lange gereift ist und das Konzept mehrfach geändert wurde, bin ich nun soweit, das ich mich traue, hier die Planung und den Bau meines neuen Bassverstärkers vorzustellen.

Ursprünglich wollte ich nur einen Pre-Amp mit einer kleinen, als Übungsverstärker tauglichen Endstufe mit 2xEL84 bauen. Dieses Teil gibt es als Versuchaufbau (mit selbstgewickelten Trafos) und funktioniert auch so einigermaßen, ist aber rein vom mechanischen Aufbau her nicht Band-tauglich.

Zum näheren Verständnis muss ich dazu sagen, dass ich eine 6x10"-Box habe (natürlich selbstgebaut), bestückt mit 2x Eminence Legend B102 und 4x BP102 in getrennten Kammern, die über zwei eigene Endstufen mit jeweils angepasster Hochpassfilterung und negativer Ausgangsimpedanz angefahren werden wollen.
Eine 2x15" mit EV 15L steht auch noch rum ;)

Nach dem ursprünglichen Konzept wollte ich nur einen Röhren-Pre-Ämp bauen und dann je nach Bedarf Transistor-Endstufen an die Boxen anschließen. (Alle Teile wie albs-Module, Trafos, Elkos, Kühlkörper und usw. habe ich von einem früheren Projekt in ausreichender Anzahl rumliegen).

Nach aufmerksamer Lektüre der tollen Threads hier im Forum (die VBV-Threads will ich besonders herausstreichen) wird's aber wohl nun so werden:

Ein Kanal mit relativ aufwändigen EQ und ein Zerrkanal mit einfachem Tone-Stack und Beimischung des ungezerrten Signals.

Der zwei aktive und teilparametrische Mittenbänder umfassende EQ des Hauptkanals wird an den Ampeg-Mitten-EQ angelehnt, jedoch wird die Induktivität mit Gyratoren aus OP-Amps nachgebildet.

Die Endstufe wird mit 4x EL34 und mit dem Hammond 1650T bestückt. Die Betriebspannung wird mit dem TT-t363 knapp 500V betragen. Es sollten also gute 100W oder sogar knapp 150W da rauskommen (wobei mir bewusst ist, dass der Unterschied marginal ist).

Der Phasendreher wird wohl so aussehen wie in diesem Amp:
https://taweber.powweb.com/store/6s100_schem.jpg
Die Kombination aus EF86 mit viel Gain für eine stramme Gegenkopplung und zwei parallelen direkt daran gekoppelten ECC82 als niederohmigen Kathodyn-Splitter gefällt mir gut und gibt in LT-Sice schöne Resultate.

Ich habe mal ein Blockschaltbild drangehängt, allerdings noch ohne die ganze Einschleif- und sonstige Ein-Ausgangs-Geschichte. Der Zerrkanal ist auch noch nicht gezeichnet, da bin ich noch am grübeln.

Ich würde mich über Kritik und Anregungen freuen und wenn es erlaubt ist, würde ich meine Erfahrungen durch dieses Projekt auch im VBV einbringen.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: bea am 22.04.2011 22:48
Hi,

spannende Idee.
Ich fände es klasse, wenn Du konkrete Erfahrungen in die VBV-Diskussion einbringen könntest. Bevor ich die Endstufe angehe, würde ich gerne ein wenig Praxiserfahrung sammeln und dann auch nochmal Fragen zum bisherigen Konzept stellen.

Ist es nicht interessant, wie die grundlegenden Gedanken, die wir uns im VBV-Thread gemacht haben, von anderen auf unterschiedliche Weise realisiert werden? (Dynacord Eminent 2 oder. Bass-King 1 fallen ja ebenfalls in die Kategorie hohe Schleifenverstärkung/stramme Gegenkopplung).

Bei dieser Gelegenheit ne dumme Frage: wie dimensioniert man denn den Parallelkondensator zum GK-Widerstand (offene Baustelle in meine Epiphones)?

Grüße

Beate

PS: bei der von Dir vorgestellten Schaltung wundere ich mich über den Präsenz-Regler innerhalb der GK-Schleife.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 23.04.2011 09:29
Moing Beate!

Bei dieser Gelegenheit ne dumme Frage: wie dimensioniert man denn den Parallelkondensator zum GK-Widerstand
Ich würde das mal in erster Näherung mit f=1/(2*pi*R*C) versuchen. Oder was meinst Du?

bei der von Dir vorgestellten Schaltung wundere ich mich über den Präsenz-Regler innerhalb der GK-Schleife.
Hab ich doch gar nicht  ???
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Bierschinken am 23.04.2011 11:39
Hallo,

der Kathodenbypass errechnet sich nicht wie ein Hochpass.
In der Näherung ist er völlig unabhängig von der größe Rk, sondern abhängig von der Steilheit S.

Ckat = 5,7*S/2*π*f

Im Übrigen bin ich kein Fan des Kathodyn-PI. Man holt sich da imo zuviele Nachteile, wenn der so verwendet wird.
Da geht man lieber hin und platziert den Kathodyn etwas weiter vorne im Preamp und legt dann hinter ihn nochmal eine Stufe zur Verstärkung.
Für EL34 ist es wahrscheinlich dank der großen Steilheit egal, aber ich denke für sämtliche anderen Röhren machts schon große Unterschiede. (Und auch hier würde ich nachrechnen).

Darf ich anmerken, dass ich Röhren-Pre mit Transistorendstufe für "Bässer" halte :)

Grüße,
Swen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: _peter am 23.04.2011 12:07
Hallo,

Beate meint nicht das PDF, sondern das verlinkte JPG.
Ich finde die Stelle auch interessant, weil da scheinbar zusätzlich noch
lokal zwischen Schirmgitter und Kathode rückgekoppelt wird.

Gruß, Peter
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 23.04.2011 15:14
Servus Swen!
der Kathodenbypass errechnet sich nicht wie ein Hochpass.
Beate schrieb "GK-Widerstand", das verstand ich als "Gegenkopplungswiderstand"

Im Übrigen bin ich kein Fan des Kathodyn-PI. Man holt sich da imo zuviele Nachteile, wenn der so verwendet wird.
Welche Nachteile wären das?

Da geht man lieber hin und platziert den Kathodyn etwas weiter vorne im Preamp und legt dann hinter ihn nochmal eine Stufe zur Verstärkung.
Du meinst so wie in der Endstufe des SVT? Ich dachte mir halt, dass es für die starke Gegenkopplung besser wäre, möglichst wenig Koppelkondesatoren zu verwenden, damit's weniger gern aufschwingt. Und da gefiel mir die Lösung mit dem direkt an die EF86 gekoppelten Kathodyn recht gut: Gute Symmetrie, viel Verstärkung und keinen Koppel-C

Darf ich anmerken, dass ich Röhren-Pre mit Transistorendstufe für "Bässer" halte :)
Du darfst! ;) So war mein unsprüngliches Konzept ja auch.

Ich müsste anmerken, dass die vier recht wirkungsgrad-schwachen BP102 in meiner 6x10"-Box sowieso von einer fetten MOS-FET-Endstufe angetrieben werden sollen, und zwar mit negativer Ausgangsimpedanz um das Qts in den Bereich von 0,3 zu bringen und mit auf die Bassreflex-Abstimmung angepasstes Hochpassfilter mit Q=2.
Die Röhrenendstufe ist nur für die beiden B102 vorgesehen.

Nach den vielen schönen Fredds hier im Forum mit diesen leckeren Endstufen konnte ich aber nicht mehr anders (Joachim und Marc sind also schuld ;) ) Der machanische Aufbau meines Bass-Ämps wird sich, soweit es die Schaltungstechnik zulässt, an diesen schönen Amps (Müller Classic und Mustang, Joachims SLO etc.) anlehnen.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 23.04.2011 15:30
Zitat
Darf ich anmerken, dass ich Röhren-Pre mit Transistorendstufe für "Bässer" halte

Hallo Swen

So hat jeder seine Präferenzen. Ich für mein Teil ziehe eine Röhrenendstufe vor, so zwischen 200W und 400W. Ich weiß, das Gewichtsproblem, aber so ein Verstärker  läßt sich mit ~ 20 kg machen. Und ansonsten: einem richtigen Bassmann macht das nichts aus. ;)

Gruß Hans- Georg

PS: noch etwas zum Schmunzeln für alle Bassspieler im Anhang (ich habs nur in Englisch)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: bea am 23.04.2011 16:06
Ich würde das mal in erster Näherung mit f=1/(2*pi*R*C) versuchen. Oder was meinst Du?

Ich bezog mich auf C16 im 6s100 (https://taweber.powweb.com/store/6s100_schem.jpg), meinte vor allem f und ansonsten R40 nebst weiteren Anhängseln der EF86 in nämlicher Schaltung.

Beate

@Hans-Georg: 20 kg für 400 Röhrenwatt komplett bühnentauglich - das musst Du uns erst mal vormachen.
Mir reichen die knapp 13 kg der Plastik-Kistchen von Dynacord vollkommen (Eminent 2 und Artverwandte).

PSS: der Besitz zweiter Fretlessbässe (noch dazu eines 5-Saiters) ist ja eine verdammt teure Angelegenheit. Aber es war ja schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben :D
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Bierschinken am 23.04.2011 16:10
Moin,

ich verstehe ja auch den Reiz von dicken Endstufen, aber wenn ich mir z.b. die Classics anschaue, holla 6x KT88, 2 fette Eisen, da macht Schleppen einfach kaum Spass. Klar so'n SVT4-Pro ist kein Leichtgewicht, aber doch handlicher und klingen tut der auch :)

Nachteile des Kathodyn-PI sehe ich in der geringen Steuerspannung und in den unterschiedlichen Ausgangsimpedanzen - der ist soooo symmetrisch nicht.
Ein Phasendreher nach Schmidt's Patent ist womöglich sogar symmetrischer. Mit Konstantstromquelle als Kathodenwiderstand auf alle Fälle. ;)

Damits bei der Gegenkopplung nicht aufschwingt; Bandbreite beschneiden!
Das geht grade bei so relativ engen Frequenzbändern ganz gut, weil man durchaus gut beschränken kann und dann lassen sich solche "über-alles-Gegenkopplungen" besser verwenden.

