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Technik => Tech-Talk Design & Konzepte => Thema gestartet von: *genni* am 16.10.2015 13:09

Titel: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 13:09
Hallo Röhrenfans (:

Nach langer Abstinenz vom Ampbau hat mich mal wieder die Lust gepackt ein einfaches Projekt aus Schrott-Teilen zu realisieren. Kurze Beschreibung, ohne viel Text (viel Text schreckt immer ab):

Lastenheft:
- Clean! Und zwar richtig clean, seitens der Vorstufe
- Möglichst variable Klangregelung
- Nutzung eines alten Netztrafos aus einem Plattenspieler, der schon seit ca. 15 Jahren bei mir herum liegt
- Ausgangsübertrager auch aus der Schrott-Kiste
- Gehäuse: so schrottig wie möglich ohne daß es bei jedem mal anfassen gleich bröselt (ich finde den Kontrast zum wunderschönen Clean-Sound reizvoll)
- Lautsprecher: Was passendes mit viel Wirkungsgrad aber kompakt -> 8"

Der Netztrafo war, soweit mich meine Erinnerung nicht trügt, ursprünglich für 1xECC83 und 1xEL95 verantwortlich. Damit fiel eine EL84 aus, den Strom kann der Trafo nicht liefern. Eine EL95 hatte ich erst versucht, aber da die aktive Klangregelung, die ich verbauen wollte, Probleme mit dem direkt davor sitzenden Gain-Poti hatte, habe ich schlussendlich eine ECL82 genommen. Die zusätzliche Gainstufe ließ sich dann auch gut per Spannungsteiler so zähmen, daß ich in der Vorstufe komplett cleanes Signal behalten konnte.

Herausgekommen ist der im Anhang zu sehende kleine Amp. Das Gehäuse ist ein altes Brett aus einer Scheune, die Stäbe vor dem Lautsprecher sind von einem alten Holzhandwagen (die Seitenwände), der ewig draußen im freien stand. Der Boden des Handwagens (zwei 10cm breite und 1cm dicke Bretter) wird noch zurechtgesägt um eine Rückwand zu bilden. Dazu bin ich noch nicht gekommen. Ebenso fehlen noch adequate Potiknöpfe.

Klang:
Wie gewünscht komplett clean und dank der Klangregelung sehr flexibel. Vor allem wenn man die Mitten zurück nimmt, erhält man einen schön warmen Clean-Sound, fast wie eine Akustikgitarre. Der Schalter unten ermöglicht die Wahl zwischen zwei Frequenzen, bei denen der Mid-Cut oder -Boost wirkt.

ABER:
Wie sollte es auch anders sein, selbst dieses einfache kleien Projekt hat seine Probleme. Dazu werde ich aber gleich noch etwas schreiben. Jetzt erstmal Bilder (:

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: cca88 am 16.10.2015 13:19
Cooles Teil Carsten...

interessant - die Klangregelung...
und
die Triodensektion der ECL als Eingangsstufe zu nutzen ;)

 :topjob:


Grüße

Jochen
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: loco am 16.10.2015 13:31
hallo,

schön geworden, benimmt sich der Netztrafo in dieser Einbaulage , oder "pieselt" er die ECC an.

Gruß, loco
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 13:37
So, jetzt zum Problem:

1. Die Klangregelung schwingt. Ich habe sie bereits zum dritten mal aufgebaut (3 verschiedene Projekte bzw. Testaufbauten) und hatte jedes mal ein Schwingproblem, diesmal jedoch im hörbaren Bereich. Die Frequenz ist in schmalen Grenzen mit den Potis der Klangregelung einstellbar. Grundsätzlich setzt das Schwingen nur dann ein, wenn das Höhen-Poti aufgedreht (ab etwa 3 Uhr) und das Gain-Poti auf mindestens 2 Uhr steht. Als Gegenmaßnahmen habe ich bereits einen 10k-Widerstand (R23) eingefügt und weil das nicht half einen 100K (R25) nach dem vorgeschalteten Koppel-C eingefügt. Letzteres funktionierte auf der Werkbank, aber als ich den Amp wieder ins Gehäuse einbaute pfiff er wieder als wäre nichts passiert.
Hat jemand eine Idee warum bei (im Schaltbild) Linksanschlag des TREB-Potis und etwa 3/4 aufgerissenem GAIN ein Schwingkreis entsteht? Vorher ist keinerlei Schwingung festzustellen, es kann also ansich kein Einstreu-Problem sein. Auch wenn ich das Gain-Poti an die Stelle des R25 setze (was ich ja ursprünglich aus Entkopplungsgründen nicht wollte, wie im obigen Beitrag beschrieben), habe ich dasselbe Schwingungsverhalten. Bin da ein wenig ratlos ....

2. Die Endstufe hat viel zu wenig Leistung. Ich habe nahezu genau die Werte aus dem Datenblatt:
   Ua = 267V
   -Ug1 = 21,4V
   U(Rg2) = 12,2V
   ---> Ia = 26,6mA
   ---> Ig2 = 5,5mA
   ---> Pa = 6,5W
   ---> Pg2 = 1,4W
Aber an 4 Ohm bringt die Endstufe nur etwa 2,6Vrms bevor sie anfängt zu clippen. Das macht rund 1,7W

3. Weiterhin ist das Clipping-Verhalten der Endstufe merkwürdig. Anbei mal zwei Fotos wie das Ganze auf dem Oszi aussieht. Dabei ist jeweils die untere Kurve die Spannung über den 4 Ohm Lastwiderstand und die obere Kurve an der Schaltung gemessen. Auf dem ersten Bild ist die obere Kurve an der Anode der Endröhre gemessen, auf dem zweiten Bild am g1 der Endröhre.
Wie man sieht erscheint im Moment des Clippings eine Beule auf der negativen Spitze des Sinus, die bereits an der Anode nachweisbar ist (und somit auch am Lastwiderstand), jedoch nicht am Eingang der Endröhre anliegt. Ich habe schon den AÜ als Fehler ausgeschlossen, es sei denn der andere AÜ, den ich testweise angeschlossen habe, hat exakt denselben Fehler.

Hat jemand Ideen zu den beschriebenen Problemen?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 13:44
Hallo,

vielen Dank cca88 und loco (:

Die Klangregelung ist von Peavey und sehr flexibel. Klingt richtig schön für cleane Geschichten. Leider, wie beschrieben, das Schwingproblem. Aber Peavey hat die zum Laufen gebracht, also muss es gehen ^^ Nur wie ....?

Mit der ECC so nah am NTR habe ich bisher keine Probleme. Ich hab extra die ECL82 neben den AÜ gestellt und nicht die ECC83, weil die ja die erste Gainstufe beinhaltet. Perspektivisch ist geplant, sobald die oben genannten Probleme gelöst sind, den Spannungsteiler aus R5 und R6 noch so einzustellen, daß ich die zweite Gainstufe voll ausnutze ohne daß sie clippt. Dann will ich da, wo R25 ist, noch einen Spannungsteiler einbauen, der sicherstellt, daß ich die Endstufe nur minimal zum clippen bringen kann bei voll aufgedrehtem Gain. Damit habe ich, denke ich, eventuelle Einstreuungen vom NTR in die ECC83, noch ein Stück reduziert.

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: loco am 16.10.2015 13:52
hallo,

das liegt vermutlich nicht an der Klangregelung ,auch wenn sich dort beim drehen dort Veränderungen im Schwingverhalten einstellen.

Die Ursache könnte die gewissermaßen  zwischen die beiden ECL-Systeme "eingeschliffene" ECC sein,
die innerhalb der ECL auf das Triodensystem zurückkoppelt.

Die ECL an sich ist bei ungünstigem Schaltungsaufbau schon zickig.

Gruß, loco
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 14:05
Hallo loco,

ok das ist eine interessante These, daran hatte ich noch nicht gedacht. Das sollte sich ja überprüfen lassen, indem ich einfach die erste Triode mal lahm lege .... Der Testaufbau zu diesem Amp jedoch hatte dasselbe Problem und der bestand aus 1x ECC83 und 1x EL95. So wollte ich den Amp ja ursprünglich aufbauen, habe dann nur mitbekommen, daß das Gain-Poti direkt vor der Klangregelung ziemlich mit der Klangregelung interagiert.

Aber ich teste das heute Abend mal ...

Viele Grüße
Carsten

Anbei: Bild vom Testaufbau wie oben beschrieben ^^ Zur allgemeinen Belustigung ...
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: _peter am 16.10.2015 14:23
Hallo,

sehr schönes Gehäuse und sauberer Aufbau - finde ich gut! Bloß weil alte Teile
wiederverwendet werden, heißt das eben nicht, dass der Amp auch schrottig
aufgebaut sein muss.  ;)

Ich kann ansonsten nicht so viel beisteuern, wollte aber darauf hinweisen, dass
eine ähnliche Schaltung sich auch im Marshall 1986 Bass findet und dass das
Signal am Gitter der Eingangsstufe die selbe Phasenlage hat wie das Steuergitter
der Endstufe. Da beide an der selben Fassung liegen, könnte hier ein Schwingen
entstehen. Loco hat ja schon darauf aufmerksam gemacht.

Gruß, Peter
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 14:37
Hallo Peter,

danke, ich habe mir Mühe gegeben das alles halbwegs sauber und vor allem nachträglich modifizierbar aufzubauen (:

Ich habe mir gerade mal die Schaltung des 1986er Marshalls angeschaut, finde da aber nur eine Standard-Klangregelung. Hast du eventuell eine Schaltung für mich? Vielleicht gab es da ja verschiedene Versionen?

Die Sache mit der gleichen Phasenlage ist mir vorhin auch aufgefallen, da hatte ich wie gesagt gar nicht dran gedacht. Allerdings ist die Anode der E(C)L82 gegenüber dem Gitter der EC(L)82 gegenphasig. So gesehen kann es höchstens von Anode auf Anode gleichphasig koppeln bzw. von Gitter auf Gitter. Ich werde das heute Abend mal testen, indem ich die Triode der ECL lahm lege und werde dann berichten ...

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: _peter am 16.10.2015 15:24
Klar, hier der Plan.
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 15:59
Super, vielen Dank (: Interessante Schaltung. Werde ich mich mal abspeichern, falls ich die Klangregelung mal brauche (:
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 20:57
So ... ich habe mal die Anmerkung, daß es innerhalb der ECL82 koppeln könnte, auf den Prüfstand gestellt und tatsächlich: Wenn ich R4 von der Anode abklemme und an den Eingang des GAIN-Potis meine Gitarre einspeise, schwingt der Amp nicht. Jedoch habe ich nun auch viel zu wenig Gain um halbwegs auf Lautstärke zu kommen. Ich brauche also noch eine Gainstufe.

