Tube-Town Forum
Technik => Tech-Talk Marshall => Thema gestartet von: Del Pedro am 24.01.2013 00:04
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Hallo,
ich will einen Epiphone Valve Junior zum Marshall umbauen (mit einer "Baby Will" Platine von guitaramplifierpcbs). Ich will den Amp nach Larrys Smart-20 Mod zweikanalig aufbauen:
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,8760.msg79099.html#msg79099
Zusätzlich hätte ich auch gerne die Option wie beim Baby Will am Eingang eine Triode oder beide parallel zu verwenden.
Dazu habe ich zwei Fragen:
-Kann ich die zwei Kanäle einfach parallel an die Anoden von V1 hängen? Oder sollte dort auch geschaltet werden?
-Kann man die Single/Parallel Schaltung von V1 so vornehmen? Oder sollte man das Gitter von V1b bei "single" Betrieb über einen 1M Widerstand auf Masse legen, in der Luft hängen lassen, ...?
Über weitere Hinweise/Verbesserungsvorschläge zu der Schaltung freue ich mich auch.
Grüße
Peter
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Hallo Peter,
zuerst mal, der Unterschied zwischen Single und Parallel-Betrieb ist in der Praxis enttäuschenderweise geringer als auf dem Papier.
Ich würde eher jede Triode einzeln verwenden. So kannst Du mit verschiedenen Arbeitspunkten arbeiten und hast zwei echte Kanäle.
Wenn Du so wie Du's jetzt hast beide Tonestacks vom gleichen Punkt abgehen lässt werden sie sich sehr gegenseitig beeinflussen. P2 und P4 wirken für beide Känale als Lautstärke-Regler.
Viele Grüße
Janko
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Hallo Peter,
ich hab mir vor längerer Zeit auch einen Smart-20 nach Larrys Plan gebaut http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,15748.msg155151.html#msg155151 (http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,15748.msg155151.html#msg155151). Hab dann auch mit Parallelschaltung, gemeinsamen und getrennten Katoden der Vorstufe herum experimentiert. Die Parallelschaltung bringt nicht wirklich was; man hört kaum einen Unterschied. Das gleiche gilt für getrennte oder gemeinsame Katoden. Am besten du nimmst eine Triodenhälfte pro Kanal, also getrennte Anoden. Ich hatte mal probehalber die beiden Kanäle mischbar geschaltet, also hinter den beiden Volume-Potis jeweils einen 220k und die dann zusammen aufs Gitter des PI. Da kann man auch interessante Sounds einstellen, da der Normalkanal deutlich basslastig ist, während der ursprüngliche Tremolokanal viel mehr Höhen bringt.
Wenn man die beiden mischt, hat man so was Ähnliches wie eine Treble-/Bass-Regelung. Auf Dauer bin ich aber wieder zur ursprünglichen Schaltung zurückgegangen. Du kannst das ja sehr schnell an diesem Amp ausprobieren.
Ich würde dir übrigens empfehlen, die Ton-Schaltung des Bright-Kanals wie im Original Marshall mit zwei 4,7n-Cs hintereinander und dem 470k dazwischen auf Masse zu machen. Der Unterschied zu deiner Variante liegt darin, dass die Originalversion einen zweistufigen Filter darstellt, der ab der unteren Grenzfrequenz die Bässe doppelt so steil wie deine Variante abregelt. Das gibt einen deutlich knackigeren Ton.
Gruß Axel
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Hallo Janko, Hallo Axel,
vielen Dank für die Tipps!
Ich werde die Parallelschaltung der Trioden dann weglassen und auch Axels Tipp zur Beschaltung des Bright Kanals ausprobieren.
Außerdem bekommen die EL84 eine getrennte Kathodenbeschaltung, ich habe nämlich ein paar nicht gematchte Röhren.
Im Prinzip solls dann also die gleiche Schaltung wie bei Axel und Larry werden :) Mal gucken, ob ich das alles auf die Platine gequetscht bekomme ...
Axel, macht es deiner Meinung nach Sinn die Kanäle fußschaltbar zu machen? Oder sind die Kanäle zu verschieden als dass es sinnvoll wäre?
Viele Grüße
Peter
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Hi Peter,
die Fußumschaltung könnte schon Sinn machen, wenn du bspw. von Rhythmus-Sound (Normal-Kanal) auf Solo (Bright-Kanal) umschalten willst und dabei auch die Lautstärke änderst. Ich benutze meistens den Bright-Kanal in einer Einstellung, daß es gerade schön cruncht. Dann kann ich mit dem Volume an der Klampfe auf clean zurückdrehen. Für richtige Zerre nehm ich einen Bodentreter, meistens einen Tube-Screamer.
