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Technik => Tech-Talk Gitarre und Bass => Thema gestartet von: Stone am 18.06.2011 17:07

Titel: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 18.06.2011 17:07
Hallo

Heute ist, nach gut 10 Monaten "Bauzeit" eine Gitarre - für mich - der besonderen Art ihrer Fertigstellung sehr nahe gekommen; nahe deshalb, weil fast bei jedem Bauschritt dieser Gitarre etwas schiefging.

Der Beginn des Zusammenbaus liegt im Juli 2010 und begann mit einem Korpus, den ich schon vor etlichen Jahren für unter 20 Euro auf ---- ersteigerte. Die Gitarre sollte die erste Hammerschlaglackierung bekommen, an welcher ich auch einige Male danach noch kläglich scheitern sollte.

Nun gut. Fotos gibt es kaum, eben nur vom "fertigen" Objekt, daher ein wenig Text, soweit meine Erinnerung noch funktioniert.

Es fing an mit der Lackierung des Bodies mit Hammerschlag einer bekannten Marke, die man sehr häufig findet und wurde mit dem Pinsel aufgetragen, u.a. weil der Hammerschlag eh noch verläuft und die Struktur sich nach einigen Tagen bildet.

(Lackierung)

Durchgang 1 ...
Die erste Lackierung war top - als ich einige Tage später den Korpus anhob, um einen genauen Blick draufzuwerfen, traute ich meinen Augen kaum: wer hatte die Fingerabdrücke hinterlassen? Nun, Lack runter (mit Spachtel und Schleifpapier) und auf ein Neues.

Durchgang 2 ...
Die zweite Lackierung wurde noch im Auftrag von einem unserer beiden Hunde "Clapton" ad absurdum geführt: als Rasse ein Mischling aus Border und Berner, sind diese in der Lage schon im Vorbeigehen Hundehaare zu verlieren, die sich zuweilen dann in Höhen wiederfinden, die deutlich oberhalb der Schulterhöhe liegt. Nun, sei es drum, Lack runter ...

Durchgang 3 ...
Lackierung ok, aber, angesichts des Stresses zuvor (der danach kommen sollte, war deutlich größer, aber ...), draufgelassen. Nach gut zwei Wochen dachte ich, einmal einen Blick draufwerfen zu müssen - schlecht. Das Produkt hat offensichtlich eine Trocknungszeit von weit oberhalb zwei Wochen - dachte ich. Also, Lack runter ...

Durchgang 4 ...
Die Qualität hinsichtlich des Aussehens rückte bei diesem Durchgang schon in den Hintergrund. Die Struktur, welche sich gebildet hatte, war annehmbar, wenngleich auch nicht mehr so schön. Clapton verewigte noch ein Haar am Body - hätte ich so gelassen, wenn ich gewusst hätte, das wir ihn wenige Wochen später verlieren - und schwenzelte auch sonst gern in der Nähe des Bodies rum.
Der Versuch, die Struktur - und das Haar - mit Klarlack rund 4 Wochen nach der Lackierung zu verewigen, änderte mit einem Desaster ... also, Lack runter ...

Durchgang 5 ...
Gefrustet und angenervt, entschloss ich mich, meine Aufmerksamkeit den Stratbausätzen zu widmen und nutze den Body und seine Lackierung als Objekt des Tests und arbeitete mit Beize und Lacken auf ihm ... bis meine Lebensgefährtin der Meinung war, dass der Korpus so schlecht aussieht, dass es schon wieder genial ist. Also, "Lack" draufgelassen.

(Hals)

Die Entscheidung einen Jackson-style Hals zu verwenden, kam durch die Fräsungen und den Einsatz eines FR-Tremolo. Warum auch nicht? Also, einen Hals gesucht und geordert. So weit, so gut, nur, dass der Hals 24 Bünde aufwies ... der Body sich aber, egal, wie man nun Maß nahm, nur für 22 Bünde eignet. Aber, wir sind ja DIYer ...

Durchgang 1 ...
Um Passgenauigkeit zu erreichen, musste vom Halsfuß etwas abgenommen werden - kein Problem. Gesägt und ... naja ... anpassen geht nicht - erstmal den Lack aus der Halsfräsung; ich wusste doch, ich hatte was vergessen, was mit Klebeband und abkleben zu tun hat. Hals an die Seite gelegt und - klack - Überstand vom Griffbrett abgebrochen ... super.

Durchgang 2 ...
Nachdem die Halstasche ausgeschliefen war, konnte ich den Hals anpassen. Gemessen (Mensur) und hm ... ja, Glück gehabt. Bohrlöcher angezeichnet, gebohrt und ... super. Hals festgeschraubt, gemessen ... hm ... naja, wird knapp, aber wir können ja noch die Saitenreiter einstellen.

Durchgang 3 ...
Um das Tremolo und den Humbucker einzusetzen, entschloss ich mich, eine tiefe, eine hohe E-Saite zu spannen. Ging auch, nur, dass der Hals irgendwie winklig drinsaß - Hals runter, Bohrlöcher verschlossen, nochmal gemessen, angezeichnet, Hals drauf.

Durchgang 4 ...
Das Spannen der Saiten zeigte, der Hals sitzt gut, allerdings konnte zwischen Saiten und Body auch ein Fallschirmspringer springen - da war noch was ... also, an einer Strat mit Pickguard gemessen und - stimmt. Der Halsfuß muss flacher sein oder die Halstasche tiefer.

Durchgang 5 ...
Halsfüße mit Schleifpapier zu bearbeiten, um 2mm abzunehmen, ist eine Sauarbeit. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und maß gefühlte 423489573948573948645mal an anderen Hälsen, Halstaschen, Abständen zum Body usw. Zuletzt hatte ich das errechnete / gemessene Maß. Hals eingesetzt.
Schließlich kümmerte ich mich noch um das abgebrochene Stück Griffbrett, verkürzte auf 22 Bünde und leimte es an - klappte. Viel zu gut, was mir verdächtig erschien, warum auch nicht.

(FR-Trem)

Das FR Trem wollte ich haben, weil der ehemalige Besitzer eine wirklich schöne Fräsung mit freier Hand erzeugt hatte ... wahrscheinlich mit dem Dremel am Ende eines 2m-Besenstiels befestigt - das hätte selbst ich besser hinbekommen.

Durchgang 1 ...
Bolzenlöcher verschlossen und neu angezeichnet - vorher gemessen, rund 103484947843mal. Sehr gut. Oder nicht. Meine Standbohrmaschine läßt genau 5 mm Freiheit vermissen, damit ich die Bolzenlöcher bohren kann - hätte ich sie doch nur gelassen. Also gut, hilft nix - entweder zur Tischlerei oder Bohrständer mit Akkuschrauber.

Bis ich die Konstruktion fertig hatte, hatte ich auch wohl vergessen, welche Markierung den Mittelpunkt für die Bolzenlöcher darstellt, wie ich heute merken sollte.

Tremolo drauf und ... tja, da hätten wir die Fräsung wohl selber noch etwas vergrößern sollen ... Tremolo runter, Bolzen raus.

Durchgang 2 ...
Die Fräsung mit dem Dremel etwas vergrößert und mit etwas Fase versehen. Tremolo drauf und ... tja, das sollte eigentlich tiefer ... hm ... mal sehen, sitzt aber wenigstens.

Federn und Halteblech noch montiert, klasse.

(Elektrik)

Ich entschied mich erstmal für nur einen Humbucker am Steg und 'nen Poti, Buchsenblech für "Zargenmontage" geordert (LP-style), gleich noch 'ne Klinkenbuchse dazu (die schönen langen).

