Tube-Town Forum

Technik => Tech-Talk Fender => Thema gestartet von: Motörkopf am 2.06.2008 11:58

Titel: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 2.06.2008 11:58
Hallo Forum!

mein Fender Blues Deluxe zerrt im Cleankanal zu früh (so ca. 3-4 gehts schon ordentlich los). Ich bin fast sicher, dass das vor einer Weile noch nicht war. Die Vorstufenröhren (3xECC83) habe ich getauscht, neue Endstufenröhren sind auch drin (TAD - ordentlich eingemessen habe ich sie, bzw. den Bias R geändert). Die "Problemwiderstände" R85, R86 (+/- 16V Erzeugung für Vorstufe und Hall) wurden von mir auch schon getauscht... Ich gehe stark davon aus, dass der Amp technisch ok ist.

Meine Frage: Was kann ich machen, um den Clean Kanal wirklich cleaner zumachen? V1, V2 gegen ECC81 zutauschen bringt nicht ganz das gewünschte Ergebnis. Dachte mir ich könnte vielleicht R2 direkt an einer Eingangsbuchse erhöhen, somit hätte ich dann eine Low Gain Buchse, die leiser und cleaner ist und eine die "normal" ist...

Oder was für Ideen hättet ihr für mich? Würde mich sehr über Vorschläge freuen...




Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 3.06.2008 09:30
Hallo Jo,

> mein Fender Blues Deluxe zerrt im Cleankanal zu früh...Ich gehe stark davon aus, dass der Amp technisch ok ist.

hm, dann passt ja irgendwas nicht zusammen. Wenn er zu früh zerrt, kann er ja technisch nicht ok sein.  ;)


> Meine Frage: Was kann ich machen, um den Clean Kanal wirklich cleaner zumachen?

Meine Frage: Mit welcher Gitarre zerrt er zu früh? Auch schon bei Singlecoils?

Das Problem ist schwierig zu umreissen. Hier hilft am besten nur eines: Betriebsspannungen messen und überprüfen und wenn hier alles ok ist, definierten NF-Pegel auf die Eingangsbuchse geben, dann anhand der Ausgangsspannungen pro Stufe schauen, welche Stufe u.U. zuviel liefert oder verzerrt (NF-Spannungen sind ja alle schön im Stromlauf angegeben). Das setzt einen Tech / Meßgerät (z.B. Tongenerator und NF-Röhrenvoltmeter oder halt moderneres Zeug *bg*) voraus, wo NF-Spannungen sauber erzeugen und messen kann. Wenn Du in oder in der Nähe Stuttgarts wohnst, machen wir einen Termin aus, und du bringst am besten den Amp mal vorbei.

Wenn nicht der Lautsprecher verzerrt wg. Defekt, dann kann vieles hier die Ursache sein, nicht mehr sauber schaltende Relaiskontakte, usw. Vielleicht kannst Du den Fehler schon aweng eingrenzen durch Zudrehen diverser Regler (Hall, nehme ich an, scheidet ohnehin aus)?

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 3.06.2008 14:22
Hallo Michael!

danke für deine Antwort!

Nein, bei Single Coils ist es natürlich nicht so stark wie bei Humbuckern. Der Amp klingt auch wirklich gut (also keine "kaputt-klingende Zerre oder so) - er zerrt nur früher, als es mir lieb ist (bzw. ich denke, wie es "normal" ist). Er macht auch keine auffälligen Geräusche (bruzzeln, rauschen oder so).

Ich weiß, so etwas ist schwer zu lokalisieren. Ich hatte auch das Gefühl (bin mir da aber nicht 100% sicher) - dass um so wärmer er wird, desto mehr er zerrt. Der Fehler lässt sich nicht durch veschiedene Einstellungen am Amp einkreisen (leider).

Hmm, dann sollte ich mal die einzelnen Verstärkerstufen durchmessen (Generator und Scope habe ich). Nur irgendwie fehlt mir da der Vergleich, was welche Stufe macht/machen darf und auch nicht... Oder was könnte ich noch auf "die Schnelle" überprüfen?

Betriebsspannungen habe ich schon nachgemessen, sind laut Angaben im Schaltplan alle im Rahmen.

Nein, ich komme leider nicht aus der Nähe Stuttgart - vielen, vielen Dank für dein Angebot. Wäre echt super gewesen, wenn wir da mal dran gehen hätten können - aber ich wohne einfach zu weit weg...



Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Grooverock am 3.06.2008 15:25
Hi!  :laugh:

Für mich klingt das eigentlich nicht sooooo ungewöhnlich. Ich habe den Blues DeVille und der zerrt auch schon ordentlich bei Stellung 3-4. Allerdings ist das Teil dann wirklich so laut, dass man eh überall Hausverbot bekommen dürfte.
Allerdings habe ich neulich mit ein paar Vorstufen-Röhren experimentiert und hatte eine (neue!) 7025 dazwischen mit der dieser Amp schon bei sehr leisen Einstellungen gezerrt hat... Das Beste (und am wenigsten mikofonische!) war eine Valvo ECC83 aus einem alten Radio!  ;D Die bleibt drin!
Test einfach mal ob diese Röhre bei die keinen defekt hat!