Äh und sorry, hatte irgendwie Rk- statt GK-Kondensator gelesen.

Grüße,
Swen

PS: "Practicing — $150" Hähähä  ;D
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: _peter am 23.04.2011 16:41
Hallo,

Nachteile des Kathodyn-PI sehe ich in der geringen Steuerspannung und in den unterschiedlichen Ausgangsimpedanzen - der ist soooo symmetrisch nicht.

da streiten sich ja immer alle. Der Valve Wizard sagt z.B. auch, der Kathondyn sei (solange die Endstufe nicht überfahren wird
und Gitterstrom zieht) symmetrisch, trotz unterschiedlicher Ausgangsimpedanzen. Die starke lokale Gegenkopplung zwinge sie dazu.
Mehr kann ich mit meinem begrenzten Wissen dazu leider auch nicht sagen.

Gruß, Peter
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Bierschinken am 23.04.2011 16:56
Hi,

hmja, symmetrisch, dann ist aber die maximal mögliche Steuerspannung relativ klein. Das ist halt der "Drawback" den man sich erkauft.

Grüße,
Swen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 23.04.2011 17:02
PS: noch etwas zum Schmunzeln für alle Bassspieler im Anhang (ich habs nur in Englisch)
Na super!
Zitat
Bringing custom-made bass — $100 per string above 4
Bringing more than 1 bass — $100 per extra bass
Allein diese beiden Punkte kosten mich schon 1.200$!!!!

Nochmal wegen "fetter Röhrenendstufe":
Die nun geplante 120W-Endstufe mit 4x EL34 und B+ von 500V ist ein Kompromis in Richtung tragbar, bezahlbar und baubar. Natürlich hätte ich lieber was im Kaliber von 6x oder gar 8x KT88 od. 6550 etc. pp. gebaut, aber da ich mit diesem Ämp wohl kaum in großen Stadien spielen werde, wäre das völlig überdimensioniert.

Die vier "kleinen" Röhren sind einigermaßen preiswert, die dazu erforderlichen Trafos auch und einfach so hier im Shop verfügbar und das Projekt bleibt technisch in einem für mich noch überschaubaren Rahmen.
Meine Erfahrungen im Bau von Röhren-Ämps beschränken sich auf relativ kleine Projekte mit EL84-Endstufen und maximal 300V. Da wäre alles andere als die EL34-Endstufe eine Nummer zu groß für mich.
In Entwicklung und Bau von komplexen elektronischen Anlagen habe ich durchaus Erfahrung (15 Jahre Planung und Bau von Tonstudios inklusive komplett selbstentwickelten 3-Weg-aktiver Lautsprecheranlagen mit bis zu 12 Endstufen-Kanälen), aber so eine Röhrenendstufe ist da doch eine andere Nummer.

@Bea:
Ich habe die Enstufe samt dieser "Presence-" Schaltung mal modelliert. Mit 10µF für C19 ist das aber keine Presence-Anhebung, sondern einfach nur eine Erhöhung der Schleifenverstärkung. Mit 100nF schaut's dann eher danach aus.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 23.04.2011 17:03
Zitat
Hans-Georg: 20 kg für 400 Röhrenwatt komplett bühnentauglich - das musst Du uns erst mal vormachen.

Hi Beate

eine kurze Überschlagsrechnung für die maximal 400 Watt (ich schrieb ungefähr 20kg für 200W-400W, aber egal)

Ausgangstrafo 400W 10Kg (EI130/95)
Ringkernnetztrafo 750W 6Kg (d=163mm, h=59mm)
4 Kg für den Rest: das heißt: Metallrahmen mit Blechwänden ohne Holzgehäuse mit Holz 2-3 Kg mehr.
Ein Quervergleich: der Peavey VB3 mit 300W und Schaltnetzteil (~1Kg) und Holzgehäuse wiegt 17kg.
Das Ganze sollte machbar sein. Zunächst kommt bei mir aber erst eine 250W Maschine dran. Dort wiegt der Ringkern 5kg und der Ausgangstrafo 8kg( sind schon bei mir angekommen)

Gruß Hans- Georg

PS: ich mach dazu demnächst ein eigenes Thema auf, dieses hier gehört 12stringbassmann
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: cca88 am 23.04.2011 17:04
Hi,

hmja, symmetrisch, dann ist aber die maximal mögliche Steuerspannung relativ klein. Das ist halt der "Drawback" den man sich erkauft.

Grüße,
Swen

Hallo Swen,

die "Steuerspannung" selbst ist eigentlich schon da. Der Kathodyn ist solange kein Gitterstrom bei den Endröhren fließt erstaunlich stabil. Ab dem Zeitpunkt gehts aber dann so richtig los. Da wird es richtig chaotisch, weil die untere und die obere Hälfte komplett unterschiedliche Richtungen einschlagen.
Wobei diese Form der Zerre beim 5E3 und bei den großen (alten) Sunns schon sehr gut kommt.

Aber ich geb Dir recht: präzise ist etwas anderes.

Grüße

Jochen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 23.04.2011 17:14
Zitat
Die nun geplante 120W-Endstufe mit 4x EL34 und B+ von 500V ist ein Kompromis in Richtung tragbar, bezahlbar und baubar

Hallo Hiasl,

da kann ich Dir nur zustimmen. Für die Maschine bekommt Du noch absehbare Zeit alle Ersatzteile,
die Du (hoffentlich nicht) brauchst.

Ich bin gespannt

Gruß Hans- georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 23.04.2011 17:48
Hallo Jochen, Hans-Georg, Swen und alle anderen:

Vielen Dank für Eurer reges Interesse und Euren Zuspruch. Ihr gebt mir grad den Motivations-Schub, den ich brauche um dieses Projekt auch wirklich noch diesen Sommer umzusetzen ;)

Zum Thema Kathodyn:
Es soll ja kein Hifi-Ämp werden. Die Endstufe soll den Klang formen, sonst könnte ich ja wirklich nur einen Röhren-Pre-Ämp bauen und die Stromverstärkung ausschließlich von Transistoren erledigen lassen.

Daher habe ich mir folgendes überlegt: Ich werde das Signal des Slave-Ausgangs für die MOS-FET-Endstufe(n) mit einem Pan-Pot vor und hinter der Röhren-Endstufe abgreifen.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 23.04.2011 17:54
@Hans-Georg:
Weißt Du, wie beim Peavey VB3 der Phasendreher gelöst ist? Das würde mich mal interessieren, wie die vier Paar EL34 ansteuern.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 23.04.2011 18:49
Und hier der PreAmp mit Equalizer.
Ich habe beim SVT2pro geklaut und einige Teile abgeändert. Die Ampeg-mäßige "Deep-Switch"-Funktion habe ich durch einen regelbaren T-Filter ersetzt. Die Induktivität des Mitten-EQs wird durch Gyratoren ersetzt und das ganze zweibandig.

Über der Zerrfunktion bin ich noch am Grübeln. Es soll ungefähr so klingen:
http://youtu.be/szVptOhUQLo
Ich könnte mir vorstellen, dass ich die Stufe vor dem James-EQ übersteuere (Anodenschaltung mit DC-gekoppeltem Kathodenfolger). Blos wie krieg ich da das ungezerrte Signal tiefpassgefiltert und phasenrichtig dazugemischt?
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: trial and error am 24.04.2011 08:14
Hallo,

interessant, wie Du den Aufbau der Vorstufe angehst. So in die Richtung geht auch der GA-77RET von Gibson (also Mittenregler als Doppel- T Glied, danach Kuhschwanzreglung). Ist zwar ein Git- Amp, aber ein Blick auf's Schaltbild ist der sicher wert. Zum Thema PI: unter www.spiritone.com The Musicbox 2010 ist da einiges "überraschendes" zu finden zum Gibson GA20-T (Crossover Distortion, Blocking Distortion). Und "Treiberstufe" hinter Kathodyn gibt's auch bei Gibson ... GA75, Medalist. Und ein weiterer Amp, der vom üblichen abweicht, mit 4x EL34 in der Endstufe wurde von "Vampower" gebaut. Zu finden unter: www.chambonino.com Amplifier Makes & Models. Zum Verständnis: es geht nicht um irgendwelche Firmen, sondern um Alternativen zu Long-Tail-Pair und Kathodyn. Die "Williamson"- Schaltung findet sich für etliche Varianten der Endstufen: 2 Röhren bzw. 4 Röhren, EL34, KT88 usw.

Zurück zur Vorstufe. Ich weiß nicht, ob Du in die Richtung gehen willst, wie es im Anhang gezeigt wird. Ganz schön viel Aufwand. Willst Du unbedingt "alles in Reihe" schalten? Für mich denke ich an zwei getrennte Kanäle für die Vorstufe. Ist noch in der Findungsphase. Eventuell LC- Filter für "Deep bzw. Bright" Schalter beim klaren Kanal. Mittenbeeinflussung mit Doppel-T Filter gehört auch dazu. Für die Overdriveschaltung habe ich bislang nur geplant die zuschaltbar zu machen (so wie z.B. der Reverbeffekt bei Fender). Aber damit kann ich mich erst im Sommer befassen.