Durchgang 1 ...
Den Humbucker in die Öffnung gelegt und ... hm ... war da vorher keiner drin? Doch. Warum passt denn der nicht. Na gut, Dremel raus und Fräsung erweitert. Humbucker passt - super. So, Poti. Loch gebohrt und Poti nicht eingesetzt. Wo wohl das Volumenpoti vorher war?

Durchgang 2 ...
Also, die Fräsung im Elektrikfach auch noch vergrößern, damit der 16 mm Poti da auch hinpasst. Außerdem wollen wir ja auch noch die Drähte anlöten können. Fünf Minuten später ist alles klar, Potiachse durchgesteckt und Gitarre umgedreht ...

Durchgang 3 ...
... gesehen, dass die Potiachse auf einmal zu kurz ist. Mittlerweile zweifele ich an meinem Meßschieber, meinen Messfertigkeiten / -vermögen und einigen anderen Dingen. Also, Poti raus, Holzstärke gemessen und - ach ja, da hatten wir ja das alte Potiloch "geflickt". Dremel raus, vorsichtig gefräst und Poti wieder rein.

Die Position ist für mich denn dann auch perfekt geworden ... der Humbucker war dann zwar noch der Meinung, sich etwas zu versetzen, aber so langsam hatte ich dann auch die Nase voll - zwischen den einzelen Schritten lagen eh schon jeweils mehrere Tage und Wochen der Beruhigung.

Durchgang 4 ...
Klinkenbuchse und Buchsenblech waren schonmal der Meinung, unterschiedliche Durchmesser hinsichtlich der Bohrung aufzuweisen - was auch sonst (der Lieferant ist also hinsichtlich Zusammengehörigkeit der Teile auch nicht mehr das, was er mal war). Bohren? Nö, keinen Bock, erstmal schauen und richtig ... die lange Zargenbuchse passt gar nicht in die Fräsung ... auf Dremel habe ich aber keinen Bock mehr. So tief komme ich auch nicht. Switchcraft-Buchsen habe ich ja noch im Fundus ... oder nicht. 2003 waren auf jeden Fall noch welche in der Box, jetzt irgendwie nicht mehr.

Letztlich nahm ich die Buchse aus einem "Tretminen"-Bausatz und passte an (heute) ... passt. Strippen drangelötet, Humbucker an Poti, Strippen an Poti und Klinkenbuchse festgeschraubt ... ja, die Teile sind ja gebogen - aber nicht auf allen vier Seiten. Egal, das Material ist relativ weich und die Schrauben gequält.

(Saiten drauf)

Wer bis hierhin gelesen hat und glaubt, nun nimmt das Projekt noch einen guten Verlauf, irrt. Meine Freundin ist mittlerweile seit einigen Wochen der Meinung, was so schlecht in der Montage verläuft, muss dafür super klingen - ich nehm' 's vorweg: sie hat recht und wie.

Die Saiten sind drauf, ich stimme und bin recht zufrieden mit dem Grundsound, trocken, allerdings erscheint mir die Saitenlage ein wenig hoch - da war ja noch was mit der Höhe des Tremolo. Da ich aber die Bolzenlöcher nicht tief genug gebohrt habe, kann ich auch die Bolzen nicht weiter eintreiben, reinschrauben auch nicht. Also kürzen? Mal sehen. Erstmal spielen, dann Oktavreinheit einstellen.

Verstärkt höhrt sich das Ding wirklich super an.

Stimmgerät raus, Oktavreinheit kontrolliert und ... ui ui ui ... ganz schön schön. Die Oktave ist etwa einen Viertelton zu hoch. Ein Blick auf 's Tremolo verrät mir, dass ich da Probleme bekomme und ein zweiter Blick auf die Markierung am Body und Hals verrät mir, dass ich aus irgendeinem Grund zu weit hinten in der Halstasche sitze ...

(zuguterletzt)

Ein wenig gefrustet stelle ich ein, was möglich ist und liege etwa (jeweils) ein paar Hertz über dem Grundton und spiele erstmal 'ne Stunde. Sie klingt, wirklich, sie klingt, aber mir graut es schon vor der Neujustage des Hales - aber warum sollte ich auch fertig sein ... ?

Ich mache erstmal Bilder und schreibe 'nen Roman im TT Forum, dann geht es vielleicht auch wieder besser ...

Stone

EDIT: die Gitarre habe ich CL-1 genannt, weil sie dem kleinen Racker "Clapton" gewidmet ist, der die Klampfe offensichtlich lieb gewonnen hatte, uns dann aber so plötzlich verließ :(
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Nils H. am 18.06.2011 17:20
äääh.... hübsch... ;D

Nach dem ganzen Ärger hätte ich die ganze Scheiße wahrscheinlich entweder in einem Karton in den Keller gepfeffert oder den Mist weggeschmissen :devil:.

Daumen hoch fürs durchhalten ;D.

Gruß, Nils
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 18.06.2011 17:27
Hm ... neudeutsch "esch warne schällänsch" ;)

Ist.

Die Klinkenbuchse sitzt so eng in der Fräsung, dass der Klinkenstecker automatisch mit 'ner Kindersicherung versehen ist - weil die Lasche der Buchse nämlich ans Holz gedrückt wird und somit ein rausziehen des Steckers recht schwer ist.

Die Saitenlage werde ich nicht am Tremolo korrigieren können, also muss der Hals wieder unterlegt werden; obwohl ich noch eine Klampfe ohne Pickguard habe und dort die Halstasche vertiefen ließ, ist hier irgendwas schiefgegangen ...

Die Oktavreinheit könnte - aber dazu müsste ich in diesem Projekt Glück haben - mit der Verringerung der Saitenlage ggf noch so gerade eben passen ... aber wer glaubt 's?

Das Logo für die Kopfplatte kommt ja auch noch ...

Es ist eben ein Erinnerungsstück geworden.

Und leicht gemacht hat es uns der "kleine Racker" auch nicht immer ...

(http://stones-amp-inn.de/images/stories/clapton_mit_schleuder_1.jpg) (http://stones-amp-inn.de/images/stories/clapton02.jpg)


Gruß, Stone

Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Robinrockt am 18.06.2011 17:35
Hallo,

Clapton wusste das die Gitarre klingen wird \m/
Die schlimmsten Gitarren sind manchmal doch die besseren. Van Halen´s Frankenstein oder Matthias Jabs 64er Fender Strat, da haben beide
sicherlich furchtbar geflucht über die Teile aber geliebt haben sie die Gitarren trotzdem (die haben halt trotzdem gut geklungen).

Grüße,
Robin
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: michelchen am 18.06.2011 17:54
äääh.... hübsch... ;D

Nach dem ganzen Ärger hätte ich die ganze Scheiße wahrscheinlich entweder in einem Karton in den Keller gepfeffert oder den Mist weggeschmissen :devil:.

Daumen hoch fürs durchhalten ;D.

Gruß, Nils


Also da muss ich Nils recht geben und Daumen hoch fürs durchhalten. ;)
Manch einer hätte die Axt auf der Bühne zertrümmert, aber du bist dran geblieben und man sieht es immer wieder, durchhalten lohnt sich immer ;D
Es freut mich für dich ,dass trotz aller Stones  :devil: die im Weg lagen, eine gute Gitarre rausgekommen ist :guitar:

Gruß Markus
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: orange1969 am 19.06.2011 17:38
Wow, ich dachte immer nur bei mir geht was schief...

habe heute erst selbstgefertigte Querholzdübel in nicht mehr benötigte Löcher eines Halses gepresst. (leider noch nicht ganz das Ende der Arbeiten)

... und dann habe ich noch einen Korpus an dem mir der Graphitabschirmlack, den man bei Stewart-MacDonald kaufen kann, abgeblättert ist in den Humbuckerfräsungen (leider nur teilweise, so daß ich mühevoll schliefen muss...)
(Wenn's irgendjemand interessiert kann ich ja mal was zum Thema shielding generell schreiben - ich hab' sogar schon Alufolie ausprobiert  :devil: )

aber Hut ab - ich hab' die Infos gelesen und sage großes Danke:
Es tut gut, wenn einem Leidensgenossen bestätigen, daß zum Schluss immer eine gute Gitarre herauskommt.
und wenn man selbst wieder dran erinnert wird, daß man eigentlich beim nächsten Mal ja was berücksichtigen wollte:
- Tremolo passt nie
- manche Fräsarbeiten vielleicht dem Schreiner/Tischler überlassen
- Schleifen und Lackieren nur im Beisein speziell ausgebildeter haariger und gefiederter Zeitgenossen
- und exakt die gleichen Schrauben, die vorher in angerostetem Zustand in der Gitarre waren findet man erstmal nirgends...