Viele Grüße!
Kim
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 4.06.2008 09:25
Hallo Jo,


> Nein, bei Single Coils ist es natürlich nicht so stark wie bei Humbuckern. Der Amp klingt auch wirklich gut...
> zerrt nur früher, als es mir lieb ist (bzw. ich denke, wie es "normal" ist). Er macht auch keine auffälligen Geräusche (bruzzeln, rauschen oder so).

der BD ist in der Tat ziemlich ruhig in seinen Geräuschen und zerren tut er im Clean-Kanal mit Singlecoils 'relativ' spät (hängt natürlich auch vom Output der Singlecoils mit ab), also dann kommt er schon ziemlich laut.

> Hmm, dann sollte ich mal die einzelnen Verstärkerstufen durchmessen (Generator und Scope habe ich). Nur...fehlt mir da der Vergleich, was
> welche Stufe macht/machen darf und auch nicht... Oder was könnte ich noch auf "die Schnelle" überprüfen?

Steht alles im Schaltplan. Ein NF-Spannungsmesser (Millivoltmeter) wäre sinnvoll. So kannst Du anhand des Schaltplanes die definierte NF-Spannung pro Stufe einspeisen und am Ausgang (meistens Anode - siehe Schaltplan) messen, welche Spannungshöhe anliegt und schauen, ob dabei noch der eingespeiste Sinus vorliegt. Die Angaben zu dene Fenderamps hierzu sind meistens erstaunlich gut reproduzierbar.

> Betriebsspannungen habe ich schon nachgemessen, sind laut Angaben im Schaltplan alle im Rahmen.

Ja, das ist eine gute Hilfe insofern, als dass Du nun weisst, dass u.U. nichts wegläuft durch thermische Belastung. Jedoch ist das nur die eine Seite, denn Du misst damit nur die statischen Werte der Röhren (stufen). D.h. dass letztendlich das ganze Bauelementegedöhns drumherum nur dafür sorgt, dass die Röhren in ihren Stufen die korrekten bzw. eingestellten Gleichspannungswerte haben, um eine angelegte NF dementsprechend zu verarbeiten. Das ist die eine Seite, die aber eben nicht alles aussagt, sondern nur die Grundvoraussetzungen bereitstellt für die nun folgende zweite Seite: das Messen der NF-Spannungen und Oszillographieren der Amplitude.


Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 5.06.2008 11:22
Hallo Zusammen!

@Kim:Hmm, daran habe ich auch schon gedacht - dass das eventuell sogar normal ist. Ich bin aber der ziemlich festen Überzeugung, vor einer Weile war das noch nicht so. Die Vorstufenröhren habe ich gegen JJ und Electro Harmonix getauscht... Das brachte nicht wirklich etwas. Ab wann zerrt dein Cleankanal denn, wenn du eine Strat mit Single Coils verwendest?

@Michael: Tja, dann werde ich die Kiste durchmessen und hoffen, dass ich auf einen Nenner komme. Ich befürchte aber, dass ich wirklich ein thermisches Problem habe. Ich werde das heute nochmals richtig ausprobieren, ob der Amp erst mit dem Zerren anfängt sobald er durch gewärmt ist!
Falls das so ist, wird mir wohl irgend ein Arbeitspunkt einer Röhrenstufe "davon laufen", oder?



Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 6.06.2008 09:31
Hallo Jo,

> wird mir wohl irgend ein Arbeitspunkt einer Röhrenstufe "davon laufen", oder?

klingt ganz danach. Aber das ist aus der Ferne schwer zu beurteilen. Vergiss' bitte auch nicht, den LS zu testen.

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 16.06.2008 08:21
Hallo Michael,

sooo - bin endlich nochmal zum "Basteln" gekommen... Also: Es liegt definitv kein thermisches Problem vor! Hab es wirklich mehrfach ausprobiert, der Amp zerrt egal ob warm oder kalt.

Habe gestern die Verstärkerstufen durchgemessen, so wie es im Plan steht. Am Eingang habe ich einen Sinus 1Khz mit 4mV Amplitude eingespeißt. Das sind meine gemessenen Spannungswerte:

TP3:1,769VDC
TP4:161,9mV
TP5:1,694VDC
TP6:3,695VDC
TP7:68,5mV
TP8:1,976VDC
TP9:3,820VDC
TP10:725mV

Ich denke, daran sieht man genau - wo der Fehler auftritt. Bis inkl. TP4 und TP5 sind die Werte top. Bei TP6 habe ich schon zuviel Signal und TP7 auch und so weiter...

Es würde mich sehr freuen, wenn du vielleicht kurz in den Schaltplan reinschauen könntest und mir noch ein paar Tipps zugeben...
Ich weiß gerade nicht so wirklich weiter - R9 habe ich überprüft, dieser hat 99,8k. Sieht echt so aus, als würde aus Stufe V1B zu Pegel rauskommen, aber woran könnte das liegen?

Was mir auch noch aufgefallen ist, ist (als am laufenden Amp den "Klopftest" gemacht habe) dass das Flachbandkabel zu V1 sehr empfindlich ist. Sobald ich das nur leicht berühre fängt der Amp sofort an zu brummen und ich habe einen Radioesender drauf (Signal kommt trotzdem noch). Ich weiß nicht, ist so etwas normal? Nachgelötet habe ich das Kabel eigentlich... Das ganz kommt mir nur etwas komisch vor.