Ich hab übrigens kürzlich das VoCo aus Dirks Shop eingebaut. Ich empfehle dir nur die G2-Spannung zu regeln. Das klingt für mich zumindest besser. Zimmerlautstärke kriegst du damit nicht hin, aber um auf der Probe oder bei kleineren Gigs die Lautstärke zu zügeln, ist das eine feine Sache.
Für den Tonregler im Bright-Kanal habe ich übrigens ein lineares Poti verbaut.
Ich hab mal meine aktuelle Schaltung angehängt.
Gruß Axel
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Hallo,
Ich finde die ursprüngliche Eingangsbeschaltung mit dem seriell/parallel-Schalter sehr interessant.
Habt ihr euch das mal genau angeschaut?! Auf "parallel" arbeiten die Röhren ganz normal parallel...wie sie es sollen. Wenn man über den Schalter das Gitter von V1b an Masse legt, schaltet die Röhre auf Gitterbasisschaltung. Sie ist nicht stumm geschaltet, sondern arbeitet immer noch mit. Nur eben, dass sie beim umschalten die Phase dreht und V1a gegenkoppelt.
Da gibt es ganz schöne Unterschiede in der Verstärkung.
Blau - Anodenstrom V1a
Rot - Anodenstrom V1b
Grün - Ausgangsspannung
Gruss Casim
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Hallo Axel,
danke für deinen Schaltplan.
Umschalten der Kanäle mache ich dann mit Dirks Bausatz.
Ich hab übrigens kürzlich das VoCo aus Dirks Shop eingebaut. Ich empfehle dir nur die G2-Spannung zu regeln. Das klingt für mich zumindest besser. Zimmerlautstärke kriegst du damit nicht hin, aber um auf der Probe oder bei kleineren Gigs die Lautstärke zu zügeln, ist das eine feine Sache.
Vielleicht probiere ich die G2-Regelung nochmal. Aber eigentlich bin ich von der Regelung der kompletten Endstufe überzeugt. Habe bzw. hatte die Schaltung (zusammen mit einem PPIMV) schon in zwei Amps und bin sehr zufrieden damit. Die G2-Regelung habe ich an einem Amp mal getestet, hat mir allerdings weniger gefallen.
Ich benutze die Regelung aber auch um den Amp auf Zimmerlautstärke zu zügeln, nicht für Feinheiten in der Band. Und als kleinen Nebeneffekt freue ich mich, dass die Röhren geschont werden :)
Für den Tonregler im Bright-Kanal habe ich übrigens ein lineares Poti verbaut.
Danke für den Hinweis. Darauf hätte ich auch selbst kommen können. Habe den Tonregler schon zweimal mit einem logarithmischen Poti verbaut und habe den Regler immer mindestens dreiviertel aufgedreht :)
Viele Grüße
Peter
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Hallo,
Ich finde die ursprüngliche Eingangsbeschaltung mit dem seriell/parallel-Schalter sehr interessant.
Habt ihr euch das mal genau angeschaut?! Auf "parallel" arbeiten die Röhren ganz normal parallel...wie sie es sollen. Wenn man über den Schalter das Gitter von V1b an Masse legt, schaltet die Röhre auf Gitterbasisschaltung. Sie ist nicht stumm geschaltet, sondern arbeitet immer noch mit. Nur eben, dass sie beim umschalten die Phase dreht und V1a gegenkoppelt.
Da gibt es ganz schöne Unterschiede in der Verstärkung.
Blau - Anodenstrom V1a
Rot - Anodenstrom V1b
Grün - Ausgangsspannung
Gruss Casim
Hallo Casim,
das war dann wohl Zufall aufgrund von Unwissenheit :)
Grüße
Peter
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Hallo,
so, der Amp läuft. Zum Sound kann ich noch nicht wirklich was sagen, dazu muss ich noch lauter testen. Der erste Eindruck bei Zimmerlautstärke ist etwas furzig und etwas muffig. Und deutlich anders als ich den Smart-20 in Erinnerung habe.
Die Kanalumschaltung hat mir ziemliche Probleme gemacht, ich habe mir damit Brummen eingehandelt. Die Schaltung aus dem ersten Beitrag hatte ich um diese Kanalumschaltung erweitert (aufgebaut auf Lochrasterplatine):
http://www.tube-town.net/info/datenblaetter/kits/kit-chsw2-6.pdf
Damit hats heftig gebrummt wenn das Relais geschaltet war. Etwas weniger in der anderen Stellung. Außerdem noch abhängig von der Stellung des VVR-Potis.