Äh, ja Klinkenbuchse in zu enger Fräsung:
Ich habe 1997 mal bei einer Dommenget mit 'nem Forstnerbohrer die Klinkenbuchsenfräsung vergrössert:
- Bohrständer mit Schraubzingen an die Werkbank.
- Mein Vater am Hebel,
- und ich hochkonzentriert die Gitarre fest mit beiden Händen auf einen Holzstuhl mit Kissen gedrückt.
hat funktioniert. (Mein Vater hat die richtige Drehzahl eingestellt und mit dem richtigen Feeling gedrückt; das Mahagoni war gut getrocknet; da hat nix gerupft.)

Schönen Sonntag noch
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 20.06.2011 11:32
Wow, ich dachte immer nur bei mir geht was schief...

Das denkt irgendwie jeder ... wenn 's richtig schön daneben geht, fluche ich meist "Ja klar - jeder andere hätte das jetzt nur angekuckt und schon wär 's umgesetzt, unsereiner muß aber tausendmal feilen, sägen, bohren, löten ...".

Zitat
Es tut gut, wenn einem Leidensgenossen bestätigen, daß zum Schluss immer eine gute Gitarre herauskommt.

Na ja, immer? ;)

Zitat
- Tremolo passt nie

Immer - nur das Maßband, der Zollstock, die Schieblehre ist ungenau ;)

Zitat
- manche Fräsarbeiten vielleicht dem Schreiner/Tischler überlassen

Habe ich schon - meist mit dem Ergebnis "Äh, das hatte ich aber anders verstanden". ;)

Zitat
- Schleifen und Lackieren nur im Beisein speziell ausgebildeter haariger und gefiederter Zeitgenossen

Wie sonst kommen "crackle" Lackierungen zustande?

Zitat
- und exakt die gleichen Schrauben, die vorher in angerostetem Zustand in der Gitarre waren findet man erstmal nirgends...

Warum auch? Die Muster rollen dann ja auch von der Werkbank, dem Schreibtisch etc unter den vollgepackten Schrank ...

Mittlerweile habe ich rausgefunden, dass der Hals 2 mm zu tief in der Tasche sitzt - warum habe ich also zuvor 2 mm vom Halsfuß abgenommen? Manchmal halte ich das für groß angelegte Übungen, damit man das Schleifen etc nicht verlernt :(

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: darkbluemurder am 20.06.2011 11:43
Hallo Stone,

also mir gefällt das Ding - hat richtig Charakter.

Viele Grüße
Stephan
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: thom am 20.06.2011 12:53
Hallo Stone
Du wirst zu dieser Gitarre mit Sicherheit ein ganz besonderes Verhältnis haben, bzw. noch aufbauen.
Auf der anderen Seite hätte man eine solche heutzutage "unmoderne" Gitarre bestimmt auch preiswert
gebraucht schießen können.
Aber da kommts auch nicht immer drauf an.
Viel Spaß damit!
Thom
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 20.06.2011 13:20
Hallo

Vielen Dank erstmal für die Zusprüche und ja, mir gefällt die Gitarre mit ihrer verschrobenen Lackierung auch sehr gut. Ich versuche mal ein besseres Foto zu machen.

Du wirst zu dieser Gitarre mit Sicherheit ein ganz besonderes Verhältnis haben, bzw. noch aufbauen.

Habe ich schon - so oder so.

Zitat
Auf der anderen Seite hätte man eine solche heutzutage "unmoderne" Gitarre bestimmt auch preiswert
gebraucht schießen können.

Dachte ich mir auch ... aber auch da ist es, wie mit allem anderen: Du suchst heute eine Jackson mit gewinkelter Kopfplatte und der Markt ist leer ... oder die Preise im vierstelligen Bereich. Wenn Du dann mitten im Bau einer solchen Klampfe bist, gibt es für die Summe der Preise der Einzelteile plötzlich "tausende" auf ---- u.ä. ;)

Aktuell ist eine ähnliche Gitarre auf ---- für 259.- - die ist schon seit Monaten dort und sinkt immer weiter im Preis ... würde ich mir zulegen, wäre mir nicht vor einigen Tagen endlich mal ein AOR über den Weg gelaufen (dessen Verkäufer sich allerdings nur sehr schleppend zurückmeldet).

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Hans-Jörg am 22.06.2011 14:01
Hallo Stone,
also die sieht wirklich Sche... aus.
Aber wie deine Lebensgefährtin absolut richtig bemerkt hat: es ist ein Original und originell - somit daseinsberechtigt  ;D

Zum Werdegang: ich dachte schon, ich bin der Einzige, der eine derartige Bauweise hat (mit einem kleinen Unterschied - ich hatte alles in einer einzigen Woche verbrochen).

Keep on rockin

Hans-Jörg
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Lebkuchen am 22.06.2011 14:28
Hallo Stone,

... die klaut dir wenigstens keiner!  ;)

Trotzdem Hut ab fürs Durchhaltevermögen! Habe vor 2 Jahren eine Strat gebaut, Hals und Body Riegelahorn (Fa. Kollitz), nur geölt und gewachst. Die "rusikale" Optik hat mir gefallen. Der Sound trotz Ray Gerolds PUs taugt jedoch nur für Country oder Slide. Schön aber s*****e.

Grüsse, Gunter
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 19.07.2011 09:04
Update

Leider kann ich der Gitarre keine vernünftige Saitenlage entlocken, warum weiß der Teufel ... oder seine Schwester. Letztlich ist dies auch das größte Problem hinsichtlich der Oktavreinheit, denn bei gefühlten 12 Metern zwischen Saite und Griffbrett kann ich in der Länge einstellen, was ich will :(

Aktuell denke ich darüber nach, den Hals nochmals neu zu kaufen und ohne Verringerung des Halsfußes einzupassen. Die Halskrümmung kann ich zwar gut einstellen, aber die Gesamthöhe des Halses - schwer zu beschreiben - bekomme ich einfach nicht hin.

Das Projekt möchte ich dennoch nicht aufgeben, da die Gitarre, wenn man sie trotz der Unsauberkeiten spielt, einfach sehr gut klingt. Allein das Sustain ist extrem gut und alle Saiten klingen sauber und gleichmäßig aus.

:(

... to be continued ...

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Robinrockt am 19.07.2011 09:26
Hallo Stone,

du könntest doch den Halswinkel verändern. Damit würdest du auch die Saite "verlängern" und hättest bessere Möglichkeiten die Oktave einzustellen. Ausserdem bekommst du damit die Saiten flacher zum Hals/Griffbrett. Macht Jackson und Charvel doch eh so. Wenn du das nicht sowieso schon gemacht hast ???
http://www.rockinger.com/PublishedFiles/workshop/gfx/ws1510.gif (http://www.rockinger.com/PublishedFiles/workshop/gfx/ws1510.gif)

Grüße,
Robin
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 19.07.2011 09:54
Hallo Robin

Danke für den Hinweis.