Daher wäre jetzt die Frage: Erstes und zweites Triodensystem gegeneinander austauschen? Dann habe ich nur zwei Bedenken: Es könnte dann brummen, da ja die ECC83 näher am NTR ist. Ok, da könnte dann vielleicht ein Abschirmbecher um die Röhre helfen. Und zweitens: Die Triode der ECL82 treibt ja dann die Klangregelung an und deren Triodensystem wiederum (die zweite Hälfte der ECC83) hat dann sicher zu viel Gain und wirkt damit zu stark auf das Signal ein. Ich bräuchte also noch einen Spannungsteiler zwischen C10 und dem BASS-Poti? Sehe ich das richtig?

Was die Endstufe betrifft stehe ich aber noch völlig auf dem Schlauch ...

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: loco am 16.10.2015 21:16
hallo,

falls die Schwingung außerhalb des gewünschten Übertragungsbereiches liegt könnten folgende
Maßnahmen einzeln oder in Kombination hilfreich sein.
1. die Verstärkung des ECL Triodensystems verringern. (Serienwiderstand zu C2)
2.eine oder mehrere Anodenwiderstände mit Keramikkondensatoren brücken. (220-470pF  500V)
3.Primärwicklung mit Folienkondensator brücken. (2n2 - 4n7   630V)

Gruß, loco
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 21:29
Hallo loco,

die Schwingung liegt leider gut im hörbaren Bereich und je nach Einstellung der Klangregler ist sie fast schon im Mitteltonbereich angesiedelt. Daher kann ich leider nicht mit einem Saugkreis arbeiten.

Ich versuche nachher, falls ich's schaffe, mal noch folgendes: Ich setze das Triodensystem der ECL82 direkt vor die Endstufe, also nach die Klangregelung. Mit der Gitarre gehe ich direkt ins Gain-Poti, vielleicht noch über einen 33k Widerstand oder so. Ich will nur erstmal schauen, ob es dann wieder schwingt, wenn mein Gesamtsystem wieder genug Gain hat. Sollte die Schaltung dann brav sein, werde ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen müssen und die beiden Röhrenfassungen neu verdrahten, damit die ECC83 in der Fassung sitzt, wo jetzt die ECL82 ist (beim AÜ).

Aber was mich noch umtreibt ist die Sache mit der Endstufe, wo ich völlig im Dunklen stehe. Hat da keiner eine Idee?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: cca88 am 16.10.2015 21:34
Hallo loco,

die Schwingung liegt leider gut im hörbaren Bereich und je nach Einstellung der Klangregler ist sie fast schon im Mitteltonbereich angesiedelt. Daher kann ich leider nicht mit einem Saugkreis arbeiten.

Ich versuche nachher, falls ich's schaffe, mal noch folgendes: Ich setze das Triodensystem der ECL82 direkt vor die Endstufe, also nach die Klangregelung. Mit der Gitarre gehe ich direkt ins Gain-Poti, vielleicht noch über einen 33k Widerstand oder so. Ich will nur erstmal schauen, ob es dann wieder schwingt, wenn mein Gesamtsystem wieder genug Gain hat. Sollte die Schaltung dann brav sein, werde ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen müssen und die beiden Röhrenfassungen neu verdrahten, damit die ECC83 in der Fassung sitzt, wo jetzt die ECL82 ist (beim AÜ).

Aber was mich noch umtreibt ist die Sache mit der Endstufe, wo ich völlig im Dunklen stehe. Hat da keiner eine Idee?

Viele Grüße
Carsten

Hallo Carsten,

die Ausbeulung bei der Endstufe erinnert mich an Gegenkopplungseffekte...

Du hast aber in der Endstufe keine...

Vielleicht kopplet das Schirmgitter über die Anodenspannung "gegen"...

Ich würde mal ausprobieren, ob der Effekt sich beeinflussen läßt, wenn Du das Schirmgitter separat entkoppelst...
Also direkt nach dem Gleichrichter...


Grüße

Jochen
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 21:55
Hallo Jochen,

verstehe ich das richtig, daß ich das g2 mit dem 2k2 testweise direkt am Gleichrichter betreiben soll? Ich meine, ich kanns probieren ... Mir fehlt hier aber ein wenig Theorie was eigentlich genau die Schirmgitterspannung für einen Einfluss auf die Gesamtcharakteristik der Endröhre hat.

Nützt die ein Oszi-Plot etwas, der die Schirmgitterspannung unter Last (Sinus-Signal) zeigt? Wie sollte die Schirmgitterspannung eigentlich aussehen auf dem Oszi?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: cca88 am 16.10.2015 22:03
Hallo Jochen,

verstehe ich das richtig, daß ich das g2 mit dem 2k2 testweise direkt am Gleichrichter betreiben soll? Ich meine, ich kanns probieren ... Mir fehlt hier aber ein wenig Theorie was eigentlich genau die Schirmgitterspannung für einen Einfluss auf die Gesamtcharakteristik der Endröhre hat.

Nützt die ein Oszi-Plot etwas, der die Schirmgitterspannung unter Last (Sinus-Signal) zeigt? Wie sollte die Schirmgitterspannung eigentlich aussehen auf dem Oszi?

Viele Grüße
Carsten


Hallo Carsten,

das Schirmgitter sollte "idealerweise " nur reine Gleichspannung sehen

ich würde es  mal testweise entkoppelt mit einem Längswiderstand & Elko und dem eigentlichen Vorwiderstand ausprobieren...

Ob das den gewünschten Effekt gibt?

Danach diskutieren

Grüße

Jochen
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 16.10.2015 22:26
So, hab ich probiert. 2k2 direkt an die Diode, dann 68µ gegen Masse als Siebelko und dann g2. Aber das komische Clipping mit dem Buckel ist weiterhin unverändert. Habe mir auch die g2-Spannung mit angeschaut. Die ist jetzt unabhängig von der Aussteuerung, zumindest AC-seitig. Vorher hatte ich etwas was aussah wie nur eine Halbwelle des Sinus, die andere Halbwelle sehr flach. Aber da das, wie gesagt, nichts am Clipping der Endstufe ändert, baue ich das erstmal wieder zurück.

Kann sowas durch falschen Bias kommen? Wobei meine Werte ja ansich sehr nah an den Datenblattwerten sind ...

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 17.10.2015 00:57
Um noch allerletzte Zweifel auszuräumen daß mir bzgl. des komischen Endstufenclippings irgendwie die Klangregelung in die Suppe spuckt habe ich soeben den kompletten ECC-Teil lahm gelegt und die Triode der ECL direkt in die Pentode gespeist. Same shit, different design. Bei etwa 2,6Vrms taucht der Buckel auf. Ich tappe wirklich total im dunkeln ....
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Wuffenberg am 17.10.2015 22:33
Was mich an deiner Schaltung irritiert ist dass du nur eine Einweggleichrichtung vorgenommen hast, warum das?
Und die ECL ist für Uamax=200V ausgelegt, Vorsicht also mit deinen 265V.
Und der Katodenwiderstand scheint mir mit 680Ohm reichlich gross. Klemm mal einen einen zweiten parallel dazu, ich meine an der Katode sollten nur ca 12..15V anliegen, das könnte der Grund für die Nichtlinerität sein...
Gruss Wuff
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 18.10.2015 11:13
Hallo Wuff,

danke für deine Antwort!

Die Einweggleichrichtung habe ich gemacht, weil der NTR sekundärseitig 285VAC bringt (bzw. fast 300VAC, da er noch für eine Netzspannung von 220VAC ausgelegt ist). Mit Graetz-Brücke hätte ich sehr viel Spannung verbraten müssen um auf die rund 270VDC laut Datenblatt zu kommen. Ich überlege aber schon die Spannung auf 300VDC zu erhöhen um mit den Strömen runter zu kommen. Mein NTR wird doch recht warm, um die 60°. Dazu würde ich dann auf Graetz umbauen.

Die ECL82 ist übrigens für Ua=300V ausgelegt und ich habe mich mit den Betriebsparametern so gut es geht an die Werte im Datenblatt gehalten, die da wären (in Klammern meine Werte):
Vb = 272V (267V)
Rg2 = 2200 Ohm (2200 Ohm)
Rk = 650 Ohm (1k5 || 1k2 --> gemessen 666 Ohm)
Ra~ = 8000 Ohm (7500 Ohm)
Ig2 = 6,5 mA (5,5 mA gemessen über Rg2)
Ia = 28 mA (26,6 mA gemessen über Rk, Ig2 bereits abgezogen)
Ich habe das Datenblatt von Philips verwendet, siehe Anhang.

Jedenfalls sind meine Werte sehr nah an den Datenblattwerten. Minimal kälter zwar (Pa = 6,5W statt 7W) aber das sollte normalerweise kein Problem sein. Wurde in Röhrenradios andauernd gemacht um die Leistung z.B. der EL84 auf <3W zu reduzieren. Zumal mich ja dieser Buckel wundert, der auf der unteren Halbwelle aus der Sinus-Spitze heraus wächst und dann abflacht. Drehe ich weiter auf, wird der Buckel rechteckig bevor er ganz vom ebenfalls rechteckig werdenden Sinus verschluckt wird. Weiterhin ist die Sinus-Form leicht verzerrt, also nicht spiegelsymmetrisch sondern leicht "schief". Kann man gut vergleichen auf dem zweiten Oszi-Bild wo die Spannung am Ausgang mit der Spannung am Gitter der Pentode verglichen wird. Am Gitter eine schöne Sinusform, am Ausgang diese schiefe Form, fast ein wenig wie Sägezahn.

An der Röhre selbst kann das aber nicht liegen, oder? Ich habe zwei Röhren getestet und beide hatten nicht nur dasselbe Clipping-Verhalten bei exakt dergleichen Ausgangswechselspannung, sondern auch nahezu exakt identische Strom- und Spannungswerte, so daß ich erstmal davon ausehen muss (in Ermangelung eines Röhrenprüfgerätes), daß es sehr ungewöhnlich wäre, wenn beide defekt wären auf exakt die gleiche Weise. Aber um das mit Sicherheit sagen zu können müsste ich eine neue ECL82 kaufen, die mittlerweile echt teuer geworden sind. Daher will ich das eigentlich erst tun, wenn die Schaltung zufriedenstellend läuft.