Hier habe ich zwei Themen gefunden die sich mit dem gleichen Problem beschäftigen, mit meinem beschränkten Halbwissen habe ich das Problem aber nicht wirklich verstanden.
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?topic=15169.0
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,12538.msg116131.html#msg116131
Habe wie im zweiten Thread erwähnt vor den Brückengleichrichter zwei Elkos gepackt, je 100µF. Damit war das Brummen geringer, aber noch nicht verschwunden.
Bin nun bei der Schaltung im Anhang gelandet (eine Hälfte des Relais schaltet die Kanäle (statt S2), die andere Hälfte soll LEDs schalten).
Damit funktionierts wunderbar, kein störendes Brummen mehr.
Kann man die Schaltung verwenden oder gibts etwas das gegen diese Variante spricht?
Falls ja, was hilft dann gegen das Brummen? Kondensatoren vor den Gleichrichter, aber deutlich größere Kapazität als 100µF?
Grüße
Peter
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Hallo,
hier ein paar Bilder des Amps. Vor allem was die Verkabelung angeht sicher nicht perfekt, aber ich bin zufrieden. Irgendwann werde ich wahrscheinlich noch die Blende des Gehäuses neu beziehen - schwarz mit goldenem Piping.
Einzig die Knöpfe gefallen mir nicht so recht. Sie sind mir zu dunkel, wirken eher wie Messing als wie Gold. Weiß jemand bei welchem Anbieter die Knöpfe heller sind (diese sind von Dirk)?
Grüße
Peter
PS: Die Frage von gestern zur Spannungsversorgung des Relais ist noch aktuell :)
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Hi,
sieht gut aus! Glückwunsch :topjob:
Ich find die Knöpfe sehen gut aus.
Könntest du gelegentlich mal die relevanten Spannungen messen (HV am Netzteil, Anoden, Schirmgitter und Katoden der Endrohre, Heizung) und posten? Würde mich mal interessieren wie sich der ValveJr-Netztrafo mit der Belastung durch 2 EL84 verhält. Wird der NT übermäßig warm? Es geistern ja viele Gerüchte im Netz um diesen Trafo, aber Keiner weiß was Genaues. Kannst du evtl auch eine Leistungsmessung durchführen?
Gruß Axel
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Hallo Axel,
Hi,
sieht gut aus! Glückwunsch :topjob:
Ich find die Knöpfe sehen gut aus.
Danke.
Ich finde die Knöpfe etwas zu dunkel. Ich habe noch einen hier der etwas heller ist und mir besser gefällt. Weiß nur nicht mehr wo ich den her habe.
Könntest du gelegentlich mal die relevanten Spannungen messen (HV am Netzteil, Anoden, Schirmgitter und Katoden der Endrohre, Heizung) und posten? Würde mich mal interessieren wie sich der ValveJr-Netztrafo mit der Belastung durch 2 EL84 verhält.
Kommt morgen.
Wird der NT übermäßig warm? Es geistern ja viele Gerüchte im Netz um diesen Trafo, aber Keiner weiß was Genaues.
Mit offener Rückwand wird der Trafo nicht arg warm (der Trafo im Little Joe wird deutlich wärmer). Sowohl beim Spielen bei Zimmerlautstärke (also runtergeregelten Spannngen) als auch mit Hochspannung an den Endröhren, dann aber im Leerlauf. Wie es sich bei Vollgas im Proberaum oder auf der Bühne verhält weiß ich nicht (und kann ich auch nicht testen).
Wenn gewünscht könnte ich den Amp ein paar Stunden mit Frequenzgenerator am Lastwiderstand laufen lassen.
Kannst du evtl auch eine Leistungsmessung durchführen?
Nachdem ich mir heute ein Gehäuse für einen Lastwiderstand gebastelt habe - ja :)
Wie geht man dabei vor? Welche Frequenz? Signal an den Input oder direkt an den Phasendreher? Wie wird beurteilt wann die Endstufe zu zerren beginnt?
Ach ja, seit heute habe ich ein lautstärkeabhängiges Brummen >:( Ich nehme aber nicht an, dass das die Leistungsmessung verfälschen wird??
Grüße
Peter
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Hallo Peter,
die Messung der Effektiv-Dauerleistung bei anliegendem Sinussignal macht man folgendermaßen:
- Sinus mit 1000Hz an den Input oder PI
- Oszi bei angeschlossenem Lastwiderstand an den Speaker-Out
- Nun das Signal so regeln, dass am Oszi gerade noch keine Abflachungen erkennbar sind
- Spannungswert (Vss Spitze-Spitze) am Oszi ablesen; z.B. 32Vss bei 8 Ohm.