Vielen Dank und Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Grooverock am 16.06.2008 12:57
Keine Sorge mit dem Flachbandkabel. Die Leitungen sind nicht abgeschirmt und wir haben es ja mit Hochohmigen Signalen zu tun. Es ist normal, dass es Brummt wenn anfässt oder vielleicht ein Bisschen Radioempfang hast...
Kann leider grade nicht in Schaltplan schauen. Vielleicht schaffe ich das Später noch.
Viele Grüße!
Kim
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 16.06.2008 14:35
Hallo Jo,

zu den Messwerten, ich schreib's mal dahinter

> TP3:  1,77VDC     OK
> TP4:  161,9mV     OK
> TP5:  1,70VDC     OK
> TP6:  3,70VDC     OK (Streuung, völlig normal; allergings muss es VAC heissen...)

Lt. Schaltplan ist für V1B ein µ von etwa 19 eingestellt, Deine Stufe hat momentan (falls nicht falsch eingespeist und gemessen) eines von 22,8.
Das ist zwar mehr, aber eigentlich noch im Rahmen des Normalen, ich würde das nicht überbewerten.

> TP7:  68,5mV      OK
> TP8:  1,98VDC     OK
> TP9:  3,82VDC     OK (hm, Streuung; nicht weiter schlimm; muss aber wieder VAC heissen, aber siehe nächsten TP...)

Nominal ist lt. Schaltplan für V2A ein µ von etwa 56,1 eingestellt. Hast Du richtig eingespeist und gemessen, so hast Du hier, also bis TP9 ein µ von 55,7. Die Röhre schafft ebenfalls normal.

Es sieht also ganz danach aus, als dass V1 und V2A normal schaffen.

> TP10: 725mV       zuviel, denn hier müssten lt. Schaltung 50mV anstehen.

Meßfehler??? R20 defekt? Schaltet die 'Power_Amp_In' - Buchse sauber oder hat die Kontaktprobleme???

> Was mir auch noch aufgefallen ist, ist..."Klopftest"...

Hat Kim schon beantwortet. Ist völlig normal, wenn man da rankommt.


Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 16.06.2008 22:10
Hallo Zusammen!

danke für die Antworten! Ok, dann ist das Flachband schon mal in Ordnung, wusste gar nicht dass die Dinger so empfindlich sind.

@Michael:

Upps, sorry hatte mich da mit den Spannungen etwas verschrieben - klar, in dem Fall muss es AC heißen.
Ich habe die Messungen mit einem (guten) DVM gemessen, ich denke daher schon dass die Sachen passen sollten. Am Eingang habe ich eben die 4mV/1Khz vom Sinusgenerator, ich habe alle Poti's wie vorgegeben auf genau die Hälfte eingestellt, bis auf Reverb (ganz auf 0) und die Messung im "Drive" Kanal durchgeführt. Vielleicht sollte ich die Signale am besten nochmal mit einem Scope anschauen, oder?

Der Messwert von 725mV an TP10 ist richtig, habs gerade eben nochmals gemessen. Die Buchse habe ich mit Sprühwäsche gereinigt und ein paar betätigt - hat aber nichts zu der Sache bei getragen. Hier noch ein paar weitere Messwerte:

TP11: 33,87mV
TP12: 43,09mV
TP15: 465,4mV
TP16: 4,96mV
TP17: 2,344V
TP18: 523mV

Ojee - da sind noch einige Werte außer Toleranz... R20 ist ok (328k). Ich messe ja alle Punkte direkt gegen Erde (also das Chassis), oder?
So langsam weiß ich echt nicht mehr weiter, hoffentlich kriegt ich das Teil zum Laufen.
Was würdest du als nächstes vorschlagen?



Vielen, vielen Dank und Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 17.06.2008 09:51
Hallo Jo,

> TP15: 465,4mV
> Was würdest du als nächstes vorschlagen?

hm, wenn ich mir die Meßwerte so anschaue, dann fällt zwingend auf, dass die NF-Spannungen an TP10 und TP15 eindeutig zu hoch sind.
Lass' uns überlegen:
Du schreibst, dass Du mit Hallregler auf 0 gemessen hast. Das bedeutet, dass der NF-Pfad C9 - R20 - Schaltbuchse - C15 - .....
                                                                                                                                                           - C14 - R29 - .....
                                                                                                                                      - CR2 - CR3- Q1 - .....
einen viel zu hohen Pegel hat, also nicht genügend bedämpft ist, selbst wenn R38 auf Masse steht. Hm. Dann müsste an TP22 also ebenfalls ein viel zu hoher Pegel stehen, der V3 übersteuert. Davon ausgehend, dass der Hall funktioniert, also zumischbar ist, heisst das, dass R39 und R40 als Entkoppelwiderstand in Ordnung sind, also ebenso, dass der Hall-OPV-Amp eigentlich funktioniert; komisch, dass hier nichts übersteuert.
Miß' trotzdem mal R39 und R40 durch, um ganz sicher zu gehen.

Funktioniert der Amp eigentlich mit der Fußschalter-Mimik? Was ist mit CR2 und CR3 bzw. Q1? Rein komplex betrachtet, wirken die drei BE als ein (wahrscheinlich relativ hoher) spannungsteilender Widerstand, der den Pegel von R20 kommend unmittelbar bedämpft. Sind die Dioden in Ordnung, ebenso der FET?