MfG Bernd
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 24.04.2011 12:13
Hier noch eine interessante Endstufe aus Radio RIM Zeiten:

- Kathodyn PI, Treiber mit ECC81, 4xEL34 mit UL OT
- interessant ist die Gegentakt Gegenkopplung auf die Kathoden der ECC81 Treiber, aus meiner Sicht immer noch
  "state of the art" für Clean- und Bassanwendungen

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: trial and error am 24.04.2011 14:33
Hallo,

genau diesen RIm Herkules 150TR - Verstärker habe ich 1980 als Bausatz gekauft ... war damals über 1000 DM teuer. Na ja, der mechanische Aufbau war nix für "on the road". Auch ist die Ansteuerung der Endstufe nicht so ganz einfach. Mein erster Versuch damals, mit einer Fender Blackface Vorstufe direkt an den Eingang der Endstufe war nicht der "große Erfolg". Auch die direkte Ansteuerung von einer Transistorvorstufe (Roland SIP) war nicht befriedigend. Man erinnere sich: seinerzeit war noch nix mit Internet. Auch in Buchform war fast nichts auf dem Markt (war froh, die Fender- Klangregelung endlich als Schaltbild gefunden zu haben). Später habe ich dann den Herkules komplett zerlegt und einen Aufbau mit einem Aluchassis als "Instrumental- Verstärker gemacht. Viele Versuchsaufbauten, dann glich die Frontplatte des Chassis einem Schweizer Käse. Dann habe ich mir ein Stahlchassis anfertigen lassen. Und auf dieses wird auf Basis des Herkules (Trafos) mein persönlicher Bassamp entstehen. Was sehr gut funktioniert, ist ein Endstufenaufbau nach Sound City Bass 150 Amp. Mit der Schaltung habe ich seinerzeit verschiedene Vorstufen - in erster Linie aber für E-Gitarre, nicht E-Bass, hinsichtlich der klanglichen Eigenschaften probiert. Allerdings wusste ich da noch nicht, welch enormen Einfluss die Auswahl der Bauteile dabei spielt. Mein zukünftiger Bassamp wird zwei unabhängige Kanäle haben. Würde gerne beim Aufbau des Netzteils und der Endstufe nach dem Prinzip des Dumble 150 vorgehen. Leider gibt's da ja nur ein Blockbild vom Schaltungsaufbau. Zusätzlich zu den Trafos des Herkules habe ich mir seinerzeit, als ich das Stahlchassis anschaffte, auch eine Drossel gekauft. Die soll noch vor dem AÜ wirken. Je weniger Brumm im AÜ, desto sauberer der direkte Signalabgriff (und den Röhren - Schirmgitter - wird's wohl auch was bringen). Also - diese Endstufe ist auf jeden Fall für einen 4xEL34 Bassamp geeignet - die Vorstufe wird nicht ganz ohne "Versuch & Irrtum" zum Ziel führen. Das Ohr ist immer noch das entscheidende Messgerät.
MfG Bernd
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 24.04.2011 15:03
- Kathodyn PI, Treiber mit ECC81, 4xEL34 mit UL OT
- interessant ist die Gegentakt Gegenkopplung auf die Kathoden der ECC81 Treiber, aus meiner Sicht immer noch
  "state of the art" für Clean- und Bassanwendungen
Das sieht in der Tat sehr vornehm aus. Sogar mit eigener Trafowicklung zum Abgriff der Gegenkopplung.

Hi Bernd,

der Link geht ned:
Zum Thema PI: unter www.spiritone.com The Musicbox 2010 ist da einiges "überraschendes" zu finden

Grüße

Matthias
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: trial and error am 24.04.2011 15:44
Hallo Hiasl,

Freitag hatte ich die Seite im Web entdeckt - heute geändert ... gefunden unter www.spiritone.com/~rob_396/audioMusicbox%2010.htm  (Tube Hi Fi)

MfG Bernd
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 24.04.2011 17:42
Der Link geht auch nicht, sorry.  :(

Edith meint: Jetzt geht's.
http://www.spiritone.com/~rob_369/audio/Musicbox%202010.htm

So einen Drahtverhau will ich in meinem Amp aber nicht drinhaben ;)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: trial and error am 24.04.2011 18:27
Na also ... - und den Drahtverhau will ich auch nicht! Übrigens- der RIM Herkules war im Original Punkt-zu-Punkt verdrahtet, gab nur kleine, keramische Lötstützpunkte. Und die waren eben mechanisch nicht stabil. Aufbau mit Eyelet oder Lötleiste ist da eindeutig stabiler! Lediglich die kürzest mögliche Verbindung spricht für die Punkt-zu-Punkt Verdrahtung direkt von der Röhrenfassung zum Bauteil. Aber so super highgain will ich den Bassamp nicht bauen, dass diese Verdrahtung unbedingt an allen Stellen erforderlich wird.

Also, nix für ungut.

MfG Bernd
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 11.05.2011 12:19
Die Endstufe habe ich mal in groben Zügen soweit fertig geplant:

EF86 - daran DC-gekoppelt Kathodyn-Phasendreher aus einer ECC82 - dann für jede Halbwelle ein AC-gekloppelter Kathodenfolger, das Steuergitter auf ca. -60V vorgespannt, der Kathodenwiderstand (zugleich Gitterableitwiderstand der Endröhren) liegt auf ca. -160V, das ergibt eine Vorspannung der Endröhren von ca -37V,  - dann zwei Paar EL34 und der Hammond 1950T mit Raa=1,9kOhm. Die Gegenkopplung geht zum geteilten Kathodenwiderstand der EF86.


Ich habe den Schaltplan mal als PDF drangehängt. Nagelt mich bitte nicht auf einzelne Bauteilwerte fest, da werde ich noch etwas Feinjustage betreiben.

Ein paar Fragen hätte ich allerdings an den hier versammelten Sachverstand:

1. Diesen "tiefgelegten" Kathodenfolger findet man ja z.B . in der Ampeg-SVT-Endstufe. Dort hängt die Anode auf +380V, an der Kathode liegen -45V an. Macht 425V. In meiner Endstufe wird's ähnlich (in der gezeigten Schaltung im Moment sogar noch mehr). Im Datenblatt der ECC82 (und der 12BH7, die im Original verbaut wurde) werden als maximal zulässige Anodenspannung (relativ zur Kathode) 300V angegeben. Gibt's da nun ein Problem? Der SVT wird so seit mehreren Jahrzehnten gebaut und läuft und läuft..... Oder sollte ich aus Gründen der Betriebsicherheit die Anodenspannung dieses Kathodenfolgers mit einem separaten RC-Glied auf ca. 250V runterholen? Oder fange ich mir damit wieder einen anderen Nachteil ein?

2. Der gesamte Phasendreher besteht aus einer Pentode und drei Trioden, also 2 1/2 Noval-Röhren. Spräche etwas dagegen, die verbleibende Triode aus der zweiten Röhre (Kathodyn-Inverter) weiter vorne im Signalfluss zu verwenden? Zum Beispiel im Ampeg-Mitten-EQ, der aus zwei ECC83-Trioden und einem Kathodenfolger mit ECC82 besteht, könnte die grad passen. Heizung will ich für diese Röhre (und noch eine weitere) eh hochlegen. Gibt's da Probleme mit Übersprechen o.ä.?

3. Die negative Spannung für die beiden Kathodenfolger der Endstufe  sollte irgendwo bei 160V sein. Die könnte ich aus der 60V-Wicklung des tt-t363 mittels Spannungverdoppler gewinnen. Allerdings ist diese Wicklung mit nur 0,01A angegeben. Die beiden Kathodenfolger ziehen zusammen 5mA und die Gittervorspannung muss ich auch noch daraus herunterteilen. Es könnte also eng werden mit 10mA der Sekundärwicklung. Wie tolerant ist so ein großer Trafo, wenn eine schwache Hilfswicklung leicht überlastet wird?
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: WiderGates am 11.05.2011 14:21
. Im Datenblatt der ECC82 (und der 12BH7, die im Original verbaut wurde) werden als maximal zulässige Anodenspannung (relativ zur Kathode) 300V angegeben. Gibt's da nun ein Problem?
Hallo, laut Datenblatt:

Va  300V
Vao 550V

Va ist max. Spannung im Arbeitspunkt



WeiterDonnerBolzen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 11.05.2011 14:44
Vao 550V
Ich dachte das wäre die maximal zulässige Spannung für einen kurzen Moment beim Einschalten.

Im Arbeitspunkt (also mit Saft drauf aber in Ruhe und ohne Signal) hab ich doch bei der gezeigten Schaltungsvariante mehr als 300V.  ??? ???
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Bierschinken am 11.05.2011 15:21
Hallo,

Va0 bezeichnet die Anodenkaltspannung.
Das ist die maximal zulässige Spannung, die man an die Elektroden anlegen kann, ohne dass es zu Überschlägen kommt.

Die maximale Anodenspannung ist die Spannung die im Betrieb zwischen Anode und Kathode herrscht.

Grüße,
Swen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 11.05.2011 15:51
Servus Swen:

Heißt das nun im Klartext, das der Kathodenfolger im Ampeg SVT eigentlich außerhalb der zulässigen Betriebsparameter der Treiberröhre läuft?

Grüße

Matthias
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Bierschinken am 11.05.2011 15:55
Hi Matthias,

das kann ich dir nicht sagen, weil ich das nicht im Kopf habe, wie es da genau ausschaut.

Zu deinem Konstrukt. Das sollte so funktionieren.
Ich sehe da auch kein Problem der Ua. Wie gesagt, die max Ua ist definiert als Umax = Ua-Uk und das wird kaum größer als 300V werden.
Dafür müsste Ub (geschätzt) >>500V haben.

In deinem Fall wäre evt. noch der Parameter der Ufk interessant, aber ich glaube auch da, dass das kein Problem werden sollte.

Was ich interessant finde ist die DC-Kopplung des Kathodyn.
Ich bin da sehr gespannt wie knifflig es wird, einen idealen Arbeitspunkt für den Kathodyn zu finden.

Grüße,
Swen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 11.05.2011 16:06
Ich sehe da auch kein Problem der Ua. Wie gesagt, die max Ua ist definiert als Umax = Ua-Uk und das wird kaum größer als 300V werden.
Dafür müsste Ub (geschätzt) >>500V haben.
Und genau da sehe ich das Problem: Es sind mehr als 300V zwischen Anode und Kathode: Ub=500V, nach der Drossel und dem ersten RC-Glied noch gut 400V und die Kathode liegt durch den auf -160V tiefergelegten Kathodenwiderstand auf knapp -40V, macht summasummarum Ua-Uk=440V .

