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Technik => Tech-Talk Design & Konzepte => Thema gestartet von: bea am 11.10.2011 03:05

Titel: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: bea am 11.10.2011 03:05
Hallo Leute,

jetzt versuche ich schon den ganzen abend, etwas "belastbares" über fixed bias herauszubekommen, speziell dazu, was beim Defekt eines Trimmers passieren kann.

Aufgefallen ist mir, dass in einer derartigen Situation bei so gut wie allen Schaltungen kein Gitterableitwiderstand mehr vorhanden ist, der Arbeitspunkt dann also recht flott irgendwohin abrauscht. Das gilt insbesondere auch für die Schaltung, die in meinen Dynacord-Amps verwendet wird. Der immer wieder vorgeeschlagene Trimmer-Tausch ändert daran nichts grundsätzliches. Er verringert nur die Wahrscheinlichkeit, mit der das eintritt.

Hier mal als Beispiel der G-2000. Die fragliche Stelle ist rot eingekästelt:

(http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?action=dlattach;topic=14959.0;attach=26132;image)

Würde es einen Sinn machen, die Trimmer hin zu R916 bzw R917 hochohmig zu überbrücken, z.B. mit 270 k, so daß sich im Fall eines Falles der maximal zulässige Wert des Gitterableitwiderstands ergibt (B-Betrieb, 500 k)? Oder habe ich noch etwas anderes übersehen?

THX

Beate
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Manfred am 11.10.2011 04:18
Hallo Beate,

ich würde jeweils zwischen dem Biasspannungs- und dem Schleiferanschlußpunkt des Trimmpotis einen 270kOhm-Widerstand einfügen.
So kann der Poti an diesen Anschlußpunkten den Kontakt verlieren, dann liegt immer die volle negative Biasspannung
am Gitter der Endröhre. In dem jetzigen Zustand wären es beim Kontaktverlust 0V und das Ende der Röhre.

Gruß
Manfred
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Hans-Jörg am 11.10.2011 08:24
Morgen,

ich habe in meinen Dumble-Clone je 220k vom Schleifer zum Eingang des Potis gelegt. Aus dem gleichen Grund. Habe das jetzt schon in mehreren Schematas beobachten können und finde es eine sehr gute Idee zum Schutz vor dem Abheben des Schleifers oder sonstigem Kontaktverlust des Potis/Trimmers.

L.G.

Hans-Jörg
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Hardcorebastler am 11.10.2011 09:37
Hi Bea,
mit dem Überbrücken funktioniert schaltungstechnisch nicht.
Anstatt normale kleine Potis 25 Gang gekapselte Spindeltrimmer einsetzen, ausfallwahrscheinlichkeit fast Null
z.B. Vishay Spectrol,die lassen sich einfach und präzise einstellen.
64Y-50K :: Präzisionspoti. 25 Gänge, stehend, 50 K-Ohm
64Y-20k

Gruss Jörg
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: fiestared am 11.10.2011 10:01
@franz
... ne, ne
das geschriebene passt schon !


ich würde jeweils zwischen dem Biasspannungs- und dem Schleiferanschlußpunkt des Trimmpotis einen 270kOhm-Widerstand einfügen....

Gruß
Manfred

und

Morgen,

ich habe in meinen Dumble-Clone je 220k vom Schleifer zum Eingang des Potis gelegt. Aus dem gleichen Grund.
L.G.

Hans-Jörg

... also bitte keine Verwirrung stiften ;)

gruß
axel
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: bea am 11.10.2011 10:43
Ich denke das mal jetzt eher konzeptionell - die vorgeschlagenen hochwertigen Bauteile werden ja nicht immer mechanisch passen (Rastermaß, Platzverhältnisse). Ich denke durchaus auch daran, bei der M40 wenigstens  eine globale Einstellmöglichkeit für den Arbeitspunkt nachzurüsten.


Bei der hier gezeigten Anordnung des Trimmers würde es nach meiner ersten Einschätzung  nicht helfen, wenn man nur die Biasspannung durch einen Widerstand in den kalten Bereich zerrt. Weil nämlich gleichzeitig auf dem anderen Zweig des Potis auch der Gitterableitwiderstand weg ist, ginge die Röhre halt nur nicht ganz so schnell kaputt.

Also versuch ich mal, den Gedanken weiterzuspinnen...

Was wäre denn, wenn man beide Zweige des Trimmpotis mit Festwiderständen der  Größenordnung des Trimmers brückt, vielleicht sogar ein Poti von 50 k mit 2 mal 27 k? Dann läge im Fall eines Schleiferdefekts der Arbeitspunkt irgendwo in der Mitte des Einstellbereichs, denn die beiden Widerstände blieben als Spannungsteiler übrig.

Beate
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: fiestared am 11.10.2011 11:02
Hallo Franz

Ich vermute Du stehst grad' einfach ein wenig auf dem Schlauch

...und wo hast du "bei Dir" das andere Ende des Widerstands an gelötet ...  ^-^     

Die Dimensionierug des R's (200K <= R <=300k) fällt im übrigen auch nicht vom Himmel.
Der soll den rRegelweg des Potis nämlich nicht spürbar beiflussen, etc.

tja, wer kennt das nicht - manchmal ist das wie verhext und wenn die Bäume nicht im Weg stehen würden, könnte man auch den Wald sehem.
...Schau doch nochmal auf die Schaltung...

gruß axel

Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: _peter am 11.10.2011 12:10
Hallo,

Die Dimensionierug des R's (200K <= R <=300k) fällt im übrigen auch nicht vom Himmel.

das der R nicht zu klein sein sollte ist klar. Aber woher die Obergrenze? Beim sogenannten
LarMar PPIMV sind es ja auch 2M2...

Gruß, Peter
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Hardcorebastler am 11.10.2011 12:17
Hi Bea,
die 25 Gang P-Trimmer sind nicht vergleichbar mit normalen kleinen Potis,
da die ganze Mechanik anders gebaut und gekapselt ist, nimm Vishay Trimmer,
Ob die auf das alte Lochraster passen ? müsstes du anhand der Datenblätter überprüfen,

Natürlich kannst du einen festen Fixbias Punkt mit einem Spannungsteiler aus Festwiderständen bilden der dann parallel mit der Potimittenanzapfung liegt,
müsste nur genau dimensioniert sein,sonst geht deine Einstellmögliichkeit gegen Null,
ich habe mit den 25 Gang Trimmern sehr gute Erfahrungen gemacht, kein Ausfall bei unzähligen Einstellungen

Gruss Jörg
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: silverface am 11.10.2011 12:20
warum nicht einfach so?

                                       -Bias  o--------Festwiderstand------o--------------o----220 k---> Gitter
                                                                                          l                    l
                                                                                          l                    l
                                                                                      Trimmer              o----220 k---> Gitter
                                                                                          l                    l
                                                                                          l                   
                                                                                       Masse


nicht gezeichnete Elkos, Gridstopper usw. könnt ihr euch sicher dazu denken

LG, Gernot
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Nils H. am 11.10.2011 12:27
Moin,

Plan im Anhang, um mal die Verwirrung zu lichten (Auszug aus meinem Dreikanaler). Wenn der Schleifer abhebt, liegt am "Schleifer-Ende" von R87 die maximale negative Spannung an und der Ruhestrom sinkt auf Null ab.

Gruß, Nils
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Manfred am 11.10.2011 12:40
Hallo Franz,

Zitat
Dann erklär mir bitte wenn ich einen Widerstand an den Schleiferkontakt löte und den Schleifer von der Bahn abhebe - was ist dann am Widerstand ? bei mir jedenfalls nichts.

Auf diese Idee wäre ich nicht gekommen, mit Anschlußpunkt meine ich natürlich die Lötstelle an den Anschlußpins  der Potis. Wer lötet schon an der Potimechanik rum?

Gruß
Manfred
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Manfred am 11.10.2011 12:48
Hallo Bea,

Zitat
Was wäre denn, wenn man beide Zweige des Trimmpotis mit Festwiderständen der  Größenordnung des Trimmers brückt, vielleicht sogar ein Poti von 50 k mit 2 mal 27 k? Dann läge im Fall eines Schleiferdefekts der Arbeitspunkt irgendwo in der Mitte des Einstellbereichs, denn die beiden Widerstände blieben als Spannungsteiler übrig.

da verschiebt sich der Einstellbereich, und dieser ist dann nicht mehr linear , sprich propotional zur Reglerdrehung. Da wird es schwierig mit der Einstellung. Das mit dem Parallelwiderstand mit ~ 10*Rpoti
hat sich bewährt. Die kann man gut an die Lötpunkte des Potis auf der Kupferseite der Platine löten, nicht an die Potimechanik um Mißverständnisse zu vermeiden.

Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Nils H. am 11.10.2011 14:25
Hallo

Ein Widerstand vom Schleifer zum Biaseingang ?

Wenn der Schleifer in der Luft hängt ist an dem Überbrückungswiferstand das gleiche wie am Schleifer, nämlich nichts, der Widerstand ist vollkommen sinnlos.

ich würde gleichfalls ordentliche Trimmer empfehlen, ich kann mich nicht erinnern gehört zu haben dass bei einem Spindeltrimmer der Schleifer Probleme gemacht hätte, zumindest würde ich wenn der alte Trimmer fragwürdig ist einen neuen verbauen, und keine Zwergenbauform.

Gruß Franz

Moin Franz,

wenn beim Biaspoti der Schleifer abhebt, hängt er (und damit die Bias-R) einfach in der Luft. Ist aber über Potieingang und Schleifer ein R gelötet, stellt dieser Widerstand die Verbindung zur BIAS-Schaltung her, wenn der Schleifer abhebt. Im Normalbetrieb fällt der R aber nicht weiter auf, er verbiegt nur ein wenig den Regelweg des Potis.

Gruß, Nils
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Nils H. am 11.10.2011 14:48
Hi Nils

jo ich hab schon kapiert was gemeint ist.

trotzdem halte ich mehr von einem ordentlichen Trimmer, ich verbaue möglichst keine Bauteile die nicht nötig sind.

Gruß Franz

Also bei mir ist das eher ein Angstbauteil, das isch durchaus auch mal weglasse - allerdings stört es halt auch nicht und macht den Amp ein kleines Stück sicherer. Ich hab jetzt nicht wirklich Langzeiterfahrung im Bereich von mehreren Jahrzehnten mit ein und demselben Amp, aber mir hat in den letzten 20 Jahren bei keinem Amp der Schleifer vom BIAS-Poti abgehoben. Ich hab allerdings auch nie richtigen Schrott verbaut - wenn man ein Poti einbaut, das so klapprig ist, dass bei dem schon beim Angucken in der Bauteileschublade der Schleifer abzuheben droht, darf man sich eben nicht nicht wundern. Die Piher(?) ausm  Shop machen bisher aber einen sehr soliden Eindruck.

Gruß, Nils
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: _peter am 11.10.2011 14:52
Hallo,

für die in auch Marshall und co verbaute Variante, die einfach den Spannungsteiler als
ganzes verkleinert, bräuchte man aber verhältnismäßig größere Potis, um beim gleichen
Einstellbereich zu bleiben. Ist an sich kein Problem - wenn man aber mit dem schönen
10k-Bias-Poti (mit Einstellschlitz statt Achse aber dennoch für Chassismotnage) hier aus
dem Shop arbeiten möchte, wird der Bias-Zweig viel niederohmiger. Wobei sich das das
sicher noch in Grenzen hält. Dann fließen eben ganze 2mA  ;D

Gegen einen Sicherheits-R über so ein Poti spricht nichts - stört dort nicht und hört man nicht.

Gruß, Peter
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: bea am 11.10.2011 15:15
... Die Piher(?) ausm  Shop  ...

... gibts in dieser Bauform schon ewig und für kleines Geld - Probleme hatte ich noch nie mit ihnen. Dennoch ist Vorsicht bekanntlich Mutter der Porzellankiste, und es spricht je nichts Grundsätzliches gegen zwei Pfennigbauteile zum zusätzlichen Absichern eines anderen Pfennigbauteils. (Auch wenn ein Leerlaufschutz der Endstufe wohl wichtiger sein dürfte - aber das ist eine andere Baustelle).

Im BassKing waren bereits Trimmer in genau dieser Bauform bereits nachgerüstet, und für den G-2000 hab ich sie bereits besorgt.

Beate
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Manfred am 11.10.2011 17:59
Hallo Franz,

Zitat
Dann erklär mir bitte wenn ich einen Widerstand an den Schleiferkontakt löte und den Schleifer von der Bahn abhebe - was ist dann am Widerstand ? bei mir jedenfalls nichts.

Natürlich brauche ich ein Brille, sonst sind die  Beiträg für mich ein grauweißes Streifenmuster. ;D

Da habe ich wohl was mißverstanden den Schleiferkontakt habe ich als Teil des mechanischen Schleifers interpretiert.

Gruß
Manfred

Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Manfred am 11.10.2011 18:09
Hallo Beate,

Zitat
es spricht je nichts Grundsätzliches gegen zwei Pfennigbauteile zum zusätzlichen Absichern eines anderen Pfennigbauteils.
(Auch wenn ein Leerlaufschutz der Endstufe wohl wichtiger sein dürfte - aber das ist eine andere Baustelle).

Das Centbauteil Widerstand rettet dem Eurobauteil Röhre, im Falle des Potidefekts, das Leben.
Natürlich wird der Potischleifer nicht von selbst abheben, da ist ein Ding für die fünfte Dimension, da soll es so etwas geben. ;D
Es geht schneller als man denkt, da hat man den Schraubendreher verkantet und der Schleifer ist verbogen.
Ich bin eigentlich nicht ungeschickt, aber mir ist das an anderer Stelle schon passiert.

Gruß
Manfred
 
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: bea am 11.10.2011 20:02
Das Centbauteil Widerstand rettet dem Eurobauteil Röhre, im Falle des Potidefekts, das Leben.

Nicht zuletzt deshalb habe ich diesen Thread ja gestartet. Bei nem 200-W-Verstärker kann es ja ganz schön teuer werden, vor allem, wenn der Röhrentod Folgeschäden am AÜ verursacht.

Grüße

Beate
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: mceldi am 11.10.2011 20:32
Huhu!

Mal ein bischen Kleinsenf von meiner Seite.

Ich habe in meinem King die BIAS-Potis durch Spindeltrimmer ersetzt. Da die natürlich nicht auf die Platine passen, habe ich ein Daughterboard gebaut. Lange Pins, die in die Lötaugen der Platine passen, und obendrauf die Spindeltimmer. Ein paar "Angstwiderstände" passen da wohl auch noch drauf (hab ich aber weggelassen).

Ciao
 John
Titel: Re: Fixed Bias und defekte Trimme
Beitrag von: Showitevent am 12.10.2011 19:49
warum nicht einfach so?

                                       -Bias  o--------Festwiderstand------o--------------o----220 k---> Gitter
                                                                                          l                    l
                                                                                          l                    l
                                                                                      Trimmer              o----220 k---> Gitter
                                                                                          l                    l
                                                                                          l                   
                                                                                       Masse


nicht gezeichnete Elkos, Gridstopper usw. könnt ihr euch sicher dazu denken

LG, Gernot

Die Schaltung hat einen ganz kleinen Nachteil ist aber je nach dimensionierung der Elkos und der Festen widerstände (von denen noch einer vom pot gegen masse fehlt) der einfachste weg.
Problem ist aber, dass beim verändern des Wertes die Schaltung gesamt niederohmiger oder hochohmiger wird. In der Regel ist das kein problem mitunter aber eventuell belastend für die Sauberkeit der Spannung.