- Zugehörige Leistung ausrechnen:
(Vss x 0,5) / 1,41 = Veff ; im Bsp. also 32 x 0,5 / 1,41 = 11,4Veff
P = Veff x Veff / R ; also 11,4 x 11,4 / 8 = 16,2 Watt
Das Abflachen der Kurve am Oszi sieht man, wenn man mit der Signalstärke spielt. Ich gebe meistens ein relativ kleines Signal in den Input. Statt eines Signalgenerators nehme ich MULTISINE, das es als Freeware für den PC gibt. Das Signal muss man dann eben in der Vorstufe so regeln, dass es sauber (clean) am PI ankommt. Die 1000Hz entsprechen der Norm, nach der die Leistung üblicherweise gemessen wird. Kannst ja auch mal bei sonst gleichen Einstellungen die Frequenz verändern. Dann siehst du mal was dein OT so drauf hat und was die Tonregelung bewirkt. Interessant ist es auch die HV zu messen, wenn dein Amp seine volle Leistung abgibt.
Gruß Axel
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Hallo Axel,
so, Leistungsmessung ist durchgeführt. 1kHz Sinus am Eingang. Signal am PI anlegen habe ich nicht hinbekommen, muss ich wohl irgendwie verbockt haben (sehr geringer Output (<0,2W), angelegtes Signal max. 20Vss). Falls Vorstufe oder PI vor der Enstufe zerrt gibt halt ein falsches Ergebnis. Aber da ich es eh etwas schwierig fand den Punkt zu bestimmen ab dem der Sinus verzerrt wird und man daher eh keine Präzisionsmessung macht ist der Fehler denke ich zu verschmerzen.
Ausgangsspannung habe ich mit einem (True RMS) Multimeter gemessen. Habe ca. 12-13W gemessen.
Im Anhang die Spannungen. Voll aufgedreht im Leerlauf, im Leerlauf bei Runtergeregelter Spannung (nicht minimale Spannung, die wäre 2,7V) und vollaufgedreht mit 1kHz Sinus am Eingang.
Klingen die Messwerte vernünftig? Oder zu wenig Leistung? Oder ist es seltsam, dass die Spannung an den Schirmgittern einbricht wenn die Endstufe zerrt?
Röhren sind übrigens zwei 6P14P-EB.
Den angelegten Sinus hat man übrigens recht deutlich aus dem Trafo gehört!?? Ist das normal?
Grüße
Peter
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@Peter:
Wenn ich diese fliegende Sicherung aus Weichplastik in einem Gerät mit meist hohen Spannungen (+ Temperaturentwicklung) sehe, bekomme ich eine Gänsehaut. ::)
Warum nicht eine solide Einschraubsicherung nehmen - da braucht es keine Oberdeck-Kabelführung etc. und das Ding hängt nicht so rum. Primär ist doch was Gescheites als Si-Halter drin!
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@Peter:
Wenn ich diese fliegende Sicherung aus Weichplastik in einem Gerät mit meist hohen Spannungen (+ Temperaturentwicklung) sehe, bekomme ich eine Gänsehaut. ::)
Warum nicht eine solide Einschraubsicherung nehmen - da braucht es keine Oberdeck-Kabelführung etc. und das Ding hängt nicht so rum. Primär ist doch was Gescheites als Si-Halter drin!
Hallo,
das ist der Originalsicherungshalter des Valve Junior Trafos. Ist auch nur die Heizspannung. Solange der Sicherungshalter nicht verreckt lasse ich ihn drin. Wenn er das Zeitliche segnet nehme ich die Sicherung ganz raus.
Grüße
Peter
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Hi Peter,
es gibt auch viel Murks bzgl. Bauteile-Qualität in der Industrie (Rotstift-Denken!). Das wäre mir zu heikel - wenn ich es besser weiß, ändere ich in meinem Gerät die Qualität nach oben.
Auch wenn es "nur" die Heizung ist - gerade da fließen nette Ströme! Und was machst Du, wenn Du den Ausfall nicht schnell genug merkst, das Teil sich auflöst und es einen unabgesicherten "Kurzen" gibt? Neue Heizwicklung kaufen?
Gruß
Claus
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Hallo Peter,
danke für die Messwerte. Die Spannungen, die du gemessen hast, sehen nicht ungewöhnlich aus. Über den Widerling R27 fallen 52 Volt ab, das macht einen Strom von 23,6mA für die beiden Schirmgitter, also kanpp 12mA pro Gitter. Nach meinen Datenblättern zur EL84 sollte der Strom im AB-Betrieb bei 250V am Schirmgitter bei 7,5mA und bei 300V bei 11mA liegen. Im ersten fall gibt das datenblatt eine Leistung von 11W an, im zweiten Fall 17W. Von daher passen deine Werte. Die Leistungseinschränkung auf 11 Watt rührt von der einbrechenden SG-Spannung. Du kannst ja mal den R27 verkleinern.