Das mit dem Arbeitspunkt des direkt gekoppelten Kathodyn geht zumindest im Simulator ganz gut. Die Pentode hat ja eine recht niedrige Spannung an der Anode (im Gegensatz z.B. zu einer ECC83). Zusätzlich kann ich noch a bissl an der Schirmgitterspannung spielen. Ich bin auch gespannt, wie sich das in der Praxis verhält. Zu dieser Schaltung hat mich übrigens Merlins Buch ermutigt ;)

Grüße

Matthias
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Bierschinken am 11.05.2011 16:24
AH! - die Einspeisung der -160V hatte ich übersehen.

Hmm, kennst du denn die tatsächlichen Spannungen im SVT? - Bzw. wie heisst das SVT-Modell, ist das der Classic?

Grüße,
Swen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 11.05.2011 16:50
Im Plan des SVT2pro stehen die Spannungen drin. (den hatte ich irgendwo hier schon mal hochgeladen....). Die Schaltung ist zwar geringfügig anders dimensioniert als im alten Plan aus den 70ern, aber die Spannungen sollten wenigstens in etwa die gleichen sein:
+380V an der Anode, -180V unten am Kathodenwiderstand, das Steuergitter auf ca. -70V, die Kathode kommt so auf ca. -45V (für die 6550-Endröhren).
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: WiderGates am 11.05.2011 17:11
Hallo Matte, irgendwie sind die Spannungswerte unstimmig:


In diesem SVT PowerAmp Schem:

HV für Anoden Pentoden: 660V
HV für Anode PI: 430V


Bias: -150V
HV für Schirmgitter & Kathodenfolger: 220V !!!
Bias & Schirmgitter haben einen seperaten Abgriff/Gleichrichtung.
http://www.kbapps.com/audio/schematics/tubeamps/ampeg/svtpoweramp02.html (http://www.kbapps.com/audio/schematics/tubeamps/ampeg/svtpoweramp02.html)
 
In diesem Schem ist's etwas anders:
HV für Schirmgitter & Kathodenfolger: 330V !!!
http://www.freeinfosociety.com/electronics/schemview.php?id=830 (http://www.freeinfosociety.com/electronics/schemview.php?id=830)



Weiterpowern
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 11.05.2011 18:26
Hallo Matte, ....
Brrrrr!  :o
Da fällt dem boarischen Hiasl grad der Maßkrug aus der Hand ;)  ;D
Ich heiße entweder Matthias oder Hiasl, niemals Matte, Matze oder Mat oder sowas...

Ich kannte von dem alten SVT nur die neugezeichneten Pläne von Joe Piazza, und da stehen blöderweise keine Spannungen drin. In den von Dir geposteten Original-Plänen klärt sich das auf.

Und der Plan des SVT2pro zeigt definitiv +380V für die Anode des Kathodenfolgers und -180V für den Kathodenwiderstand. Da ich nicht weiß, ob es illegal ist, werde ich den Plan allerdings hier nicht hochladen.

Ich werde also die Anodenspannung für den Kathodenfolger auf ein verträgliches Maß herunterholen.

Danke für den Hinweis!
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: trial and error am 11.05.2011 18:59
Hallo Matthias,

unter www.angelfire.com/Amp-EL34_UL  ist ein 50Watt Verstärker zu finden, dessen Schaltbild Dir vielleicht etwas weiter helfen kann (Aha - Effekt).

MfG Bernd
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 11.05.2011 19:04
Servus Bernd,

der Link geht ned

Edith meint:
der da?
http://www.angelfire.com/electronic/funwithtubes/Amp-EL34_UL-A.html

Wo ist der Aha-Effekt? Das ist nicht das, was mir vorschwebt.
Der Kathodenfolger liegt unten auf Masse und die Vorspannung wird nach einem Koppelkondensator so wie sonst halt auch auf die Steuergitter gegeben.

Ich werde es allersdings noch in Ruhe analysieren ;)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: WiderGates am 12.05.2011 10:36
Und genau da sehe ich das Problem: Es sind mehr als 300V zwischen Anode und Kathode: Ub=500V, nach der Drossel und dem ersten RC-Glied noch gut 400V und die Kathode liegt durch den auf -160V tiefergelegten Kathodenwiderstand auf knapp -40V, macht summasummarum Ua-Uk=440V .

Hallo Hias,
kann das nicht einfach ein (Denk-)Rechenfehler sein?
Ub auf Masse = 500V
Ua auf Masse = 400V
Ua auf negative = 400V + -160V = 240V
Uk auf negative = 40V
Ua auf Uk = 240V + 40V = 280V?


Jetzt wären mal die Theoretiker dran. Wo ist nur der Maritime Kapitän?
Und schon fehlt er ganz furchtbar.



Weitergrübeln
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 12.05.2011 10:54
Ua auf negative = 400V + -160V = 240V
Uk auf negative = 40V
Ua auf Uk = 240V + 40V = 280V?
Das ist Dein Denkfehler ;)

von Kathode (liegt auf 400V) bis zur Kathode (liegt auf -40V) sind es 400V-(-40V)=440V (in diesem Beispiel)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 12.05.2011 11:10
Ich habe die Anoden-Spannung für die CF mit 47k und 22µ auf knapp 250V runtergeholt. Damit bleibt die Differenz zwischen Anode und Kathode <300V. Funkionieren tut's in LTSpice sehr gut. Am 8Ohm-Ausgang liegen bei Vollaussteuerung kurz vor dem Clippen 32Vrms an, das sind 128W. So werde ich es bauen. Das Packel vom Dirk sollte auch heute kommen, dann wird erstmal gebohrt und geschraubt.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 12.05.2011 13:33
Das Packel ist da!
Und so soll er aussehen, der Donnerbolzen:

Es könnte sein, dass es etwas eng wird in dem Chassis, aber zwei Reihen mit je 9 Potis und acht (oder doch gar neun?) Vorstufenröhren müssen irgendwie verdrahtet werden  ;D
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 15.05.2011 15:41
Ich tüftele gerade am Netzteil. Dabei ergibt sich folgendes kleines Problemchen:

Der Kathodenfolger in der Endstufe braucht -160 bis -180V bei ca. 8mA. Die 60V-Wicklung des SLO100-Trafos (tt-363) gibt das strommäßig aber nicht her. Ich habe noch diverse kleine Talema-Ringkerntrafos rumliegen mit je 2x 9V, 12V und 15V und zwei separaten 115V-Primärwicklungen und 7VA. Damit könnte ich so eine Back-to-Back-Geschichte aufbauen, vor allem weil ich für die paar OP-Amps sowieso eine Spannungsversorgung brauche. Allerdings gefällt mir das nicht so besonders.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Ich könnte einen 2x12V-Trafo nehmen und die beiden 115V-Primärwicklungen parallel an 230V anschließen, dann hätte ich sekundär bei reihegeschalteten Wicklungen 48V~, damit ließen sich mittels Spannungsvervierfachungsschaltung knapp 200V erzeugen. Würde mir der Trafo um die Ohren fliegen, wenn ich die 115V-Wicklungen an 230V betreibe? Leistungsmäßig dürfte es kein Problem geben, da ich nur ca. 40mA aus den Sekundärwicklungen ziehe.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Bierschinken am 15.05.2011 15:54
Hi,

woher weisst du dass der Trafo den Strom nicht liefern kann?

Grüße,
Swen
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: SvR am 15.05.2011 16:01
Salü,
Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Ich könnte einen 2x12V-Trafo nehmen und die beiden 115V-Primärwicklungen parallel an 230V anschließen, dann hätte ich sekundär bei reihegeschalteten Wicklungen 48V~, damit ließen sich mittels Spannungsvervierfachungsschaltung knapp 200V erzeugen.
Ich denke, die 115V-Wicklung wird keine 230V mit machen. Und bei der Spannungsvervierfachung kannst du auch nicht allzu viel Strom ziehen bzw. die Spannung bricht schon bei kleiner Belastung stark ein (je nach größe der Kondensatoren.
mfg sven
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 15.05.2011 16:18
@Swen:
Die 60V-Wicklung des tt-363 ist mit 10mA angegeben. Auch hier müsste ich die Spannung verdrei- oder vervierfachen. Der CF und die Erzeugung der Gittervorspannung ziehen zusammen ca. 8mA. Wenn die Spannung in eine Richtung vervielfacht wird, verhält es sich mit den Strömen andersrum.

@Sven:
Ich (bzw. der Kathodenfolger) brauche ja nicht viel Strom. Laut Simulation sollte es funktionieren (da habe ich eine Stromsenke mit 8mA eingebaut)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: SvR am 16.05.2011 16:47
Salü,
@Sven:
Ich (bzw. der Kathodenfolger) brauche ja nicht viel Strom. Laut Simulation sollte es funktionieren (da habe ich eine Stromsenke mit 8mA eingebaut)
Bleibt dann auch immer noch das Problem dass du zwei 115V-Wicklung parallel an 230V hängen willst (oder hab ich das falsch verstanden?). Das werden die wohl kaum mit machen.
mfg sven
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 16.05.2011 16:49
Naja, im Normalfall hängen die beiden Wicklungen ja auch an 230V, nur halt in Reihe geschaltet.

Ich probier's einfach mal aus. Die Trafos sind längst bezahlt und abgeschrieben, wenn's da einen zerlegt isses auch schon wurscht ;)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 17.05.2011 15:38
Ich layoute gerade die Netzteilplatinen. Auch wenn ich sie später auf selbstgebohrten und genieteten FR4-Platten mit der Handverdrahte, tue ich mich so leichter mit der Bauteilplatzierung. Ich benutze dazu Target, in dem ich auch den Schaltplan zeichne.

Nun mache ich mir in diesem Zusammenhang schon mal Gedanken zum Massekonzept. Dabei bin ich über folgendes gestolpert: Im Baubericht zum Mustang schreibt Marc Müller, dass er ein modifiziertes Busmasse-Konzept vergleichbar dem des ValveWizards Merlin anwendet. Merlins Artikel (und Buch) kenne ich natürlich. Die Sache mit den lokalen Masse-Sternen, die dann zusammengefasst werden ist auch einleuchtend und genau so werde ich es auch machen. Nun schreibt Marc weiter, dass er das Chassis als Massebus verwendet, auf den die einzelenen lokalen Massesterne aufgeschaltet werden. Auf den Fotos ist erkennbar, dass an jeder Vorstufenröhre je zwei Lötösen an der Sockel-Befestigungsschraube aufgeschraubt sind, an die die Masseleitungen angeschlossen sind.