Ich hatte den Hals "insgesamt" schon höher gesetzt, mit Winkel habe ich noch nicht gearbeitet, probiere ich aber mal ... es ist eben einfach wie verhext.

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: michelchen am 19.07.2011 15:12
Hi Stone ,

kannst du mal ein Bild einstellen, es könnte ja sein , dass das Tremolo zu hoch sitz. Wenn dies so ist , würde nur wie Robin schon sagte , ein Halswinkel abhilfe schaffen.Einfach ein Holzkeil einpassen und auf den passenden Winkel einstellen oder das Tremolo tiefer setzen, wenn dies möglich ist(Body dicke).
Hast du mal die Mensur überprüft? Wenn nicht, einfach vom Sattelauflagepunkt bis zum Tremoloauflagepunkt messen und das Maß mit der Mensur des Hals vergleichen.


Gruß Markus
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 19.07.2011 16:29
Hi

Die Mensur ist 648 mm ... da ich ein, zwei Millimeter zu weit "hinten" war, habe ich das schon korrigiert. Das Tremolo ist quasi bündig auf dem Korpus aufliegend, weniger geht da nicht (nur durch fräsen).

Ich schaue mal wg der Holzkeilmethode.

Danke & Gruß,

Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: 12stringbassman am 19.07.2011 16:48
Zum Ausprobieren tuit's auch ein oder mehrere ca. 10mm breite Furnier- oder Blech-Streifen am Halsende in die Halstasche gelegt.
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 19.07.2011 17:04
Hi

Ja, da wird sich was finden :) Abgesehen davon, habe ich für solche Zwecke auch schonmal Plektren eingelegt - bei "blauen" Tortex hat man dann genau 1,0mm ;) Ggf nachher noch.

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: cca88 am 19.07.2011 21:22
Hi

Ja, da wird sich was finden :) Abgesehen davon, habe ich für solche Zwecke auch schonmal Plektren eingelegt - bei "blauen" Tortex hat man dann genau 1,0mm ;) Ggf nachher noch.

Gruß, Stone

...in meinem Teleclone übernimmt diesen Job die Klinge von einem "Stanley-Teppichmesser"....

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft   ;)

Grüße

Jochen

Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: robdog.ch am 19.07.2011 23:35
Die Mensur ist 648 mm ... da ich ein, zwei Millimeter zu weit "hinten" war, habe ich das schon korrigiert. Das Tremolo ist quasi bündig auf dem Korpus aufliegend, weniger geht da nicht (nur durch fräsen).

Hi Stone

Du hast aber schon bedacht, dass Du je nach Saitenstärke/Beschaffenheit bis zu 4 oder 5mm Kompensation brauchst, sprich, das Tremolo bzw. die Reiter um diesen Wert nach hinten müssen!? Mit genau 648mm wirds garantiert nie Bundrein  ;)

Gruss
Röbi
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 20.07.2011 09:45
Hallo Röbi

Ja, ein wenig "Saitenlage" hatte ich schon eingerechnet (wobei ich die in diesem Fall von Saite zu Griffbrett und nicht zu Bund betrachte / messe). Allerdings habe ich locker 4 bis 5 mm zwischen Saite und Griffbrett - die müssen erstmal weg. Wenn ich allerdings z.B. eine 2 mm Platte unterlege, scheint es schon zuviel; alles sehr merkwürdig.

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: robdog.ch am 20.07.2011 14:00
Hi Stone

NIX Abstand Saite-Griffbrett -> Mensur + Kompensation!!! Du brauchst zwischen Sattel und Raitern/Steg MEHR als 648 mm um Bundreinheit zu erreichen!!!

Gruss
Röbi
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 20.07.2011 14:14
Hi

Wie berechnest Du dann die Kompensation oder aus was setzt sie sich zusammen, wenn nicht aus Abstand der Saite(n) zum Griffbrett ...

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: robdog.ch am 20.07.2011 14:54
Hi Stone

Die Kompensation "entsteht" bzw. wird nötig, weil die Saite schwingt...kurz und bündig gesagt  ;D :devil:

Wie schon gesagt hängt das von der Saitenstärke und der Beschaffenheit ab und liegt in der Regel so zwischen 2-5mm. Du brauchst sie gar nicht zu berechnen.

Ich gehe zum einstellen wie folgt vor:

1) Leere Saite x auf ihren Sollwert (Ton) stimmen (mit Stimmgerät).
2) Saite x im 12ten Bund (Oktave) greifen und Wert/Ton kontrollieren.
JETZT: ist der Ton im 12ten Bund zu hoch, muss die gesamte Saitenlänge vergrössert werden, also mehr Kompensation zugefügt werden, also Raiter nach hinten! Wenn der Ton zu niedrig ist entsprechend umgekehrt.
3) Schritte 1 & 2 wiederholen bist der Ton der leeren Saite und dessen Oktave im 12ten Bund absolut rein sind.
4) ...und das jetzt bei jeder Saite  :laugh:

Wenn Du nicht so geübt bist kann das ein bischen Zeit in Anspruch nehmen. Sauberes Arbeiten und Geduld werden sich aber auszahlen!

Hast Du Dich noch nie gewundert, weshalb bei einer Strat die Reiter so verschieden eingestellt sind oder weshalb bei einer LP die Bridge schräg montiert ist?

Falls nach dieser Prozedur einzelne Töne nicht stimmen, liegt das an nicht sauber positionierten oder eingepressten Bünden und kann nicht ohne weiteres behoben werden!

Merke:
- je stärker die Saite (bzw. deren Kern), desto mehr Kompensation ist nötig
- wird die Saitenstärke geändert muss auch die Bundreinheit neu eingestellt werden
- Kompensation hat NICHTS mit der Saitenlage auf dem Griffbrett zu tun!

Soviel auf die Schnelle... sonst einfach nochmal nachfragen ;D

Gruss
Röbi
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: 12stringbassman am 20.07.2011 14:55
Das kann man nicht genau berechnen, denn es hängt nicht nur von der Saitenlage (Abstand Saite zur OK Bundstäbchen), sondern auch von der Saitenstärke, dem Fabrikat und der Art oder dem Vorhandensein der Umwicklung ab.

Bei den üblichen E-Gitarren-Saiten sind bei tiefer E- und der blanken G-Saite 3-5mm zur Kompensation der Oktavreinheit notwendig, bei den dünneren Saiten Rest weniger.
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: jacob am 20.07.2011 15:13
Hi Röbi,

just for the record:

"Bundreinheit" und "Oktavreinheit" sind zwei Paar Schuhe  ;)
Beides wird allerdings häufig miteinander verwechselt (wie z.B. auch "Sockel" mit "Fassung"  ;D)

Gruß

Jacob
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: robdog.ch am 20.07.2011 16:06
Hi Jacob

Da hast Du bedingt recht. es sind zwar zwei Begriffe, aber wenn bei einem ordentlichen Griffbrett die Oktavreinheit stimmt ist auch die Bundreinheit ok!!  ;)
Ist die Oktavreinheit ok und die Bundreinheit nicht ist auch nichts zu machen. Diese zwei Begriffe hängen also gaaaanz unmittelbar zusammen!!