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 18.10.2015 11:13
Ach Mist, Anhang vergessen ^^
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: es345 (†) am 18.10.2015 11:57
Hallo Carsten

Zur Leistung der Endstufe noch eine Möglichkeit aus der Ferne: bitte check mal, ob der Pentodenkathodenelko C12
richtig Kontakt hat/in Ordnung ist. Wenn dem nicht so ist, hast Du eine unerwünschte Gegenkopplung, was die Leistung vermindert.

Gruss Hans- Georg
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 18.10.2015 15:28
Moin Carsten,

Super Ding! Finde ich klasse. Die ECL82 ist wirklich eine sehr interessante Röhre.

Bin echt interessiert zu sehen, wie du das Problem löst. Ich kann dafür leider nicht so viel beibringen. Ich habe gerade ein Schaltungsentwurf mit ECL82 wo die Triode auch im Eingang kommt, um eine EF86 zu speisen. Mal sehen, ob die gleiche Probleme vorkommen werden.

Nur als Denkanstoß:
1-vielleicht mal dein Massekonzept mal überprüfen. Vielleicht gibt es da unerwünschte Einflüsse zwischen die ECC und ECL?
2- Zur Probe könntest du auch den Schirmgitter mit einem zusätzlichen RC-Glied versehen, damit G2 besser versorgt wird.

Gruß,
Laurent
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 18.10.2015 15:29
Achhh, habe den  :topjob:  vergessen  ;D
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: _peter am 18.10.2015 16:07
Hallo,

zur Gleichrichtung: Bedenke, dass du neben weniger Spannung auch weniger maximal entnehmbaren
Strom bekommst, wenn du Einweggleichrichtung nutzt.

Zum Verzerrungseffekt: Das ist jetzt wilde Spekulation, aber das Gitter der Endröhre wird ja direkt
aus einem gegengekoppelten Netzwerk voller Kondensatoren gespeist - vielleicht passiert hier
irgendwas unvorhergesehenes, wenn die Endröhre beginnt, Gitterstrom zu ziehen. Du kannst ja
zum Test mal C10  abhängen...  ???

Gruß, Peter
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 18.10.2015 16:36
Hallo und Danke für eure Antworten (:

Ok, Ck der Endpentode mal prüfen. Das ist eine gute Idee, es345. Vielleicht hat der ja auch generell einen Treffer weg. Sind ja alles Bauteile aus der Bastelkiste (neu aber lange gelagert) und ich habe kein ESR-Meter. Danke, ich werde berichten (:

Der Umbau auf Graetz ist schon fast beschlossene Sache. Habe vorhin im Beitrag http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,20649.0.html ein Kochrezept von Hammond zur Gleichrichtung von Trafos gefunden, aus dem hervor geht, daß ich mit Graetz einen höheren Strom entnehmen kann bzw. im Umkehrschluss meinen Trafo mit der bestehenden Schaltung weniger belaste. Hatte Laurent gleich als zweite Antwort gepostet. Sehe ich das so korrekt, daß ich bei Graetz mehr als den doppelten Strom entnehmen kann (0,28 vs. 0,62*IAC)?

Massekonzept: die Massepunkte auf dem Board sind alle mit einem dicken Draht verbunden und alle restlichen Massepunkte sternförmig an einen Punkt auf dem Chassis geführt.

_Peter: Danke für deine Hinweise! Daß mir irgendwie der Tonestack in die Suppe spuckt hatte ich auch in meiner Verzweifelung vermutet und deswegen mal spaßeshalber die Triode der ECL82 direkt mit der Pentode verbunden und die ECC83 abgezogen. Anschließend wieder mit dem Sinusgenerator durchgepiepst. Aber kein Unterschied im Clippingverhalten. Weiterhin hatte ich auf Anraten von cca88 mal das Schirmgitter mit einer eigenen Siebung versehen und direkt von der Diode aus gespeist. Die Schirmgitterspannung war danach bei Vollaussteuerung tatsächlich nahezu konstant (also Signalfrei) aber es hatte leider nichts geholfen. Daher habe ich das erstmal wieder zurück gebaut.

Dein Projekt klingt übrigens interessant, Laurent (: Gibts dazu hier einen Beitrag im Forum der mir entgangen ist? ^^

Ich werde heute Abend mal den Lötkolben schwingen (:

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 18.10.2015 16:41
Nee, noch nicht. Ich plane gerade nebenbei ein St Germain nur mit einer ECL82 und einer EF86.  Mehr kommt später  :)

Zum Graetz: Dein NT muss Iac / 0,62 liefern können. Deshalb gehen viele Großkolben auf Full Wave with center tap hin, damit Iac = Idc.
Wie viel kann dann dein Trafo in der HV-Wicklung geben?

Gruß,
Laurent
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 18.10.2015 17:05
Hallo Laurent,

das weiß ich leider nicht. Den NTR habe ich vor geschätzt 15 Jahren mal auf dem Schrott aus irgend einem Tonbandgerät oder Plattenspieler raus gebaut. Soweit ich mich erinnere war da eine EL95 und eine ECC83 verbaut, aber kann da auch völlig falsch liegen. Aber das waren meine Rahmendaten, von denen ich die Belastbarkeit des Trafos erraten habe ^^ Daher auch die ECL82, da die noch recht human vom Strom her ist. Original war der Trafo mit Einweggleichrichtung verwendet worden (Selen-Diode). Kannst du auf dem Bild sehen, wo der Testaufbau auf dem Brett abgebildet ist. Das ganze Netzteilmodul mit Gleichrichter und Siebelko kam so original aus dem Spendergerät.

Mit Graetz dürfte ich dann ja, wenn ich das Hammond-Blatt richtig verstehe, mehr DC-Strom entnehmen können, oder? Immerhin mehr als das doppelte. Vielleicht reicht der NTR dann ja für eine EL84, wenn er vorher in der Lage war eine EL95 mit rund 30mA Ia+Ig2 zu beliefern?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Germy am 18.10.2015 19:34
Moin,

kenne das Problem. Du bist zu dicht mit der ECL82 an dem OT. Da Du ja das Triodensystem für die V1 benutzt, ist es einfach zu dicht am OT und Du bekommst sofort eine Rückkopplung. Hatte diesen Fehler auch schon einmal gemacht. Kannst Du das Triodensystem nicht auf die ECC83 umlegen und den Treiber in die ECL82 packen?

Gruß Germy
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 18.10.2015 19:50
Hallo Germy

ok das ist auch eine interessante These. Wie weit muss die Endröhre denn vom AÜ weg sein? Denn ich hatte ja bereits einen zweiten AÜ getestet, weil ich dachte, daß der verbaute eventuell eine Macke hat. Dazu habe ich allerdings einfach nur die Kabel abgelötet und den Ersatz-AÜ neben das Chassis gestellt. Insofern war dann der aktive AÜ nochmal gut 10cm weiter weg von der Endröhre als es der eigentliche AÜ ist. Also Anordnung: ECL82 - inaktiver AÜ - aktiver AÜ (auf dem Tisch stehend neben dem Chassis). Am Clipping hat das jedoch nichts geändert.

Was ich mal noch tun kann: ein Schirmblech dazwischen halten. Das sollte dann ja irgend einen Effekt auf dem Oszi bringen ...

Es wird aber wahrscheinlich so oder so darauf hinaus laufen, daß ich die Positionen der Röhren vertausche. Eventuell gebe ich auch die schöne Klangregelung auf, da sie wohl grundsätzlich sehr zickig zu sein scheint. Wie eingangs erwähnt ist das hier meine dritte Schaltung mit der Klangregelung. Das erste Projekt ist dann an was anderem abgestorben, aber da hat die Klangregelung mit etwa 30kHz geschwungen. Dann mein Testaufbau auf dem Brett, den ich oben als Bild gepostet habe. Der hat im hörbaren Bereich geschwungen. Und jetzt dieser Amp hier, ebenso gut im hörbaren Bereich.

Die Entscheidung vertage ich aber erstmal noch bis ich das Endstufenproblem gelöst habe. Vielleicht kann ich ja sogar die EL84 nehmen? Siehe letzter Absatz meines vorherigen Postings ...

Viele Grüße
Carsten

Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Vix Noelopan am 18.10.2015 22:00
Hallo Carsten,

wie andere bereits schrieben, muss die Triode der ECL 82 unmittelbar vor die Endstufe. Genau für diese Anordnung wurden solche Verbundröhren konstruiert. Schon in Geräten mit dieser Röhre in der vorgesehenen Anordnung müssen Maßnahmen zur Schwingungsvermeidung getroffen werden, wie z.B. ein Schirmblech zwischen die relevanten Fassungskontakte. Immerhin ist das eine High-µ-Triode mit den Eigenschaften einer halben 6SL7.

Du hast mit der ECC 83 jede Menge potentielle Verstärkung zwischen der ECL und der ECL installiert und damit zwangsläufig einen Oszillator statt eines Verstärkers gebaut.

Zur kleinen erzielbaren Ausgangsleistung: Kennst Du den Ra Deines AÜs genau? Könnte sein, dass er zu groß oder zu klein ist. In das Netzteil gehört, wie ebenfalls bereits gepostet, ein Brückengleichrichter. Dann muss nach dem 2k2-Schirmgittervorwiderstand unbedingt ein Elko mit 47 µF nach Masse. Sollte die Endpentode hiernach schwingen, muss ein Widerstand von ca. 100 Ohm zwischen diesen Elko und das Schirmgitter. In Deiner jetzigen Anordnung sackt die Schirmgitterspannung in der positiven Signalhalbwelle des Steuergitters zu sehr ab.

Ansonsten ist das Design Deines Amps super gut gelungen. Derlei Steampunk hat wahrlich nicht jeder Gitarrero :-)!

Beste Grüße und good luck, Uwe
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 18.10.2015 22:31
Hallo Uwe,

Danke für deine Hinweise (:

Ok, die Triode der ECL82 hinter den Tonestack zu schieben ist also unumgänglich. Da ich sowieso nicht viel Gain brauche, werde ich sie zudem noch mehr kastrieren. Habe ja jetzt schon Ra=100k drin statt den im Datenblatt empfohlenen 220k.

Aber bei der Endstufe bin ich mir nicht ganz sicher, ob deine Hinweise zielführend sind. Die Zuführung der Schirmgitterspannung hatte ich wie gesagt schon einmal umgebaut, testweise. Den 2k2 direkt an die Diode und nach dem 2k2 einen 68µ gegen Masse. Damit hatte ich sozusagen CRC-Siebung allein für das Schirmgitter. In der Tat ist dann die Spannung am Schirmgitter nahezu unabhängig vom Signal gewesen, wo vorher bei einer der beiden Halbwellen ein leichtes Einsacken der Spannung zu beobachten war. Aber ich habe damit das Problem leider nicht lösen können. Auch die komplette Deaktivierung der ECC83 und damit des Tonestaack (Triode der ECL82 direkt in die Pentode) hat nichts bewirkt (es hat jedoch nicht geschwungen). Daher denke ich, daß der zusätzliche Filterelko, den du empfielst, mein Problem nicht lösen wird. Umbau auf Graetz ist aber geplant ....