Diese Vorgehensweise steht mMn. aber im Widerspruch zu den mir geläufigen Methoden, bei dem die Masse nur an einem Puinkt mit dem Chassis verbunden werden sollte. Ich würde bei Marcs Methode unkontrollierbare Masseschleifen innerhalb der großen Massefläche vermuten. Dass Marcs Konzept ganz offensichtlich trotzdem gut funktioniert will ich nicht bestreiten. Ich würde gerne auch so vorgehen, traue mich aber nicht (ich würde ungern einen fertig aufgebauten Ämp wieder auseinanderreißen).

Habe ich irgendwo einen Denkfehler?

Die Alternative wäre halt, jeden einzelen lokalen Massepunkte der Vorstufe (ca. 5-8 Stück oder auch 12, je nach Zählweise) am Massepunkt der Endstufe (Draht durch die vier Kathoden) aufzulegen und dort auch die Massen der einzelenen Netzteile zusammenzuführen (HT, Bias, 12V und +/-15V sowie die Heizungssymmetrierung bzw. -hochlegung). Da kämen halt eine ganze Menge an Drähten zusammen  ::) Wo ist im Mustang der zentrale Massepunkt? Die Verbindung mit dem Chassis würde ich dann an der ersten Stufe machen und die Eingangsbuchse isoliert montieren (ich verwende normalerweise aktive Instrumente ohne Saitenerdung, da brauche ich diese Art der Lebensversicherung nicht ;) )
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 17.05.2011 21:33
Hallo Matthias,

ich empfehle auf jeden Fall, pro Röhre einen Massepunkt zu nehmen und diese an einem zentralen Massepunkt zusammenzuführen. Du kannst die Endröhren zusammenführen, aber dann mit einem getrennten Kabel zum Sternpunkt. Von diesen Punkt gehts auf kurzem Weg zum ersten Filterkondensator.

Ich verwende für die Masseleitungen  üblicherweise 1,5mm Kupferdraht, dann ist das Thema etwaige ohmsche Verkopplungen ausgeschaltet bei den niedrigen Strömen, mit den wir hier zu tun haben.

Die Kondensatoren zur Filterung der Anodenspannungspannung der einzelnen Stufen erdest Du idealerweise an dem Massepunkt der jeweiligen Röhre.

Wo ist der Kontakt zum Gehäuse? Entweder an der Eingangsbuchse oder wo du willst, dann aber mit isolierte Eingangsbuchse, wie Du schon geschrieben hast.

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 22.05.2011 17:07
Zum Thema 115V-Wicklungen parallel an 230V anschließen:
Ich probier's einfach mal aus.
Hab ich getan: Es geht nicht. Der Trafo wird heiß; wahrscheinlich gerät der Kern in die Sättigung.
Außerdem hatte ich einen Denk-/Rechen-/Simulationsfehler drin.
Ein leicht überdimensionierter (7VA) 30V-Trafo (mit 220V-Primärwicklung) ganz normal an 230V angeschlossen reicht, um mit dem Spannungsvervierfacher knapp 180V zu erzeugen (unter 10mA Last). Mission erfüllt. Weiter geht's...
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 28.05.2011 17:02
Ich war fleißig diese Woche:

Chassis Typ 003 gebohrt, gesägt, gefeilt, entgratet, geflucht, Rückwand abgesägt, neue Rückwand gemacht, draufgeschraubt, geschliffen, geschraubt und montiert.

Jetzt muss ich nur noch alle Drähte zusammenlöten....  ;D
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 28.05.2011 17:03
noch zwei Fotos:
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 28.05.2011 18:43
Hallo Matthias

Respekt  :bier:

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: Ron55555 am 28.05.2011 19:42
ich bin zwar kein Bassist aber dass sieht schon sehr beeindrucken aus, echt cool so viele Kolben habe ich nicht ein mal in meinem Zweilanal Amp

Gruss Ronald
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 28.05.2011 23:59
...echt cool so viele Kolben habe ich nicht ein mal in meinem Zweilanal Amp
Es werden ja auch zwei Kanäle (oder Sound-Presets oder wie man das auch immer nennen mag ;) )

Ich hatte eigentlich nicht vor, einen Wettbewerb anzufangen wie "Wer hat am meisten Röhren in seinem Amp".

Aber allein der Phasendreher braucht schon mal drei Trioden und eine Pentode, der Mitten-EQ drei Trioden, für den Zerrkanal habe ich drei Trioden und eine Pentode vorgesehen, der Clean-Kanal samt Scoop und James-EQ nochmal 3 Trioden, das läppert sich halt (eine Doppeltriode habe ich mal als Reserve eingeplant; wer weiß, was mir noch so alles einfällt). Und da ich als Gesamtanzahl keine 13 haben wollte, kommt als V14 ganz vorne rechts eine EM84 als Aussteuerungsanzeige rein (die hatte ich grad rumliegen).

Grüße

Matthias
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 3.06.2011 13:02
Die Grundverdrahtung ist soweit fertig, auch wenn noch ein paar Kabelbinder und Befestigungssockel fehlen.

Bild 1:
Der Bereich unter dem Netztrafo. Die rote und gelbe Leitung sind die Anschlüsse für Mittelabgriff des AÜ und die Schirmgitter. Da hier knapp 500V drauf sein werden, habe ich zusätzlich in einen Silikonschlauch drübergezogen. Die verdrillten braunen Leitungen ist die AC-Heizung, die nichtverdrillten die DC-Heizung für V1 und die beiden in Reihe geschalteten EF86-Pentoden.

Bild 2:
Rechts die Lautsprecherausgänge, links der Triode/Pentode-Schalter, Die verdrillte rote, blaue und braune Leitung sind die Primär-Anschlüsse des AÜ, die aufgerollten Leitungen die UL-Anzapfungen, die ich vorerst nicht verwenden werde (später vielleicht mal).

Bild 3:
Netzfilter, HT-Sicherungen und Spannungswahlschalter des Netztrafos. Hier muss noch ein bissl Ordnung gemacht werden, aber erst wenn dort das Brettl mit den Trafos und Netzteilen für die Hilfsspannungen (-180V und +/-15V) eingepasst ist.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 3.06.2011 13:18
Noch ein paar Bilder:

Bild 4:
4-Stufen-Schalter für die Bias-Messung und daneben die Prüfbuchsen, darunter die 1Ohm-Messwiderstände zwischen den Kathoden und dem (blanken) Massedraht.

Bild 5:
Hinten der 2-polige Power-Schalter, vorne der "Glory"-Schalter mit dem 1kOhm Zementbrocken als Vorwiderstand vor dem Netztrafo. Dieser muss durch einen leistungsstärkeren ersetzt werden, da er beim ersten Probelauf mit der Endstufenheizung anfing zu riechen. Jedenfalls sind die 1kOhm schon mal ganz gut gewählt, da die Heizspannung auf ca. die Hälfte abfiel.
"Power" und "Glory" in Anlehnung an Ranes's legendärem PI 14 Pseudoacoustic Infector (http://www.rane.com/pi14.html) mit seinen
Zitat von: rane
Independent Power & Glory Switches
;)

Bild 6:
Zwei der vier Endröhren-Fassungen mit den Schirmgitterwiderständen. Durch die Bohrungen rund um die Fassungen wird ein temperaturgeregelter, langsam und leise laufender Papst-Lüfter Kühlluft pusten. Außerdem kommt hier noch eine Kette bernsteinfarbene LEDs hin, die beim Einschalten des "Glory"-Schalters die Endröhren von unten durch die Löcher illuminieren wird. Das könnte einigermaßen schick aussehen ;)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 4.06.2011 19:45
Hilfs- und Hauptnetzteil sind fertig.

Bild 1:
links der Spannungsvervierfacher mit -180V für die Kathodenfolger der Endstufe, rechts das +/-15V-Netzteil für die OP-Amps (Gyratoren im Mitten-EG und diverse Line-Outs wie Tuner, DI, PreÄmp-Out, Effect-Send..)

Bild 2:
Das Hauptnetzteil für die Anoden- und Schirmgitterspannung. Den weißen Kabelbinder finde ich nicht so schick. Hoffentlich klingt er gut ;)
Links vorne das 12,6V-Netzteil für die Gleichstromheizung, Lüfter und Relais. Darin regelt ein um eine Diode hochgelegter LT1086-12 die gleichgerichtete Spannung der 12V-Wicklung des TT-363.

Beim probeweisen Einbau in den bestimmungsgemäßen Ort stellte sich heraus, dass es verdammt eng wird in der Blechschachtel zwischen Netzfilter und Power-Schalter. Aber irgendwie wird es gehen (müssen).
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 4.06.2011 20:09
Hi Matthias,

sieht gut aus!

Zitat
Zwei der vier Endröhren-Fassungen mit den Schirmgitterwiderständen. Durch die Bohrungen rund um die Fassungen wird ein temperaturgeregelter, langsam und leise laufender Papst-Lüfter Kühlluft pusten.

Willst Du von unten pusten oder von oben ziehen (zur Rückseite)?
Mit letzterem hab ich im Bekanntenkreis ganz gute Erfahrung gemacht. Das Bodenblech war als Gitter ausgeführt.
Den Thermofühler würd ich am Netztrafo oder am OT anbringen.

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 4.06.2011 21:37
Servus Hans-Georg!

Ich habe es so geplant, dass auf das Chassis unten ein Bodenblech draufkommt, auf das der Lüfter dort mittig unter den Endröhren montiert wird und die Luft durch einen Ausschnitt im Boden des Vogelhäusels, dass auf dicken Gummifüßen steht, durch einen Filter ansaugt und in das Chassis reindrückt. So sollte sich die Kühlluft im Gehäuse verteilen und auch die diversen warmen Widerstände und Spannungsregler kühlen und die Elkos vor Erwärmung bewahren.