Der ValveJr-NT scheint jedenfalls nicht in Knie zu gehen mit 2 EL84 (siehe Anodenspannung, die nur um 9V absinkt bei Volllast). Ich benutze einen W*sten NT, der unter Volllast ähnlich mit der Spannung einsinkt und dabei aber schon im "Zimmerbetrieb" knallheiß wird (so daß man die Finger sofort wieder wegnimmt).
Ich erinnere mich, dass ich ca. 16 bis 17 Watt mit meiner Standard EL84-PP Endstufe gemessen habe. Irgendwo hier hab ich die Messung auch mal gepostet.
Da ich für die 6P14P-EB kein Datenblatt habe, kann ich nicht beurteilen inwieweit die von der EL84 abweicht.
Gruß Axel
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Hallo Peter,
danke für die Messwerte. Die Spannungen, die du gemessen hast, sehen nicht ungewöhnlich aus. Über den Widerling R27 fallen 52 Volt ab, das macht einen Strom von 23,6mA für die beiden Schirmgitter, also kanpp 12mA pro Gitter. Nach meinen Datenblättern zur EL84 sollte der Strom im AB-Betrieb bei 250V am Schirmgitter bei 7,5mA und bei 300V bei 11mA liegen. Im ersten fall gibt das datenblatt eine Leistung von 11W an, im zweiten Fall 17W. Von daher passen deine Werte. Die Leistungseinschränkung auf 11 Watt rührt von der einbrechenden SG-Spannung. Du kannst ja mal den R27 verkleinern.
Der ValveJr-NT scheint jedenfalls nicht in Knie zu gehen mit 2 EL84 (siehe Anodenspannung, die nur um 9V absinkt bei Volllast). Ich benutze einen W*sten NT, der unter Volllast ähnlich mit der Spannung einsinkt und dabei aber schon im "Zimmerbetrieb" knallheiß wird (so daß man die Finger sofort wieder wegnimmt).
Ich erinnere mich, dass ich ca. 16 bis 17 Watt mit meiner Standard EL84-PP Endstufe gemessen habe. Irgendwo hier hab ich die Messung auch mal gepostet.
Da ich für die 6P14P-EB kein Datenblatt habe, kann ich nicht beurteilen inwieweit die von der EL84 abweicht.
Gruß Axel
Hallo Axel,
da ich den Amp eh so gut wie nie ausfahren ausfahren kann kommt es mir auf das letzte Watt Leistung nicht an. Von daher lasse ich es mal so. Wenn ich noch die Ursache des Brummens finde wäre ich mit dem Amp sehr zufrieden.
Wie gesagt wird der Netztrafo nicht nennenswert warm. Ich habe ja noch einen zweiten umgebauten Valve Jr./GA5, der funktioniert seit über einem Jahr ohne Probleme. Und wenn ich mir die Heizspannung anschaue könnte der Trafo vielleicht auch noch eine weitere Vorstufenröhre verkraften :)
Mit zwei Sovtek EL84 war die Leistung sehr ähnlich. Zu den 6P14P weiß ich auch nichts, die habe ich mal vom Vertrieb als Ersatz für die EL84 eines Smart-20 bekommen. Waren da allerdings nicht zu gebrauchen, da sie überhaupt nicht gematched sind und eine heftige rote Bäckchen bekommen hatte. Jetzt mit der getrennten Kathodenbeschaltung scheinen sie aber gut zu funktionieren.
Ach ja, das man das Eingangssignal am Ausgangsübertrager hören kann ist normal, oder?
Grüße
Peter
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Ach ja, das man das Eingangssignal am Ausgangsübertrager hören kann ist normal, oder?
Ja.
Gruß Axel
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Für die Kanalumschaltung muss ich mir was anderes einfallen lassen. Die langen Leitungen zum Relais fangen sich Störungen ein, und bei eingestecktem Fußschalter brummts etwas.
Jetzt rächt sich das kleine Chassis. Ein Platz fürs Relais in der Nähe der Volume-Potis fällt mir nämlich nicht ein.
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So, jetzt läuft das Ding ohne Probleme. Habe das Relais näher zur Frontplatte gesetzt und die Leitung gekürzt, jetzt sind die Nebengeräusche deutlich geringer.
