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Technik => Tech-Talk Design & Konzepte => Thema gestartet von: LöD am 31.03.2015 10:20
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Moin zusammen,
ich habe gerade an folgendem Thema rumüberlegt:
Wie löst man Phasenprobleme bei der Nutzung eines parallelen Effektwegs?
Also wenn ich ein Signal über ein Effektgerät schicke kann das ja in einer anderen Phasenlage wieder in den Amp kommen und dort mit dem trockenen Signal gemischt werden.
ich habe noch nirgends an einem Effektweg einen Phase Switch gesehen.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass je nach dem wie ein solcher Phasenumkehrschalter steht das Summensignal anders klingt.
Oder ist das nur Theorie und nicht praxisrelevant?
Grüße
LöD
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Hi LöD,
da hast Du vollkommen recht. Die Phasenlage bei einer Zumischung ist immer ein Thema. Wenn die nicht stimmt, kommt es zu unerwünschten Effekten wie Auslöschungen oder Phasing etc.
Einige machen da einen Phase-Switch rein, aber der benötigt in der Regel immer eine Zusatzschaltung, nämlich einen Phasendreher. Und das geht eigentlich nur aktiv. Bei einer Röhrenschaltung verbrät das zumindest eine Triodenhälfte, bei einer Sand-Schaltung einen OP.
Bei symmetrischen Schaltungen ist es einfach, da kann man einfach + und - vertauschen. Aber in der Regel haben wir ja fast ausschließlich unsymmetrische Effektwege, d.h. da muß dann ein schaltberer aktiver Phasenumkehrer rein.
Lehle hat da ein gutes Beispiel (mit OPs). Der "Parallel L" und der "Parallel M" haben so etwas. Deren Effektwweg ist allerdings symmetrisch, daher ist das schaltungstechnisch einfach. Das funktioniert bei denen dann dann aber auch prinzipbedingt bei unsymmetrischen Signalen, weil der Effektweg massetechnisch entkoppelt ist.
Blockschaltbild siehe Anhang
Gruß
Häbbe
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Hi,
Phase um 180° drehen ist das eine, wie sieht es aber mit digitalen Effekten und ihrer Latenz aus?
Gruß
Chris
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Die Frage ist eher hört man das umschalten der Phasnelage, so man denn die Möglichkeit hätte?
Oder ist das Signal eh unterscheidlich weil einmal vereffektet und einmal trocken und dadurch die Phasenlage nicht mehr so wild.
LöD
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Salü,
Oder ist das Signal eh unterscheidlich weil einmal vereffektet und einmal trocken und dadurch die Phasenlage nicht mehr so wild.
Dazu kommen auch noch die ganzen frequenzabhängigen Phasenverschiebungen durch RC-Glieder etc.
mfg Sven
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ja eben, deshalb ja die Frage: Hört man einen Phasneumkehrschalter im parallelen Effektweg?
LöD
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Hi LöD,
ja, das hört man, je nachdem, wie stark bzw. welcher Effekt genau da genau reingemischt wird. Bei kurzen Delays z.B. mit starker Beimischung (z.B. um einen Doppeleffekt zu erreichen) hörst Du es sofort, wenn die Phase nicht stimmt. Bei längeren Delays mit leichter Beimischung bzw. leichten Hallbeimischungen wird es dagegen kaum auffalllen.
Bei Modulationen (Chorus, Phaser und Konsorten) wird es evtl. auch etwas weniger auffallen, da diese ja dauernd und periodisch selbst die Phase verschieben)
... das kann sich aber auch immer wieder mal ändern. Manchmal (insbesondere bei analogen Edffekten) kann z.B. sogar eine Temperaturänderung schon ganz leicht die Phase verschieben. Das wird man aber nicht so richtig hören, es klingt vielleicht nur minimal anders ... das selbe gilt auch für minimale Änderungen am Mix-Regler usw.
Im Prinzip hilft beim eigenen Setup nur ein Test. Fällt einem nichts auf bzw. ist der Sound okay, dann ist ja alles in Ordnung.
Ansonsten ... bei klanglichen Veränderungen in Richting dünn bzw. hohl klingend oder leichten unerwünschten Phasing-Effekten sollte man evtl. tatsächlich mal mit gedrehter Phase testen ... sofern man irgendeine Möglichkeit hat (bei einem Stereo Chorus in einem Mono-Setup z.B. mal zw. den beiden Ausgängen wechseln, bei manchen dgitalen Geräten kann man die Phase auch einstellen, etc.)
Gruß
Häbbe
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Hallo zusammen,
das Thema ist schon wat älter, ich weiß...
Nur so ne Überlegung: Wenn das Problem mit der Phasenverschiebung im Effektweg entsteht, wär ja ein Ansatz es auch da zu lösen mit nem kleinen Treterlein, oder?
-Phasenumschalter ganz klassisch, wie schon genannt
-ein Allpassglied für frequenzabhängige Phaserei.. Wie in nem Phaser, eben einer von den Allpässen mit zwei Rs über dem negativen Eingang und dem R/C Glied mit Poti, entweder als "Hochpaß" oder als "Tiefpaß", je nach dem wie rum die Phase drehen soll mit steigender Frequenz.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Allpassfilter - siehe "Aktive analoge Allpässe, Filter 1. Ordnung")
Das ganze mit nem Opamp gepuffert, sind ja eh zwei in nem TL072 etc.
Beide Ansätze sind natürlich nur die Kur für je ein ganz bestimmtes Phasenproblem..
Gruß Bernhard