Der AÜ, den ich momentan verwende, hat leider keine aufgedruckten Daten. Ich habe aber das Übersetzungsverhältnis gemessen und bei den geforderten Ra=8k brauche ich sekundär etwa 5 Ohm. Der Lautsprecher hat 4 Ohm, sollte also noch passen. Nicht ideal, klar, aber so ist das halt bei einem Schrott-Projekt ^^ Zumal der Lautsprecher ja auch seine Impedanz mit der Frequenz ändert. Der andere AÜ, den ich zwischenzeitlich getestet habe um eine Defekt des verbauten AÜ auszuschließen, hat laut Aufdruck 7 kOhm und 4 Ohm. Ich denke das ist auch Close enough for Rock'n'Roll, oder? Zum Testen allemal ...

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Wuffenberg am 19.10.2015 00:03
Hm ja stimmt, die 200V waren typischer Betriebswert, nicht der maximale. Trotzdem bleib ich dabei, dass der Arbeitspunkt nicht stimmt. Variier mal die 650 Ohm (vergrössern). Wenns "unten" clippt ist der Arbeitspunkt zu hoch.
Und check mal die Versorgungsspannung mit demOszi, kann sein dass die bei Vollaussteuerung zusammenbricht.
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 19.10.2015 02:04
Moin Carsten,

Im Moment bist du mit deiner Einweggleichrichtung bei Idc = 0,28 x Iac. Mit der Graetz-Brücke bekommst lediglich Iac = 0,62 x Iac.
Ich denke, dass du mit dem Umbau auf Graetz anfangen könntest. Da wird der Trafo entspannter arbeiten können als jetzt. Du musst dir vorstellen, dass im Moment bei jeder Halbwelle nichts kommt, und da müssen die Kaps das ganze "Loch" in der Versorgung überbrücken.
An deiner Stelle würde ich also erst mit dem Umbau auf Graetz anfangen, damit die Versorgung stabiler läuft. Da wirst du wahrscheinlich dein Zacken bei Vollaussteuerung weg haben. Im Problemfall kann dir die zusätzliche Siebung für den Schirmgitter helfen, eine ausgewogene Arbeit der Pentode zu bekommen.

Solltest du danach immer noch Schwingungen haben, würde ich wie von Uwe vorgeschlagen, versuchen das Triodensystem der ECL nach'm Tonestack zu platzieren. Sollte es noch Probleme machen dann auf Germy's Rat eingehen und den Abstand zwischen AÜ und Röhre zu vergrößern. Sollte aber nicht mehr ein Problem sein, wenn das Triodensystem der ECL nicht mehr als V1 dient.

Auf jeden Fall solltest du hier nicht aufgeben. Wäre ja schade. Der Tonestack wirst du schon am Laufen bringen. Ist nur eine Frage der Zeit.

Gruß,
Laurent
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 19.10.2015 02:20
Habe mal 5 Minuten mit dem Duncan PSU Designer was gemacht.
Trafo-Daten: 220V - 80mA - 5% Reg.
Hier ein Bild mit Einweg-Gleichrichtung und ein Bild mit Graetz-Brücke. Laut Simulation bekommst du da schon ca. 20Vdc mehr und die Siebung ist unheimlich besser, da die Kaps weniger arbeiten müssen als mit der Einweggleichrichtung.

Gruß,
Laurent
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 19.10.2015 13:09
Hallo,

Ich verfolge diesen interessanten Thread auch schon eine Weile und meine die Ursache für Dein merkwürdiges Enstufenclipping gefunden zu haben. Ich experimentiere sehr viel mit eher ungängigen/"oddball"-Röhren, speziell Fernseh-Röhren mit denen man sehr gute Amps aufbauen kann, sofern man deren Eigenarten berücksichtigt.
Die ECL/PCL82 ist primär eine TV-Röhre und hat wie die allermeisten Horizontal-,Vertikal-,oder Videoendstufenröhren die gleiche Achillesferse und das wird höchstwahrscheinlich die Ursache der bizarren Endstufenverzerrung sein. Diese Röhren sind nämlich auf hohe Anodenströme bei niedrigen G2-Spannungen hin gezüchtet.


Bei Gitarrenamps sollte die Lastgerade entweder bei Ug=0V durch das Knie gehen oder knapp unterhalb des Knies verlaufen.

Von der ECL/PCL82 sind Kennlinienfelder für Ug2=100V/170V/200V verfügbar - hast Du mal versucht die Lastgerade nur bei Ua=Ug2=200V für SE-Class A einzuzeichnen und dabei das Knie bei Ug=0V zu treffen?  ;D

Dies ist nicht möglich, da die Gitterspannungskennlinien fast senkrecht aus dem Ursprung hochgehen und extrem hohe Anodenströme erreichen.

Mal überschlägig gerechnet:
Ua=Ug2=200V,Ia=35mA liegt genau auf der 7W-Verlustleistungshyperbel. Maximaler Stromwert bei Class A wäre 2x35mA=70mA. Hier müßte jetzt eigentlich die Lastgerade bei Ug=0V für symmetrische Aussteuerung durchgehen. Tut sie nur leider nicht. Du triffst hier gerade noch die -6V Kennlinie, dann ist Schluß. Das eigentliche Knie liegt viel höher, grob zwischen 150 und 180mA.

Das ist jetzt nur für Ug2=200V gerechnet, Deine Ug2 liegt ja noch viel höher (ca.258V)!!  :o

Und hier liegt m.E der Hund begraben; Du hast Dich an Original Datenblatt-Angaben gehalten was ja eigentlich gut ist, aber diese Datenblatt-Vorgaben sind leider nur für Audio-Verstärker entwickelt worden und nicht für Gitarrenamps. Hier wird von vorneherein mit reduzierter Gittervorspannung gerechnet, diese Verstärker sind gar nicht bis Ug=0V aussteuerbar. Wer es trotzdem versucht, wird mit ekligen unschönen Verzerrungen abgestraft, siehe Dein Endstufenclipping.  :devil:

Fazit:
Dein gewählter Arbeitspunkt ist für einen Amp, der Endstufenzerre bringen soll und damit auch bis Ug=0V ausgesteuert wird, vollkommen ungeeignet; Du solltest G2 drastisch reduzieren.

Mein Vorschlag:
1) Ua auf 200V reduzieren
2) Ug2 auf 100V reduzieren

Im Kennlinienfeld für Ug2=100V Lastgerade einzeichnen:
Ganz grob gerechnet:
Ia=35mA, maximaler Strom wäre etwa 70mA bei Ug=0V, Ra=5K(+/-1K), Ug1=-5,5V, Rk etwa 130 Ohm

Das müßte eigentlich funktionieren und Du hast eine gut symmetrische Aussteuerung nach beiden Seiten hin.


Grüsse
Alex




Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 19.10.2015 18:57
Vielen Dank für eure umfangreichen und interessanten Antworten (:

Ich fasse das, was ChuckBee geschrieben hat, mal zusammen mit: Andere Endstufe suchen. Zwar will ich gar kein Endstufenclipping, sondern dieser Amp soll NUR clean können, mal von extremen Einstellungen bzgl. Gain und Klangregelung abgesehen. Insofern wundert es mich doch, daß ich bereits bei 2,6Vrms (entsprechend rund 1,7W an 4 Ohm) diesen Buckel bekomme, denn ansich sollte die Röhre in der Lage sein mit diesen Betriebsparametern etwa 3,5W zu liefern bevor es clippt. Ok sagen wir 3, weil die Anpassung des AÜ's nicht spot-on ist. Aber 1,7W ...

Danke Laurent für deine Simulationen. Du hast mich überzeugt, ich bastel das Ding um auf Graetz-Gleichrichtung und verheize dann in der Siebkette die unnötige Spannung. Ich muss nur noch einmal dusselig nachfragen, auch wenn du mir das eignetlich schon beantwortet hast. Aber das Wort "lediglich" verwirrt mich, deswegen nochmal für doofe:
Mein Netztrafo kann irgend einen Strom liefern den ich nicht kenne, aber der mal ausgereicht hat für eine EL95 und eine ECC83, entsprechend rund 30mA. Die konnte er aufbringen mit EINWEGgleichrichtung. Von der wissen wir dank Hammond-Kochrezept, daß ich nur 28% des AC-Stroms entnehmen kann, sonst überfahre ich den Trafo. 28% haben also für 30mA ausgereicht. Mit Graetz kann ich jetzt 62% von Iac abgreifen. Da ich Iac nicht kenne, interpretiere ich das als 0,62/0,28=2,21 --> Ich kann rund den doppelten Strom abgreifen wie der, der im Originalgerät betriebssicher war. Also 60mA. Ja?

Wenn das so ist, dann würde ich in Summe sagen: EL84.

Ich versuch die Tage mal dazu zu kommen. Bin leider momentan ziemlich eingespannt aber sobald ne Lücke ist stricke ich den Amp mal um ...

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 19.10.2015 22:57
Eine Frage an ChuckBee: Trifft das beschriebene nur auf die ECL82 zu oder auch auf die anderen ECLs? Die ECL86 wäre nämlich ebenfalls interessant. Natürlich nur, wenn ich da nicht dieselben Probleme habe...
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 20.10.2015 01:51
Moin Carsten,

Vergiss dann das Wort "lediglich"  ;)
Ich stelle vielleicht die Vorteile anders:
1- Der Trafo wird weniger schwitzen, da er mehr DC-Strom liefern kann und dafür weniger arbeiten soll. Wird also besser.
2- Die Siebung wird viel besser werden, da die Kondensatoren "glätten" müssen und nicht mehr eine halbe Welle mit der Versorgung überbrücken müssen. Das ist sehr wichtig bei SE-Schaltungen und um so wichtiger, wenn du Pentoden in der Endstufe hast. Die ganzen Rippeln kommen dann im Lautsprecher.
Der vorherige Amp hatte zwar auch eine Einweg-Gleichrichtung, ist aber auch eine Weile her, dass er produziert wurde. An dieser Zeit waren vielleicht die Dioden noch teuer, keine Ahnung.
Als Fazit zum Umbau auf Brückengleichrichtung: du steigerst somit die Effizienz der Gleichrichtung und entspannst der Trafo.