Gruss
Röbi
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: 12stringbassman am 20.07.2011 16:24
Servus Röbbi,

was ist aber, wenn Verfertiger des Griffbrettes beim Einsägen der Bundschlitze geschlampt hat? Dann mag möglicherweise die Oktave rein sein, der Rest aber  ::)

[/Off-Topic=OFF]
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: jacob am 20.07.2011 16:32
Hi Röbi,

jetzt red' Dich hier bloß nicht raus  ;)  :devil:

Woher willst Du denn wissen, ob bei diesem "ordentlichen Griffbrett", das Du anführst, vielleicht nur zufälligerweise der 12. Bund an der richtigen Stelle sitzt, alle anderen aber nicht? Du gehst wahrscheinlich einfach davon aus, dass das wohl so sein wird und hoffst darauf  :angel:

Mit dem 12.Bund an der exakten Stelle (und alle anderen Bünde deplatziert) kann man problemlos die Oktavreinheit einstellen  ;D
Woran man also sehen kann: die Oktavreinheit einer Gitarre sagt absolut nichts über ihre Bundreinheit aus...
Es hat also schon seinen Grund, warum Gitarrenbauer diese beiden Begriffe fein säuberlich auseinander halten und zwei verschiedene Probleme damit beschreiben.

Gruß

Jacob
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Robinrockt am 20.07.2011 16:58
Hallo,

alles schon richtig so mit der Oktav/Bundreinheit. Manchmal spielen da auch die Bundstäbchen eine Rolle (der Zustand). Aber ich habe die letzten 20 Jahre keinen Hals mehr gesehen, der nicht bundrein war.
Ich denke selbst die allerletzte Krücke aus Taiwan, die man normalerweise nicht mehr als Brennholz verwenden kann weil sie hochgiftig ist :devil:, wäre zumindest aber bundrein.
Man kann auch einmal testen wie sauber man selber greift (intoniert), indem man den Ton mit einem Stimmgerät prüft :devil:
Ich bin mir sicher das alle Jackson Hälse bundrein sind (ab Werk - wo auch immer).

Grüße,
Robin
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: jacob am 20.07.2011 17:21
Hi Robin,

darum ging es mir ja auch überhaupt nicht, sondern einfach nur um Röbis fachlich falsche Anwendung der beiden Termini "Oktavreinheit" und "Bundreinheit"  ;)

Ich finde, jetzt ist alles gesagt (halt nur noch nicht von jedem  :angel: ).

Beenden wir also diesen kleinen "off topic"- thread hier lieber, bevor uns der arme Stone noch völlig konfus wird und vielleicht aus lauter Verzweiflung  seine Gitarre zerhackt  ::)

Gruß

Jacob
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: robdog.ch am 20.07.2011 20:39
Hi

Also so gesehen einverstanden Jacob, Du hast ganz recht bezüglich der "Begriffanwendung"!!  ;)

Da ich selbst bei solchen Arbeiten (Schlitzen, Bundieren etc.) sehr exakt zu arbeiten pflege und sich daher eigentlich das eine aus dem anderen ergibt, habe ich da mit der Wahl der Begriffe etwas "geschlampt" und möchte mich in aller Form dafür entschuldigen!  :bier:

@Stone: Ist der Hals Deiner CL-1 Jackson Bundrein?  :devil:

Gruss
Röbi
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 20.07.2011 23:19
Hallo

Also ich hatte schon aus einem bestimmten Grund nach der Bestimmung und Zusammensetzung der Kompensation gefragt ... Jacob hat unwillkürlich eine Parallele aufgemacht.

Mein Verständnis ist (und war), dass die Kompensation immer mit 3,5 mm für eine 648er Mensur angenommen wird. Lege ich also 3 bis 5 mm zugrunde und richte mich nach 5 mm, so wäre ich eigentlich auf der "sicheren Seite".

Nun lassen sich die Reiter des FR, welches ich hier benutze, um immerhin 11 mm verstellen, wenn man so will 5,5 in jede Richtung - schon aus praktischem Gedanken, weil die Berechnung der Kompensation zwar möglich, aber kompliziert ist, setze ich bei meinen Messungen in der Mitte an. Damit könnte ich in jede Richtung rund 5 mm kompensieren und dennoch ließe sich der Saitenreiter komplett mit dem Feinstimmer herunterdrücken (sonst liegt der Feinstimmerbock nämlich auf dem Winkel am Ende des FR auf).

Zur Berechnung der Kompensation sind (nach meinem Kenntnisstand) u.a. die Saitenlage notwendig, die Saitenstärke, deren Spannung oder Spannkraft, Dehnungsfaktor und und und. Nehme ich aber nur mal einige Faktoren, wie die Längung der Saite heraus, die sich durch Griff im zwölften Bund ergibt, so kann ich die Längung unter Missachtung der Saitenstärke bestimmen: ich habe nämlich zwei rechtwinklige Dreiecke, die 324 mm (im Idealfall) als Grundseite hätten und 5 mm (Abstand Saite / Griffbrett) als zweite Seite. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, ergibt das eine Längung von 1 mm (oder mal 2 ... weiß jetzt nicht mehr). In der Annahme fehlt allerdings die erhöhte Spannung, mit der die Saite nun schwingt, als im leeren Zustand etc.

Mit anderen Worten ... ich mag ja immer etwas konfus und verwirrt erscheinen, aber den ein oder anderen Gedanken mache ich mir auch ;)

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: robdog.ch am 21.07.2011 01:46
Hi Stone

Na also, hätte mich doch sehr gewundert...!  O0

Zur Berechnung habe ich mir angesichts des Aufwandes noch nie richtig Gedanken gemacht. Mit ein bischen Übung ist die "probiermethode" denke ich schneller und effektiver.

Aber sag mal, gibt's schon Ergebnisse bezüglich der Gitarre obs geklappt hat?

Gruss
Röbi
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 21.07.2011 08:17
Aber sag mal, gibt's schon Ergebnisse bezüglich der Gitarre obs geklappt hat?

Nein, leider nicht. Gestern bin ich nicht mehr dazu gekommen und ich gestehe, die meisten Beiträge tagsüber zu schreiben, wenn mir gerade die Decke auf den Kopf fällt oder ich bei einem Problem mal wieder einen anderen Gedanken verfolgen will ... ;)

Gruß, Stone
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: robdog.ch am 21.07.2011 10:21
Zur Berechnung der Kompensation sind (nach meinem Kenntnisstand) u.a. die Saitenlage notwendig, die Saitenstärke, deren Spannung oder Spannkraft, Dehnungsfaktor und und und. Nehme ich aber nur mal einige Faktoren, wie die Längung der Saite heraus, die sich durch Griff im zwölften Bund ergibt, so kann ich die Längung unter Missachtung der Saitenstärke bestimmen: ich habe nämlich zwei rechtwinklige Dreiecke, die 324 mm (im Idealfall) als Grundseite hätten und 5 mm (Abstand Saite / Griffbrett) als zweite Seite. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, ergibt das eine Längung von 1 mm (oder mal 2 ... weiß jetzt nicht mehr). In der Annahme fehlt allerdings die erhöhte Spannung, mit der die Saite nun schwingt, als im leeren Zustand etc.

Mit anderen Worten ... ich mag ja immer etwas konfus und verwirrt erscheinen, aber den ein oder anderen Gedanken mache ich mir auch ;)

Gruß, Stone

Moin Stone

Mir sind da eben auch noch Gedanken dazu gekommen. Vielleicht habe ich Dich nur falsch verstanden, aber die 5mm Saitenabstand zum Griffbrett ergeben für mich keinen Sinn. Du drückst die Saite ja nur bis auf den Bund und nicht auf's Griffbrett. UND...ich glaube man darf das ganze nicht zweidimensional betrachten. Die Saite schwingt ja nicht nur hoch und runter, sondern auch zur Seite. Wie sich das Saitenmaterial bei Dehnung verhält mal ausgelassen...

Oder hebt sich das am Ende trotzdem alles wieder gegenseitig auf ???