Nur so rein theoretisch müsste der Amp doch sofort wieder scheinbar tadellos funktionieren, wenn Du V2 gegen eine 12AT7 austauscht.

Gruß Michael

Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 17.06.2008 10:45
Morgen Michael,

wow - vielen Dank für die ausführliche Antwort!!! Echt spitze, so ein Forum zuhaben...

Ja, der Hall funktioniert einwandfrei. R39, R40 werde ich heute Abend durchmessen.

Ich habe leider keinen Footswitch für den Amp - die Umschaltung direkt am Amp funktioniert einwandfrei (ist dieser Drive Select Switch der dirket an der Footswitch Buchse hängt).

Was diese Geschichte mit dem Fet Q1 und den zwei Z-Doiden CR2, CR3 genau bezweckt ist mir auch ein Rätsel... Vorallem was die Baustelle mit der Kanalumschaltung zutun hat, verstehe ich nicht. Hmm, ich glaube ich tausche den Fet und die zwei Dioden einfach mal - kosten ja nicht die Welt.

TP22 werde ich mal messen und V2 gegen eine 12AT7 tauschen!




Danke und Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Grooverock am 17.06.2008 12:10
Hi!

Ich denke die Arbeit mit dem FET und den Dioden kannst du dir sparen!
Vor etwa 10 Jahren war das der erste und bisher einzigen Defekt, den ich an diesem Amp hatte. Von da her kenne ich die Funktion noch.
Q1 hat lediglich die Aufgabe das Preampsignal wärend der Relaisumschaltung gegen Masse zu ziehen. Das heist, dass dieser FET einfach nur das Umschaltknacken unterdrückt.
Die beiden Dioden... Hmmm... Ich denke die haben eine Limiterfunktion zum Schutz der OPs. Diese hindern einen Signalpegel größer als +/- 15V. Vielleicht auch als Schutz vor hohen Schaltimpulsen falls Q1 nicht mehr richtig arbeitet?
Bei meinem Amp hatte der Q1 einen kurzen und mein Preamp tot. Das war vielleicht nervig!  ;D
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 17.06.2008 12:29
Hallo Kim und Jo,

> Q1 hat lediglich die Aufgabe das Preampsignal wärend der Relaisumschaltung gegen Masse zu ziehen....

Kim, bist Du Dir sicher? Könnte das nicht so sein (habe dazu einen Freund / Halbleiterfreak gefragt):

Drive on: Der erste OP kippt und gibt dann über den C49 eine Spannungsverschiebung der sehr hochohmigen Referenzspg. an Pin 5 von OP 4B / 48.  Dieser verschiebt damit seinen Ausgangspegel und verändert die Gatespannung an den selbstleitenden FET Q1. Dieser arbeitet als variabler Widerstand (!!!) und müßte damit den NF Pegel verändern. Die beiden Zenerdioden solllen spannungsmäßig nur die Drain Source Strecke von Q1 schützen.

Was ist, wenn Q1 zu hochohmig ist, bedingt durch einen Fehler in der 'Footswitch-Schaltung'? Dann wäre der NF-Pegel hinter R20 zu hoch.

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Grooverock am 17.06.2008 12:40
Verdammt du hast wahrscheinlich recht!
Nein, dass macht natürlich Sinn, wenn ich die Schaltung noch einmal überfliege...
Bei mir war damals einfach Q1 ständig zu niederohmig und ich habe (als ich das wusste) die Schaltung davor nicht genauer untersucht... Asche auf mein Haupt!  :laugh:
Ansonsten fällt mir auch kein plausibler Grund ein warum die Spannung ausgerechnet am TP10 (und folgenden) so viel höher ist...
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 17.06.2008 13:43
Hi Zusammen,

uff - da gehts ja richtig knallhart in die elektrotechnische Theorie... Vielen Dank für die Erkärungen, jetzt ist mir die Sache schon etwas klarer!

Hmm, was mache ich jetzt? Ich werde mal TP30, TP31 und TP32 in der Footswitchschaltung messen. Meint ihr, ich soll den Fet mal tauschen? Hab dummerweise gerade nur einen "BSS138" zur Hand - müsste aber zum testen reichen, denke ich... oder?

Oder kann ich im Clean Kanal die Strecke Q1 zu CR2 mal komplett unterbrechen und hören ob sich an dem "Gezerre" etwas ändert?



Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 17.06.2008 13:47
Hi,

@ Kim,

> Bei mir war damals einfach Q1 ständig zu niederohmig...

...damit müsste ein zu geringer Pegel an R20 gestanden sein; die Kiste wäre somit insgesamt eher zu leise.

> Ansonsten fällt mir auch kein plausibler Grund ein warum die Spannung ausgerechnet am TP10 (und folgenden) so viel höher ist...

Genau das ist es, was mich stutzig macht: die Spannung HINTER R20 ist um den Faktor 14 zu hoch.

@ Jo,

ich denke jetzt, dass sich der Fehler eher auf diese 'Sandschaltung' konzentriert und Q1 einen zu hohen Widerstand hat, der letztendlich den NF-Pegel nicht weit genug bedämpft. Vermutlich liegt der Sinn dieser Schaltung darin, zum einen die Relais knackfrei zu schalten und zum anderen als Pegelanpassung, wenn Drive an bzw. aus ist.