Eine Sache irritiert mich aber. Du schreibst seit dem Anfang, dass der Trafo eine ECC83 und eine EL95 versorgte. Hast du überhaupt die Heizspannung gemessen? Weiß nicht mehr, ob es gefragt wurde.
ECC83 + EL85 = 600mA Heizstrom bei 6,3VAC. ECC83 + ECL82 = 300mA + 800mA = 1,2A (das Doppelte!). Es ist keine minimale Erhöhung.

Zum guter Letzt wiederhole ich mich gerne und würde vorschlagen, dass du es nicht so früh aufgibst. Versuch mal erst die Gleichrichtung umzubauen und ggf. die Spannung für G2 zu reduzieren, wie ChuckBee es vorschlägt. Ich habe die ECL82 in einem SE-Amp mit 180V und es passt. Ich erhalte ca. 2,5W Leistung. Anbei ist eine Analyse, wie das Biasing errechnet wurde.

Die EL84 wird dein derzeitiges Problem vielleicht lösen, aber anderen werden dafür erscheinen. Die Empfindlichkeit der EL84 ist viel höher als die ECL82. Sie braucht viel weniger Signalpegel am Gitter. Das bedeutet, dass um clean zu bleiben, du musst den Ausgangspegel der Endstufe dämpfen.
Dann liefert dir die EL84 keine Triode für die Endstufe. Das könnte auch ein Problem sein.

Experimentieren mit Röhren erfordert Geduld. Diese Geduld zahlt sich aber mit gutem klang aus.  :)

Gruß,
Laurent

PS: Fürs Beispiel gebe ich zu, dass ich keine Oszi-Analyse gemacht habe und die ECL kommt in einem High-Gain Amp drin. Ab -4V wird das Signal laut Diagramm recht komprimiert (abgeflacht). Fürs Clean, sollte man also Vg2 weiter reduzieren, wie von ChuckBee vorgeschlagen.
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 20.10.2015 02:44
Und hier mal 2 Kennlinien einer EH ECL82/6BM8 mit jeweils 120V und 150V an G2. Die Anodenspannung habe ich leicht höher gesetzt.
Bin seit 2 Wochen dabei solche Analysen zu machen.
Vielleicht hilft es dir weiter.

Gruß,
Laurent
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 20.10.2015 17:36
Hallo Laurent,

vielen Dank für deine bisher sehr hilfreichen Antworten (:

Daß ich den Trafo bzgl. der Heizspannung ein wenig überfahre ist mir auch schon aufgefallen. Das hatte ich eingangs gar nicht betrachtet bzw. den Heizstrom der EL95 überschätzt. Dann irgendwann im Datenblatt mal nicht gleich runter zu den Betriebsparametern gescrollt und zufällig auf die Angaben zur Heizung geblickt --> Oops ^^ Aber der Trafo verträgt es und Dank erhöhter Netzspannung habe ich noch überschaubare 6,2VAC an den Heizungen. Bei aktueller Röhrenbestückung und Ruhestrom der Röhren (rund 30mA) wird der Netztrafo mit Einweggleichrichtung nach einer dreiviertel Stunde etwa 65° warm innen (zwischen Kern und Wicklungspaket). Außen knapp 60°. Ich denke das ist noch im Rahmen.

Heute Abend habe ich ein wenig Zeit, da werde ich mal das Netzteil auf Graetz umbauen.

Die gestiegene Empfindlichkeit der EL84 würde vielleicht das zusätzliche Triodensystem erübrigen. Zumal falls ich die Klangregelung gegen eine passive ersetze sind zwei Trioden der ECC83 sowieso schon zi viel Gain für einen cleanen Amp. Kann ich eventuell einen Teil des Gains verbraten indem ich per Gegenkopplung noch ein wenig Klangformung betreibe. Oder die zweite Stufe als Kathodenfolger betreiben und dann die Klangregelung dahinter hängen. Gibt es eigentlich Einwände gegen die Positionierung der Klangregelung direkt vor die Endröhre? Nicht daß es wieder schwingt ^^

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 20.10.2015 20:40
So, ich hab das mal auf Graetz umgebaut. Ich sage euch, nachträglich modifizieren ist ein Arschloch ^^ Zum Glück habe ich Sicherungen eingebaut. Hatte ein kleines Stück Draht übersehen, welches original von einem Anschluss der HV-Wicklung zu einem Lötpunkt auf dem Trafoblech ging um selbiges zu erden. Natürlich ist der Trafo auch über die Schrauben mit dem Chassis verbunden, welches geerdet ist. Das war bei Einweggleichrichtung auch völlig OK so, bei Graetzgleichrichtung hat es nun aber einen schönen Kurzschluss gegeben. Zum Glück kam die Sicherung und mehr als 8A sind wohl auch nicht geflossen, da der Gleichrichter noch lebt (:

Die DC-Spannung am Gleichrichter ist nun nach Anheizen der Röhren 377V. Schon massiv mehr im Vergleich zu den vorher rund 290V. Deswegen hatte ich ursprünglich die Einweggleichrichtung belassen. Nun muss ich etwa 100V verheizen und dazu brauche ich wohl mal noch einen andern Leistungs-R. Der 2k7 5W Zementbunker, der jetzt testweise verbaut ist, wird knapp 150° heiß. Weiß nicht ob ich das auf Dauer so lassen sollte ... Auch brauche ich andere Siebelkos. Angegeben sind sie mit 400V. Vorher hatte ich beim Anheizen 410V an den Elkos, was mir schon ein wenig Bauchschmerzen gemacht hat. Nun sind es 440V. Standby-Schalter habe ich ja nicht vorgesehen und der lässt sich auch nicht mehr sinnvoll nachrüsten. Also müssen 450V-Typen her.

Nun zum Clipping: Das hat sich ein wenig verändert. Der Buckel ist kaum noch zu erkennen und entsteht nur leicht angedeutet kurz bevor die untere Halbwelle hart beschnitten wird. Die obere Halbwelle sieht immernoch so schief aus wie vorher. Das Clipping geschieht weiterhin bei etwa 2,6Vrms respektive 1,7W. Also am Netzteil lag es nicht, daß ich so wenig Leistung habe.

Tja, was nun tun? Mit dem Netztrafo ist ein Betrieb bei unter 200V jedenfalls nicht realistisch. Dazu ist meine Betriebsspannung viel zu hoch. Ich bräuchte eigentlich eher eine Endstufe die bei 300V arbeitet und da fällt mir eigentlich nur die EL84 ein unter Beachtung der Limitierungen des Netztrafos und der beiden Novalfassungen. Bei Ua=300V bin ich mit 40mA an der Anode dabei. Inklusive Schirmgitter sollte ich mit 50mA hinkommen. Dann noch die ECC83 mit etwa 2mA. So überschlägig sollte der Trafo das ja nun mit der Graetz-Gleichrichtung packen ^^ Zur Not den Arbeitspunkt ein wenig kälter wählen.

Hat noch jemand weitere Vorschläge für die Endstufe?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 20.10.2015 21:23
Eine Frage an ChuckBee: Trifft das beschriebene nur auf die ECL82 zu oder auch auf die anderen ECLs? Die ECL86 wäre nämlich ebenfalls interessant. Natürlich nur, wenn ich da nicht dieselben Probleme habe...

Hallo,

jepp bei den anderen ECL's verhält es sich ähnlich (ECL/PCL85,805,86...)

Du kannst das übrigens sehr leicht nachprüfen: druck doch einfach mal die Ausgangskennlinienfelder für die ECL86 bei Ug2=250V und 300V
aus. Dann zeichnest Du Dir die Lastgerade ein - verläuft für SE-Class A ganz grob von 2xUa bis 2xIa und sollte die Verlustleistungshyperbel dabei berühren. Jetzt schaust Du, ob die Lastgerade das Gitterspannungsknie bei Ug=0V schneidet (ideal wäre entweder genau durch die Mitte, oder knapp unterhalb des Knies). Wenn dies nicht möglich ist, ist Ug2 zu hoch und muß reduziert werden.

Hierzu braucht man aber wieder ein anderes Kennlinienfeld. Wenn man nun nicht gerade (so wie Laurent) über den Luxus eines Kennlinienschreibers verfügt, bleibt nur die Möglichkeit aus den gegebenen Angaben des Ia/Ug Kennlinienfeldes ein neues Ausgangskennlinienfeld für die gewünschte niedrigere Schirmgitterspannung abzuschätzen bzw. zu interpolieren.




P.S: Eine Ausnahme fällt mir noch ein: die ECL/PCL84. Die kann tatsächlich mit höheren Schirmgitterspannungen betrieben werden (bei symmetrischer Aussteuerung), z.B
Ua=Ug2=220V
oder Ua=250V, Ug2=220V
sind ohne weiteres möglich.


Grüsse
Alex

Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 20.10.2015 21:47
Hallo Alex,

anbei mal eine Quick&Dirty-Skizze mithilfe des Datenblatts der ECL86. Die Lastgerade soll also vorzugsweise den orangen Bereich schneiden, wenn ich das richtig verstanden habe. Bei 250V schneidet sie aber die Ug1=0V Kurve viel zu niedrig und das genau ist das Problem, welches auch meinen Amp befallen hat. Soweit richtig?

Vielen Dank, wieder was neues gelernt (:

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 20.10.2015 22:08
Hallo Carsten,

Bingo - genau so habe ich das gemeint.


Gruss
Alex
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 21.10.2015 09:33
Moin Carsten,

Je nachdem was du suchst kannst du damit aber auch eine schöne Kompression erhalten.
Heute Mittag habe ich einige Situationen "gespiced" und komme auf dem beiliegenden Ergebnis. Wohl gemerkt, es ist eine Simulation. Alles hängt an der Genauigkeit vom Modell ab. Es gibt aber eine grobe Richtung.

Gruß,
Laurent
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: highway31 am 21.10.2015 10:21
Ich habe den Thread jetzt erst bemerkt!
Kompliment! Das Design ist schlichtweg der Hammer  ;D
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 21.10.2015 15:16
Danke highway31 (: Hab schon eine Idee für den nächsten Amp. Aber erstmal muss der hier richtig laufen ^^

Danke auch an Laurent. Du bist ja richtig fit im Thema Simulation. Das ist mir leider noch völliges Neuland und ich habe zwar schonmal an LTSpice dran gesessen, dann aber die Ersthürde nicht überwunden ^^ So mega intuitiv ist das Programm ja auch nicht.

Heute Abend ist standesgemäß die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie dran aber morgen setze ich mich mal dran den aktuellen Aufbau auseinanderzureißen und mit EL84 neu aufzubauen.