Gruss
Röbi
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Striker52 am 21.07.2011 13:35
Hallo zusammen,
ich habe den Eindruck hier wird aneinander vorbei geredet ???  Um mal wenigstens die Diskussion um die verschiedenen Punkte auf der Gitarre zu vereinfachen, habe ich mal ein kleines Bildchen gemacht. Darin hab ich auch die Verlängerung der Saite, wenn man si am 12.Bund drückt, nach Herrn Pythagoras ausgerechnet   ;D

Und jetzt: Feuer frei zur weiteren Diskussion.
Viele Grüße,
Axel
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Robinrockt am 21.07.2011 14:24
Hallo,

ich habe ein nützliches Tool gefunden um sich die genaue Position der Bundstäbchen(und Brücke) ausrechnen zu lassen. Ich hoffe wir treiben Stone nicht zur völligen Verzweiflung :angel:
http://www.stewmac.com/freeinfo/Fretting/i-fretcalc.html (http://www.stewmac.com/freeinfo/Fretting/i-fretcalc.html)

Grüße,
Robin
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Striker52 am 21.07.2011 15:43
Hi Robin,
tolles Tool! Ich hab hier noch einen Link, der das Problem der Kompensation erklärt: http://www.gropius.de/wissen/intonation.html
Gruß Axel
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Nils H. am 21.07.2011 15:43
die genaue Position der Bundstäbchen

[Ketzer-Modus an] Das geht gar nicht, weil sich da teils irrationale Zahlenwerte ergeben :devil: [Ketzer-Modus aus]
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Grooverock am 21.07.2011 16:29
Irrational sind die Zahlen auf meiner Gehaltsabrechnung...
Viel Erfolg mit dem Brett! Sieht klasse aus und sollte auch zum Einsatz kommen!
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Robinrockt am 21.07.2011 16:30
[Ketzer-Modus an] Das geht gar nicht, weil sich da teils irrationale Zahlenwerte ergeben :devil: [Ketzer-Modus aus]

Lol, man sollte halt nur einheitlich bei einer Maßeinheit bleiben.

Grüße,
Robin
Titel: Re:Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 21.07.2011 17:10
Danke Groovetube ;)

Es driftet ab, aber ... ich drücke die Saite nicht auf 's Bund, sondern auf das Griffbrett hinter / vor 'm Bund ;) Somit ergibt sich sogar noch ein weiteres Dreieck.

Es ist richtig, dass eine Schwingung in alle Richtungen eintritt, daher ja auch die stark vereinfachte Darstellung ... ob die Schwingung nun betrachtet werden muss, ist fragwürdig, da diese ja auch vom Anschlag abhängt.

Für mich war nur "wichtig", klarzustellen, dass ich die Kompensation mit ihrem "Allgemeinwert" durchaus berücksichtigt habe. Trotzdem habe ich, wahrscheinlich schon aufgrund der Saitenlage, keine Chance, eine Oktavreinheit einzustellen (ich liege lt meinem Stimmgerät deutlich über - bei 440 Hz für ein leeres A zeigt es mir 450 Hz für ein A' an).

Dies unabhängig bzw unbeeinflusst von meiner Korrektur des Halses in der Längem welche die Mensur abermals um 3 mm verlängert hat.

@Nils: da ich mich schon sonst wie ständig im Irrationalen bewegend fühle, arbeite ich nur noch mit der Menge der natürlichen Zahlen ;)

@GT: irrational erscheinen mir die Zahlen auf meinen Steuerbescheiden ... ;D

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Lupinello am 12.08.2011 21:56
Hi Stone,

habe mal in eine Am. Stand. Graph-Tech Böckchen eingebaut und daneben einen Callaham Stahlblock rein.
Mit den Graph-Techs konnte ich an E(6.) keine Oktavreinheit mehr herstellen.
(Die Graph-Techs waren aus Stahl und hatten nur eine Graphit-Saitenauflage.) 
Ich war auf Anschlag...es ging also nichts mehr.
Mit den Original-Guss-Böckchen gings wieder.
Es kann also auch am Brücken-Material liegen, das unstimmige und schließlich unstimmbare Töne erzeugt.

(Ich halt ja nichst von dem Floyd Rose-Zeugs.
Meine erste hat ein Wilkinson-Trem mit Trem-Nut von GraphTech und Sperzels.
Wenn ich die nach nem halben Jahr wieder hervorhole, muss ich nur Feintunen.
Ich bin aber auch kein großer Eintaucher. Der Hebel ist bei mir im Koffer.)

Ein Mitschwingen von kleinsten Teilchen des Floyd Rose-Trems kann im Oktavbereich ebenso Unstimmbarkeit auslösen...also alles festziehen, was hier festzuziehen ist.

Eventuell auch noch ein anderes Stimmgerät probieren.

Weiterer Tipp: vielleicht hilft auch ein kompensierender Sattel.
Stevo hat mir mal zwei aus USA mitgebracht (an dieser Stelle nochmals meinen ausdrücklichen Dank Stevo!)...ich hab aber noch keine Erfahrungen damit.
http://www.earvana.com/
Hier gibt es gar einen neuen für Floyd Rose.
Der auch bei Rockinger erhältliche Sattel ist der am besten anpassbare.
Hier kann man auch noch etwas an der Bewegung des Sattels nach vorne feilen und wenns vorne dann irgendwo zu viel wird auch etwas abfeilen.
Vielleicht lässt Du Dir von einem Gitarrenbauer auch einen individuellen Sattel fertigen.
Möglicherweise erhälst Du dabei die wohl temperierte Gitarre :).

Es ist ja nicht umsonst, dass sich zumindest manche Gedanken über die Bundlage machen (Novax). Bei angepasster Brückenlage wird hier im Bassbereich die Mensur verlängert und die Bünde jeweils vom 12. Bund auseinandergezogen und im Höhenbereich umgekehrt. Das bringt wohl mehr Bässe und mehr Präsenz.
Gewöhnungsbedürftig ist das für mich schon.

Ich würde mal sagen:
Wenn Du den Sattel für das A geringfügig Richtung Brücke bringst, verschiebst Du imho den neuralgischen Punkt Richtung Sattel.
Damit wäre Dir imho zunächst mal geholfen (Oktavreinheit mglw. einstellbar..oder hab ich hier was nicht verstanden?).
Ich denk mal, wenn die Saite kürzer ist, muss sie nicht so stark gespannt werden, um ihren Ton zu haben. Bei Verkürzung am Hals wandert der neuralgische Punkt Richtung Hals...umgekehrt der Funktion der Verstellung des Böckchens am Steg...
...dort: Verkürzung: Wanderung Richtung Steg.
Ob die Gitarre dann Bundrein ist, steht auf einem anderen Blatt und muss noch feinjustiert werden und ist wohl oftmals ein Kompromiss zwischen den unteren und oberen Lagen.
Ein kompensierender Sattel hilft hier wohl etwas.
Die Sättel von Earvana schieben zumindest mal das A(5.) weiter nach vorne als das E(1.). Probieren!

Im Übrigen bin ich auch ein Freund von einem Pfund (sprich: Humbucker) hinten.
Der Rest kann mich in der Regel mal...anlachen ;D...obwohl sicher alles seine Berechtigung hat.
Mir gefällt Van Halen und ich bin davon überzeugt, dass der ZZ-Topper auch oft den Steg-HB einsetzt.
Ohne dabei auf den Womanizer eingehen zu wollen: So ein Humbuckersound mit einem hochverzerrenden Amp bei evtl. teilw. Nutzung von Alnicos ist schon ein Genuß :headphone:.

Find ich toll, wenn man baut und irgendwann auch die Lösung findet.
Wenn jedoch die nicht passt, dann passt vielleicht die nächste!
Ich hab zwischendurch auch schon schlechters gebaut als die zweite Klampfe.
Die zweite war bisher die beste. Mit der ersten hadere ich immer noch.
Die dritte hat zwar keinen Baufehler...zufrieden bin ich dennoch nicht.
Jetzt bau ich gerade einen Bass zusammen.
Da kann ich nicht viel falsch machen...hoffentlich ;).