Außer den Löchern um die Endröhren gibt es noch eine Reihe Bohrungen vorne zwischen den Vorstufenröhren und ganz rechts am Ende hinter den Netzteilen, so dass ein Luftstrom quer durch das Gehäuse und auch durch die Netzteil-Elkos hindurch gegeben sein sollte.

Dadurch, dass die Summe der Querschnittsfläche der einzelnen Bohrungen geringer ist als die des Lüfters selbst, sollten sich die Volumenströme unabhängig von deren Position im Chassis einigermaßen gleichmäßig einstellen.

Luft ansaugen geht nicht, weil ich das Vogelhäusel oben offen machen will, mit sichtbahren Röhen, die nur durch Edelstahlrohre als Gitter geschützt sind.

Wirklich notwendig ist die Lüftergeschichte wahrscheinlich nicht, wie viele tausend funktionierende Ämps mit 4xEL34 beweisen, aber ich hab den Lüfter im Regal liegen, das Netzteil gibt es her, und das bissl Platz ist gerade noch in der Blechschachtel. Die Betriebssicherheit und die Lebensdauer der Bauteile mögen dadurch evt. etwas verbessert werden.

Den Temperaturfühler wollte ich eigentlich an eines der Strapserl der Endröhren befestigen, so dass er direkt ans Glas gedrückt wird. Ich hab das so an meiner EL84-PP-Endstufe gemacht, die echt Class-A eingestellt ist (250V-Anodenspannung und 48mA Ruhestrom pro Röhre). Da geht in Spielpausen die Lüfterdrehzahl hoch und wird bei lautem Spiel wieder geringer. Quod erat demonstrandum ;)
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 19.06.2011 15:31
Die Endstufe läuft!

Und wie! Knapp 24V an 4Ohm (ohmsche Last) kurz vor dem Clipping, also 140W, und das runter bis fast 30Hz.

Wobei mir bei der Anoden- und vor allem der Schirmgitterspannung etwas Angst und Bange wird, die liegen nämlich ohne Last etwas über 500V. Ich habe die Sekundärwicklungen des TT-363 Ringkerns parallel geschaltet und mit Brücke gleichgerichtet (4x IXYS FRED DSEI12-12A), danach 330µF (4x330µF/400V) - (Anode) - 5H/65Ohm - 165µF (2x330µF/400V) (Schirmgitter).

Wie tolerant sind die TT-EL34 hier aus dem Shop gegenüber leicht erhöhter Schirmgitterspannung?

Ich muss an einem 450V-Siebelko im Phasendreher die Spannung von 445V noch etwas runterholen oder den Elko durch einen 500V-Typen ersetzen.

Die Gegenkopplung habe ich jetzt mal soweit angezogen, dass es gerade nicht schwingt, da muss ich also auch noch mal ran und die Bandbreite innerhalb der Schleife noch etwas begrenzen.

Ich habe den Ämp mal an die 4x Eminence Legend BP102 meiner 6x10"-Box angeschlossen und das Instrument direkt in den FX-Return angestöpselt: das rockt!
Ich kann zwar die Endstufe mit dem Instrumentenpegel bei weitem nicht voll aussteuern (trotz Aktivelektronik im Bass), aber der Grundsound ist schon mal ziemlich genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte (wer braucht schon einen aufwändigen Equalizer und den ganzen Kram ;) )

Und was mich am meisten wundert und freut: es brummt nicht, kein Bissl, nix!

Da ich die ganze Beschaltung des Phasendrehers auf einem extra-Brettl aufgebaut habe, kann ich nun, ohne die funktionierende Schaltung wieder auseinanderreißen zu müssen, an der Vorstufe weitertüfteln.

Viele Grüße

Matthias
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 19.06.2011 15:57
Hallo Matthias

schön, daß die Endstufe läuft! :bier:

zu den 500V:

1. bei der Anode brauchst Du die keine Sorgen machen, die sollten es aushalten.

2. zum Schirmgitter:
Versuch die Versorgung auf ca 400V runterzubringen, insbesondere um die Schirmgitterverlustleistung bei Vollaussteuerung zu reduzieren. Eine mögliche  Schaltung: Leistungstransistor mit Zenerdiodenbeschaltung als Längselement in der Versorgung der Schrimgitter, sodaß ungefähr 90V daran abfallen

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 19.06.2011 17:28
Servus Hans-Georg,

danke für den Tip!

Klar, die Anode hält bis 800V aus.

Du meinst so eine Art Längsregler? Oder geht auch sowas, was Swen letztens zum "Power-Scaling" verwenden wollte?
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,14572.msg141606.html#msg141606
Nur halt ohne Poti, sondern mit fest eingestelltem Spannungsteiler. Oder sollte der untere Widerstand durch Zener-Dioden ersetzt werden? Danach noch einen Elko oder direkt an die Schirmgitter?

Noch eine FFrage:
Ich habe einen Triode/Pentode-Schalter in die Endstufe eingebaut, habe mich aber aus eben dem Grunde der für desen Betrieb eigentlich zu hohen Anodenspannung noch nicht getraut, diesen zu benutzen. Was kann ich da machen? Für diesen Betriebszustand die Anodenspannung auch auf 425-400V runterholen?
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 19.06.2011 20:26
Hallo Matthias,

nach Datenblatt EL34 fließen 4*71 mA (~300mA)  bei 400V in PP Triodenschaltung, also mußt Du bis zu 30W verbraten. OK, geht im Prinzip.

Mit der angehängten Schaltungsskizze würde ich starten. Die beiden BY133 sind "Angstdioden", um den FET zu schützen, die 12V Z Diode, um das Gate zu schützen. Die 3 in Serie geschalteten Z Diode sind als Beispiel gedacht, fall Du eine 400 oder 420er hast, geht das natürlich auch.

Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 20.06.2011 12:33
Vielen Dank Hans-Georg!

Ich sehe grade, dass das Thema hier (http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,11994.0.html) schon mal ausführlich durchgekaut wurde.

Die erforderlichen Teile hab ich eben grade bestellt.

Mit der Positionierung des nicht gerade schwächlichen Kühlkörpers bin ich allerdings nicht zufrieden. Die Drossel ist immer im Weg. Die könnte ich bei Glättung der Schirmgitterspannung durch den Längsregler ja eigentlich weglassen?
Das wäre mir auch lieber so. Aufgrund der recht üppigen Elkos gibt es beim Einschalten einen heftigen Überschwinger (trotz Sanftanlauf durch einen Widerstand in Reihe zur Primärwicklung) bis über 800V (weiter geht mein Multimeter nicht  :angel: )

Dann hätte ich einen Ladeelko von knapp 500µF, von da weg im Pentodenbetrieb mit 520V zur Mittelanzapfung des AÜ und über den Längsregler mit 420V in die Schirmgitter. Im Triodenbetrieb wird der Ausgang des Längsregler an den AÜ angeschlossen und die Schirmgitter mit den Anoden verbunden. Dazu braucht's dann einen 3-poligen On-On.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 20.06.2011 18:14
Hallo Matthias

Zitat
Mit der Positionierung des nicht gerade schwächlichen Kühlkörpers bin ich allerdings nicht zufrieden. Die Drossel ist immer im Weg. Die könnte ich bei Glättung der Schirmgitterspannung durch den Längsregler ja eigentlich weglassen?

Da hast Du recht, durch den Längsregler mit Z Diode ist die Spannung gut gesiebt. Gleichzeitig sparst Du auch noch Gewicht.


Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 24.06.2011 18:23
Erledigt! Drossel raus, Längsregler rein. Funktioniert perfekt.

Die verwendete Schaltung entspricht im Prinzip der von Hans-Georg vorgeschlagenen. Als MOS-FET habe ich einen IRFP30 im TO247-Gehäuse an einem Kühlkörper mit 1,8K/W verwendet und Z-Dioden mit 3x130V+30V, dazu parallel 33µF/500V (der lag grad rum, die Spannung fährt dadurch langsam hoch). Ich habe den Regler einfach anstelle der Drossel zwischen die beiden Elko-Pakete des Netzteils eingelötet.

Die Schirmgitterspannung ist bei 425V, die Anodenspannung bei 535V (jeweils nur mit Ruhestrom der Endstufe als Last). Die maximale Ausgangsspannung der Endstufe kurz vor Clipping ist dadurch etwas geringer, aber für gut 130W reicht's immer noch. Im Phasendreher/Puffer sind die positiven Spannungen jetzt logischerweise etwas geringer, wodurch die Einstellwege der Bias-Potis nicht mehr ausreichen. Ich komme im Moment nur auf max. 19mA pro Röhre. Da werde ich einige Widerstände in der Siebkette bzw. den Vorwiderstand der Potis anpassen müssen.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 29.07.2011 17:57
Kurzer Zwischenstand:

Ich habe alle Schaltpläne, soweit die einzelnen Baugruppen funktionieren, nochmal auf den neuesten Stand gebracht und hier angehängt.

Die Endstufe läuft nun wirklich sauber, die Netzteilspannungen sind so wie sie sein sollen.

Als kleines Gimmik habe ich mit einer EM84 eine kleine Lichtorgel als VU-Meter eingebaut, macht Laune ;)

Das I/O-Board mit dem FX-Loop, DI-Out (und den sonstigen Ein- und Augängen, die es halt so braucht) habe ich noch nicht aufgebaut. Ich bin mir nämlich nicht ganz sicher, ob ich den Loop nicht doch mit Röhren realisiere, da mir möglicherweise im Zerrkanal eine Doppeltriode überbleibt.
Jedenfalls kommt ein zuschaltbarer und in Frequenz und Resonanzgüte einstellbarer Hochpassfilter rein, ebenfalls das Pan-Pot, das die Speisung des DI-Out und des Slave-Out zwischen Pre-Amp- und Endstufen-Signal regelt.

Nur der Pre-Amp bereitet mir noch buchstäblich schlaflose Nächte, aber das wird schon noch.......
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 29.07.2011 19:09
Hallo Matthias,

das liest sich doch recht ermutigend! Freut mich, daß alles wie geplant funktioniert.