Ganz nach dem Motto, würde man Q1 mit einem Sinusgenarator ansteuern, so hättest Du hier ein schönes Tremolo....   :devil: 

Eigentlich müsste eine Fehlersuche hier relativ simpel sein, handelt es sich doch um +/- Spannungen, die nur zu messen sind; jedoch entzieht sich die Höhe des Widerstandes von Q1, wenn Drive off ist, meiner Kenntnis. Ggf. anhand der NF-Pegel lt. Schema ausrechnen und mit den gemessenen vergleichen? Ist u.U. CR1 defekt? Welche Spannung liegt an Pin7 von U48 /4B an, um via CR1 Q1 zu steuern? Ich weiss es nicht, da ich meinen BD verkauft habe und somit nicht mehr nachmessen kann.

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 17.06.2008 13:56
Hallo Jo,

> Meint ihr, ich soll den Fet mal tauschen? Hab dummerweise gerade nur einen "BSS138" zur Hand - müsste ... reichen, denke ich... oder?
> Oder kann ich im Clean Kanal die Strecke Q1 zu CR2 mal komplett unterbrechen und hören ob sich an dem "Gezerre" etwas ändert?

hm, das ist relativ schwierig insofern, als dass ich nicht weiss, auf welcher Kennlinie quasi der FET herumrutscht, wenn er bei definierten Spannungen gesteuert wird und welchen Widerstand er dann haben muss. -> Datenblatt!

Unterbrichst Du den Pfad CR1 - Q1, dann müsste der Amp generell einen zu hohen und damit zerrenden Pegel liefern. Probier's mal aus. Eigentlich wäre aber das Gegenteil nötig, mehr zu bedämpfen.


> Was diese Geschichte mit dem Fet Q1 und den zwei Z-Doiden CR2, CR3 genau bezweckt ist mir auch ein Rätsel...
> Vorallem was die Baustelle mit der Kanalumschaltung zutun hat, verstehe ich nicht.
> Hmm, ich glaube ich tausche den Fet und die zwei Dioden einfach mal - kosten ja nicht die Welt.

Schrieb ich bereits, wozu dieser 'Sandhaufen' da ist. Der Casus Cacktus scheint aber eben hier der steuerbare FET zu sein. Obacht! Tauscht Du nur diesen und meinetwegen CR2 und CR3 (wobei ich diese bereits gedanklich als Fehler ausschliesse), dann kann es passieren, dass das gar nix bringt, wenn er falsch angesteuert wird, weil er via CR1 eine falsche Steuerspannung bekommt.

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Grooverock am 17.06.2008 13:58
Hi,
@ Kim,
> Bei mir war damals einfach Q1 ständig zu niederohmig...

...damit müsste ein zu geringer Pegel an R20 gestanden sein; die Kiste wäre somit insgesamt eher zu leise.

Ja, genau, dass wars damals bei mir. Die Kiste war tot.
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 17.06.2008 14:20
Hallo!

all right - ich gehe wie gesagt die Testpunkte in der Kanalumschaltung durch und hoffe, dass ich dann etwas schlauer bin. Hoffentlich verbirgt sich darin der Fehler, wäre mehr wie heilfroh wenn die Kiste wieder richtig läuft :-)
Ich denke die beste Lösung ist, mir einfach den originalen J111 zu besorgen...



Vielen Dank und Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 18.06.2008 09:41
Morgen Zusammen!

sooo, hab gestern noch die paar Messungen gemacht...

R39, R40 = OK

CR1 = OK

Am Eingang der Phasenumkehrstufe TP22 habe ich 462mV (ein paar Antworten vorher hatten wir es kurz über diesen TP).

Zum "Sandhaufen" Part ;-):

TP30:
Clean: 3,4VDC
Drive 65mVDC
Müsste ok sein, oder? So wie ich das verstehe - bei Clean größer +0,6VDC und bei Drive kleiner +0,6VDC.

TP31:
Clean: -15,6VDC
Drive: +14VDC

TP32:
Clean: +15VDC
Drive: -14VDC

Am Gate von Q1 habe ich, egal in welchem Kanal -14VDC. Bei Umschalten "bricht" mir die Spannung am DVM ganz kurz zusammen - ich denke, dass hat dann mit der reduzieren des Umschaltknacks zutun, oder?
Bei -14VDC am Gate ist/oder müsste der FET ja sehr hochohmig sein - hat der dann überhaupt noch eine Funktion?


Ojeee, so langsam weiß ich gar nicht mehr weiter... Werde morgen den FET mal auslöten und ihn im ausgebauten Zustand testen. Hoffentlich ist der "kaputt" - so langsam wird der Amp "mysteriös"!




Vielen Dank und mfG,

Jo

Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: chipsatz am 18.06.2008 13:24
Hallo Jo,

also den J111 kannst du nicht mit dem BSS138 ersetzen!!
Der J111 ist "selbstleitend" d.h. ohne GS-Spannung schaltet der durch, und mit negativer GS-Spannung (bei dir -14V) sperrt der. Aber der BSS138 ist "selbstsperrend" !! d.h. ohne GS-Spannung ist der gesperrt, und braucht zum durchschalten eine positive GS-Spannung. Den darfst du also nicht nehmen!! Obwohl beides N-Kanal-Fets sind, sind es doch verschiedene Typen (sieht man auch am Schaltplansymbol in den Datenblättern).
Wie schon weiter oben mal erwähnt, soll der FET nur beim Kanalwechsel kurz durchschalten, und somit das Signal stummschalten und das Knacksen verhindern (zum Verständnis: das simuliert praktisch einen Volumepoti, das kurz auf 0 gedreht wird).