Die Stromversorgung des Relais aus der Heizspannung habe ich nicht brummfrei hinbekommen. Habe daher einen 6V Printtrafo eingebaut. Befestigt mit Sekundenkleber und Kabelbinder - für die Bühne wohl nichts, fürs Wohnzimmer sollte es genügen.
Im Anhang noch der aktualisierte Schaltplan. Die Umschaltung per Relais ist etwas dämlich gezeichnet, aber ich denke man kann erkennen wie es gemeint ist.
Der Normalkanal könnte für meinen Geschmack mehr Höhen vertragen (so habe ich auch den Smart-20 in Erinnerung). Voll aufgedreht gehts gerade so (ein paar Reserven wären aber auch nicht schlecht), mit zurückgenommenem Volume klingt der Kanal aber doch recht muffig. V.a. mit Humbuckern.
Hat jemand Tipps wie man dem Kanal zu mehr Brillanz verhelfen kann? Bright Kondensator übers Volume ist mir bekannt. Was geht noch? An der Tonblende rumspielen (C7 verkleinern?)?
Grüße
Peter
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Hi,
bzgl. des Tonreglers im Normal-Kanal: Ich würde es eher mal mit einer Erhöhung von R8 probieren. Dann werden bei Rechtsanschlag des Ton-Potis weniger Höhen auf Masse geleitet.
Gruß Axel
Edit: Evtl auch die KAt-Cs der Endrohre verkleinern?
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Hi,
bzgl. des Tonreglers im Normal-Kanal: Ich würde es eher mal mit einer Erhöhung von R8 probieren. Dann werden bei Rechtsanschlag des Ton-Potis weniger Höhen auf Masse geleitet.
Gruß Axel
Hallo Axel,
habe für einen ersten Test mal mit Krokoklemmen Widerstände/Kondensatoren parallel zu C7/R8 geschaltet. Bei C7 habe ich keinen Einfluß auf die Höhen gehört, bei R8 minimal. Mit höherem R8 dürfte man minimal mehr Höhen bekommen. Außerdem scheint es etwas mehr Gain zu geben (was gar nicht schlecht ist, da der Kanal leicht leiser ist als der andere). Ich denke ich probiers mal mit 100k oder 120k für R8.
Außerdem habe ich noch Bright Kondensatoren getestet. 100pF sind mir immer noch zu zahm. 250pF ist besser. Für Single Coils evt. schon etwas viel. Mal schauen, ob ich 250pF nehme oder nur 220pF oder 180pF.
Edit: Evtl auch die KAt-Cs der Endrohre verkleinern?
Wirkt sich das auf die Höhen auf? Ich hatte im Hinterkopf, dass sich der Kathoden-Kondensator in der Endstufe eher auf Zerre und "Ansprache" auswirkt.
Viele Grüße
Peter
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Hallo Peter,
ich konnte bei meinem 18Watter durch Reduzierung des Tails beim PI auf 33K ( dein R16) etwas Höhen gewinnen. Der PI dürfte ein klein wenig Gain reduzieren, dadurch aber auch etwas mehr Pegel zu den Endstufen schicken.
Mein LTPI ist ansonsten allerdings mit 1K2, 1M, 1M, ausgelegt.
Gruß, Klaus
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Hey,
Der PI dürfte ein klein wenig Gain reduzieren, dadurch aber auch etwas mehr Pegel zu den Endstufen schicken.
das ist doch ein Widerspruch. Weniger Gain des PI aber mehr Pegel zu den Endröhren? Was denn nun?
Grüße
Mathias
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.....
Wirkt sich das auf die Höhen auf? Ich hatte im Hinterkopf, dass sich der Kathoden-Kondensator in der Endstufe eher auf Zerre und "Ansprache" auswirkt.
Ein dicker Kat-C in der Endstufe bringt mehr Bässe. Wenn du den Kat-C kleiner machst, kommen weniger Bässe, wodurch der Anteil der Höhen steigt. Eigentlich der gleiche Effekt wie an den Kat-Cs der Vorstufe.
Gruß Axel
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Hallo Mathias,
verzeihe mir, ich bin Anfänger. Ich habe die Reduzierung des Tail R’s als Tipp von Stephan (Darkbluemurder) aufgeschnappt. Ich finde leider den Post nicht mehr. Habe ihn wie beschrieben verkleinert und dadurch mehr Clean und auch Höhen erhalten.
Gefühlt haben die EL84 nun mehr Gain im letzten viertel des Masters. Stephan hat es eigentlich auch so in dieser Richtung in seinem Tipp erwähnt. Ich habe es mir notiert:
Zitat Stephan:
Ich habe mit 820R als Kathoden-R im PI gute Erfahrungen gemacht. Der lässt vom Cleanton noch genug Glanz übrig, nimmt aber dem OD-Sound einiges an Kratzbürstigkeit.