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: _peter am 21.10.2015 15:58
Hallo,

mal ne Frage in die Runde: Wäre es hier praktikabel, nach einem Brückengleichrichter klassisch
zwei Elkos (mit Bleeder-Widerständen parallel) in Reihe als Ladeelko zu schalten und von deren
Verbindungspunkt die halbe Betriebsspannung abzugreifen, um damit das Schirmgitter zu versorgen?
Das wären ja nur ein paar Milliampere, das sollte doch für den Spannugsteiler nicht so stark belasten.
Man muss das Verhältnis der Parallelwiderstände ja auch nicht 1:1 lassen, solange die Spannungs-
festigkeit der Elkos reicht.

Gruß, Peter
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 21.10.2015 17:41
Also unter Vollaussteuerung zieht so ein Schirmgitter ja schon einige mA. Für Ua=200V ist im Datenblatt ein Schirmgitterstrom von 13,3mA angegeben (7,8mA im Leerlauf). Meinst du das würde mit der von dir beschriebenen Methode noch funktionieren? Ansonsten wäre mein Lösungsansatz ein Spannungsregler.

Aber wie gesagt, mit 370V an der Diode unter Last denke ich eigentlich nicht über eine Anodenspannung von 180V nach. Das ist einfach die falsche Netztrafo-Endröhren-Kombination. Da bräuchte man eher einen Netztrafo in der 200VAC-Region oder noch weniger. Ich werde jetzt der EL84 eine Chance geben und mal schauen, wie heiß der Netztrafo damit wird. Vielleicht gehts ja. Ich habe schon Netztrafos 90...100Grad heiß werden sehen, da sollte 60Grad ja noch im Rahmen sein ... hoffe ich (:

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Laurent am 22.10.2015 01:39
Moin Robert,

Ich denke nicht, dass es geht. Wenn du es so machst, wie du meinst, hast du deine Bleeder-Widerstand als Sieb-Widerstand drin. Da wirst du keine Spannung mehr erhalten können. Ich nehme da immer zwischen 220k-240k. Um bei der ECL82 zu bleiben, erhälst du schon bei 120V Schirmgitterspannung mindestens 4mA im Ruhezustand (hängt ja stark vom Arbeitspunkt ab). Du kannst mittels Ohm-Gesetz rechnen, wie viel überm Widerstand verloren geht.

Was ich seit einiger Zeit mache ist in mindestens 2 meiner Amps zu sehen. Ich nutze ein Trafo mit Mittelabgriff. Da nutze ich eine normale Brückengleichrichtung und der Mitelabgriff kommt am Verbindungspunkt der 2 Ladeelkos. Somit erhalte ich für meine kleinen Endstufen die Hälfte der Spannungsversorgung der Vorstufe, was mir ausreicht. Siehe Anhang.

Gruß,
Laurent
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: _peter am 22.10.2015 12:22
Ja, ich hatte fälschlicherweise gedacht, die Ladung der Kondensatoren würde hier was bringen,
aber das geht so nicht.

Das es mit Mittelanzapfung funktioniert, ist klar, aber die gibt es in dem Amp ja nicht.
Spannungsregelung ist wohl das beste, wenn auch irgendwie unverhältnismäßig zur
Schlichtheit so eines kleinen Röhrenamps.

Gruß, Peter
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 22.10.2015 13:39
Interessantes Konzept, Laurent! Trafomäßig habe ich hier nur leider kaum Freiheitsgrade. Ich habe noch mehr alte Trafos aber keinen der sinnvoll auf das Chassis passt. Weiterhin habe ich den 30VA Ringkern von TT in meinem Bestand, der zwar problemlos passen würde, aber Hauptmotivation war ja mal die alten Teile zu verbasteln die hier vor sich hin gammeln. Zumindest was die teuren Teile betrifft wie Trafos und Lautsprecher. Da würde mir der ladenfrische Ringkern nicht ins Konzept passen. Schlimm genug, daß das Aluchassis noch so frisch aussieht ^^

Was mich übrigens seit unserer kleinen Diskussion über die Stromlieferfähigkeit von Netztrafos in Abhängigkeit von der Gleichrichtung umtreibt ist: Wenn ich mir einen Netztrafo kaufe der 100mA liefert, so wie der 30VA Ringkern von TT, dann kann ich bei Graetz-Gleichrichtung eigentlich nur 62mA DC nutzen? Hatte ich vorher nie drüber nachgedacht, aber eigentlich macht es Sinn, denn:
      AC: 200VAC*100mA = 20VA
      DC: ca. 270VDC*62mA = 16,7VA (3,3VA Verluste?)
So gesehen ist der Trafo mit EL95PP schon überlastet. Und da sind die drei ECC83 noch gar nicht mitgerechnet. Mist. Genau das hatte ich damit vor \:

Eigentlich ziemlich ärgerlich, daß Netztrafos immer so "groß" sein müssen. Zumindest in Relation gesehen, denn ich möchte eigentlich möglichst kleine Amps bauen für die sogar das Mini-Chassis, das bei Dirks LoW-Bausätzen verwendet wird, zu groß ist. Immerhin muss das aus reiner Bastellust entstandene Gerät hinterher irgendwo stehen (: Und bei 57m² ist selbst ein kleine Combo wie dieser hier öfters mal im Weg ^^

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Showitevent am 22.10.2015 13:50
Coole Kiste, cooler Name... Das sollte es Serienmäßig zu kaufen geben.

 :topjob:

Cheers
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 22.10.2015 14:19
Dankesehr (: Und ja, manchmal würde ich mir in den Läden wünschen nicht nur Tolex zu sehen ^^ Hatte mal im Fernsehen einen Beitrag gesehen über einen Designer, der aus Schrott Möbel herstellt. Also alte Seemannstruhen und Getränkekisten zu Tischen und Regalen umbaut, aus uralten Europaletten das Holz heraus schlachtet und zu Tischplatten verleimt u.s.w. ... Das sah hinterher auch richtig gut aus und war wirklich alltagstauglich. Ich glaube Crate hatte so begonnen Amps zu bauen, indem sie alte Kisten genommen haben und Amps rein gebaut haben. Daher auch der Name Crate. http://www.knology.net/~ultimategarageband/images/cratecr1.jpg ... in Kleinserie würde sowas sicher gehen. Aber bei der Flut an wirklich billigen und teilweise gut ausgestatteten China-Amps ist es sicher schwer halbwegs einen Fuß in die Tür zu bekommen. Denn seien wir ehrlich: Einen Fame Tube 5 oder einen Kustom Defender 5H für je knapp über 100 Euro bekommt man in Kleinserie nicht hin. Auch ein Jet City JCA22H 2-Kanaler mit 7 Röhren für 300 Euro ist in Kleinserie utopisch.

Kannst ja mal hier vorbei schauen: http://www.felleretta.de/ ... der baut auch Amps in die skurilsten Gehäuse ein (:
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 22.10.2015 22:16
So ... ich habe nun schweren Herzens vorhin den Lötkolben genommen und meine halbe Schaltung zerstört. Ziel war es erst einmal umzubauen auf EL84 SE und eine Triode davor zu hängen um zu schauen, ob die Endstufe diesmal ohne Zicken funktioniert. Alles in Minimalbeschaltung, lediglich ein Poti zwischen den beiden Stufen. Eine Triode ist aktuell noch unbestückt.

Folgende Spannungen und Ströme erhielt ich mit meiner Teströhre im Leerlauf (gebrauchte EL84):
Ua = 297V
Ug2 = 308V (Rg2 = 1kOhm)
Ig2 = 4mA
Ug1 = -10,6V (Rk = 300 Ohm)
I(Rk) = 35,3mA

Zugegeben, der Bias ist ein ganzes Stück zu kalt obwohl die -10,6V eigentlich laut Datenblatt genau hinhauen. Da sollten eigentlich 40mA über die Anode fließen. Aber gut, ich kenne die Emission der Röhre nicht und vielleicht ist sie einfach schon fertig mit der Welt ^^ Auch habe ich erstmal keinen passenden Rk gehabt, der eigentlich so um die 240 Ohm haben sollte. Aber ok, für den grundsätzlichen Funktionstest muss das erstmal reichen...

Das Clipping ist nun relativ symmetrisch. Nicht ganz perfekt, vor allem wenn man weiter übersteuert, aber ich denke das passt so. Kurz bevor der Sinus unförmig wird messe ich 3,3Vrms über dem 4 Ohm Lastwiderstand. Das entspricht 2,7W. Mit dann schon ordentlich Clipping erhalte ich etwa 3,7Vrms entsprechend 3,4W. Ich denke mit einer frischen Endröhre und optimiertem Rk sollten da noch etwas mehr drin sein.

Was würdet ihr eigentlich für einen Rg2 verbauen? Ich hatte erst gar keinen drin, momentan ist 1kOhm drin.

Weiterhin habt ihr Tipps für mich welcher passive 3-Regler-Tonestack gut für Clean funktioniert? Mir kommt es dabei vor allem darauf an, die Mitten bei Bedarf weit heraus nehmen zu können um einen warmen Acousticsimulator-ähnlichen Sound zu bekommen. Auch habe ich ja nun bereits einen Schalter unter dem Mitten-Regler verbaut. Für den bräuchte ich nun auch eine Anwendung (:

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 22.10.2015 23:50
Hallo,

sind die Spannungen wirklich richtig ?

Dann ist die Schirmgitterspannung schon im Leerlauf um 11V höher als die Anodenspannung  :o
Das ist nicht gut. Das Schirmgitter soll Sekundärelektronen abschirmen und nicht zur neuen Anode mutieren.. ;D
Ich schlage vor, daß Du den Rg2 entsprechend vergrößerst, um beim Testaufbau auf 290-295V für Ug2 zu kommen.

Gruss
Alex
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 23.10.2015 00:17
Hallo Alex,

da sprichst du ein interessantes Thema an. Genau das habe ich mich bei den vielen Schaltungen, wo gar kein oder nur ein recht kleiner Rg2 verbaut ist, auch schon gefragt. Da bekommt ja das g2 seine Spannung genau von demselben Punkt, wo auch der AÜ angeschlossen ist. An dem fällt dann noch eine Spannung ab, damit ist Ua zwangsweise niedriger. Und das sehe ich bei vielen Eintakt-Amps.

Jedoch habe ich so meine Zweifel, ob ich einfach Rg2 erhöhen sollte, bis ich wenigstens auf Ua runter bin, denn Ig2 ist ja über die Aussteuerung nicht konstant. Entsprechend je größer Rg2 ist umso mehr bricht Ug2 bei Aussteuerung ein. Und Ug2 soll doch eigentlich konstant sein, oder?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 23.10.2015 01:19
Hallo Carsten,

noch zu später Stund' eine Antwort:
 ja, das haben etliche Hersteller so gemacht, daß Ua und Ug2 vom gleichen Knotenpunkt am AÜ gespeist werden - bedingt durch den Spannungsabfall am Übertrager hat das Schirmgitter dadurch automatisch schon ein höheres Potential gegenüber der Anode.
Funktionieren tut das wohl so gerade, aber technisch gesehen ist das ziemlicher Murks.

Selbst Fender und Vox haben den Mist in ihren frühen Amps eingebaut (z.B Champ 5E1, Vox AC4), später aber korrigiert (z.B Champ 5F1).

An Deiner Stelle würde ich dem Schirmgitter sein eigenes RC-Glied verpassen, somit bleibt Ug2 deutlich stabiler und kann auch etwas niedriger gemacht werden als Ua - und damit ist das Problem gelöst.
Schau Dir mal den Schaltplan vom Champ 5F1 an, dann siehst Du was ich meine.

So, jetzt aber  :gutenacht:
Gruss
Alex
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 23.10.2015 12:07
Hallo Alex,

Danke für deine Erklärung (: Wie gesagt, ich kenne beide Varianten. Ganz ohne Rg2 oder mit Rg2, letzteres wahlweise indem man einfach eine Sieb-Stufe später die Spannung abgreift, so wie beim Fender 5F1. Ich glaube die Variante ist mir auch am sympatischsten. Ich war nur verwirrt, weil ich auch moderne Amps immernoch mit der Variante ohne Rg2 bzw. mit sehr kleinem Rg2 sehe. Gerade der Vox AC4C1 hat nur 470 Ohm zwischen g2 und erstem Siebglied (wo auch der AÜ dran hängt). In Anbetracht der Tatsache, daß ein AÜ dieser Leistungsklasse primärseitig meist einen DC-Widerstand von etwa 500 - 700 Ohm hat und darüber aber (im Fall der EL84) rund der 10fache Strom fließt wie über den Rg2, müsste Rg2 überschlägig 5-7kOhm haben um Ug2 auf das Niveau von Ua zu bringen. Was mir aus genannten Gründen zu groß ist. Weiterhin wenn in Datenblättern der Rg2 mit angegeben ist, dann ist er meistens in der Größenordnung zwischen 1k und 2k2, so wie im Falle der ECL82. Damit ist auch hier die Spannung am g2 größer als an der Anode. Daher meine Frage, wie ich den Rg2 dimensionieren sollte. Aber die Variante die Spannung vom 2. Sieb-R abzugreifen gefällt mir deutlich besser, da dort immerhin auch der Strom der Vorstufen durch fließt weswegen der Sieb-R deutlich kleiner ausfallen kann als 5-7kOhm. Und damit auch die Spannungsschwankungen am g2, hervorgerufen durch den aussteuerungsabhängigen Ig2.

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 23.10.2015 14:05
Hallo Carsten,

die Variante des Abgreifens von Ug2 hinter einem weiteren Siebglied hat mehrere Vorteile zu bieten:

1) gegenseitige Beeinflussung von Ua und Ug2 wird reduziert
2) es ist einfacher Ug2 mittels des RC Gliedes kleiner als Ua zu machen (Schirmgitterwiderstand kann trotzdem eingesetzt werden)
3) Ug2 hat weniger Welligkeit(=sauberere DC) durch das eigene Siebglied
4) die Vorstufe(n) welche normalerweise gestaffelt hinter dem Rg2 Siebglied "angeflanscht" werden, profitieren ebenfalls von der zusätzlichen Siebung=weniger Brumm


So würde ich's machen.

Gruss Alex
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 23.10.2015 17:48
So, da liegt er wieder in Teilen vpor mir .. die Platine komplett entlötet, das Netzteil neu bestückt und andere Potis drin für den Umbau auf eine Fender-Style-Klangregelung.

Dann hab ich mich mal hingesetzt und einen Konzept-Schaltplan gemacht. Er ist leider jetzt nicht mehr so aufregend wie die Ursprungs-Version mit ihrer aktiven Klangregelung, aber nützt ja nichts wenn die immer schwingt.

Habt ihr noch Anregungen für mich was ich dem Amp gutes tun könnte, mit Hinblick darauf, daß es ein möglichst cleaner Amp sein soll?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: _peter am 23.10.2015 20:02
Hallo,

die 470k nach dem Tonestack + das 1M-Poti könnten den Amp sehr dumpf machen.
Die Gridstopper der Endröhre hast du bestimmt nur vergessen einzuzeichnen.

Gruß, Peter
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 23.10.2015 20:48
Hallo Peter,

nein den Gridstopper habe ich tatsächlich vergessen (: Danke!

Daß mir der 470k mir Höhen klaut habe ich bereits befürchtet. Ich habe den jetzt mal mit 100pF überbrückt. Ist ein experimenteller Wert, den ich dann im Betrieb noch optimieren werde. Eventuell, wenn das noch nicht reicht, werde ich auch das Poti noch entsprechend überbrücken bzw. hinter C2 noch einen weiteren Hochpass (470k || 100pF) nachrüsten.

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 23.10.2015 20:59
Hallo,

was mir noch auffällt:

die beiden Vorstufentrioden sollten auch noch ihr eigenes RC-Glied bekommen, um sie vom G2 zu entkoppeln.


Gruss
Alex
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 23.10.2015 21:26
Hallo Alex,

ist das so kritisch? Kann das schwer einschätzen, aber die durch das g2 hervorgerufenen Spannungsschwankungen über R15 werden doch teilweise von C13 abgefangen. Habe jetzt mal noch ein weiteres Siebglied hinzugefügt, aber eigentlich wäre es schön, wenn ich mir das sparen könnte, denn es wird sonst ziemlich eng auf der Platine.

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: ChuckBee am 24.10.2015 01:07
Hallo Carsten,

warum machst Du es Dir so schwer - Dein Verstärkeraufbau ist doch im Prinzip das gleiche wie der schon erwähnte Champ 5F1, mit 2x Vorstufensystemen und 1xEndröhre. Orientiere Dich doch an dem Teil.

Der 5F1 kommt mit 3 Elkos für den HV-Teil aus:
Reservoir C -> Anode - Siebwiderstand + Smoothing C -> G2 - Siebwiderstand + Smoothing C -> Vorstufenanoden

Nach Merlin's (Valvewizard) Auffassung sollte sogar jedes einzelne Vorstufensystem sein eigenes RC-Glied erhalten, zwecks sauberer Versorgungsspannung und weniger Störeinflüssen. Fender hat oftmals zwei oder mehr Vorstufenröhrensysteme an ein gemeinsames RC Glied angeschlossen, was anscheinend auch noch so funktioniert.

Wenn Du Dir mal den Spaß machst und Fender Schaltpläne vergleichst, wirst Du feststellen daß bei der überwältigenden Mehrzahl der Amps mit 2 oder mehr Vorstufensystemen die Vorstufen-HV nicht direkt vom Ladekondensator des Schirmgitters mit gespeist werden - so wie in Deinem Entwurf - und zwar aus gutem Grund, siehe oben.

Gruss
Alex
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 24.10.2015 11:45
Hallo Alex,

ich hab das jetzt auch so gemacht und eine zusätzliche RC-Kombination eingebaut. An den Spannungen muss ich noch fine-tunen, aber erstmal muss ich gegen ein schönes 100Hz-Brummen ankämpfen und ein Schwingen im HF-Bereich. Es ist doch zum kotzen .... Naja, werde ich heute Abend mal schauen was ich tun kann.

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Germy am 24.10.2015 18:13
Hallo Germy

ok das ist auch eine interessante These. Wie weit muss die Endröhre denn vom AÜ weg sein? Denn ich hatte ja bereits einen zweiten AÜ getestet, weil ich dachte, daß der verbaute eventuell eine Macke hat. Dazu habe ich allerdings einfach nur die Kabel abgelötet und den Ersatz-AÜ neben das Chassis gestellt. Insofern war dann der aktive AÜ nochmal gut 10cm weiter weg von der Endröhre als es der eigentliche AÜ ist. Also Anordnung: ECL82 - inaktiver AÜ - aktiver AÜ (auf dem Tisch stehend neben dem Chassis). Am Clipping hat das jedoch nichts geändert.

Was ich mal noch tun kann: ein Schirmblech dazwischen halten. Das sollte dann ja irgend einen Effekt auf dem Oszi bringen ...

Es wird aber wahrscheinlich so oder so darauf hinaus laufen, daß ich die Positionen der Röhren vertausche. Eventuell gebe ich auch die schöne Klangregelung auf, da sie wohl grundsätzlich sehr zickig zu sein scheint. Wie eingangs erwähnt ist das hier meine dritte Schaltung mit der Klangregelung. Das erste Projekt ist dann an was anderem abgestorben, aber da hat die Klangregelung mit etwa 30kHz geschwungen. Dann mein Testaufbau auf dem Brett, den ich oben als Bild gepostet habe. Der hat im hörbaren Bereich geschwungen. Und jetzt dieser Amp hier, ebenso gut im hörbaren Bereich.

Die Entscheidung vertage ich aber erstmal noch bis ich das Endstufenproblem gelöst habe. Vielleicht kann ich ja sogar die EL84 nehmen? Siehe letzter Absatz meines vorherigen Postings ...

Viele Grüße
Carsten

Moin Carsten,

bin derzeit viel beschäftigt außer hause so das ich jetzt erst antworten kann.

Ein Blech bringt nicht viel bei elektromagnetischer Beeinflussung. Nicht einmal ein Bleimantel bring da irgendwas wirksames.

Einfach mehr Abstand, denn die elektromagnetische Leistung nimmt mit der Entfernung zum Quadrat ab. Siehe elektromagnetische Wellen.

Auch die Richtung und Lage des Trafos ist entscheidend.

Die V1 ist auch einfach zu empfindlich, sie direkt mit der Endstufe zu paaren.