Wenn du wissen willst, ob der J111 defekt ist, dann löt ihn einfach mal aus, und probier den Amp ohne FET aus. Allerdings wird es dann beim Kanalumschalten knacksen, aber zum testen sollte das nichts machen.

Gruß
mike
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 18.06.2008 15:48
Hi Mike,

hmm, alles klar - danke für den wichtigen Hinweis! Dachte die Sache passt, weil es eben beides N-Kanal Typen sind...

Jop, das ist das nächste was ich tun werde -  den J111 auslöten und dann ohne FET den Amp mal laufen lassen.

Hast du eine Idee oder Vermutung wo dieser teuflische Fehler versteckt sein könnte? Bin über wirklich jeden Tipp dankbar!!



Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: chipsatz am 18.06.2008 17:40
Hi Jo,

spontan fällt mir auch nix "vernünftiges" ein. Wenn der FET defekt ist, sollte es eigentlich nur leiser werden.

Aber: Hast du die Spannungen auch mit "Drive Channel selected" gemessen? (Wie im Schaltplan angegeben)? Falls du den Amp auf "Clean" eingestellt hattest, wäre ein erhöhter Pegel am TP10 normal. Ausserdem beziehen sich die AC-Messwerte auf eine Messgeräteimpedanz von 1MOhm. Wenn du z.B. 10M hast, dann ist der Messwert stellenweise erheblich höher.

Gruß
mike
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 19.06.2008 09:54
Hallo Mike,

Ja, ich habe die Spannungen im Drive Channal gemessen. Also wenn ich auf Clean umschalte habe ich an TP10 380mV.
Hmm, ich werde nachschauen was für eine Eingangsimpedanz mein DVM hat - gut möglich, dass es mehr wie 1MOhm ist... Danke für den Tipp! Ich gehe heute die ganzen TP's mit einem Scope nochmals durch und hoffe, dass ich dadurch schlauer werde!




Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 20.06.2008 15:26
Hi Zusammen,

mann, mann, mann... Der Amp bringt mich langsam zur Weißglut  ???  >:(

Bin gestern alle TP's mit'm Scope durch gegangen und nicht wirklich schlauer geworden - sieht alles super aus, schöner Sinus. Nur die Amplitude ist halt viel zu hoch...
Den FET habe ich ausgelötet und getestet, der ist heil. Hat einen Ron von 32 Ohm und im gesperrten Zustand größer 5M Ohm. Beim Versuch den Amp ohne den FET zu betreiben hat sich auch nichts verändert.

So - jetzt hab ich gar keine Ahnung mehr, was ich noch tun könnte... Bitte, bitte falls jemand eine Idee hat: Lasst es mich wissen!!!!




Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: andow am 9.07.2008 22:12
Hi!
Also ich bezweifle dass dein Blues Deluxe ein technisches Problem hat; ich hab auch einen und meiner hat von Anfang an ab 3-4 gezerrt!
Schau dir mal die Seite an:
http://studentweb.eku.edu/justin_holton/headroom.html
Da sollte was für dich dabei sein...
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Motörkopf am 10.07.2008 13:58
Hi Andow,

danke für deine Antwort! Hmm, vielleicht ist es ja wirklich "normal" - aber was mich dann wundert, sind die Spannungswerte die sich nicht mit dem Schaltplan decken. Ich habe es aufgegeben, an dem Amp weitere Reparaturversuche zu starten - es ist halt, wie es ist  :-[


Grüße,

Jo
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 11.07.2008 15:23
Hallo Jo,

habe mich lange zurückgehalten, aber eines muss ich doch noch mal loswerden (SCNR):

> mann, mann, mann... Der Amp bringt mich langsam zur Weißglut  ???  >:(

Dann ziehe doch bitte einfach mal 1 und 1 zusammen.

> Bin gestern alle TP's mit'm Scope durch gegangen...sieht alles super aus, schöner Sinus. Nur die Amplitude ist halt viel zu hoch...
> Den FET habe ich...getestet...und im gesperrten Zustand größer 5M Ohm.

Das bedeutet natürlich nichts anderes als:

> Beim Versuch den Amp ohne den FET zu betreiben hat sich auch nichts verändert.

Na selbstverständlich! Der Widerstand im gesperrten Zustand ist zu hoch. Wie oft denn nun noch? Lötest Du das Ding also aus, kann sich auch gar nichts verändern, ausser, dass der Amp u.U. jetzt noch etwas eher zerrt.

Ich verstehe nicht, was es daran so schwierig ist, zu begreifen. Strenggenommen könntest Du parallel zum FET einen Trimmer löten und ihn auf geringstes Zerren im Clean-Betrieb einstellen; resp. auf die erforderliche NF-Spannung an R20. Die kenne ich aber nicht (schrieb ich bereits!), da ich meinen BD nicht mehr habe, sonst könnte ich sie Dir nennen und nach Einstellung des Trimmers ist alles gut - auch wenn dadurch das Problem nicht wirklich gelöst ist.

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: cream tolex am 12.07.2008 11:12
TAch zusammen,

bin gerade über Euren Thread gefallen und möchte Euch meine Gedanken dazu mitteilen:

Ich glaube, Eure Analyse geht in die falsche Richtung!