Zur Vorstufe: nach meinen letzten Erfahrungen mit einer Endstufe alleine würde ich recht minimalistisch anfangen.
Du benutzt ja wahrscheinlich die aktive Klangregelung in Deinem Bass.
Zumindest ein Kompressor wäre überlegenswert.

Gruß

Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 29.07.2011 19:30
Servus Hans-Georg,

ich habe in meinen Bässen zwar selbstverständlich eine Aktiv-Elektronik, allerdings keine Klangregelung im landläufigen Sinn, sondern einen Tiefpassfilter mit einstellbarer Frequenz und Güte (so ähnlich wie in den Alembic-Bässen, allerdings mit einem SVF aufgebaut).

Der Pre-Amp des ThunderBolt soll eigentlich schon so werden, wie ich ihn weiter vorne im Fredd angekündigt habe, nämlich ähnlich dem eines Ampeg SVT, also passiver James-EQ (Bass-Treble) plus aktiver Mitten-EQ (Hi-Mid, Low-Mid). Diese Abteilung steht eigentlich schon fest, das Layout ist auch soweit fertig, dass ich bohren und nieten könnte. Aber mit dem zweiten Kanal bin ich noch am grübeln. Ich werde das Board wohl so bohren, dass ich ein bissl rumprobieren kann. Zur Verfügung habe ich die zweite Hälfte von V1, eine EF86 und zwei weitere Doppeltrioden (sofern ich die eine nicht für den Loop benutze).

Ein Kompressor wäre natürlich auch eine gute Idee. Kennst Du einen vernünftigen, funktionierenden Schaltungsvorschlag? Eventuell mit einem LDR?

Gruß

Matthias
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: bea am 29.07.2011 21:22
Wühl doch einfach mal in den (gar nicht so-)  Tiefen des Forums. Da werden m.W. ein paar Kompressoren diskutiert.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 29.07.2011 21:28
Hallo Matthias,

ich habe diesen Kompressor in meinem 120W Amp.
Er ist relativ einfach gestrickt. Praktisch ist, daß daß Du ihn fast an beliebiger Stelle einsetzen kannst. Bei dem 120er hab ich ihn nach der ersten Stufe platziert, noch vor den Gain Regler, näheres hier http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,13980.msg133414.html#msg133414 (http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,13980.msg133414.html#msg133414)

Zu meinem Minimalismus bei der Klangregelung:
ich hab mir vor 2 Wochen den Fender American JazzBass deluxe als 5 Saiter zugelegt, er hat im Aktivmodus high, mid und low Regler. Ich hab dann im Vergleich einen Verstärker mit und den anderen ohne Klangregelung im Verstärker getestet. Subjektiv war das Klangbild ohne Klangregelung etwas transparenter.
Ganz davon abgesehen bin von dem Bass echt begeistert, aber das ist ein anderes Thema... ;)

Vielleicht bau ich bei mir in die Vorstufen zukünftig einen Bypass Schalter für die Klangsektion ein, dann hab ich alle Wege offen.

Gruß Hans- Georg




 
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 30.07.2011 16:08
Ich habe nun etwas recherchiert und auch ge-Spiced ;)

Ich könnte also, wie von Hans-Georg vorgeschlagen, entweder einen LDR als Spannungsteiler nehmen, oder die Vorspannung des Steuergitters einer Triode verändern.

Nun drängt sich mir noch die Idee auf, die Schirmgitterspannung einer EF86 mit der (wie auch immer erzeugten) Steuerspannung zu verändern. Da die mir vorliegenden Spice-Modelle für diesen Anwendungsfall offensichtlich nicht wirklich ausgelegt sind und recht seltsame Ergebnisse liefern, hier meine Frage: Hat damit schon mal jemand experimentiert?

Für die Erzeugung de Steuerspannung habe ich einen schönen Ansatz gefunden:
Mit einer Kathodyn-Schaltung wird eine Vollweggleichrichter realisiert, so dass positive und negative Halbwelle in der Steuerspannung abgebildet werden (die Peaks können ja stark unterschiedlich sein und würden bei einer Einweggleichrichtung nicht unbedingt berücksichtigt). Im Trace-Elliot V8 ist sowas eingebaut und wurde wohl vom Altec 436c abgekupfert.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: silverface am 30.07.2011 17:06
Hallo Matthias,

die EF86 ist für diese Zwecke angeblich nicht geeignet, weil sich eine ungeeignete Regelkennlinie ergibt. In der HF-Technik hat man dafür spezielle Regelpentoden mit einem besonders gewickelten Schirmgitter verwendet (z.B. EF85, EF89). Ob sich damit verzerrungsfreie NF-Schaltungen realisieren lassen, müsste man probieren.

Gruß, Gernot
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 30.07.2011 17:11
Servus Gernot,

danke für den Hinweis, ich werde weiterforschen.

Ich wurde nur aufgrund des Schaltungsvorschlages von Svetlana auf diese Sache aufmerksam (zweite Zeichnung auf der ersten Seite).
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: silverface am 30.07.2011 17:29
Muss zugeben, mein Wissen in dieser Sache stammt aus dem Netz, deswegen schrieb ich "angeblich". Hab mich vor einiger Zeit mit dem Thema Röhrenkompressor auseinander gesetzt, aber bisher war mir die Realisierung zu aufwendig. Weil wenn schon, dann sollte die Kompression entweder mit wenigen Bedienelementen musikgerecht beeinflusst werden können, oder es sind alle Parameter einzeln einzustellen. Um so was zu entwickeln, braucht es meistens viel mehr Zeit, als eine Applikation nur nachzubauen.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 30.07.2011 17:46
Hallo Gernot,

einfach irgendwelche Schaltungen nachzubauen ist nun wirklich nicht mein Ding. Ich schaue umher, was es schon so alles gibt und adaptiere das an meine Bedürfnisse (wie man an der Endstufe des Thunderbolt denke ich erkennen kann ;) ).

Ich habe auch größten Respekt vor den Ingenieuren von damals, die ohne den uns heute zur Verfügung stehenden Mitteln nur mit Rechenschieber und scharf gespitztem Bleistift tolle Schaltungen entwickelt haben.
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: cca88 am 31.07.2011 09:27
Hallo Matthias,

ich habe diesen Kompressor in meinem 120W Amp.
Er ist relativ einfach gestrickt. Praktisch ist, daß daß Du ihn fast an beliebiger Stelle einsetzen kannst. Bei dem 120er hab ich ihn nach der ersten Stufe platziert, noch vor den Gain Regler, näheres hier http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,13980.msg133414.html#msg133414 (http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,13980.msg133414.html#msg133414)

Zu meinem Minimalismus bei der Klangregelung:
ich hab mir vor 2 Wochen den Fender American JazzBass deluxe als 5 Saiter zugelegt, er hat im Aktivmodus high, mid und low Regler. Ich hab dann im Vergleich einen Verstärker mit und den anderen ohne Klangregelung im Verstärker getestet. Subjektiv war das Klangbild ohne Klangregelung etwas transparenter.
Ganz davon abgesehen bin von dem Bass echt begeistert, aber das ist ein anderes Thema... ;)

Vielleicht bau ich bei mir in die Vorstufen zukünftig einen Bypass Schalter für die Klangsektion ein, dann hab ich alle Wege offen.

Gruß Hans- Georg




 


Hallo Hans-Georg,
mal ne blöde Frage: Hast Du da keine Beeinflussung zwischen dem EIngang der Sidechain und dem Ausgang, oder ist da noch ein Widerstand zwischen dem "In" und dem "out"?

Wenn der LDR runterzieht müßte eigentlich das Eingangssignal des Steuerkreises mit runtergehen - oder ist das sogar Absicht?

Grüße

Jochen


Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 31.07.2011 11:31
Hallo Jochen,

ja, es ist Absicht und Teil des Regelvorgangs:
der LDR wirkt als regelbarer Widerstand auf eine hochohmige Quelle. Der Eingang "hochohmige Quelle" ist gedacht für Schaltungsstellen, die vor dem Einbaupunkt schon einen Serienwiderstand >100K haben. Es wird nur der eine oder der andere Eingang verwendet. Wenn Du bereits einen derartigen hochohmigen Punkt in der Schaltung ist, braucht du die Schaltung nur parallel hängen, was für Testzwecke sehr angenehm ist.

Der Regelkreis vereinfacht funktioniert wie folgt:
Schauen wir uns nur den niederohmigen Eingang an. Der serielle 470K und der LDR bilden hier einen Spannungsteiler. Wenn der LDR nicht beleuchtet wird, wird das Signal nicht bedämpft.
Das Steuersignal für den Regelkreis ist über Poti einstellbar, wird dann verstärkt über FET, anschließend gleichgerichtet und dem BC 547 als Steuerspannung zur Verfügung gestellt. Bei ausreichender Größe wird der BC547 leitend, die LED im VTL beginnt zu leuchten und der LDR wird niederohmiger. Das führt dazu, daß das hochohmige Eingangssignal kleiner wird und damit die Steuerspannung kleiner wird, das ist der Regelkreis.
Im Prinzip funktioniert es auch ohne den Vorwiderstand und direkt mit einer niederohmigeren Quelle, nur ist dann das Regelverhalten anders, da die Widerstandsänderung des LDR's erst später zum Tragen kommt.
Die 1,5uF und der 470K an der Basis des BC547 bestimmen die Ausklingzeit. Die Attack time ist sehr kurz, es ist die Ladezeit das 1,5uF Kondensators über die Dioden.

Der Vorteil dieser Schaltung ist, daß sie relativ unabhängig von der Signalgröße ist, da die Schaltung im Signalweg komplett passiv ist. Sie läßt sich z.B. direkt bei einem FX out/in verwenden, ohne daß das Signal - bis auf den seriellen 470K - beinflußt wird.