Gruß
Woifi
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 27.08.2011 17:01
Hallo Woifi

Sorry, zu spät gesehen ... tatsächlich bin ich dieses WE wieder bei der Gitarre, wieder bei der Messung für die Saitenlänge bzw Mensur. Mittlerweile habe ich mir einen neuen Hals bestellt und fange hinsichtlich des Halses also wieder von vorn an - schauen wir mal.

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Lupinello am 29.08.2011 23:36
Viel Erfolg
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 30.08.2011 22:01
Danke :)

Weit gekommen bin ich nicht. Ich habe mit dem neuen Hals nochmal ausgemessen, habe mal einen "originalen" Strathals genutzt, um dessen "Mensur" zu messen und bin bei 655 mm rausgekommen, wenn ich die Mittelstellung der Böckchen am Tremolo als Referenz zum Sattel nehme.

Da ich allerdings einen 24er Hals benutze, aber nur für 22 Bünde Platz habe, steht also wieder eine Kürzung des Halsfußes an; dabei stelle ich mir aber aktuell die Frage, ob ich dann nicht auch die "untere, vordere" Befestigungsschraube versetzen sollte, weil der Halsfuß an derer normalen Position schon stark abgeflacht ist.

Vielleicht habe ich mir beim alten Hals auch eine Art "Drehung" in der eigenen Achse eingehandelt ... ich weiß nicht.

Wenn es jetzt im zweiten Anlauf nicht funktioniert, werde ich wohl auf einen originalen 22er Hals von Jackson oder Charvel zurückgreifen müssen - entweder gebraucht oder via Warmoth.

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Lupinello am 30.08.2011 23:06
Hi, mein geschätzter Freund,

ich versteh hier ja hier nicht alles.
Aber wenn der Hals bei 24 Bünden auf 22 Bünde abgeschnitten zu früh zum greifbaren Hals wird, würd ich ihn unbearbeitet zurückschicken und anschließend einen 22-er Jackson nahe dem benötigten Maß nehmen.
Im am. ---- ist da gelegentlich mal ne Möglichkeit.
Ich seh jetzt hier nur den (Leerstelle nach http:):
http: //www.----.com/itm/Regular-Neck-JACKSON-Guitar-22-F-Maple-Sharkfins-/170687046548?pt=Guitar_Accessories&hash=item27bdbda394#shId
Mglw. 23% Gebühren zusätzlich noch eingerechnet und der Käse ist gebissen.

Gruß
Woifi

PS: Gut Ding muß Weile haben.
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 31.08.2011 08:54
Hi

Also bzgl des Versetzens der Schraube mache ich mir da keine Gedanken, dass gibt es "unzähligen" Modellen aus dem Hause Jackson, Charvel usw ...

Brechen wird da auch nichts - den ersten Hals hatte ich ja sogar noch hinsichtlich des Halsfußes etwas verkleinert, sodass dieser eine geringere Höhe hat. Gebrochen ist da auch nichts.

Die Jackson-Hälse tauchen natürlich immer dann auf, wenn ich gerade wieder mitten in einem anderen "Projekt" stecke oder aber - so wie jetzt - gerade einen Hals gekauft habe. Alternativ könnte ich natürlich auch bei einem Schreiner die Halstasche erweitern lassen.

Mal sehen.

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 31.08.2011 10:01
Hallo Franz

:)

Nee, nee ... ist ja kein Tuning, sondern eine "Eigenkreation" - ich weiß, seitenlange Threads überfliegt man meist nur, aber die "Einführung" zu lesen, erbringt etwas "Klarheit".

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: michelchen am 31.08.2011 17:52
Hi Stone,

wenn du das Tremolo nicht benötigst, kannst du auch eine feste Brücke einbauen,z.B. wie bei meiner JEM,
dann kannst du den Hals so lassen und die Mensur abmessen und die Brücke dort montieren.Das sollte bei deiner Tremolo Fräsung eigentlich funktionieren.Ist nur so ein Vorschlag und die Gitarre wird da durch Stimmstabiler ;)

Gruß Markus
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 1.09.2011 08:32
Hallo Markus

Ich hatte auch schon überlegt, das Tremolo weiter an den HB zu setzen; allerdings fürchte ich, dass die Höhen zusehr zunehmen - gerade bei den Tests hat sich gezeigt, das die CL-1 wirklich gut klingt und auch trocken schön schwingt.

Prinzipiell würde ich es der quasi nicht vorhandenen Lackierung zuschreiben.

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: derdickedidi am 4.09.2011 23:00
hatte auch schon überlegt, das Tremolo weiter an den HB zu setzen; allerdings fürchte ich, dass die Höhen zusehr zunehmen

Da sei mal vorsichtig mit! Ich habs mal andersum gemacht, weil ich den Steg-HB näher am Trem haben wollte. Vom Klang her war das super, aber nach ein paar Floyd-Rose-Dive-Bombs sind mir dann die Tremolo-Lagerbolzen in die HB-Fräsung reingebrochen. Das war sehr ärgerlich! ;)

Ich glaube mit 'nem 22er Hals wärste besser bedient, oder alternativ ein 24 Hals beim dem die Bünde 22,23 und 24 auf einem überlappenden Griffbrett liegen, also quasi 'ne 21er/22er Passform ;) Oder wirklich die Halstasche erweitern (weiss jetzt nich ob Du einen Halspickup hast...) und dann alle vier Schrauben versetzen und das vordere (jetzt unbenötigte) Ende der Halstasche absägen.
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: ACY am 5.09.2011 09:52

Ich hatte auch schon überlegt, das Tremolo weiter an den HB zu setzen; allerdings fürchte ich, dass die Höhen zusehr zunehmen

Gruß, Stone

Moin Stone!
Das klingt ja alles unheimlich kompliziert, was hier geschrieben wird. Tremolo versetzen, Hals kürzen, usw ..........    :help:       ;)

Ein paar Infos, wie ich das mache, zb bei Strat tremolos: Ich messe den Hals vom Sattel bis zu Mitte 12. Bund (bei Strats in der Regel 324mm) , dann verdopple ich den Wert, und diesen Wert finde ich dann bei einer normalen Strat dann auch auf der Mitte des Böckchens der hohen E-Saite. Dieses Böckchen sitzt bei Strats dann normalerweise auch ganz weit vorne, und im Gegensatz dazu dann die tiefe E-Saite ganz weit hinten.

Bei Floyd Rose Trems sieht es ähnlich aus, auch hier hat die hohe E-Saite an dem Punkt, wo die Saite das Böckchen verläßt in etwa die tatsächliche Mensurlänge.

Wie ist deine gemessene Länge von Sattel bis Mitte 12. Bund, und dann die komplette Länge bis Böckchen hohe E-Saite?

Das Tremolo würde ich als fixen Punkt ansehen, wobei du hier schon einen Fehler gemacht haben kannst, wenn ich das alles richtig gelesen habe.

Das große Problem, das ich auch sehr oft bei Kunden von mir miterleben kann: Viel von dem Kram, der weltweit verkauft wird, ist nicht wirklich in der Norm des Fender Baukastensystems, es sieht zwar so aus, stimmt aber nicht. Da stimmt die Halstaschenlänge nicht, die Halstaschentiefe, die Halslänge, die Halshöhe, die Trem-Frsäung, usw .......

......   das kann dann für den ambitionierten Schrauber schnell zu einem großen Problem werden. Zwei Beispiele:

Ein Kunde hatte sich für sehr teures Geld einen relic/aged/nitro ... - Tele Hals gekauft (den Hersteller möchte ich nicht nennen), dieser kam mit Schraubenbohrungen, die aber jenseits von gut und böse waren. Der Kunde war nicht sonderlich erfahren im Bau von Gitarren, und dachte es wäre normal, daß bei einer Tele zwischen Halsende und Body 10mm Luft sind. Fazit: Rückgabe, Austausch gegen einen Hals ohne Bohrungen. (dieser Hals war Fender lic.)

Ein anderer Kunde, auch mit einem Fender lic. Hals (hier anderer Hersteller/Anbieter), wo der Hals anstatt 25,4mm Höhe (1 inch) nur 24mm Höhe hatte. Auch hier ist das nicht die richtige Größe für das Baukastensystem.

Ich habe unten mal ein paar Pics von Warmoth (Quelle) angehängt, da sind die wichtigen Größen bei Hälsen zu sehen, vielleicht ganz interessant für den einen oder anderen Gitarrenschrauber.

@Stone: Gib doch mal durch was ich oben geschrieben habe, und denk dir beim messen daß das Böckchen der hohen E-Saite fast ganz vorne auf dem Trem sitzt, oder schraub es nach vorne, um dein Maß messen zu können, denn dieses Maß würde hier mal ein wenig Licht in die Sache bringen.

Gruß, ACY!




Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: ACY am 5.09.2011 09:59
Nachtrag: Ich finde das kleine Schweinchen aber optisch geil, ich mag so Zeugs!

Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 6.09.2011 10:03
Hallo

Danke für die Hinweise.

Für ein versetzen des Tremolos wäre noch genug Fleisch da, ist aber nicht meine Absicht. Der Pickup sitzt jetzt gut und sie tönt ja auch gut.

@ACY: die 666 war mit bei Dir schon aufgefallen; ich überlege gerade, ob ich auf 'n Banana-Neck umsteige - die gibt es in der Regel als 22er.

Messen kann ich erst wieder, wenn ich zu Haus bin bzw ich suche mir mal 'nen Zollstock und messe an den Klampfen, die ich hier in D'dorf habe.

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 3.10.2011 12:55
Hallo

Update: sie ist quasi fertig.

Auch auf den letzten Metern gab es natürlich wieder Probleme, "Fehler" usw. Entschlossen, doch den "Jackson" Hals (24er) zu benutzen, weil auch die Banana-Necks einen zu langen Halsfuß haben, fing ich vergangenes Wochenende an zu messen.

Eine eigens gekaufte "Horizontalsäge" sollte entsprechend saubere Schnitte liefern ... lieferte sie aber nicht, denn zuerst sprang mal der FI raus, dann wieder, dann wieder - Widerstand zwischen "Phase" und Schutzleiter der Säge: 251k Ohm ... wohl ein wenig wenig, also mit Wenn und Aber in einem großen orangenen Baumarkt getauscht (Zitat: "[...] wenn der FI beim Einschalten der Säge rausfliegt muss das aber nicht unbedingt an dem Gerät liegen [...]").

Die neue Säge sägte dann auch.

Ich nahm also etwas vom Halsfuß weg, was erstaunlich gut lief - verwunderlich und verdächtig zu gleich, setzte den Hals ein, nahm Maß, schliff etwas am Fuß, nahm Maß usw. Schließlich hatte ich zwischen Sattel und Auflage Tremolo 645 mm, was mir genug erschien (vorweg: es passt super!).

Angespornt durch den Erfolg, erwog ich, am 22. Bund Schluss sein zu lassen und sägte ... am 22. Bund ??? Da ich aber auch in der Vergangenheit verlorengegangene Bünde wieder erfolgreich hinzugefügt hatte, ärgerte ich mich nur mittelmäßig. Der Hals bekam dann noch eine satte Behandlung mit Schnellschleifgrund, um die Poren zu füllen und dann hieß es warten, bis zu diesem WE.

Nun denn. Noch gefühlte 1000mal gemessen, dann den Hals eingesetzt, fixiert (Schraubzwinge), ausgerichtet, Bohrungen angezeichnet, Hals raus, Bohrungspunkte für gut befunden, gebohrt und Hals eingesetzt, festgeschraubt. Gut.

???

Kann ja nicht sein. Doch. Ist so. Dafür bedankte sich dann eine der Schrauben zu Befestigung des Klemmsattels mit ihrem Ableben in Kopfhöhe (die durfte also wieder raus).

Ich erwog, vielleicht doch noch zu lacken, hielt den Aufwand aber für erheblich und den Schutz durch den Schnellschleifgrund für ausreichend, also Saiten aufgezogen.

Was soll ich sagen? Schade, um den Saitensatz, denn der Hals muss wieder runter ... zur Lackierung. Es passt alles perfekt, fast. Die Saitenlage ist ok, kann man aber verbessern, die Bundreinheit ist erstaunlich, ohne großartig einstellen zu müssen und erste Spielproben über den "The Scorp" haben mich echt begeistert.

Heute, trotz "noname" Mechaniken, die alles andere als vertrauenerweckend sind (wir haben ja schließlich eine Klemmnut), ist die Gitarre sehr stimmstabil - Schlupf aus den Saiten gezogen und mal eine halbe Stunden gedudelt, ohne Nachstimmen.

Jetzt bleiben eigentlich nur Kleinigkeiten: Gurtpins, Erdungsleitung zwischen Poti und Federblech und Abdeckungen auf der Rückseite ... die Lackierung des Halses, ja, die wahrscheinlich auch noch.

Nun, Ende gut, alles gut.

Die Gitarre klingt, ich fühle mich am Ziel und denke, dass sie in der nächsten Zeit wohl meine Lieblingsklampfe sein wird.

Gruß, Stone

p.s: für das richtige Tippen auf das Maß der tiefen E-Saite für Stimmstabilität setze ich übrigens 'nen Bier
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Robinrockt am 3.10.2011 13:26

p.s: für das richtige Tippen auf das Maß der tiefen E-Saite für Stimmstabilität setze ich übrigens 'nen Bier

Hallo Stone,

das war ja eine Geburt, Wahnsinn. Umso besser das du es jetzt hinbekommen hast.
E Saite - 046 ?

Grüße,
Robin
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 3.10.2011 14:00
Hallo

Saiten, stimmt, Dean Markley Lite. 042 bis 009.

Der Hals weißt übrigens eine Dreipunktverschraubung auf, bis jetzt, denn die Verjüngung des Halses ist leider schon innerhalb der Halstasche - ich könnte zwar auch dort noch ansetzen, dann würde man aber die Schraube sehen.

Aktuell werde ich wohl versuchen, durch die Metallplatte ein Loch zu bohren und dann eine vierte Schraube etwas versetzt einzufügen.

Gruß, Stone
Titel: Re: Stone CL-1 Jackson Style
Beitrag von: Stone am 8.10.2011 11:30
Update:

ich hatte die Gitarre gestern mit zur Probe - vorweg: es hat Spaß gemacht, viel Spaß :)

Für Cleansounds steht der GFS Crunchy PAT im Weg, der allerdings im verzerrten Betrieb umso mehr Freude bereitet: die Interpretationen von Metallica, Gotthards Hush, uem, stehen dem Crunchy extrem gut zu Gesicht.

Die Gitarre zeigt sich, auch mit geöffneter Locknut, sehr stimmstabil, die Saitenlage könnte ein wenig besser sein - ist aber eh noch nicht justiert - stört aber nicht. Das Tremolo arbeitet wie erwartet, das Volumepoti sitzt an der richtigen Stelle ;)

Jetzt überlege ich, ob ich wirklich noch ein Splitting des Crunchy PAT realisieren soll und / oder einen Halstonabnehmer, für welchen ich prinzipiell erstmal einen Rockinger Bladescreamer favorisieren würde. Mal sehen.

Insgesamt macht die Gitarre aber das, was ihr Eindruck vermittelt: schwermetallene Soundvorstellungen umsetzen.

Gruß, Stone