Was auch hilft, wenn man den Amp nicht ständig voll aufdreht, ist den Tail-R im PI von 47k etwas zu verkleinern, beispielsweise auf 33k, 27k oder 22k. Das bringt dem PI etwas mehr Headroom, wodurch die PI-Zerre etwas abnimmt. Da der PI dann aber mehr Headroom hat, stellt er ein stärkeres Ausgangssignal zur Verfügung, das die Endstufenröhren stärker antreibt – könnte u.U. zuviel des Guten werden. Ich habe im HoSo56 sowie im HoSo SLO jetzt jeweils 27k drin.
Zitat Ende.
Wenn ich da mit meiner Vermutung falsch liege, dann korrigiert mich bitte. Lerne gerne was dazu. Danke schon mal vorab!
Gruß, Klaus
-
Danke für die Tipps.
Habe jetzt einen 250pF Bright Kondensator überm Volumepoti drin (und R8 auf 100k erhöht). In Zimmerlautstärke bin ich sehr zufrieden mit dem Sound. Test bei höheren Lautstärken folgt nächste Woche.
Grüße
Peter
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Hallo,
hier noch ein Bild mit geänderter Frontblende. Mein erster Versuch mit Tolex und entsprechend eher bescheidenes Ergebnis. Aus etwas Entfernung siehts aber ganz ok aus :)
Der Vollständigkeit halber noch der aktualisierte Schaltplan mit Bright Kondensator.
Der Test des Amps bei voller Lautstärke war auch erfolgreich. Das Konzept mit PPIMV und VVR hat sich auch bewährt. Der Grad an Endstufenzerre lässt sich über PPIMV regeln (zu viel Endstufenzerre klingt für mich nicht gut), und das dank VVR bei jeder Lautstärke (und nur geringer Soundänderung).
Grüße
Peter
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Hi Peter,
sieht doch gut aus :topjob:
Jetzt fehlt nur noch ein passendes Logo auf der Frontplatte des Gehäuses.
Gruß Axel
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Hallo Peter,
ist schön geworden. Bei meinen ersten Versuchen hat mir jemand die tröstenden Worte "die Chinesen können es auch nicht besser" spendiert. :)
Viele Grüße und viel Spaß mit dem Schätzchen,
Wolfgang
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Hi Peter,
sieht doch gut aus :topjob:
Jetzt fehlt nur noch ein passendes Logo auf der Frontplatte des Gehäuses.
Gruß Axel
Hi Axel,
danke. Wenn man Tolex und Piping genau anschaut ist es nicht besonders schön, aber im Großen und Ganzen bin ich schon zufrieden. Mit dem Sound sowieso.
Kleiner Tipp am Rande: kommt nicht auf die Idee das Tolex mit Verdünnung zu reinigen (Kleberreste). Es färbt ab! Hat sich zum Glück mit (farbloser) Schuhcreme noch retten lassen ;D
Für ein Logo fehlt mir eine gute Idee für Namen und Logo.
Viele Grüße
Peter
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Hallo Peter,
ist schön geworden. Bei meinen ersten Versuchen hat mir jemand die tröstenden Worte "die Chinesen können es auch nicht besser" spendiert. :)
Viele Grüße und viel Spaß mit dem Schätzchen,
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
die Chinesen scheinen mittlerweile Übung zu haben, das Gehäuse ist recht vernünftig bezogen :)
Spaß werde ich mit dem Amp sicher haben. Ist schon mein zweiter Valve Junior Umbau (und zwei weitere werden noch folgen :) ). Ich mag die Dinger. Schön klein, bei Bedarf ordentlich laut, aber (mit VVR) auch sehr gut für zu Hause zu gebrauchen. Und den Schwaben in mir freut, dass die Umbauten deutlich günstiger sind als ein komplett selbst gebauter Amp ;)
Viele Grüße
Peter
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Hallo Peter
Was ein Schlitzauge kann solltest Du auch schaffen ;) die Front ist jedenfalls recht nett.
Warum nimmst nicht Deinen Namen als Logo ? klingt ja nicht übel, ich hatte erst das gleiche Problem um nicht fast das halbe Format ungenutzt zu lassen, hab einfach im Inscape mit ein paar verschiedener Schriften probiert und mich dann für das im Anhang entschieden, vielleicht eine kleine Anregung.
Gruß Franz
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Für ein Logo fehlt mir eine gute Idee für Namen und Logo.