Gruß Hans- Georg
Titel: Re:mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: cca88 am 31.07.2011 16:09
Hallo Jochen,

ja, es ist Absicht und Teil des Regelvorgangs:
der LDR wirkt als regelbarer Widerstand auf eine hochohmige Quelle. Der Eingang "hochohmige Quelle" ist gedacht für Schaltungsstellen, die vor dem Einbaupunkt schon einen Serienwiderstand >100K haben. Es wird nur der eine oder der andere Eingang verwendet. Wenn Du bereits einen derartigen hochohmigen Punkt in der Schaltung ist, braucht du die Schaltung nur parallel hängen, was für Testzwecke sehr angenehm ist.

Der Regelkreis vereinfacht funktioniert wie folgt:
Schauen wir uns nur den niederohmigen Eingang an. Der serielle 470K und der LDR bilden hier einen Spannungsteiler. Wenn der LDR nicht beleuchtet wird, wird das Signal nicht bedämpft.
Das Steuersignal für den Regelkreis ist über Poti einstellbar, wird dann verstärkt über FET, anschließend gleichgerichtet und dem BC 547 als Steuerspannung zur Verfügung gestellt. Bei ausreichender Größe wird der BC547 leitend, die LED im VTL beginnt zu leuchten und der LDR wird niederohmiger. Das führt dazu, daß das hochohmige Eingangssignal kleiner wird und damit die Steuerspannung kleiner wird, das ist der Regelkreis.
Im Prinzip funktioniert es auch ohne den Vorwiderstand und direkt mit einer niederohmigeren Quelle, nur ist dann das Regelverhalten anders, da die Widerstandsänderung des LDR's erst später zum Tragen kommt.
Die 1,5uF und der 470K an der Basis des BC547 bestimmen die Ausklingzeit. Die Attack time ist sehr kurz, es ist die Ladezeit das 1,5uF Kondensators über die Dioden.

Der Vorteil dieser Schaltung ist, daß sie relativ unabhängig von der Signalgröße ist, da die Schaltung im Signalweg komplett passiv ist. Sie läßt sich z.B. direkt bei einem FX out/in verwenden, ohne daß das Signal - bis auf den seriellen 470K - beinflußt wird.


Gruß Hans- Georg

Hallo Hans-Georg,

danke für die ANtwort. Simpel aber trickreich. Opto haben schon was. Ich bin seit Jahren von den Teletronics-Teilen infiziert...

GRüße

Jochen
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 31.07.2011 18:59
Hallo Hans-Georg,

danke für Deine Auführungen!

Ich habe nun noch etwas weiter recherchiert, gezeichnet und gespiced.

Und so könnte der Kompressor aussehen:

Mit der Kathodyn-Schaltung um V4b ist ein Vollweggleichrichter aufgebaut. Mit P6 wird auf die Dioden eine Vorspannung von 0-25V gegeben, mit der der Threshold eingestellt wird. Erst wenn diese Gleichspannung von den negativen Halbwellen der Ausgangsspannungen der Kathodyn-Stufe überschritten wird, schalten die Dioden durch.
Der PNP-Transistor (anstelle des NPN wie in Hans-Georgs Schaltung) und die negative Spannung für die LEDs ist erforderlich, weil ich sonst eine negative Vorspannung auf die Dioden geben müsste (die ich in dieser Höhe im Gerät nicht habe, -15V habe ich allerdings für die OP-Amps)
R42, R44 und C25 bestimmen Attack und Release (könnte ich auch noch schalt- oder regelbar machen; mal schaun, ob's erforderlich wird).

Der Rest ist wie bei Hans-Georgs Vorschlag.

An welcher Stelle des Signalflusses ich das Ding einschleife, muss ich auch noch austüfteln.
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: _peter am 31.07.2011 20:24
Hallo Jochen,

ich habe von Kompressoren zwar keine Ahnung, aber mir gefällt die Schaltung auf den ersten Blick gut.
Wie hast du C25 berechnet?

Gruß, Peter
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 1.08.2011 08:30
Moing Peter,

Wie hast du C25 berechnet?

Gar nicht ;) Daumen mal Pi. Mit R44*C25 ergibt sich eine Zeitkonstante von 22ms, das wäre dann die Release-Zeit des Kompressors. Ob das so bleibt, wird sich beim Hörtest herausstellen.
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: _peter am 1.08.2011 11:56
Bin gespannt.  :)
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 1.08.2011 19:33
Hallo Matthias,

sieht doch gut aus!

Zitat
Mit R44*C25 ergibt sich eine Zeitkonstante von 22ms, das wäre dann die Release-Zeit des Kompressors


im durchgeschalteten Zustand liegt R37 über die Diodenstrecke von T1  parallel zu R44, die Zeitkonstante wird ein wenig kürzer sein. Aber Du hast schon Recht: ausprobieren und anpassen.

Noch ein Hinweis:
Wenn Du Störungen auf dem Signal hast (durch die Diodenankopplung), kannst Du R42 testweise erhöhen (siehe T.E. ;)).

Gruß Hans- Georg
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: _peter am 4.08.2011 18:22
Hallo Matthias,

ich habe nochmal ne Frage zu dem Kathodenfolger mit der ECC82.
Wozu dienen die großen Gridstopper von 150k? (Im SVT sind die ja
auch... ) Kann man die nicht einfach kleiner machen oder weglassen?

Gruß, Peter
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 4.08.2011 18:46
Servus Peter,

ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diesen Schaltungsteil 1:1 von Ampeg abgekupfert habe, ohne groß darüber nachzudenken.  :angel:

Nun habe ich etwas ge-Spiced, und komme zu dem Ergebnis, das durch diese Gridstopper die Bandbreite innerhalb der Gegenkopplungsschleife begrenzen, damit's nicht so schnell schwingt. Der Resonanz-Peak durch den AÜ wird bei großen Gridstoppern und angezogener Gegenkopplung kleiner.

Zuerst dachte ich, die sollen den Gitterstrom begrenzen, damit die Kathodynschaltung davor nicht ungleichmäßig belastet wird. Aber da fließt kein nennenswerter Strom, auch bei heftiger Übersteuerung nicht.

Grüße

Matthias
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: _peter am 4.08.2011 19:31
Stimmt, beim SVT liegt ja auch viel Zeugs in der Feedback-Schleife - verhältnismäßig viele Kapazitäten.
Da dreht sich unter Umständen schnell was zur Mitkopplung.

Ich versuche gerade diese Stufe im Allgemeinen zu verstehen. Ich habe mal versucht, den Arbeitspunkt
grafisch nachzuvollziehen. Irgendwie sieht das aber merkwürdig aus - habe ich das richtig gemacht?

Annahme ist eine ECC82 mit 250V an den Anoden und -130V unter dem 47k Kathodenwiderstand.
An der Kathode sollen etwa -60V liegen, um die Endröhren korrekt zu biasen. Daher müssen über den 47k
70V abfallen, was einem Strom von ~1,5mA entspricht.

Der Punkt ist im Bild unten eingezeichnet. Die zweite Skala oben beschreibt à la Valve Wizard die
Kathodenspannung.

Frage:
1) Versteht ihr das genauso, bzw. ist das richtig gemacht?
2) Der Punkt liegt ja ziemlich weit rechts und es wird viel Aussteuerungsbereich verschenkt.
    Ist das egal, weil die entsprechende Endstufenröhre sowieso schon zu macht, wenn das
    Signal am Kathodenfolger in den cut off geht?

Gruß, Peter

PS: Ich hoffe, ich störe den Thread damit nicht aber da Matthias die gleiche Schaltung im ThunderBolt
verwendest ist es ja nicht ganz off topic.
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 5.08.2011 09:33
Hallo Peter,

die Spannungen stimmen nicht ganz. Bei meinem Amp sind es knapp 200V an den Anoden der ECC82, -48V am Gitter, -167V unter dem Kathodenwiderstand (gesamt 367V), das ergibt -37V an der Kathode (=Gittervorspannung für EL34 mit 35mA Ruhestrom). Spannungsabfall am Kathodenwiderstand 130V, ergibt 2,77mA. Gitterspannung relativ zur Kathode -11V.

Wenn ich mit diesen Daten eine Lastgerade zeichne, liegt der Arbeitspunkt einigermaßen in der Mitte.
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: _peter am 5.08.2011 11:20
Hallo Matthias,

ok, ich hatte jetzt nicht genau deinen Amp als Vorlage, sondern eine ähnliche Umgebung.

Mit deinen Werten habe ich nach gleicher Methode eine Grafik erstellt. Siehe unten.
Das sieht eigentlich ganz gut aus. Wenn jemand meint, das wäre falsch, bitte melden.

Btw: Beim Hiwatt 400 sind es sogar nur -130V. Dafür hängt der KF aber mit der Anode sogar
an fast 400V! Das ganze mit einer ECC83, die über einen 470k vom PI direkt gekoppelt wird.

Gruß, Peter
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 26.08.2011 17:13
Kurzer Zwischenbericht:

Das Pre-Ämp-Board ist fertig und drin. Es brummt immer noch nix und rauschen tut's nur ganz wenig. Und ich habe bisher nur den Clean-Kanal getestet ohne den Kompressor, weil die Schalterei noch nicht angeschlossen ist. Die beiden Mittenbänder mit den Gyratoren sind auch noch nicht aufgebaut.

Beim Einschalten hat auch nix geraucht oder gebrizzelt. Lediglich zwei Pins an Rel5 waren vertauscht und der Treble-Boost-Schalter hatte gleich den ganzen Kathodenwiderstand von V5b überbrückt. Sowas passiert halt, wenn so viele Drähte an so viele Anschlüsse gelötet werden wollen ;) .

Aber ich konnte es nicht mehr derwarten und habe die Lautsprecher und die Bässe angestöpselt: Das klingt ja sowas von geiel!!! Wer braucht schon einen aktiven zweibandigen Mitten-EQ, Kompressor und Zerrkanal und einen Fußleiste mit fünf Tastern?? Alles quatsch!
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: es345 (†) am 26.08.2011 18:21
Gratuliere zum Probelauf !   :bier:

Gruß Hans- Georg
Titel: Re: mein neuer Bass-Amp "ThunderBolt"
Beitrag von: 12stringbassman am 27.08.2011 08:27
Hier noch den Schaltplan des Pre-Ämps: