Tube-Town Forum

Technik => Tech-Talk Design & Konzepte => Thema gestartet von: bourbon am 4.05.2005 07:32

Titel: trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 4.05.2005 07:32
bin vor kurzem auf die sogenannten trainwrecks von einem gewissen herrn Ken Fisher gestossen  ;)

hatte jemand schon die ehre seine gitarre in so ein teil einzustöpseln ?

hier gibts nen ganzen thread dazu mit tonbeispielen weiter unten auf der seite

http://vintageamps.com/PlexiPalaceUBBcgi/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=1;t=008428

http://www.trainwreck.com/

die harmony central bewertung sagt auch schon einiges !!!!

http://www.harmony-central.com/Guitar/Data/Trainwreck/Express_Head-01.html

wäre sehr interessiert mal den nachzubauen, vor allem die vorstufe, die scheint bei dem amp das massgebende zu sein,...


mir schwebt da irgend sowas wie ein trainwreck preamp mit einer SE endstufe vor ...  am besten eine KT88 die in den overdrive himmel getriben wird   :D

..wie krank...  ;D


also falls mal jemand hier verlässliche pläne auftreiben sollte... ich bin ganz ohr  ;)
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Hostettler am 4.05.2005 09:20
Hi Bourbon

Must du hier schauen:
http://www.blueguitar.org/new/schem/trainwreck/wreckxpr.pdf

Grüsse aus der Schweiz

hoschi
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 4.05.2005 10:50
woah super !! vielen dank! viel schöner gehts gar net *ggggggg*

da werd ich mich gleich in denker-pose werfen sobald ich zu hause bin von der arbeit  :D

die clips klingen ja extrem vielversprechend, und die beschreibung.. ein mix aus einem blackface fender auf stereoiden und einem donnernden marshall,  8)

Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 4.05.2005 14:45
natürlich brauche ich für die verwirklichung die nötigen "knödel"  ;)

also wer interesse hat kann mir meinen jtm45RI mit edel p2p board und kt66 röhren etc für wenig kleingeld abzukaufen..

wer interesse hat bitte in den entsprechenden thread in der  "verkaufe verstärker" abteilung posten !!! seriennummer, bilder und alle nötigen infos gibts dann per email !!


mfg chri
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: ODwan am 20.05.2005 19:59
Ich hab so'n Teil schon mal gebaut (Var. A1a)! Klingt saugeil und ist von High Gain bis Clean mit dem Gitarrenpoti zu fahren.
Tip: Vor dem Bau alles an Material über Trainwrecks zusammentragen, was das Web hergibt!
Das physikalisch Layout der Bauteile, Röhren, Trannies ist äußerst kritisch!!!
Die beste Adresse ist www.maximoaudio.com/forum[url=http://]]] (http://[/url)www.maximoaudio.com/forumhttp://.
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 20.05.2005 21:03
hi OD,

vielen dank für die adresse !!  habe mich am plexipalace forum umgehört, dort hat jemand die preamp von A1 mit der power amp von A4 kombiniert..  

anscheinend hat jeder eine etwas andere schaltung gebaut..

kannst du mir ein paar tips geben, bilder vom board wären auch super klasse damit ich nicht ein schwingendes monster konstruiere !  ;D

welches trannys hast du verwendet ?? fragen über fragen ...

 
hatte zuerst vor eine express vorstufe mit einer single ended 6l6 oder so etwas zu kombinieren.. bin aber mittlerweile davon wieder abgekommen..

werde eine PP 6CA7 schaltung probieren.. was meinst du dazu ?


würd echt zu schätzen wissen wenn du mir ein paar infos über dein projekt geben könntest !

danke schonmal im vorhinein !!

mfg
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: ODwan am 21.05.2005 08:42
In der Files Section vom T-Wreck Forum findest Du einige Layoutvorschläge. Ich könnte allerdings auch mal ein  Foto posten oder mailen(Adresse?).
Als Netztrafo hab ich einen NT18 von www.ampdesign.de (günstig und gut!) und als Ausgangsübertrager einen Hammond 1645.
KF hat wohl sowohl 5k als auch 6,6k Trannies verbaut. Ist Geschmackssache, denke ich. Meine Endröhren z.Z. sind TAD-EL34STR.
Ich hab auch schon TT-KT66 (exzellent) und JJ-6V6 drin gehabt. Klingen alle sehr gut, die EL34 mag ich aber z.Z. am liebsten.
In bestimmten Einstellungen oszilliert mein Express auch, hab den OT an die falsche Stelle gesetzt. >:( Wie gesagt, das Layout ist extrem kritisch! Die Schaltung ist ja im Grunde recht einfach aber "on the edge", so daß eine Balance gefunden werden muß zwischen Stabilität und Oszillation. Diese "Wildheit" bringt dann die einzig direkte Ansprache und den Mördersound.
Schaltplan Variation A1a ist ein guter Startpunkt, man muß dann aber nach Geschmack und Gehör "tweaken". Das ist es auch, was Trainwrecks so einzigartig macht: Fisher hat jeden Amp auch den jeweiligen Kunden und sein Setup, Stil usw.  angepasst.
Soweit erstmal.
Ich hab auch eine recht große File-Sammlung über Trainwrecks, die ich durchaus bereit wäre zu teilen.....
Timo
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Joachim am 21.05.2005 09:08
Hi Timo,

ich hatte auch schon länger versucht mehr über die Trainwreck Amps zu erfahren, bisher kannte ich aber nur die Files von blueguitar. Vielen Dank für den Link zu Twreck-Forum.

Das Layout würde ich auch gerne mal sehen (ich schick Dir mal meine E-Mail-Adresse ;)) und auch die File-Sammlung klingt sehr verlockend :) Vielleicht gibt's ja auch ein Möglichkeit diese irgendwo zu veröffentlichen, evtl. auch hier Info-Bereich. Müßten wir mal Dirk fragen.

Registrier Dich doch mal. Zu dem Thema gibt's bestimmt noch viel zu diskutieren.

Gruß,
Joachim
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 21.05.2005 20:24
jo bin ganz joachims meinung so eine t-wreck page wär echt ne tolle sache..,

technische frage : wäre denn ein alter 50w drake ausgangstrafo geeignet für den trainwreck ? in marshalls klingen die ganz gut...  ;)

wäre auch dankbar für fotos vom board und generelles innenleben!

schicke dir meine email!

mfg


Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Eugen L. am 22.05.2005 15:23
Moin Also ich würde mich gerne wie immer zum Gestalten bereit erklären. Braüchte den nur die infos texte und desing vorschläge.

Gruß

Eugen
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 23.05.2005 10:57
@ODWAN

auf welche anondenspannung kommst du mit dem NT18 trafo ?  welches eisen würdest du aus dirks hammond sortiment empfehlen ?

bilde mir ein dass am vintageamps forum jemand davon gesprochen hat einen express clone mit röhrengleichrichtung gebaut zu haben.. klingt auf jeden fall interessant -was meinst du ?

mfg

edit:

zum layout -sollte wirklich sehr sorgsam durchdacht sein... anscheinend spielen kleinigkeiten wie die verlegung der kabel vom treble poti usw eine grosse rolle - näheres dazu gibts zu lesen am trainwreck forum: http://www.maximoaudio.com/forum/


Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 23.05.2005 17:12
hi jungs

habe grade die ampdesign page durchgesehen und bin auf folgenden trafo gestoßen http://www.ampdesign.de/Datenblatt%20AT25.htm


bei dem guten stück ist vermerkt dass mann durch die schirmgitteranzapfung pentoden im ultra-linear modus betreiben kann, der trafo wird als hi-fi edelstück angepriesen,

jetz meine frage: machen ultra-linear laufende pentoden in gitarren verstärkern sinn ? (interessiert mich da sich die kennlinien stark an eine triodenschaltung annähern..)

wäre super wenn mir das jemand erklären könnte !!

danke im voraus

grüssi

Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: ODwan am 23.05.2005 17:31
Moin!
Die Anodenspannung in meinem Trainwreck-Clone liegt bei 420V. Angeblich haben die Original Expresse das auch.
Als Hammond PT käme vielleicht der 372JX in frage, der mit 250mA fast die geforderten 300mA Leistung erreicht. Diese Überdimensionierung des PT trägt wohl auch zur Reaktionschnelligkeit bei. Ein Röhrengleichrichter würde hier was verändern, aber das kann man ja schaltbar machen... ;)

Fotos von meinem Amp gibt's bald, muß mir erst mal ne Digicam borgen und denne das gute Stück auseinanderruppen.

Zu der Ultralinearverschaltung:
Soweit ich weiß gibt es zur Zeit nur einen UL-Gitarrenamp in Produktion: der Route 66 von Dr.Z
Fender hat irgendwann in den 70ern auch mal einen gehabt, allerdings mit mäßigem Erfolg.
Der erste trainwreckmäßige Amp war ein Modell mit 2xEL84 und Hammond OT mit UL-Anzapfung, die ich schaltbar ausgeführt habe.
Vom Sockel gerissen hat's mich allerdings nicht! Irgendwie höhenreicher als Pentode aber auch kratziger, die Bässe waren ziemlich stramm, fast steril. Wie gesagt, nicht mein Geschmack!

So long,
Timo
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bluesfreak am 23.05.2005 17:49

Zu der Ultralinearverschaltung:
Soweit ich weiß gibt es zur Zeit nur einen UL-Gitarrenamp in Produktion: der Route 66 von Dr.Z
Fender hat irgendwann in den 70ern auch mal einen gehabt, allerdings mit mäßigem Erfolg.


Servus,

woher hast Du die info das der Route66 eine UL Schaltung hat? Ich denke das ist absolut nicht der Fall....

7ender Amps mit UL gabs einige, u.a. den SF Twin Reverb mit 135W, den SuperSix Reverb, der Super Twin, der Twin Reverb II....
Allen diesen Amps ist eins gemeinsam: sie bleiben clean bis zum abwinken und Endstufenzerre ist nur unter drohendem Verlust des Gehörs möglich denn per Design waren die Dinger darauf ausgerichtet auch unter extremen Lautstärken cleanes Spiel zu ermöglichen...

cu
bluesfreak  8)
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: ODwan am 23.05.2005 18:13
Randall Aiken meint, der Route 66 wär UL:
http://http://www.aikenamps.com/ClassA.htm
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bourbon am 23.05.2005 20:09
na wenn der aiken das sagt... hat ne sehr umfangreiche info page der gute..  sehr zu empfehlen würd ich sgen !

hinsichtlich der ultra-linear schaltung würd ich sagen die bleibt wohl doch besser in der hifi fraktion.. (und in gewissen fender amps um politisch korrekt zu bleiben  ;)

zum trainwreck:  hast du schon mal die 6Ca7 von EH in deinem gerät versucht.. sind ja wie geschaffen für hi-gain anwendungen, und mit einem mittelweg zwischen 6l6 und el34 dürften sie auch bessere cleans ermöglichen als nur el34 ....  das wäre doch bestimmt nen versuch wärt ..

wäre ein rectifier bedingter "sag" in einem trainwreck erwünscht oder würde das eher die schnelle spontane spielart dämpfen ?  

zum layout -es wäre sicher eine gute idee ein schild zwischen trafo und den röhren zu positionieren um einstreuungen zu vermeiden -wie zB in Hiwatt usw.


haltet das topic am laufen jungs..  jeder sollte seine ideen posten  !!

grüsse
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Joachim am 23.05.2005 20:12
Hi zusammen,

ich hab mal eine Frage an den Trainwreck-Experten wegen der Schaltungen auf blueguitar. Da gibt's diverse Express-Varianten, z.B. den Blues Express. Gab es solche Amps von Trainwreck oder sind das einfach Interpretationen der Trainwreck-Designs?

Ach ja, worin liegt eigentlich das von Dir beschriebene Layoutproblem mit dem AÜ? Eigentlich ist die Trainwreck-Schaltung ja halbwegs "normal". Bis auf Details in der Klangregelung mancher Varianten und den teilweise sehr kleinen Koppel-Cs um die satten Bässe durch die 22µF Kathoden-Elkos zu kompensieren.

Viele Grüße,
Joachim
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Deeluxe am 23.05.2005 20:52
Hi Leute,

Kurz zum Thema UL-Übertrager: Ein großer Meister der Gitarren-UL-Übertrager ist der Mr. Reußenzehn und daß solche Amps hervorragend klingen können ich hier nur bestätigen.

Für einen Selbstbau aber auf einen vorhandenen HiFi-Übertrager zurückzugreifen finde ich doch etwas riskant.

Vor allem haben die Trainwrecks einen 3-stufigen Vorverstärker und der ist klanglich nicht ganz unheikel in den Griff zu bekommen wie ich vor etwas 2 Jahren bei wochenlangen Experimenten feststellte. Gerade bei Klangregelungen nach der ersten oder 2. Stufe (nach der 3. Stufe wollte ich nicht).
Die dauernden Abstimmungsänderungen zwischen "ätz" und "näselt" ließ mich schließlich zum 4-stufigen Design wechseln.
Allerdings, wenn man die Endstufe kitzelt (oder mehr) wurde das 3-stufige Design zunehmend besser (mit angepasster Vorstufe) - klang dann aber leise Schei...... Deshalb die Bedenken am UL-Übertrager!

Und vielleicht auch deshalb die vielen Versionen des Amps  ;)

Vermtl. wird jeder den Amp je nach Endröhren, Speaker, Gitarre entsprechend anpassen müssen. Aber interessant fand ich die Entwürfe schon immer.

Viele Grüße
Deeluxe
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Joachim am 23.05.2005 23:23
Hi Deeluxe,

jetzt mußt Du mir mal auf die Sprünge helfen. Was ist an der dreistufigen Vorstufe so heikel? Geht's hier um das Soundshaping oder um die Stabilität (schwingen usw.)?

Gruß,
Joachim
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: bluesfreak am 24.05.2005 10:17
Randall Aiken meint, der Route 66 wär UL:
http://www.aikenamps.com/ClassA.htm (http://www.aikenamps.com/ClassA.htm)

Servus,

den guten Randall in Ehren aber dann hat Mike beim Route66 eine extrem unlineare UL Endstufe gebastelt  ;D
Einen Amp der so gut auf Dynamik (Anschlag, Volumenpoti) reagiert und der einen so schönen dicken Endstufencrunch bei moderaten Lautstärken entwickelt hab ich vorher noch nie gespielt...

cu
bluesfreak  8)
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: ODwan am 24.05.2005 19:04
Ich wollte auch nicht sagen, daß UL generell schlecht ist...
Sicher kann man damit auch hervorragende Gitarrenamps bauen (wie Dr.Z, vor dem ich gehörigen Respekt habe! BTW einige seiner Amps sind tatsächlich UL!), bei mir war's allerdings nen Schuß in den Ofen und ich hab's auch schnell wieder aufgegeben. Villeicht befasse ich mich irgendwann später mal intensiver damit.
Den HiFi-OT würd ich jetzt auch erstmal nicht empfehlen, schon deshalb, weil die Primärimpendanz niedriger ist, als in Trainwrecks und Clones allgemein üblich.
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: ODwan am 24.05.2005 19:15
na wenn der aiken das sagt... hat ne sehr umfangreiche info page der gute..  sehr zu empfehlen würd ich sgen !

hinsichtlich der ultra-linear schaltung würd ich sagen die bleibt wohl doch besser in der hifi fraktion.. (und in gewissen fender amps um politisch korrekt zu bleiben  ;)

zum trainwreck:  hast du schon mal die 6Ca7 von EH in deinem gerät versucht.. sind ja wie geschaffen für hi-gain anwendungen, und mit einem mittelweg zwischen 6l6 und el34 dürften sie auch bessere cleans ermöglichen als nur el34 ....  das wäre doch bestimmt nen versuch wärt ..

wäre ein rectifier bedingter "sag" in einem trainwreck erwünscht oder würde das eher die schnelle spontane spielart dämpfen ?  

zum layout -es wäre sicher eine gute idee ein schild zwischen trafo und den röhren zu positionieren um einstreuungen zu vermeiden -wie zB in Hiwatt usw.


grüsse

Die EH-6CA7 hab ich noch nicht probiert, werd ich aber irgendwann auf jeden Fall mal machen!

Für manche Sachen/Geschmäcker ist etwas "Sag" vielleicht gar nicht schlecht. Ich würd eine Tube/Silicon-(Um)Schaltung einbauen. Hat Omar vom Trainwreck-Forum auch gemacht.

Auf Grund der Oszillationen in meinem Clone kam ich nicht umhin, einen kleine Schild einzubauen. Allerdings auf der Chassisinnenseite. Ich konnte sehr gut feststellen wie sich die Rückkopplungen veränderten, wenn ich mit einem geerdeten Metallteil in die Nähe verschiedener Bauteile kam.
ACHTUNG! Sehr gefährlich wegen Hochspannung! ACHTUNG!
Nach diesen Erkenntnissen hab ich dann das Schild eingesetzt. Bei zu weit aufgedrehtem Presence pfeifts trotzdem noch!
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Deeluxe am 24.05.2005 19:56
Hi Joachim,

das 'Heikle' beziehe ich auf's 'Soundshaping'. Konkreter habe ich festgestellt, daß zerrende Vorstufen mit 3 Systeme (Mein damaliger Aufbau wurde zufällig ein recht ähnlicher Aufbau wie die Trainwrecks) und der Klangregelung nach der 1. oder 2. Stufe gerne etwas ätzend zerren und eine, ich sag mal mir ungewohnte und ungelegene Dynamik im Zerrverhalten aufweisen. Nach den Vorstufen habe ich die Klangregelung mit Absicht nicht versucht da noch ein 2203 mit ähnlichem Aufbau rumsteht. Deshalb vermute ich auch die vielen Varianten des Vorstufenaufbaues!

Bei Versuchen daraus einen für mich angenehmeren Sound zu erreichen wurde eben der Sound bereits näselnd bevor das 'Ätzen' ausreichend gedämpft war. Erst wenn man die Endstufe mal anständig rüberbügeln ließ wurde es genehmer, allerdings nicht mehr gerade wohnzimmertauglich. (Bin u.A. wie Du auch (hiermit) bekennender Mastervolumespieler ;) ).
Das Design braucht also eine gute und evtl. auch milde  Endstufe und den Volumeknopf deutlich über 5 um den Vorstufensound zu entschärfen, mastervolumetauglich ist es nach meiner Meinung für gängige Geschmäcker vermtl. nicht. Also eher ein Vollgasamp.

Grüße Deeluxe
Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Joachim am 24.05.2005 20:16
Hi Deeluxe,

sehr interessant, das hätte ich nicht gedacht, dass dieser Schaltungsaufbau so heikel in der Klangbildung ist. Kommt davon, wenn man nur an 2203-Style-Kisten herumwerkelt ;). Aber ich seh schon, ich muß mich auch mal mit der hellen Seite der Macht beschäftigen ;D

Auch bei den Trainwrecks sieht man ja ab und zu sehr "ungewöhnliche" Details, wie den 50pF in der Klangregelung oder die tlw. sehr kleinen Koppelkondensatoren. Das mag auch mit dem schwierigen "Shaping" zu tun haben.

Zitat
Bin u.A. wie Du auch (hiermit) bekennender Mastervolumespieler  ;)

 ;D ;D ;D

Danke für die ausführliche Beschreibung :)

Viele Grüße,
Joachim

Titel: Re:trainwreck... !!
Beitrag von: Andy am 25.05.2005 08:22
(...)
Bei zu weit aufgedrehtem Presence pfeifts trotzdem noch!
(...)

... geschirmte Leitung probiert???
Halte ich bei Presence für absolut unproblematisch...

Gruß

Andy
Titel: Re: trainwreck... !!
Beitrag von: Larry am 31.05.2005 00:11
So Jungs, dann werd' ich auch mal wieder hier in diesem Forum ein paar Worte ablassen, ohne mich dabei jedoch auf ein spezielles Posting beziehen zu wollen.

Auf keinem der im Net kursierenden Plänen werdet ihr ein "originales" KF Design finden, aber viele ähnliche.

Auf den Plänen steht für gewöhnlich ja auch drauf: "based on..." oder "inspired by..."

Kens Amps sind bewusst und vorsätzlich so designed, dass auf jeden Fall erst die Endstufe in die Sättigung fährt, bevor dann die Treiberstufe und nacheinander jeweils die davorliegenden Stufen selbiges tun - mit Ausnahme der Eingangsstufe natürlich  ;)

Diese Eigenschaft würde mit einem zusätzlich implantierten Mastervolume Regler natürlich zunichte gemacht werden, wodurch dieser Amp nimmermehr nach einem Trainwreck klingen könnte  :(

Bei UL Anzapfungen an AÜs kommt es sehr darauf an, "wie weit weg" vom Centertap diese liegen. Umso näher, desto weniger die stabilisierende gegenkoppelnde Auswirkung über die Schirmgitter.

Wenns beim Aufdrehen des Presence pfeift, also eine HF Oszillation entsteht, dann liegt dessen Zuleitung oder eine schaltungstechnisch "spätere" Leitung (z.B. zu den Endröhren) ZU NAHE an einer vorgeordneten mit GLEICHER Phasenlage (360° oder 720°) und bewirkt über eine sehr geringe kapazitive Übersprechung den Start des Oszillators.

Tipp: Zeichnet euch in eure Schaltpläne die jeweilige Phasenlage des Signals mit "+" und "-" ein und achtet beim Layout im Amp darauf, dass z.B. kein "+" einem anderen vor- oder nachfolgendem "+" zu nahe kommt.

Manchmal hilft es schon, eine sensible Gitterzuleitung nahe an der zugehörigen Kathodenleitung (gleichphasig, aber nicht 360° bzw.720°) zu führen.

Notfalls muss eine geschirmte Leitung rein (Koaxkabel RG174/U - 95pF/m), sofern nix anderes hilft. Aber denkt immer daran, dass die beste abgeschirmte Leitung diejenige ist, die man NICHT braucht  :)
Titel: Re: trainwreck... !!
Beitrag von: ODwan am 31.05.2005 17:41
Wenns beim Aufdrehen des Presence pfeift, also eine HF Oszillation entsteht, dann liegt dessen Zuleitung oder eine schaltungstechnisch "spätere" Leitung (z.B. zu den Endröhren) ZU NAHE an einer vorgeordneten mit GLEICHER Phasenlage (360° oder 720°) und bewirkt über eine sehr geringe kapazitive Übersprechung den Start des Oszillators.

Tipp: Zeichnet euch in eure Schaltpläne die jeweilige Phasenlage des Signals mit "+" und "-" ein und achtet beim Layout im Amp darauf, dass z.B. kein "+" einem anderen vor- oder nachfolgendem "+" zu nahe kommt.

Manchmal hilft es schon, eine sensible Gitterzuleitung nahe an der zugehörigen Kathodenleitung (gleichphasig, aber nicht 360° bzw.720°) zu führen.

Notfalls muss eine geschirmte Leitung rein (Koaxkabel RG174/U - 95pF/m), sofern nix anderes hilft. Aber denkt immer daran, dass die beste abgeschirmte Leitung diejenige ist, die man NICHT braucht  :)
Mit der Presence-Leitung hat das bei meinem Express-Clone nichts zu tun! Die ist geschirmt. Vielmehr hab ich den Fehler beim Layout gemacht, daß der AÜ zu nah an der Vorstufe ist und elektromagnetisch in die erste oder zweite Stufe koppelt. Das negative Feedback korrigiert dieses "Fehlersignal", bei aufgedrehtem Presence ist das NFB jedoch für alle Frequenzen oberhalb der Grenzfrequenz abgekoppelt -->Oszillationen!
Richtig helfen würde eigentlich nur ein anderer Platz für den AÜ, was jedoch nicht geht, da müßte ein neues Chassis her. Vielleicht mal irgendwann...
Titel: Re: trainwreck... !!
Beitrag von: Larry am 31.05.2005 22:48
Zitat
Mit der Presence-Leitung hat das bei meinem Express-Clone nichts zu tun! Die ist geschirmt.

Ouch!

Wie kommst du denn auf die Idee, eine Presence-Leitung zu schirmen? Weisst du, was du da konstruiert hast?

Zwischen Innenleiter und Schirm besteht eine - wenn auch geringe - Kapazität. Somit ist deine geschirmte Presence-Leitung nix anderes, als ein zusätzlich parallel liegender, aber VOLL aufgedrehter Presenceregler - halt eben nur mit einem relativ kleinen Kondensator.

Hast du mal mit einem Oszi kontrolliert, ob deine Endstufe nicht ohnehin schon konstant so um die 40-60 kHz schwingt - und du mit deinem (gewollten) Presence-Regler die evtl. bereits bestehende Schwingung nur noch in den hörbaren Bereich herunterziehst?

Probier vielleicht mal einen kleinen 100p-220p zwischen den Anoden der Treiberröhre (falls Kathodyn, dann zwischen die Zuleitungen zu den Endröhren) - könnte helfen!

Der AÜ selbst macht kaum Probleme, sofern er Trafohauben drauf hat! Probleme machen seine Leitungen - und die musst du sehr sorgfältig zu deiner Schaltung hin abschirmen. Alublech! Messingrohr! Oder was dir selbst noch so einfällt - ich kenne deinen Amp ja nicht.

Manchmal hilft schon straffes Verdrillen der Leitungen - Primär und Sekundär getrennt voneinander verdrillen - bei Sekundär gehört die Masse mit rein, bei Primär OHNE die Zuleitung zum Centertap verdrillen!

Good luck!

BTW: Bei meinen Amps befindet sich die Input-Röhre nur wenige cm vom AÜ entfernt - und ich habe trotz fehlender Abschirmhülse keinerlei Probleme.