Ich habe bei mir damals auch einfach eine mich ansprechende Schrift gesucht. Und warum spielst Du bzgl. Namen nicht einfach mit Deinem / Deinen Namen (siehe "Marshall" oder "Narb" - rückwärts Bran 8)), einem Hausfrauenwort ("kitchen-Amp"), Deinen Initialen oder einem Spitznamen? Freie Schriften gibts im Internet viele.
Viele Grüße und viel Spaß beim Austoben,
Wolfgang
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Moin Peter,
sehr knuffig sieht er aus! :topjob:
Schade, dass das Brummproblem mit der Relais- Spannungsversorgung aus der Heizspannung nicht in den Griff zu bekommen war.
Du hattest sie doch am Anfang exakt so aufgebaut wie die in dem entsprechenden TT- Bausatz, oder?
Gruß
Jacob
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Ich nochmal- diesen Bausatz hier meinte ich:
http://www.tube-town.net/info/datenblaetter/kits/kit-chsw2-6.pdf
Gruß
Jacob
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Moin Peter,
sehr knuffig sieht er aus! :topjob:
Schade, dass das Brummproblem mit der Relais- Spannungsversorgung aus der Heizspannung nicht in den Griff zu bekommen war.
Du hattest sie doch am Anfang exakt so aufgebaut wie die in dem entsprechenden TT- Bausatz, oder?
Gruß
Jacob
Ich nochmal- diesen Bausatz hier meinte ich:
http://www.tube-town.net/info/datenblaetter/kits/kit-chsw2-6.pdf
Gruß
Jacob
Hallo Jacob,
ja, genau so habe ich die Spannungsversorgung des Relais aufgebaut (sofern ich nicht einen unentdeckten Fehler eingebaut habe :) ). Mit meinem beschränkten Wissen habe ich den Brumm leider nicht wegbekommen.
Grüße
Peter
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Hallo,
die Spannungsversorgung der Relais hat doch nichts mit dem Brumm der Heizung zu tun. Zumal werden die Relais doch aus einem eigenen Trafo versorgt, oder habe ich etwas überlesen bzw. übersehen ?
Gruß, Dirk
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Hallo,
die Spannungsversorgung der Relais hat doch nichts mit dem Brumm der Heizung zu tun. Zumal werden die Relais doch aus einem eigenen Trafo versorgt, oder habe ich etwas überlesen bzw. übersehen ?
Gruß, Dirk
Hallo,
ich will nicht bestreiten, dass ich evtl. aus Unwissenheit Quatsch zusammen gelötet habe.
Ich habe auf jeden Fall die drei Varianten im Anhang ausprobiert. Alle haben gebrummt. Mit abgeklemmtem Relais war ebenso Ruhe wie jetzt mit einem extra Trafo fürs Relais.
Grüße
Peter
PS: Die Heizung ist hochgelegt aufs Potential der Kathoden der Endröhren. Jetzt wo ich es gerade sehe, statt wie in der dritten Variante auf Masse hätte ich die Schaltung evtl. auch mal hochlegen sollen.
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Korrektur, bei der zweiten Variante hat Masse gefehlt.
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Hallo,
die Schaltung links sollte gehen aber mit isolierter Schaltbuchse und ohne hochgelegte Heizung bzw. komplett ohne Bezug zur Gehäusemaße.
Die beiden anderen Skizzen brummen.
Lass es also so wie es ist mit getrennten Trafo. Das ist in Deinem Fall die sicherste Lösung.
Gruß, Dirk
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Hallo,
die Schaltung links sollte gehen aber mit isolierter Schaltbuchse und ohne hochgelegte Heizung bzw. komplett ohne Bezug zur Gehäusemaße.
Die beiden anderen Skizzen brummen.
Lass es also so wie es ist mit getrennten Trafo. Das ist in Deinem Fall die sicherste Lösung.
Gruß, Dirk
Hallo Dirk,
bei Variante 1 hatte ich eine isolierte Buchse verwendet. Gebrummt hats trotzdem. Heizung war hochgelegt, aber Massebezug gabs wegen der isolierten Buchse nicht.
Grüße
Peter
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Doch, gab es. Durch das Hochlegen der Heizung.
Gruß, Dirk
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Doch, gab es. Durch das Hochlegen der Heizung.
Gruß, Dirk
Ich sag ja - Unwissenheit :)
Grüße
Peter
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Der Vollständigkeit halber hier der aktuelle Schaltplan. Es gab zwei kleine Änderungen: Der Bright-Kondensator am Volume-Poti ist jetzt schaltbar (Push-Pull Poti). Und nach Studium des Blencowe Buches habe ich die Gitterwiderstände der Endröhren vergrößert.