Wenn ein Verstärker früh zerrt, kann das viele Ursachen haben. Wir merken uns dazu folgende Regel:
Wenig Spannung, führt zu frühem Zerren. Es wäre also sinnvoll, die Anoden- und die Kathodenspannungen
der Vordtufenröhren zu messen. Sind diese ausreichend hoch, so wie in der Schaltung, dann sollte ja alles
soweit ok sein. Hast Du aber bestimmt schon gemacht.

Etwas zur Schaltung des BluesDeluxe:

Der Verstärker besteht aus drei Vorstufenelementen, die kaskadiert sind und wo sich entgegen der Blackface-Standardschaltung die Klangregelung hinter der zweiten Stufe befindet. Das Signal hat also schon einen
fetten Pegel, wenn es an der Klangregelung ankommt und wird nach der Klangregelung nochmals geboostet.

Genau da würde ich mal ansetzen. Die erste Stufe hat immer einen Standardwert im Kathodenanschluß,
1K5 Widerstand mit 22uF Kondensator überbrückt und 100K in der Anode. Das Signal wird hier ziemlich aufgepuste
und läuft dann in Stufe 2, wo es nochmal aufgepustet wird. Wahrscheinlich zerrts schon hier.

Nach der Klangregelung wird nochmal geboostet.

Was kannst Du also tun:

Verkleinere mal in der ersten Stufe den Kondensator auf zum Beispiel 10uF oder noch besser knipse einfach mal
ein Bein durch, so dass Du es danach wieder zusammenlöten kannst und probiere dies zunächst an der ersten und
dann an den anderen Stufen. Du wirst damit die Bässe reduzieren aber dafür weniger Verstärkung erzielen.

Alternativ kannst Du auch mal die Schaltung nach Spannungsteilern zwischen den Stufen untersuchen und schauen,
inwieweit Du das Signal durch Veränderung der Widerstände kleiner machen kannst.



So, ich hoffe, ich habe das Problem richtig verstanden und konnte helfen. Falls nicht, konnte ich vielleicht zum Verständnis der BD Schaltung beitragen. Viel Glück.

CreamT

Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: chipsatz am 14.07.2008 09:45
Hallo Jo,
> Beim Versuch den Amp ohne den FET zu betreiben hat sich auch nichts verändert.

Na selbstverständlich! Der Widerstand im gesperrten Zustand ist zu hoch. Wie oft denn nun noch? Lötest Du das Ding also aus, kann sich auch gar nichts verändern, ausser, dass der Amp u.U. jetzt noch etwas eher zerrt.

Ich verstehe nicht, was es daran so schwierig ist, zu begreifen. Strenggenommen könntest Du parallel zum FET einen Trimmer löten und ihn auf geringstes Zerren im Clean-Betrieb einstellen; resp. auf die erforderliche NF-Spannung an R20. Die kenne ich aber nicht (schrieb ich bereits!), da ich meinen BD nicht mehr habe, sonst könnte ich sie Dir nennen und nach Einstellung des Trimmers ist alles gut - auch wenn dadurch das Problem nicht wirklich gelöst ist.

Gruß Michael

sorry Michael, aber offenbar hast du die Schaltung mit dem FET nicht richtig verstanden.
Der FET muss hochohmig sein, andernfalls wäre er defekt. Natürlich kann man mit einem Trimmer parallel zum FET den Pegel senken, aber was soll das bringen? Die frühe Zerre geschieht sehr wahrscheinlich schon in der Vorstufe, und dann würde mit dem Trimmer nur der gezerrte Pegel abgesenkt.

Gruß mike
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 15.07.2008 09:47
Hallo mike,

> sorry Michael, aber offenbar hast du die Schaltung mit dem FET nicht richtig verstanden.

warum? Lediglich ein Zusammenfassen aller Messungen / Aussagen von Joe.

> Der FET muss hochohmig sein, andernfalls wäre er defekt.

Die Gleichspannungen an allen Röhren stimmen. Alle NF-Pegel stimmen bzw. sind in Toleranz, ausser der hinter R20: anstelle von 50 mVAC liegen hier angeblich 725 mVAC - also mehr als das zehnfache. Wenn alle NF-Spannungen bis dahin stimmen, einschliesslich der VOR R20 und nur die HINTER R20 nicht, dann ist der "Spannungsteiler" nach R20 zu hochohmig und die nachfolgende(n) Stufe(n) verzerrt bzw. verzerren. Das System nach dem FET, also Dioden, Schaltbuchsen, Hallverstärkereingang etc. wurde von Joe angeblich durchgemessen und ist angeblich in Ordnung.

Hochohmig ja klar - aber bitteschön mit welchem Widerstand???

> Natürlich kann man mit einem Trimmer parallel zum FET den Pegel senken, aber was soll das bringen?

Einen abgesenkten NF-Pegel und Joe hätte endlich Ruhe.  ;) Hatte dazugeschrieben, dass das aber nicht die Lösung des Problems ist...

> Die frühe Zerre geschieht sehr wahrscheinlich schon in der Vorstufe, und dann würde mit dem Trimmer nur der gezerrte Pegel abgesenkt.

Das kann nach den NF-Spannungen und oszillographierten Amplituden lt. Joes Aussagen nicht sein. Zum Trimmer schrieb ich bereits.