Gruß Germy
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 27.10.2015 22:21
Also der Amp hier ist wirklich eine schwere Geburt. Ich habe ja nun alles umgebaut und der Amp schwingt wieder. Und ich werde das einfach nicht los. Habe ihr eine Idee? Stichpunktartig die Problembeschreibung:

- ab etwa Gain 11 Uhr schwingt der Amp im HF, nachweisbar bereits nach C2
- wenn ich lauter drehe nimmt die Amplitude zu bis sie dann wieder abnimmt und bei Gain 4 Uhr dann ganz verschwunden ist
- ich prüfe mit dem Oszi immer den Punkt zwischen C9 und R11
- die Amplitude ist ebenfalls abhängig von der Last am Lautsprecherausgang: schalte ich meine Test-Box von 4 auf 8 Ohm ist die Amplitude höher, schalte ich von Lautsprecherbetrieb auf Lastwiderstand um ist die Amplitude niedriger (Anm.: der Lautsprecher hat ja bei den 30..40kHz keine 4 Ohm mehr sondern vielleicht 100, der Lastwiderstand hat aber 4 Ohm) ---> ergo: je hochohmiger die Last, desto höher die Schwingungsamplitude

Bereits erfolgte Versuche zur Behebung des Problems:
- Leitung zwischen Anode der EL84 und AÜ geschirmt, ohne Erfolg
- 1k2 direkt ans g2 der EL84 eingefügt, was bewirkte, daß die Schwingung erst bei Gain 1Uhr einsetzte
- interne Lautsprecherverkabelung komplett abgelötet (die Lautsprecherbuchse ist 2cm neben der Fassung der Vorstufenröhre) und Last testweise direkt am AÜ angeklemmt, ohne Erfolg
- 1n 1kV parallel zur Primärwindung des AÜs geklemmt --> Kein Schwingen am Testpunkt zwischen C9 und R11 feststellbar, aber hörbares sehr hochfrequentes Pfeifen, wahrscheinlich im AÜ

Teilweise bringt es etwas, wenn ich das geschirmte Kabel, was vom Gain-Poti zur zweiten Triode geht, zur Seite biege. Die Amplitude wird dann etwas geringer. Dasselbe war zu beobachten, wo ich die Leitung von der Anode der EL84 zum AÜ testweise im großen Bogen nach außen gelegt hatte und dann hin und her gebogen hatte. Aber die Schwingung ging nie weg, wurde nur leiser.

Ich vermute, daß hier gar nicht die Endstufe in die Vorstufe koppelt sondern in sich schwingt. Das wiederum koppelt dann in die Vorstufe, was aber ein Sekundärschaden ist. Ist aber wie gesagt nur eine Vermutung,

Habt ihr eine Idee?

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Wuffenberg am 21.11.2015 09:23
Servus Carsten, ist dein Netzteil evtl. zu "weich" so dass dadurch das Schwingen kommt? Hast du mal die Spannung hinter R15 angeschaut, ist die stabil?
Oder ggf mal R16 hinter R13 anschliessen.
Dritte Idee: R11 vergrössern, 4.7k oder sogar 10k.
Und mit der Kombination R7/C6 baust du einen Hochpass mit f=3.5kHz (grob auf dem Windows Taschenrechner kalkuliert.). Was passiert wenn du C7 rausnimmst oder vergrösserst?
(Überhaupt denke ich dass du V1a etwas viel Last mit Tonestack, Divider und MV zumutest, das würde ich anders lösen.)
Und auf welcher Frequenz schwingt es? HF kann bei uns Ampbauern ja viel bedeuten... 

good luck,
Wuff
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: bea am 22.11.2015 00:28
Wenn die Endstufe in sich schwingt, sollte sie das eigentlich auch tun, wenn Du an C9 auftrennst.

Hast Du mal versucht, C9 zu verkleinern? Ggf den Gridstopper der EL84 etwas zu vergrößern? In meinem Valve Junior habe ich 6.8 kOhm. Direkt am Gitter der EL84 einen kleinen Kondensator gegen Masse zu schalten - O(200 pF)?
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: es345 (†) am 22.11.2015 10:57
Hallo Carsten,

bitte stell ein paar hochauflösende Bilder von dem aktuellen Aufbau ein, dann können wir uns der Sache besser annehmen.

Gruss Hans- Georg
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 22.11.2015 11:41
Hallo,

Danke für eure Antworten. Ich habe nun seit etwa 2 Wochen nichts am Amp gemacht. Der letzte Stand war folgender:

- Das Schwingen setzte bei etwa 1 Uhr Gainpoti-Stellung ein und verschwand bei etwa 4 Uhr (voll aufgedreht schwingt der Amp also nicht).
- Wenn ich die Speaker-Buchse "quetsche", also näher ans Chassis drücke oder hin und her verbiege (im Sinne von Druck ausübe), dann ändert sich die Signalamplitude. Also ging ich davon aus, daß eventuell das Lautsprecher-Signal, welches dort anliegt, in die unmittelbar daneben befindliche ECC83 einkoppelt. Also alles abgeklemmt und Lautsprecher direkt an den AÜ gehängt, jedoch war damit das Problem nicht behoben.
- Gridstopper der EL84 erhöht auf 10k, aber die Schwingung war immernoch nicht weg. Nur etwas kleiner.
- Wenn ich einen Lastwiderstand benutze ist das Schwingen sehr viel weniger stark ausgeprägt als mit einem Lautsprecher. Als Grund dafür habe ich nach erstem Erstaunen die unterschiedliche Impedanz ausgemacht. Der Last-R ist ja konstant 4 Ohm wohingegen der Lautsprecher bei den etwa 40kHz bereits sehr hochohmig ist. Die Schwingung ist also lastabhängig.
- Ich habe dann testweise, wie das in einigen Amps auch zu sehen ist, die Primärwicklung des AÜs mit einem C überbrückit. 6,8n 1kV in meinem Fall. Das hat die Schwingung unterdrückt jedoch war bei der Gain-Stellung, wo es vorher am meisten geschwungen hat, ein etwas stärkeres Rauschen hörbar.

Schlussendlich habe ich dann den Amp mal wieder mit Gitarre getestet. Bei vollem Gain und bei 12 Uhr alles prima. Als ich ihn dann auf "maximales Rauschen" eingestellt habe, also irgendwo Gain im Bereich 2-3 Uhr, spiete er noch kurz und dann wurde der Ton bröckelig. Seitdem bricht kurz nach dem Einschalten das Signal zusammen wenn man in die Saiten haut. Scheinbar hats mir wohl nun ne Röhre abgeschossen. Oder den AÜ. Ich hab das Teil erstmal zur Seite gestellt. Schnauze voll vorerst.

Meine Vermutung ist weiterhin, daß die direkte Nähe des AÜ zur Eingangsröhre Probleme macht. Das kann ich aber wohl nur herausfinden, indem ich abermals die Röhrenbelegung vertausche. Und dazu hatte ich bisher keine Lust und habe die Zeit lieber erstmal in einen zweiten Patienten gesteckt, da ich zwischenzeitlich einen gebrauchten Engl-Combo gekauft habe.

Ich werde mich aber wohl nochmal ran setzen. Hilft ja alles nichts, das Teil steht immernoch hier auf meinem Schreibtisch und guggt traurig ... "bau mich" ^^

Viele Grüße
Carsten
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Wuffenberg am 22.11.2015 15:30
Ich glaube nicht dass eine Röhre defekt ist. Das 'Bröckeln' könnte auch ne HF > 15kHz sein. Hast du ein Oszi?
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 22.11.2015 19:19
Ja, den nutze ich auch exzessiv um der Schwingung auf die Schliche zu kommen. Die war ja nur im ersten Aufbau (wo ich den Thread eröffnet habe) im hörbaren Bereich. Jetzt nachdem ich alles neu aufgebaut habe, auch mit anderer Schaltung, ist sie etwa bei 40kHz (habs nicht genau ausgerechnet).

Nachdem ich den C über die Primärwicklung gelötet hatte war die Schwingung weg, verifiziert an mehreren Stellen der Schaltung. Nur dieses Rauschen, wie beschrieben, war noch komisch. Mir fällt gerade noch was ein: Ich hatte wiederkehrende Spikes im Signal, die sich mit dem Netz synchronisieren lassen. Die waren nachweisbar an der Anode der EL84 jedoch NICHT auf der Ub (was ja mein erster Verdacht war). Könnte mir vorstellen, daß diese Spikes ursprünglich auch die Schwingung getriggert haben, denn sie wuchsen mit steigendem Gain an und verschwanden dann wieder, genau wie oben beschrieben die Schwingung abhängig von der Gain-Stellung war.



Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Wuffenberg am 22.11.2015 21:00
Ja, das Phänomen hab ich auch schon mal beobachtet. Ich glaube ich hab es mit DC Heizung beheben können.
Aber mal aganz anders gefragt, wenn dein Amp auf 40kHz schwingt, warum baust du dann nicht an geeigneter Stelle in der Vorstufe einen kleinen "Tiefpass" zb mit 10kHz ein. Berechnung dazu ist easy.
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 22.11.2015 21:45
Hatte ich schonmal versucht mit einem C nach Masse. Aber das hat nicht ausreichend gut funktioniert, daher habe ich mich auf die Suche nach der Ursache gemacht. Scheint aber nicht so einfach zu sein. Ich werde die Tage nochmal alles auseinander reißen und neu aufbauen. Vielleicht haut auch was mit der Verdrahtung nicht hin bzw. dem Massepunkt. Damit hatte ich anfangs auch Probleme ...
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: es345 (†) am 22.11.2015 23:09
Hallo Carsten,

Nach Ansicht der Bilder ist Deine Entscheidung, den Verstärker neu aufzubauen, bestimmt die beste.

Zur Masseführung: jede Stufe für sich und dann zum zentralen Massepunkt. Besonders wichtig für die erste Triode: kurzer Weg vom Eingang zum Gitter, Gitterableitwiderstand sowie Kathodenwiderstand direkt nebeneinander zum Massepunkt. Dies gilt ebenso für die vom Chassis isolierte Masseleitung der Eingangsbuchse.  Im Ergebnis bedeutet diese Randbedingung konsequenterweise auch eine  Verlagerung der ECC 83 in Richtung Eingang. Das löst auch die Einstreugefahr aus Richtung der EL84. Ich weiss, dass dieser Umbau heftig sein wird, aber mit grosser Wahscheinlichkeit schnell zum Ziel führen wird.

Halte durch, es gibt immer Licht am Ende des Tunnels!  ;)

Gruss Hans- Georg
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: Germy am 26.11.2015 17:47
Moin,

ich schließe mich Hans- Georg an (Du schreibst ja schon alles, was ich sagen wollte.....), aber halte DURCH!!! Es wird!

Gruß Germy
Titel: Re: Lil' Piece o'Crap - Cleaner Einkanaler aus Schrottbauteilen
Beitrag von: *genni* am 26.11.2015 19:43
Danke an alle (: Sobald ich wieder dazu komme nehme ich mir das Teil nochmal vor ^^ Werde berichten ...