Eines kann dem Verständnis nach nur sein: dass nämlich das System nach (!) dem FET, wie von Joe beschrieben, eben nicht ok ist, also NF-mässig kein Spannungsteiler vorliegt, der den NF-Pegel weit genug absenkt, damit hinter R20 nicht die beschriebenen 750 mVAC liegen. Lt. Joe arbeitet aber der Hallverstärker i.o und unverzerrt (was mich eigentlich wundert, da er normalerweise dann auch einen zu hohen Pegel kriegen müsste).

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: chipsatz am 15.07.2008 15:45
Eines kann dem Verständnis nach nur sein: dass nämlich das System nach (!) dem FET, wie von Joe beschrieben, eben nicht ok ist, also NF-mässig kein Spannungsteiler vorliegt, der den NF-Pegel weit genug absenkt, damit hinter R20 nicht die beschriebenen 750 mVAC liegen. Lt. Joe arbeitet aber der Hallverstärker i.o und unverzerrt (was mich eigentlich wundert, da er normalerweise dann auch einen zu hohen Pegel kriegen müsste).

@Michael: Man kann aber auch einfach das Masterpoti weiter zudrehen. Das liegt ja schließlich parallel zum FET!! Schau mal den Schaltplan genau an. Die Messwerte nach R20 sind direkt abhängig von der Stellung des Masterpoti R21. Es ist zwar vorgegeben "all controlls 50%", aber da ist der richtige Pegel eher Glücksache.

@All:Ich denke man muss so vorgehen: man stellt mit dem Masterpoti R21 die 50mVAC ein. Dann sollten die Folge-Messwerte auch wieder stimmen. Vorraussetzung ist natürlich, dass der Relaiskontakt von RY28 sauber geschlossen ist.
Ich würde mich auch nicht so sehr auf die Messwerte, die im Schaltplan angegeben sind, fixieren. Die geben schließlich nur den Betriebszustand im Drive-Mode wieder. Im Clean-Mode gelten wieder ganz andere Pegel. Ich denke man sollte erst mal die Relais überprüfen. Gegebenenfalls die Kontakte testweise überbrücken. Man muss erstmal die Frage klären: liegt ein Defekt vor, oder ist alles ok und der Amp zerrt eben früh. Dann würde ich mit dem Oszi die Stufe suchen, die zuerst in die Begrenzung geht. Da müsste man dann ansetzen.

Gruß mike
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 16.07.2008 09:30
Hallo mike,

> @Michael: Man kann aber auch einfach das Masterpoti weiter zudrehen....Schau mal den Schaltplan genau an....

schau mal den Schaltplan genau an. Wir sprechen hier vom Clean-Betrieb. Im Clean-Betrieb ist das Master-Poti via Relais abgeschaltet. Master wird nur für Drive-Betrieb gebraucht und ist im Clean-Betrieb (auch meinem BD, den ich hatte, entsprechend) wirkungslos.

Gruß Michael
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: chipsatz am 16.07.2008 11:04
@Michael: also langsam werde ich sauer >:(
Warum liest du mein Posting nicht richtig.
Du hast dich doch auf den Messwert nach R20 bezogen. Und der im Schaltplan angegebene Wert bezieht sich nunmal auf den Drive-Mode.
Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: Meikel am 16.07.2008 13:37
Hallo mike,

> @Michael: also langsam werde ich sauer >:(

das beeindruckt mich nicht.

Lese bitte alles von Anfang an: Jo bezieht sich auf den Clean-Kanal. Vom Drive (mit dann eingeschaltetem Master) war und ist bei ihm nie die Rede.

Gruß Michael



Titel: Re: Blues Deluxe zerrt zu früh
Beitrag von: chipsatz am 16.07.2008 18:08
Hi Michael, ok..ich versuchs nochmal (tief durchatmend)

ich zitiere aus deinen Postings:

v. 16.6:
"> TP10: 725mV       zuviel, denn hier müssten lt. Schaltung 50mV anstehen."

oder v. 15.7.:
"Die Gleichspannungen an allen Röhren stimmen. Alle NF-Pegel stimmen bzw. sind in Toleranz, ausser der hinter R20: anstelle von 50 mVAC liegen hier angeblich 725 mVAC - also mehr als das zehnfache. Wenn alle NF-Spannungen bis dahin stimmen, einschliesslich der VOR R20 und nur die HINTER R20 nicht, dann ist der "Spannungsteiler" nach R20 zu hochohmig und die nachfolgende(n) Stufe(n) verzerrt bzw. verzerren."

Jetzt verrate mir mal bitte, wie du auf die 50mV kommst? Die gehören jedenfalls nicht zum Clean-Mode. Das habe ich auch schon versucht, zu erklären. Aber ich will das jetzt nicht noch breit treten.

Unsere Meinungen gehen offenbar bei der Funktion des FET auseinander. Ich glaube einfach nicht, dass der FET eine echte Spannungsteilerfunktion übernimmt, dafür bräuchte er einen definierten stabilen Arbeitspunkt. So wie ich das sehe, dient der nur als reiner Schalter, der zur Zeit des Umschaltens kurz schließt. Dafür spricht auch die Ansteuerung über U4B als Monoflop (wegen C49), die einen stabilen "Spannungsteiler-Zustand" garnicht zulässt. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Gruß mike